Aus leidiger Erfahrung würde ich sagen. Diese Leiterplatte war noch nicht auf dem Rütteltisch. Sonst wären vermutlich einige Teile in Resonanz gekommen und abgefallen. Ein Produkt der 70er Jahre?
Gut, dass sie bisher keiner gesehen hat. :-)
Aus leidiger Erfahrung würde ich sagen. Diese Leiterplatte war noch
nicht auf dem Rütteltisch. Sonst wären vermutlich einige Teile in
Resonanz gekommen und abgefallen. Ein Produkt der 70er Jahre?
Gut, dass sie bisher keiner gesehen hat. :-)
Saubere Verarbeitung ist wichtig, das kennst du doch! Also alle Bauteile gerade und symmetrisch ausgerichtet, die Anschlüsse mit einer Zange rechtwinklig gebogen. Bei Widerständen der goldene Ring (falls vorhanden) immer auf der gleichen Seite. Die Ränder der Platine glatt schleifen, nicht daß sie wie eine ausgefranste Briefmarke aussieht.
Ich habe mal eine Lochraster Platine vor dem Bestücken auf der Oberseite schwarz lackiert, das sah gut aus. So kamen die sorgfältig platzierten Bauteile (und in meinem Fall viele LEDs) gut zur Geltung.
Es wird noch Wochen-Monate dauern, bis ich das an meiner
neuen Uhr angehe.
Du meinst die mit den Lichtschranken am Pendel?
Wenn die Elektronik richtig retro aussehen soll, dann nur Transistoren
und ICs im Blechtöpfchen. Oder gar nur Glühtransistoren...
Ich muß ja nicht übertreiben, aber wenn ich mir so Platinen
chinesicher SNT's ansehe: Grusel.
Dieser Klebstoff über alle Bauteile? Mag ja einen Sinn haben.
Die Bruchkanten der Platine, die Ausrichtung der Bauteile?
Das wäre so das Negativbeispiel einer "schönen" Platine.
aber nicht jede Lötstelle sieht gut aus, Zinnpegel variabel, einige Anschlußdrähte mit schwarzen Kragen an der Lötstelle welche Fernsehtechniker unter kalte Lötstelle einordnen würden, geprüft hin oder her, man weiß die fallen irgendwann aus.
Ich sehe Technik nicht mit den Augen des Elektronikers.
Als Metallbauer und Formgestalter (Neudeutsch= Designer),
hat auch normalerweise unsichtbare Technik eine Gestaltung verdient.
Ein Paradebeispiel sind Uhren. Im Anhang die Werke amerikanischer
Stoppuhren. Die Zifferblattseite, die nur der Uhrmacher beim
Service sieht (dazu muss das Zifferblatt abgenommen werden),
ist noch aufwändiger gemacht.
Es wird noch Wochen-Monate dauern, bis ich das an meiner
neuen Uhr angehe.
Aber, was spricht dagegen, die Platine sichtbar zu präsentieren?
Es wird wohl auf Lochraster hinauslaufen, aber es gibt doch so viel
Möglichkeiten.
Hier ein Beispiel aus einem Glashütter Schiffschronometer.
Habt ihr Bilder von Platinen, die einfach nur "schön" aussehen?
Die Bindung der Kabel hat auch was.
Grüße Bernd
Hallo Bernd,
Willst Du Dein Marine Chronometer so ähnlich wie das von Dir gezeigte von GH. aufbauen? In dem Fall würde eine eigener Nachbau nach diesen Muster schon Sinn haben. In meinen Augen ist der 1970er Platinen Entwurf durchaus stilgerecht und sehr schön konstruiert. Lass Dich nicht von gegenwärtigen Konstruktionspraktiken beirren.
Wenn ich so etwas bauen würde, würde ich das Layout so ähnlich wie möglich machen und wenn es gefertigt werden müsste, ohne Lötstopplack und Bestückungsplan herstellen lassen, oder natürlich selber machen. Eine moderne, zeitgerechte Leiterplatte passt da beim besten Willen nicht rein.
