Hallo zusammen, LibrePCB wird langsam aber sicher erwachsen, und könnte daher für den Einen oder Anderen hier interessant sein: - LibrePCB 2.1 (von gestern): https://librepcb.org/blog/2026-05-19_release_2.1.0/ - LibrePCB 2.0 (vom Januar): https://librepcb.org/blog/2026-01-28_release_2.0.0/ Für die, die es noch nicht kennen: - Es ist Open-Source (GPLv3+) und kostenlos - Cross-Platform (Windows, MacOS, Linux, *BSD, etc.) - Sehr einfach zu bedienen, aber trotzdem professionell - Mächtiges Bibliotheks-Konzept, optimiert auf Wiederverwendbarkeit & Effizienz und unterstützt aktiv bei der Vermeidung von Fehlern Ein paar Vergleiche mit EAGLE und KiCad: https://librepcb.org/compare/ Da diese Frage sowieso kommen wird: Nein, es ist nicht besser als KiCad. Es ist anders. Zum Beispiel ist die Forward Annotation in LibrePCB automatisch, so wie man es von EAGLE kennt - jede Änderung am Schaltplan wird automatisch und sofort aufs Board angewendet. Auch das Bibliothekskonzept ist deutlich anders und funktioniert ähnlicher wie bei EAGLE, aber natürlich auch mit diversen Unterschieden. Ist halt Geschmackssache, mit welchem Konzept man besser klarkommt. Meine Empfehlung: Einfach mal ausprobieren und eine eigene Meinung bilden mit welchem Tool man am besten arbeiten kann. LibrePCB ist sicher noch nicht für jedes Projekt geeignet, aber mit jedem Release wird die Liste der vermissten Features kürzer.
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Habe gerade mal reingeschaut. Hat mir eigentlich recht gut gefallen. Bis zum Download. Another Big Ugly Blob. Danke. Werde mir aber bei Gelegenheit mal das Repo ansehen und schauen ob's auch richtig geht.
Norbert schrieb: > Bis zum Download. Another Big Ugly Blob. Danke. Bin mir nicht sicher ob ich dich richtig verstehe. "Big" sind die Releases nicht (die meisten Handy Apps sind grösser). "Blob" ist technisch die einzige Option wenn man die Software einfach installieren & starten können möchte. Aber selbstverständlich kann man die Software auch aus den Sourcen kompilieren, siehe README.md im Repo oder https://librepcb.org/docs/installation/build-from-sources/.
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Urban schrieb: > Bin mir nicht sicher ob ich dich richtig verstehe. "Big" sind die > Releases nicht (die meisten Handy Apps sind grösser). "Blob" ist > technisch die einzige Option wenn man die Software einfach installieren > & starten können möchte. Big ist so ein Blob, weil er Dinge mit sich schleppt welche im Betriebssystem sowieso schon vorhanden sind. Nur werden sie eben dort ständig gepflegt, auf dem neuesten Stand gehalten und mit den neuesten Sicherheitsupdates versehen. Ein Blob ist eher wie eine Durian Frucht, rottet still vor sich hin, schleppt altes Zeug mit sich und man muss ihn nicht nur von Hand/manuell pflegen, man ist auch auf die Reaktionsgeschwindigkeit des Binary-Blob-Artisten angewiesen. Urban schrieb: > Aber selbstverständlich kann man die Software auch aus den Sourcen > kompilieren, Wenn das Ding nicht automatisch wieder einen Blob generiert. Deshalb schrieb ich das ich mal rein sehen muss.
