Antrieb Scheibenwischer, Kugelkopf neu fertigen lassen

#8058619
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Moin zusammen,

ich bin gerade beim Aufarbeiten des Scheibenwischergestänges (neu nicht mehr verfügbar) eines BMW E34. Soweit recht problemlos, auch wenn die Preise der noch lieferbaren Einzelteile Freudenhausniveau erreicht haben - aber selber schuld, warum hat man auch so ein 30 Jahre altes Fuhrwerk.

Das Problem zeigt das anhängende Bild, ein Kugelkopf der Antriebswelle des fahrerseitigen Wischers hat deutliche Korrossionsspuren, verursacht durch eingedrungenes Wasser. Der Kugelkopf selber ist in dem Flachmaterial vernietet, lässt sich also mit nach etwas Schleifen entfernen.

Die Idee ist nun, einen neuen Kugelkopf (besser 2 oder 3 als Reserve) fertigen zu lassen (ich kann das nicht selber), ein befreundeter Hobbymechaniker hat leider abgewunken, er mag keine Kugeln...

Frage: Kennt jemand einen fähigen Hobbydreher oder eine Firma (möglichst im Raum Dresden), der/die solche Teile herstellen würde?

Die nächste Herausforderung ist dann die Hartverchromung.

Schönen Sonntag noch Thomas

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#8058627
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Etwas schmirgeln und Fett tut es nicht? Klar, wir haben öfter Regen, aber so wahnsinnig viel läuft so ein Gestänge auch nicht und es läuft relativ langsam. Und ansonsten würde ich mal beim Schrott gucken, ob du Getstänge findest, wo der Kugelkopf die gleichen Maße hat. Den kannst du bestimmt besser umbauen, als einen neuen zu fertigen und das Gegenstück ist dann auch noch nicht neu. Wenn überhaupt, dann würde ich das ganze Gestänge, mit gängigen Kugelköpfen, nachbauen.

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#8058642
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Moin,

die Erfahrung lehrt, dass solcherart bearbeitete Kugelköpfe gerne mal ausrasten und dabei oft größeren Schaden anrichten. Die Gegenstücke gibt es noch zusammen mit der Schubstange, die habe ich also neu zu liegen, das ist weniger ein Problem.

Gebrauchte und passende Gestänge kosten gerne über 100 € bei zweifelhaften Zustand der Gelenke und Scheibenwischergestänge gehören auch nicht zu den Teilen, die man mal aus Spaß schnell ausbaut, gleich gar nicht beim R6 oder V8.

Fertige Kugelköpfe ist ein guter Hinweis, da muss ich mal schauen, ob sich was passendes findet.

Thomas

(Firma: ab) #8058666
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Thomas P. schrieb:

Die Idee ist nun, einen neuen Kugelkopf (besser 2 oder 3 als Reserve) fertigen zu lassen (ich kann das nicht selber), ein befreundeter Hobbymechaniker hat leider abgewunken, er mag keine Kugeln...

Der Aufwand ist gross. my mechanics zeigt wie er das macht .. 16'35" bis 19'15"

https://youtu.be/2VujUm6K-IU?t=995

Geeigneten Kugelkopf suchen und adaptieren ist wahrscheinlich der einfachere Weg.

#8058668
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Thomas P. schrieb:

Gelenke und Scheibenwischergestänge gehören auch nicht zu den Teilen, die man mal aus Spaß schnell ausbaut,

Deshalb gleich vernünftig machen. Wenn du noch intakte Oberteil hast, da kannst du bestimmt die Köpfe, vielleicht sogar vom Hersteller, bekommen. Oder du misst die genau aus und suchst danach. Ist ja ein Oldtimer und vermutlich nicht dein einziges Auto.