Ich sehe dort viele Dinge. Die Platine, ordentlich und mit liebe gebaut, typisch DDR. Für mein Geschmack hätte die auch etwas kleiner sein können. Spielt eigentlich keine Rolle, ist aber so eine Macke von mir.
Diese Kabelbaum abbinderrei, hatte ich auch gemacht. Das Band hat einen ständig die Haut aufgeschnitten, aber im Vordegrund stand die Ästhetik.
Die Mechanik, auch typisch DDR einerseits mit Liebe gemacht, andererseits sind dort Plastikteile die auch gerne aus Messing hätten sein können.
Ja, eine Seite in mir sagt „schön“, andererseits könnte ich mir dieses Gerät auch rein mechanisch vorstellen. Mit einer nicht sichtbaren Platine.
Dazu kommt noch, ich kann den Duft der Elektronik erahnen. Ist vermutlich so ein Ossiding, der Geruch von elektrischen Geräten und der Geruch des Intershops, den wird man nicht mehr los.
Das letzte Wort was mir bei "Lochraster" einfallen würde, ist das Wort "Schön".
Wenn überhaupt dann eine Professionell gefertigte Platine, gibt es heute ja verhältnismäßig günstig in zig verschiedenen Farben, ganz nach Wunsch. Eventuell kann man beim Design auch etwas mit dem Bestückungsaufdruck spielen, der muss ja nicht stupide die Bauteilnummern beinhalten.
Wichtig fände ich bei sowas auch die Bauteilanordnung. Die muss nicht unbedingt funktional und zweckmäßig und auch nicht militärisch einheitlich in reih und glied sein. Man kann da eventuell ein was zum Thema passendes Muster entwerfen (zur Not mit einigen Bauteilen die garkeine Funktion haben außer gut auszusehen).
Mehradrige Kabelbäume müssen gebunden werden. Das ist ja quasi Pflicht, selbst wenn man die nicht direkt sieht. Das war zumindest früher mal die Meinung meiner Ausbilder:-)
Aber nicht mit Kabelbindern, sondern mit gewachsten Schnüren. Schließlich muss das alte Material von vor 100 Jahren ordnungsgemäß aufgebraucht werden.
Wir mussten Elektroinstallation mit Lüsterklemmen üben. Federklemmen galten als unzulässig, da gefährlich. Direkt nach der Ausbildung zeigten sich meine älteren Kollegen darüber sehr irritiert.
Lochraster?
Das ist eine Platine aus der Steuerung meiner Kleindrehmaschine.
Ist nicht von mir, das war ein Ausbildungsprojekt von Siemens-
medizintechnik in Karlsruhe. (Vor 30-40 Jahren).
Solche Kabelbäume zu binden, war damals Teil meiner Berufsausbildung.
Mit zunehmender Verbreitung schneller Digitaltechnik waren diese
hinfällig.
Mag schön aussehen. Ich habe hier ein 3 fach Netztteil da ist die komplette Frontplatte mit starren Drähten und Schnurbindung verdrahtet. Dadurch sind beim aufklappen Anschlüsse an 2 10-Wendelpotis abgebrochen. Das ist wie Beton.
Hier ohne Elektronik:
Das ist die Rückseite eines Meßgerätes. Links ein 4-stelliges
Walzenzählwerk, rechts ein kräftiger Schaltmagnet um eine mechanische
Stoppuhr (Start-Stopp-Nullstellung) zu betätigen.
Das Zählwerk läuft nur, wenn auch die Stoppuhr läuft.
Im rechten Bereich wurden nachträglich (1950?) 2 Buchsen eingebaut,
um Fernstart zu ermöglichen, da sind die Drähte verbogen.
Sehr schön finde ich die Abwinklungen des Widerstandes.
Lochraster?