Norbert schrieb: > Big ist so ein Blob, weil er Dinge mit sich schleppt welche im > Betriebssystem sowieso schon vorhanden sind. Ist jetzt schwierig darauf zu antworten ohne zu wissen welches Betriebssystem du nutzt. Das Packaging einer Plattformunabhängigen Applikation so zu machen, dass man sie einfach von der Webseite runterladen kann und sie bei jedem Anwender direkt läuft, ist alles andere als einfach. Damit das funktioniert, muss man Kompromisse machen und halt ein paar Dependencies bundlen. Machen wir das nicht, kriegen wir massenhaft Bugreports dass die Software nicht läuft. Man kanns nicht jedem recht machen. Für viele Systeme gibt es aber alternative Releasekanäle, z.B. Snap oder Flatpak und auch in den Debian Repos ist LibrePCB mittlerweile drin (wie halt üblich, eine ältere Version). Dazu ist es paketiert für NixOS, FreeBSD etc. Auch ist das Verwenden von Systembibliotheken immer ein Risiko für Bugs. z.B. mit OCCT habe ich katastrophale Erfahrungen gemacht. Verwendet ein User bestimmte Versionen davon, welche schlimme Bugs enthalten, crasht LibrePCB und wir bekommen wieder Bugreports - für Probleme für welche wir nicht verantwortlich sind. Die OCCT Version welche mit LibrePCB gebundled ist, wurde ausführlich durch uns getestet damit nicht der User zum Versuchskaninchen wird. Aber natürlich kann man LibrePCB auch so kompilieren dass keine Systembibliotheken gebundled werden: https://developers.librepcb.org/d5/d96/doc_building.html#doc_building_unbundling
Urban schrieb: > Debian Repos ist LibrePCB mittlerweile drin Da hatte ich direkt reingesehen und ich hätte schwören können, dass es nicht drin war. Gerade jetzt noch einmal nachgeschaut, tatsächlich, es ist drin. War definitiv mein Fehler, hoffentlich nur ein Tippfehler in aptitude. Notiz an mich selbst, Kopf prüfen lassen ;-)
Hi Urban, Hut ab für noch ein PCB Prog aber es schaut schon mal sauber aus, nicht dieses Villa Kunterbund vom KidsCad. Man sieht , das einer die GUI macht und nicht 10 Leute dran fummeln, was immer ein Problem ist bei Open Source, da ist dann keine Linie drin. Erinnert mich an mein Eagle früher , was ja auch seine Vorzüge hatte.
Thorsten N. schrieb: > aber es schaut schon mal sauber aus Danke Thorsten :) Ist mir persönlich auch sehr wichtig bei LibrePCB dass das Bedienkonzept einheitlich und in sich stimmig ist, nicht einfach einen Haufen einzelner Features welche nicht zusammenarbeiten.
Hallo Urban, Danke für deine Arbeit und den Hinweis auf LibrePCB. Habe gerade mal auf Debian Trixie die App-Image gestartet und eine Platine erstellt. Das ging Überraschend einfach! Die Bibliothek ist noch mager aber da kann man ja selber was machen. Ist auf jeden Fall für schnelle Arbeiten eine tolle alternative zu KiCAD. Ich habe immer mit Rule/Target gearbeitet und bin natürlich auf diese Tastatur belegung geprägt, aber das kann man ja Anpassen. viele Grüße Roland
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Hallo Roland, Roland schrieb: > Das ging Überraschend einfach! Das freut mich zu hören! Genau so soll es sein. Roland schrieb: > Die Bibliothek ist noch mager aber da kann man ja selber was machen. Ja, da gibt es noch viel zu tun. Wenn es schnell gehen soll, kann man übrigens auch einfach ganze KiCad oder EAGLE Bibliotheken importieren. Würde ich zwar nicht generell empfehlen, aber in vielen Fällen reicht das allemal.
Dieser Library-Manager und das hierarchische Design dahinter sehen schon recht interessant aus. Das wäre in auch in KiCad definitiv ganz cool zu haben. Ist LibrePCB ein Projekt von dir? Hast du vorgeschlagen, diese Library-Funktionen in KiCad zu implementieren? Weil mir scheint zwischen den beiden Tools primär die Library den Unterschied auszumachen, und jetzt mit zwei Tools werden die Entwicklungs- und Wartungressourcen ja doppelt benötigt. Würde man die Features einfach in KiCad implementieren, könnten man sicherlich gemeinsam nochmal mehr erreichen. Schwierigkeit dabei sind natürlich die Altlasten und Kompatibilität, das seh ich schon auch. Interessant auf jeden Fall.