Nimm gutes Fett! https://xn--marken-l-t4a.de/index.php?ID=44&warenkorb_produktid=556175&gad_source=1&gad_campaignid=15294994231&gbraid=0AAAAADrDFgdNOo9TGW2U2TyOq-qLUDxdS&gclid=Cj0KCQjwrZTRBhDSARIsAHidYff6YaSBNPYh5QeESKPrv37y1JzNHYheDIVMTLzUQxZh1WIRZAdu1mEaAhhzEALw_wcB Die Tube sieht anders aus, müsste aber das Fett sein. Nach 30 Jahren kannst du dann neu schmieren musst aber nichts ersetzen.

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#8058674
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A. B. schrieb:

Der Aufwand ist gross. my mechanics zeigt wie er das macht .. 16'35" bis 19'15"

Spannend, das Härten würde hier ja wegfallen, aber der Kopf mit dem "aufgesetzten Zylinder" muss auch anders gefertigt werden. Ich weiß auch nicht, was der Zapfen an der Oberseite bewirken soll.

Ich habe schon einmal so einen ähnlichen Kugelkopf aus einem anderen Teil übernommen, aber das Spenderteil hat seinen Preis auch von knapp 10 auf über 40 € geändert. Wird aber wohl der günstigere Weg sein, wenn es noch verfügbar ist.

Thomas

#8058679
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Frank O. schrieb:

Deshalb gleich vernünftig machen. Wenn du noch intakte Oberteil hast, da kannst du bestimmt die Köpfe, vielleicht sogar vom Hersteller, bekommen.

Hersteller war SKF, da bekommt man als privater Anfrager bestenfalls einen Textbaustein zum durchkauen, aber ganz bestimmt keine Teile.

Ist ja ein Oldtimer und vermutlich nicht dein einziges Auto.

Oldtimer klingt so alt, ist aber unser Sommer- und Urlaubsauto und der V8 gerade erst eingefahren. Ich mag die Form und das Design gegenüber den kantigen und zerklüfteten heutigen Formen, damit werde ich nicht warm. Ich weiß, ich bin alt. Habe versuchsweise mal einen Skoda Elroq probegesessen, der E34 ist dagegen ein Kleinwagen. Das letzte Fahrzeug in dem ich gesessen habe und was so unübersichtlich war wie der Skoda, war grün und nannte sich SPW 152.

Nimm gutes Fett! https://xn--marken-l-t4a.de/index.php?ID=44&warenkorb_produktid=556175&gad_source=1&gad_campaignid=15294994231&gbraid=0AAAAADrDFgdNOo9TGW2U2TyOq-qLUDxdS&gclid=Cj0KCQjwrZTRBhDSARIsAHidYff6YaSBNPYh5QeESKPrv37y1JzNHYheDIVMTLzUQxZh1WIRZAdu1mEaAhhzEALw_wcB Die Tube sieht anders aus, müsste aber das Fett sein.

Danke für den Hinweis, bisher habe ich meist Ballistol Mehrzweckfett für solche Sachen verwendet.

Nach 30 Jahren kannst du dann neu schmieren musst aber nichts ersetzen.

In 30 Jahren kann das schmieren wer will...

Thomas

#8058881
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Frank O. schrieb:

Und ansonsten würde ich mal beim Schrott gucken, ob du Getstänge findest, wo der Kugelkopf die gleichen Maße hat. Den kannst du bestimmt besser umbauen, als einen neuen zu fertigen und das Gegenstück ist dann auch noch nicht neu. Wenn überhaupt, dann würde ich das ganze Gestänge, mit gängigen Kugelköpfen, nachbauen.

Sehe ich auch als die beste Lösung an. Dann passt auch die Materialpaarung von Kugel und Pfanne und es hält.

@Thomas: Hast du denn in einschlägigen BMW Foren schon mal nachgefragt? Du kannst ja eigentlich nicht der Einzige mit dem Problem sein.

#8059008
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Udo S. schrieb:

Sehe ich auch als die beste Lösung an. Dann passt auch die Materialpaarung von Kugel und Pfanne und es hält.

Finde hier mal einen Verwerter, der einen E34 auf dem Hof hat. Zweite Herausforderung ist dann, den Zustand des Gestänges zu erkunden.