Das ist eine Platine aus der Steuerung meiner Kleindrehmaschine.
Ist nicht von mir, das war ein Ausbildungsprojekt von Siemens-
medizintechnik in Karlsruhe. (Vor 30-40 Jahren).
Siemens sieht man schon an der Teilenummer der Platine, verkauft wurden die nicht, waren nur für interne Zwecke.
Schön ist für mich anders, aber ordentlich ist das schon.
Lochraster?
Das ist eine Platine aus der Steuerung meiner Kleindrehmaschine.
Ist nicht von mir, das war ein Ausbildungsprojekt von Siemens-
medizintechnik in Karlsruhe. (Vor 30-40 Jahren).
Grüße Bernd
Bei Lochraster würde ich nur die Bestückungsseite sichtbar machen und eine Folie oder Papier vor dem Bestücken drauf kleben, so sieht man die unbestückten Löcher nicht. Eine andere Möglichkeit wären Lötleisten, wie in alten Röhrenverstärkern.
Also nicht nur milchig transparent, sondern fast klar.
Klar gibts Polyimid, aber farblos ist das nicht. Ich hab vor vielen Jahren Platinen aus Glas gefertigt, doppelseitig mit Durchkontaktierungen, aber das war nicht kommerziell.
Also nicht nur milchig transparent, sondern fast klar.
Klar gibts Polyimid, aber farblos ist das nicht. Ich hab vor vielen
Jahren Platinen aus Glas gefertigt, doppelseitig mit
Durchkontaktierungen, aber das war nicht kommerziell.
Hinz, zufällig ein Foto (Ausschnitt) davon greifbar?
Mir ist völlig klar, dass "Schönmachen" sich im gewerblichen Bereich
nie lohnen würde. Billig produzieren und wegwerfen ist da angesagt.
In meinem Beruf habe ich Metallbau in der Luxusklasse gemacht.
Teuerer als Andere, aber deutlich besser. Also immer mit der
Vorgabe: Ist das handwerklich und ästhetisch wirklich das Optimum?
Meine Mitarbeiter waren natürlich manchmal genervt, haben dann aber
diese Arbeitsweise übernommen. Da sah dann jede Schweißnaht aus,
wie aus dem Werbefilm.
Das ist natürlich auch eine Art Teufelskreis. Du wirst wegen einem
minimalen Kratzer angepienzt, der sonst völlig egal wäre.
Bei Lochraster würde ich nur die Bestückungsseite sichtbar machen und
eine Folie oder Papier vor dem Bestücken drauf kleben, so sieht man die
unbestückten Löcher nicht.
Als ich bei Siemens mal 'ne Lehre machte, verwendeten die dort ungebohrte Lochrasterplatinen. Mit Draht und Zinn formte man die benötigten Leiterbahnen und bohrte dann nur dort, wo nötig. Danach wurde die Platine bestückt.
So eine Platine sah dann von der Bestückungsseite schon sehr professionell aus - mit der Einschränkung, daß das natürlich nur Hartpapier (Pertinax) war.
Klar gibts Polyimid, aber farblos ist das nicht. Ich hab vor vielen
Jahren Platinen aus Glas gefertigt, doppelseitig mit
Durchkontaktierungen, aber das war nicht kommerziell.
Hinz, zufällig ein Foto (Ausschnitt) davon greifbar?
Leider nicht mehr, aber glaub mir, der Aufwand war enorm. Das war damals nur eine Machbarkeitsstudie, die HF-Fritzen hatten nach Material gefragt, das für mehr als einige GHz taugt. Heute gibts dafür Material, das wesentlich einfacher zu verarbeiten ist.
Im Prüfgerätebau bei E-Schrack haben wir sehr viele Lochrasterplatinen
100m x 160 mit gut 20 ICs mit 14/16 und mehr Pins auf Präzisionssockeln
und mit lötbarem Kupferlackdraht hergestellt...