Erst mal 👍, auch wenn ich das Programm derzeit nicht nutze. Ich hatte es mir mal angesehen und bin damit besser zurecht gekommen als mit KiCad, vermutlich weil das Konzept eher an Eagle angelehnt ist - war zumindest mein Empfinden. Dennoch gab es einige Punkte wo ich etwas hakelig empfand und die für mich schon eine Umgewöhnung bedeuten würden. Derzeit komme ich mit Eagle bestens zurecht und es gibt auch keinen Leidensdruck ein anderes ECAD zu nutzen. Urban schrieb: > kann man > übrigens auch einfach ganze KiCad oder EAGLE Bibliotheken importieren. Gute Importfunktionen sin in jedem Fall ein dickes Plus, weil sie den Umstieg erleichtern. Gerade langjährige Nutzer eines ECAD Programmes haben oft einen Fundus an selbst erstellten Bibliotheken, auf den sie beim Umstieg nur ungern verzichten wollen. A. D. schrieb: > Würde man die Features einfach in KiCad > implementieren, könnten man sicherlich gemeinsam nochmal mehr erreichen. Beide Programme unterscheiden sich wohl grundsätzlich in ihrem Ansatz, was Integration zumindest schwierig macht. Es ist schon gut wenn es verschiedene frei ECAD Programme gibt, die bei der Lösung der Aufgaben unterschiedliche Ansätze verfolgen. Leuter die Altium kommen werden sich wohl schneller in KiCAD heimisch fühlen, während die Eaglefraktion sich wohl eher mit LibrePCB anfreunden kann. Es gibt ja auch noch das Horizon vom Lukas. Auch dieses Programm kann man sich durchaus mal ansehen. Ich hatte da immer irgendwie Probleme mit dem Pool. Wenn der einmal läuft, bekommt man auch was auf die Reihe. Dennoch auch hier, es gibt für mich derzeit keinen Grund von Eagle zu wechseln.
A. D. schrieb: > Ist LibrePCB ein Projekt von dir? Ja, ich habe das Projekt ins Leben gerufen und bin Hauptentwickler, unter Mithilfe einiger Contributors. A. D. schrieb: > Würde man die Features einfach in KiCad > implementieren, könnten man sicherlich gemeinsam nochmal mehr erreichen. Ich kann mich hier nur der Antwort von Hans anschliessen. Es sind nicht einfach nur "ein paar Features", sondern fundamental unterschiedliche Konzepte. Es wäre unrealistisch bis unmöglich, dass KiCad jemals meine vorgeschlagenen Änderungen akzeptieren würde. Die KiCad Entwickler haben andere Visionen und Prioritäten, was ja auch OK ist. Ich sehe es als Vorteil für die Gemeinschaft dass man im Open-Source Bereich verschiedene Optionen hat, damit man das Tool wählen kann das einem am besten zusagt. Ist ja nicht so, dass LibrePCB das zwanzigste Tool ist... A. D. schrieb: > Weil mir scheint zwischen > den beiden Tools primär die Library den Unterschied auszumachen Es gibt durchaus noch mehr grössere Unterschiede zu KiCad. Einerseits die automatische Forward-Annotation, und andererseits ganz allgemein die Benutzeroberfläche und "Usability" auf welche ich sehr grossen Wert lege. Es ist mir wichtig, dass man mit LibrePCB sofort zurecht kommt, ohne zuerst Tage und Wochen mit Tutorials und Dokumentation zu verbringen. Hans schrieb: > Dennoch gab es einige Punkte wo ich etwas hakelig > empfand Falls du noch weisst was für Punkte das waren, wäre ich daran interessiert ;-) User Feedback ist immer sehr nützlich um zu verstehen wo noch nachgebessert werde muss.
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