Udo S. schrieb:

@Thomas: Hast du denn in einschlägigen BMW Foren schon mal nachgefragt? Du kannst ja eigentlich nicht der Einzige mit dem Problem sein.

Natürlich, e34.de ist da Pflicht. Dort habe ich auch die Transplantation eines Kugelkopfes beschrieben, allerdings war da die bezahlbare Ersatzteilbasis deutlich breiter. Die Verbreitung des Problems muss man etwas anders beurteilen. Es gibt Liebhaber, die fahren ihre bestens erhaltenen E34 nur bei Trockenheit und mehr als 15 °C, die wissen vielleicht um das Problem, das tritt bei diesen Fahrzeugen aber nicht auf, weil der Scheibenwischer quasi nie benutzt wird.

Andere fahren die Autos herunter, denen ist das weitestgehend egal. Geht es ganz kaputt, wird ein "neues" und halb kaputtes Gestänge eingesetzt. Das ausgeschlagene Lager auf der Beifahrerseite wird ignoriert, die entstehende Kerbe in Wischerarm und Motorhaube ebenfalls, notfalls wird die Motorhaube in der Mitte etwas hochgebogen.

Irgendwie ist das ein Konstruktionsfehler, da trotz Gummimanschette immer das gleiche Lager von den 3 verbauten betroffen ist, ich sollte mir da mal Gedanken über eine Abdeckung machen, um Wasser etwas besser fernzuhalten.

Ich bin das Thema wohl etwas zu blauäugig angegangen mit der Annahme, dass so ein Drehteil keine große Herausforderung für einen geübten Dreher sei. Wieder was gelernt.

Thomas

#8059181
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Nick schrieb:

Aus was ist denn das Gegenstück, also die Kugelpfanne? Ein Kunststoff? Die Pfanne dürfte doch auch ausgeleiert sein. Gibt es dafür Ersatz?

Ist Kunststoff, als Originalersatzteil meines Wissens nach nicht mehr lieferbar, gibt aber OEM, die die Antriebsstange noch anbieten. Ich habe aber 2 originale Neuteile hier zu liegen.

Thomas R. schrieb:

https://www.baum-bmwshop24.de/bmw-gestaenge-scheibenwischer-61601384114/

Danke für Deine Suche, aber das ist die falsche Teilenummer, für den M60B40 und die M5-Varianten wird 61611384986 (mit AKS/ADV) benötigt. Selbst wenn so ein Gestänge mal noch mit Bestand bei einem Anbieter auftaucht, führt eine Bestellung meist zu einem Lagerfehlbestand - vom Preis reden wir da mal noch gar nicht.

Thomas

#8059209
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Jlcpcb.com druckt 316 Edelstahl, sehr robustes Material, sollte diesem Anwendungsfall absoulut genügen. Einfach Step hochladen, recht bezahlbar. Wenn Du selber keine Step erzeugen kannst stelle hier eine Skizze ein, das ist schnell erstellt.

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#8059290
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Harald A. schrieb:

Jlcpcb.com druckt 316 Edelstahl

Die haben auch einen Fräs und Drehservice. Wie hunderte andere auch.

https://jlccnc.com/de/

Heinz R. schrieb:

und dann in den Stahlarm einschweissen?

Ja oder die Kugel zwei mal machen lassen und das ganze Ding neu machen.

Nick schrieb:

Die gedruckte Oberfläche ist so rau, dass man das nicht verwenden will.

Jlc bietet an ihre 3d Druckteile spanend zu bearbeiten. Macht hier keinen Sinn, ergibt aber tolle Lösungen wenn zb interne Luft oder Kühlkanäle benötigt werden.

#8059557
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Harald A. schrieb:

Nicht immer die privaten Druckergebnisse mit dem Rest der Welt gleichstellen.

Genau aus dem Grund hab ich keinen Würstlquetscher, wegen der Oberfläche.