Den Draht gab es in mehreren Farben und der wurde nicht kreuz und
quer verlegt, sondern schön waagrecht und senkrecht, da hat auch
die Unterseite schön ausgesehen...
Im Prüfgerätebau bei E-Schrack haben wir sehr viele
Lochrasterplatinen
100m x 160 mit gut 20 ICs mit 14/16 und mehr Pins auf Präzisionssockeln
und mit lötbarem Kupferlackdraht hergestellt...
Es bereitet mir diebisches Vergnügen, darauf hinzuweisen, daß technische Schönheit oft der praktischen Notwendigkeit weichen muß. Erschwerend kommt dazu, daß der Begriff "Aufbau-Schönheit" subjektive Voreingenommenheit beinhaltet.
Der HF-Ingenieur weiß, daß seine HF-Verdrahtung nicht nur aus einfachen Drahtverbindungen besteht, sondern, daß alle Komponenten und Verbindungen von Parasiten befallen sind. Parasiten wie Induktivität, Kapazizät, Material bedingte Verluste, Signal Laufzeiten, Impedanz der Verbindungen und Einiges mehr.
So versucht er die Umsetzung so effizient wie möglich durchzuführen. Die vermeintliche Schönheit muß also der Zweckmäßigkeit weichen, unter Berücksichtigung aller dieser Faktoren. Er verbindet so weit wie möglich mit den Komponentenkörpern anstatt mit langen Drähten, um unerwünschte Induktivitäten tunlichst zu vermeiden wo sie nicht hingehören.
Wenn du also dem HF-Ingenieur mit deinen Kabelbäumen, rechtwinklige Verdrahtung und Formungen imponieren willst, lacht er dich einfach aus. Mensch, wo kommst Du den her, meint er. Wir verdrahten alles so direkt wie möglich, mit kürzesten Verbindungen, SMD Komponenten, HF-Komponenten. Ein extra cm Draht kann manchmal alles verderben und Verstärker mit GHz Frequenzen schwingen lassen - alles schon vorgekommen.
Was das Obige illustrieren soll, daß jedes "Elektro-Milieu" seine eigenen Traditionen hat und bestimmte Ansprüche stellt. Wer sich z.B. das Leiterplatten Layout früherer HP oder/ und auch RS kritisch betrachte, wir auch dort von seinem Standpunkt Haare in der Suppe finden. Designer sind alle Individualisten. Trotz gründlicher Schulung entwickeln sich charakteristische Eigenheiten; nicht zuletzt prägen auch die benutzen Werkzeuge ihre Form auf. Die LP CAD Werkzeuge von 1980 RS waren auch herstellerbedingt "Individuell". In einigen Geräten der 80er Jahre wiesen viele ihrer Leiterplatten vollkommen eckiges Layout auf. Bekanntlich hat das gravierende HF-Nachteile und bzgl. der EMC. HP Messgeräte der 70er Jahre sahen oft nach Bishopstreifen Layout aus und oft gar nicht so schön wie man eigentlich meinen sollte. Aber die Bauqualität war sagenhaft - und darauf kommt es letzen Endes an, nicht wahr? Das Glashütte Layout mag nicht allen imponieren, war aber zweckmässig.
Was mich betrifft halte ich mich lieber aus dieser Thread Frage heraus.
Im Prüfgerätebau bei E-Schrack haben wir sehr viele Lochrasterplatinen
100m x 160 mit gut 20 ICs mit 14/16 und mehr Pins auf Präzisionssockeln
und mit lötbarem Kupferlackdraht hergestellt...
Wo habt ihr damals gelebt, in einen fremden Land....
Im Prüfgerätebau bei E-Schrack haben wir sehr viele Lochrasterplatinen
100m x 160 mit gut 20 ICs mit 14/16 und mehr Pins auf Präzisionssockeln
und mit lötbarem Kupferlackdraht hergestellt...
Wo habt ihr damals gelebt, in einen fremden Land....