Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Auflösung der Abtastung eines periodischen Signals mit ADC


von Lutz S. (lutzs)


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Hallo,

im Moment geht mir das nur als Gedankenexperiment durch den Kopf, aber 
vielleicht baue ich das (ohne im Moment konkrete Verwendung zu haben) 
zum Erkenntnisgewinn auch mal auf. Vorher würde ich mich aber über 
Anregungen freuen, ob ich da grundlegende Denkfehler habe.

Worum geht es: gegeben ist ein periodisches Signal, dessen Verlauf mit 
möglichst hoher Auflösung im Nanosekundenbereich bestimmt werden soll um 
es dann anzuzeigen, zu protokollieren oder anderweitig auszuwerten.
Also so wie ein Oszilloskop das macht, aber eben mit einfacher, 
preiswerter Technik.

Das Signal kann durch einen Microcontroller getriggert werden, dessen 
ADC (oder auch ein externer wenn bessere Auflösung gewünscht) auch die 
Auswertung übernimmt.

Anwendung wäre z.B. die Auswertung eines TDR-Verlaufs, so wie hier 
beschrieben: https://www.youtube.com/watch?v=9cP6w2odGUc

Der Oszillator dort am Eingang würde dann durch einen Ausgangspin des 
Microcontrollers ersetzt, um das Signal gesteuert zu erzeugen.

Der Gedanke ist nun, das Signal vielfach zu erzeugen und abzutasten und 
den Zeitpunkt zwischen der Auslösung und der Abtastung dabei 
schrittweise zu verschieben, so dass man nach vielen Abtastungen die 
Daten des Verlaufs mit hoher zeitlicher Auflösung hat.

Wenn der ADC nun, so wie z.B. beim Raspberry Pico 2 etwa 2 µs für eine 
Umsetzung braucht ist das natürlich eigentlich viel zu langsam, aber 
reicht die im Blockschaltbild des ADC angegebene Sample and Hold 
Schaltung am Eingang aus, damit er immer den zum Zeitpunkt der 
Aktivierung der Umsetzung gültigen Pegel nutzt?

Der Abstand zwischen Start des Signals und Auswertung durch den ADC 
sollte sich durch die Software bis hin zur Länge eines Befehls (eines 
Taktes) fein einstellen lassen, bei 150 Mhz Taktfrequenz wären das 6,67 
ns.

Noch feinere Auflösung sollte sich erreichen lassen, wenn man den 
Auslöseimpuls durch eine steuerbare Kette von schnellen Gattern(ECL) 
schickt, die dann je nach Anzahl der Stufen um einige Nanosekunden 
verzögern.

So weit erst mal meine Gedanken. Könnte das so funktionieren oder ist da 
ein Denkfehler drin? Die kritischste Stelle sehe ich eigentlich beim 
Sample&Hold vom ADC, da werde ich mir mal einige Datenblätter anschauen.

Danke für eure Tips und Gedanken dazu.
: Bearbeitet durch User
von Rainer W. (rawi)


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Lutz S. schrieb:
> Worum geht es: gegeben ist ein periodisches Signal, dessen Verlauf mit
> möglichst hoher Auflösung im Nanosekundenbereich bestimmt werden soll

Kannst du dir "möglichst hohe Auflösung" leisten?
Das erfordert ggf. die Entwicklung neuer ICs an der Grenze des technisch 
Machbaren.
Was meinst du mit "Nanosekundenbereich"?
Welche spektrale Zusammensetzung besitzt dein Signal und wie groß dürfen 
die Fehler durch Aliasing sein?

> Also so wie ein Oszilloskop das macht, aber eben mit einfacher,
> preiswerter Technik.

Du bekommst inzwischen preiswerte Oszilloskope mit Abtastraten von 1 
GSa/s. Was gefällt dir daran nicht?

> Der Gedanke ist nun, das Signal vielfach zu erzeugen und abzutasten und
> den Zeitpunkt zwischen der Auslösung und der Abtastung dabei
> schrittweise zu verschieben, so dass man nach vielen Abtastungen die
> Daten des Verlaufs mit hoher zeitlicher Auflösung hat.

Das nennt sich bei Oszis "Equivalent-Time Sampling".

> Die kritischste Stelle sehe ich eigentlich beim Sample&Hold vom ADC

Der Abtastjitter, d.h. die Unsicherheit des Abtastzeitpunktes reduziert 
dir im Bereich steiler Signalflanken die effektive Auflösung.
: Bearbeitet durch User
von Lutz S. (lutzs)


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Rainer W. schrieb:
> Du bekommst inzwischen preiswerte Oszilloskope mit Abtastraten von 1
> GSa/s. Was gefällt dir daran nicht?

Dass es mit einem Oszi geht weiss ich.

Bisher reines Gedankenexperiment, ob man so was mit preiswerter Hardware 
und etwas Software lösen kann. Ob ich das mal brauche - wer weiss.

Manchmal neige ich dazu, mir auch ohne ein konkretes Problem Gedanken 
über eine technische Aufgabe zu machen. Da kann man ja immer was lernen, 
auch für spätere reale Probleme.

>> Der Gedanke ist nun, das Signal vielfach zu erzeugen und abzutasten und
>> den Zeitpunkt zwischen der Auslösung und der Abtastung dabei
>> schrittweise zu verschieben, so dass man nach vielen Abtastungen die
>> Daten des Verlaufs mit hoher zeitlicher Auflösung hat.
>
> Das nennt sich bei Oszis "Equivalent-Time Sampling".

ok, das klingt doch schon gut.

>> Die kritischste Stelle sehe ich eigentlich beim Sample&Hold vom ADC
>
> Der Abtastjitter, d.h. die Unsicherheit des Abtastzeitpunktes reduziert
> dir im Bereich steiler Signalflanken die effektive Auflösung.

Wenn der ADC (one shot) und der das Signal auslösende Prozessor mit 
derselben Taktquelle laufen sollte das durch die starre Kopplung doch 
nicht auftreten?
: Bearbeitet durch User
von Ob S. (Firma: 1984now) (observer)


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Lutz S. schrieb:

> im Moment geht mir das nur als Gedankenexperiment durch den Kopf

Traffic-Troll, ick hör dir trapsen.
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