Harald A. schrieb:

für so einen Kugelkopf wird es reichen.

Was hat das Teil denn für eine Rz? 60?

Mal bissl Kontext für Anforderungen an/bei Kunststoff-Gleitlagern: https://www.igus.de/gleitlager/wiki/wellenwerkstoffe

#8059602
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Weil hier ganz offensichtlich erhebliche Kenntnislücken sind, nochmal etwas detailierter zu der Aussage "für so einen Kugelkopf wird es reichen".

LSL schafft in etwa eine Rautiefe von Rz 60. Besonders an gekrümmten Flächen sieht man die Unzulänglichkeiten. Dazu hab ich mal einen Ausschnitt von Harald A's Bohrung gemacht und vergrößert. Die Fläche ist nur in einer Ebene gekrümmt. Bei einer Kugel wird es nur noch schlechter, da kommen dann noch Stufen dazu. Lediglich was planparallel zu den einzelnen Schichten des LSL ist, ist "glatt"

Wer mit Rz nichts anfangen kann, kann hier nachlesen: https://www.gutefrage.net/frage/was-ist-der-unterschied-zwischen-der-rautiefe-rz-und-dem-mittelrauwert-ra Und Wiki brauch ich wohl nicht verlinken. Hier geht es eher um den Vergleich Rz <-> Ra (Ra wird von Igus, Link siehe oben) verwendet.

Ein Rz von 6 ist per Drehen zu schaffen, das entspricht in etwa einem Ra von 0.8. Danach kann man das Teil noch trowalisieren.

So, und mit den Informationen nochmal bei Igus nachsehen, von welchen Rautiefen die ausgehen.

Selbstständiges Weiterdenken ist somit möglich.

Damit ist das Thema für mich erledigt, Feuer frei für weitere dumme Vorschläge und nicht haltbare Behauptungen.

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#8059712
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Vielleicht führt ja die EU irgendwann ein Recht auf Reparatur ein?

Dann gäbe es Ersatzteile für sowas.

(Man wird ja nochmal träumen dürfen.)

Grundproblem in allen Branchen, daß alle Hersteller erfolgreich die Reparatur mit anderen als den von ihnen gelieferten Teilen verhindern. Und daß der Staat dabei natürlich mitmacht, entgegen anderslautender Anscheinserweckungen.

A. B. schrieb:

Thomas P. schrieb:

Die Idee ist nun, einen neuen Kugelkopf ...

Der Aufwand ist gross. my mechanics zeigt wie er das macht .. 16'35" bis 19'15"

Das sind nichtmal drei Minuten, soviel Zeit wird der TE wohl haben! :)

An genau diese Stelle habe ich auch denken müssen, wo er praktisch sämtliche mechanischen, chemischen und thermischen Verfahren der Metallbearbeitung nacheinander an einem Werkstück ausführt.

War das "Technology Connections", der eine Folge über die Seuche "Spritzgußteile" hat, die nie reparabel und selten von Zweit- oder gar Drittherstellern zu haben sind?

Auf jeden Fall von ihm ist die Folge zu den Standard-Scheinwerfern in USA, wo jahrzehntelang alle Autos dieselben Fern- und Abblendlichter aus günstigen Birne-plus-Reflektor-Zusammenbauten hatten ("sealed beam"). Selbst Porsches und Jonathan Harts fettes Daimler-Cabrio.

Die Stanzteile "Wischergestänge" mit eingenietetem statt eingeschraubtem Kugelkopf sind der Vorläufer davon. Wo wäre das Problem, diese Kugeln mit Gewinde zu versehen und für einen Euro pro Stück zu verkaufen?

Und zwar unverändert von 1960 bis 2060, weil die beteiligte Mechanik 100 Jahre lang nicht verändert werden muß und bisher auch nicht wurde.

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#8059716
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Das Problem zeigt das anhängende Bild, ein Kugelkopf der Antriebswelle des fahrerseitigen Wischers hat deutliche Korrossionsspuren, verursacht durch eingedrungenes Wasser.

Ich kenne die Probleme auch von meinem E85. Ich waere heute auch der Idee zugeneigt es bei JLCPCB in Edelstahl drucken zu lassen. Aber als es bei mir vor 5Jahren auftrat, Arm vom Gelenk gesprungen, hab ich einfach mittig ein Loch/Gewinde reingemacht und da eine Schraube mit Unterlegscheibe reingedreht. Ausserdem natuerlich gut gefettet. Funktioniert jetzt seit 5Jahren problemlos.

Klar, ist gefuehlt irgendwie Pfusch, aber ueberlegt mal wieviel Minuten Betriebszeit so ein Scheibenwischer in 5Jahren nur hat. Die Praxis hat gezeigt das es geht. Und meine Kiste wird auch im Winter gefahren. .-)

Vanye

#8059754
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Vanye R. schrieb:

Ich kenne die Probleme auch von meinem E85. ... Klar, ist gefuehlt irgendwie Pfusch, aber ueberlegt mal wieviel Minuten Betriebszeit so ein Scheibenwischer in 5Jahren nur hat. Die Praxis hat gezeigt das es geht. Und meine Kiste wird auch im Winter gefahren. .-)

Erschreckend ist, dass sich solche Probleme über Jahrzehnte durch die Baureihen ziehen und es keine Schlussfolgerungen beim Hersteller gibt. Oben hatte ich ja auch so ein Bild gezeigt, wo genau mit Deiner Methode repariert wurde. Hält schon eine Weile, aber wenn die Pfanne weit genug ausgeschlagen ist, rappelt es auch ganz schön. Kann man drüber hinweghören, mein Ding ist es nicht.

Wollvieh W. schrieb:

Grundproblem in allen Branchen, daß alle Hersteller erfolgreich die Reparatur mit anderen als den von ihnen gelieferten Teilen verhindern. Und daß der Staat dabei natürlich mitmacht, entgegen anderslautender Anscheinserweckungen.

Einerseits wird immer auf Nachhaltigkeit herumgeritten, aber bei trivialen Lösungen versagt das System krachend. Sieht man ja auch im Elektronikbereich: Reparatur wäre möglich, Firmware, Schaltplan, Zeichnung steht nicht zur Verfügung -> Schrott und Frust erzeugt, Neukauf erzwungen. Ich wäre für den Zwang, alle Unterlagen zu einem Produkt bei Erscheinen hinterlegen zu müssen. Wird das Produkt vom Hersteller aufgegeben, werden die Daten veröffentlich.

Und zwar unverändert von 1960 bis 2060, weil die beteiligte Mechanik 100 Jahre lang nicht verändert werden muß und bisher auch nicht wurde.

Das will ja auch keiner, blöd ist nur, dass "Verbesserungen" der Hersteller oft nur die Herstellkosten und nicht den Nutzen für den Käufer im Blick haben. Ich habe hier ein ehemals über 1000 DM teures Radio-Navi (BMW gelabelt, Hersteller Becker), funktioniert einwandfrei, passt schön zum Fahrzeugdesign und kann alles, was ich benötige. Gibt nur kein aktuelles Kartenmaterial mehr dafür. Nachfrage bei Becker: Wäre technisch kein Problem, ist am Ende nur ein Knopfdruck. Ist aber Auftragsfertigung für BMW gewesen, den Knopfdruck kann nur BMW auslösen. Nachfrage bei BMW: Radio ist nicht von uns, fragen Sie bei Becker nach. Deadlock... Bei diesen Autos kann man Radios noch frei tauschen, Anschlüsse genormt, Din-Schacht vorhanden. Der neue Krempel stösst da schon an seine Grenzen, vom notwendigen "Anlernen" an das Fahrzeug mal ganz abgesehen.

Thomas

#8059772
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Erschreckend ist, dass sich solche Probleme über Jahrzehnte durch die Baureihen ziehen und es keine Schlussfolgerungen beim Hersteller gibt.

Meiner ist jetzt 23Jahre alt, irgendwann muss man auch mal die Kirche im Dorf lassen. Wenn die Leute beim kaufen 10000Euro mehr zahlen sollen damit das Auto 40Jahre haelt und 1l mehr Benzin verbraucht weil es 200kg schwerer ist dann sind sie auch nicht zufrieden. :-)

Vanye

#8059781
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Vanye R. schrieb:

Meiner ist jetzt 23Jahre alt, irgendwann muss man auch mal die Kirche im Dorf lassen. Wenn die Leute beim kaufen 10000Euro mehr zahlen sollen damit das Auto 40Jahre haelt und 1l mehr Benzin verbraucht weil es 200kg schwerer ist dann sind sie auch nicht zufrieden. :-)

Das stellt implizit einen Zusammenhang zwischen Preis und Qualität her, den gibt es aber nicht. Nur weil etwas teurer ist, muss es nicht länger halten, so schön es auch wäre. Wenn man ein Lager so anordnet, dass es Feuchtigkeit ausgesetzt ist, aber nicht richtig dagegen geschützt wird, dann ist das ein leicht zu vermeidender Fehler, insbesondere bei neueren Konstruktionen, wenn das Problem schon bekannt ist. Da das geschützt verbaute gleichartige Lager an der Motorkurbel (die gibt es als Ersatzteil) niemals diese Ausfälle zeigt, liegt es auch nicht an der Lagerkonstruktion an sich.

Thomas

#8059849
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Vanye R. schrieb:

Erschreckend ist, dass sich solche Probleme über Jahrzehnte durch die Baureihen ziehen und es keine Schlussfolgerungen beim Hersteller gibt.

Meiner ist jetzt 23Jahre alt, irgendwann muss man auch mal die Kirche im Dorf lassen.

Es geht hier um Verschleißteile, die man nicht austauschen kann. Könnte man das, wäre es am Ende fast egal, ob sie 20, 10 oder nur 5 Jahre halten.

Denn je kürzer die Haltbarkeit, desto billiger wären wegen Stückzahlen die Ersatzteile. Lenkmanschetten z.B. gibt es für 4-8 Euro. BMW will dafür 85! Da es aber Dutzende Hersteller von Nachbauteilen gibt, muß niemand diesen Wucher mitmachen. Vielen anderen Wucher aber schon, wie eben hier beim Wischergestänge.

Ohne einen VW-Käfer aufgeschraubt zu haben, vermute ich, daß bis auf vielleicht einige Experimente in den 50ern das Wischergestänge nun seit 1960 ausentwickelt ist und bis zu einer Umstellung auf magnetgelagerte Wischerarme mit Direktantrieb im Jahre 2060 unverändert produziert werden wird.

Könnte man die Kugelköpfe austauschen, würde die Automafia hunderte Millionen Euro verlieren.

: Bearbeitet durch User
#8059856
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Wollvieh W. schrieb:

Ohne einen VW-Käfer aufgeschraubt zu haben, vermute ich, daß bis auf vielleicht einige Experimente in den 50ern das Wischergestänge nun seit 1960 ausentwickelt ist

Wikipedia weiß dazu mehr: https://de.wikipedia.org/wiki/Scheibenwischer

z.B. https://www.bosch-mobility.com/de/loesungen/wischer/ec-wischerantrieb/ oder z.B. Scheibenwischer vom Mercedes W124 oder ...

#8059857
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Udo S. schrieb:

Scheibenwischer vom Mercedes W124

Oh ja, der einarmige Armleuchter von Mercedes. Mit Überschallknall an den Blattspitzen. Ach nee, das war der Bell UH-1D. :)

Es gibt übrigens "Wiper Linkage Repair Clips" (vermutlich wurde noch kein deutscher Begriff dafür erfunden), siehe Bildchen. Keine Ahnung ob die was taugen, aber sie könnten zumindest gegen das Herausspringen sichern.

Angehängte Dateien:
#8059885
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Es geht hier um Verschleißteile, die man nicht austauschen kann. Könnte man das, wäre es am Ende fast egal, ob sie 20, 10 oder nur 5 Jahre halten.

Solche Einlassungen zeigen gut wie wenig Ahnung viele hier haben. Ihr solltet mal in einer grossen Firma in der Entwicklung arbeiten.

Koennte man den Kugelkopf austauschen dann muesste er ein Gewinde und eine Schraube haben, also teurer. Jemand muesste das bei der Produktion extra zusammenbauen, teurer. Ausserdem waere es schwerer, also mehr Benzinverbrauch. Man muesste Ersatzteile auf Lager halten, teurer.

Und dann erinnert euch mal an eure traurige Jugend, da waren Autos nach 13-14Jahre so verrostet das sie alle entsorgt wurden. Autos halten heute laenger wie frueher. Sind also besser geworden, haben mehr Funktionen und verbrauchen weniger Benzin, dabei fahren die Leute mehr Kilometer damit wie es frueher mal normal war und die Luft die hinten raus kommt ist fast sauber wie das was vorne reingeht. (im Vergleich zu frueher)

Nicht jede Entwicklung heute ist positiv, aber Autos haben sich insgesamt gewaltig verbessert, auch wenn es sicher hier und da negative Ausnahmen gibt.

Vanye

#8059939
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Heinz R. schrieb:

gerade angeschaut - auch dort ist ein Arm mit vermutlich Kugelgelenk verbaut

Aber die Konstruktion unterscheidet sich DEUTLICH von der angeblich seit 1950 unveränderten Universalkonstruktion laut Wollvieh! Der Hauptwischer wird hier direkt über das Getriebe mit reversierendem Motor angetrieben. Und auch sonst gibt es deutlich mehr als nur eine Konstruktion. Siehe Wikipedia Link.

#8060055
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Udo S. schrieb:

Aber die Konstruktion unterscheidet sich DEUTLICH von der angeblich seit 1950 unveränderten Universalkonstruktion laut Wollvieh! Der Hauptwischer wird hier direkt über das Getriebe mit reversierendem Motor angetrieben. Und auch sonst gibt es deutlich mehr als nur eine Konstruktion. Siehe Wikipedia Link.

Da in Deinen ganzen Links keine Kugelköpfe und noch nichtmal Gestänge abgebildet sind, glaube ich es geht Dir gar nicht um Scheibenwischer, sondern unbewußt um einen unverarbeiteten Mutter-Sohn-Konflikt, in den ich irgendwie reingerutscht bin.

Vanye R. schrieb:

Koennte man den Kugelkopf austauschen dann muesste er ein Gewinde und eine Schraube haben, also teurer. Jemand muesste das bei der Produktion extra zusammenbauen, teurer. Ausserdem waere es schwerer, also mehr Benzinverbrauch. Man muesste Ersatzteile auf Lager halten, teurer.

Nennt sich Lopez-Effekt und ist seitdem Lehrstoff in der BWL.

Ein vernünftig (=wartungsfreundlich etc.) konstruiertes Auto würde wahrscheinlich keine 2-5% mehr kosten. Schließlich werden ja tausende von teuren Ingenieursstunden darauf verwendet, die vorliegende Standardlösung zu verschlechtern.

Aber danach würde dem Hersteller geschätzt 10-20% vom Neupreis als Reparaturkosten entgehen. Weil alles Standardteile von Dritten, deutlich günstiger, und in freien Werkstätten montiert. Und natürlich wären durch die längere Lebensdauer und die länger wirtschaftliche Reparatur Neukäufe weiter nach hinten verschoben.

Der E34 kostete 40-80000 Mark. Da hätte BMW nicht wegen Verarmung schließen müssen, wenn man die Kugelköpfe angeschraubt statt angenietet hätte. Selbst Opel hätte beim Vectra B für 30-60000 Mark nicht die Mutter am Kat-Flansch weglassen müssen und durch ein Gewinde ersetzen. Durch diese gesparten drei Pfennige konnte man beim Tausch des Mitteltopfs nicht wie bei den meisten Auspüffen bis dahin die alte Schraube einfach durchsägen, sondern mußte zusätzlich den Kat bis zum Krümmer ausbauen und auf der Werkbank mit Flammenwerfer behandeln, um die abgerissenen Gewindestummel aus den Bohrlöchern zu bekommen.

Nicht jede Entwicklung heute ist positiv, aber Autos haben sich insgesamt gewaltig verbessert, auch wenn es sicher hier und da negative Ausnahmen gibt.

Ja, kein Vergleich zum VW-Käfer, für den man einen Reisekoffer extra mit Ersatzteilen brauchte, wenn man über die Alpen und zurück kommen wollte.

Aber wenn man die Details vieler Veränderungen sieht, gehts einem wie dem alten Goethe: Man merkt Absicht und ist verstimmt.

: Bearbeitet durch User
#8060080
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H. H. schrieb:

Wollvieh W. schrieb:

Ja, kein Vergleich zum VW-Käfer, für den man einen Reisekoffer extra mit Ersatzteilen brauchte, wenn man über die Alpen und zurück kommen wollte.

Kann ich auch NICHT bestätigen:

Ich bin 1976 mit meinem Käfer 1500 (und meiner Freundin) von München über Fehmarn, Kopenhagen, Stockholm, Helsinki bis nach Rovaniemi und über Mo i Rana (N) die gesamte norwegische Küste bis Oslo, Hesingborg, Fehmarn zurück, 1977 von München über Otranto (Fähre nach Igoumenitsa) bis nach Kalamata (Pelloponnes) und die gleiche Tour zurück, 1980 dann von München über Klagenfurt, Zagreb die Balkanroute nach Thessaloniki bis nach Piräus (Fähre nach Kreta) und auf Kreta 6 Wochen hin und her und über Igoumenitsa und Otranto wieder nach Mücnehn zurück. Alles ohne eine einzige Panne mit dem gleichen Käfer 1500.

: Bearbeitet durch User
#8060113
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Ich finde diese ganze Diskussion immer wieder witzlos. Hier gibt es Leute, die tun so, als ginge es darum Produkte zu bauen die niemals kaputt gehen oder in Kleinteilen zu reparieren sind. Dass das nicht nur schon namenhafte Unternehmen in die Pleite getrieben hat, konnte man in der Vergangenheit sehen. Und außerdem und gerade bei Scheibenwischern und der Mimik drum rum, wann gehen die denn kaputt? Ich kenne keine neueren Fahrzeuge wo das früher als nach 15 Jahren kaputt gegangen ist. Heute bekommst du schon teilweise nach 10 Jahren keine original Ersatzteile mehr. Also, worüber redet ihr? Sollte wirklich etwas kaputt gehen, dann wird das bei diesem einen Fahrzeug verbessert und hält, nach erkennen des Fehlers, auch mindestens 15 Jahre.

#8060135
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Also, worüber redet ihr?

Das ist die uebliche Erwartungshaltung das etwas einmal gekauftes (moeglichst preiswert!) natuerlich bis zum juengsten Tag halten soll! Da ich selber beruflich Hardware entwickel grinse ich natuerlich ueber diese Ahnungslosigkeit. Aber man muss zugeben das man manchmal selber auch nicht besser ist. :-D

Wobei ewige Haltbarkeit auch nicht so wuenschenswert ist! Mein E85 ist noch super, trotzdem hab ich mir gerade ein neue Auto gekauft weil er nach 7-8Jahren einfach langweilig wird und man mal was anderes haben will.

Bizarr finde ich in dem Zusammenhang immer die Selbstwahrnehmung von den Leuten die Software entwickeln, die zu glauben scheinen das ihre Produkte andauernd der Reparatur (also Updates) bedarf und von Kunden die das sogar fordern. Erstaunlich oder?

Vanye

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