Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Kleiner Konstantstromtreiber für kleine LEDs gesucht


von Jens M. (schuchkleisser)


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Moin,
ich suche einen kleinen Konstantstromtreiber, um damit ein paar IREDs 
anzuschieben.

Folgende Specs:
- 15V LED-Versorgung, 1,6-1,7V LED-Spannung, nach Möglichkeit 8 in 
Reihe, Rest also so ~2V
- Digitales Enable via TTL aus einem 74HC574 mit 5V (wenn möglich 
H=Hell)
- Strom etwa 10-30mA sollte das Ding können
- Strom mit Poti anpassbar, aber das wird nur einmal kalibriert
- Linearregler, Lowside

Damit möchte ich mir eine Sensorzeile mit 128 IREDs und Photodioden 
bauen für einen Versuch.
Die Geschichte ist nachher im Dunkeln und muss auf allen Kanälen 
gleichzeitig quasi "ein Foto machen" können, d.h. Flackerei und PWM geht 
nicht, DC-Anleuchtung ist aber problemlos.
Es gibt dann 16 Sendergruppen a 8 LEDs mit je einem Chip und Poti, und 
bei der Kalibrierung stelle ich das so ein das jede 8er-Gruppe möglichst 
stark am Empfänger ankommt ohne zu übersteuern.
Temperatur- oder Alterungskompensation usw. brauchts nicht, aktuell ist 
da eine Standard-Konstantstromschaltung dabei (1 NPN, 2 Dioden, 
Widerstand zur Basis = Enable, Shunt vom Emitter plus Poti bestimmt den 
Strom) und das funktioniert technisch sehr gut, aber das sind zu viele 
Teile, ich hab den Platz nicht. Außerdem geht der Strom durch das Poti, 
und ich würde gern ein superwinziges SMD-Poti benutzen das die Leistung 
aber nicht kann.

Ein BCR431U [1] ist schon beinah genau was ich suche, aber der braucht 
min. 6V am Enable. Sicherlich wird der auch mit 5V gehen, aber das ist 
halt off limits und vielleicht gibt's einen ähnlichen Chip der besser 
passt.
Die 15V kommen aus einem Spannungsregler aus 24V, da könnte ich evtl. 
auf 18V hoch, oder falls es einen Chip gibt der die Spannung nicht 
verträgt auf 4er Ketten und 12V runter, aber dann bleibt viel Leistung 
am Regler hängen. Aber anders geht's ja mit 128 Kanälen nicht gut aus.

Kennt da jemand was, oder kann mir Stichworte oder Hersteller nennen die 
passendes im Programm haben?

Danke schon mal!

[1] https://www.infineon.com/part/BCR431U
: Bearbeitet durch User
von Michael B. (laberkopp)


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Jens M. schrieb:
> ich suche einen kleinen Konstantstromtreiber
1
        +--|<|-|<|-|<|-|<|-- +15V
2
        |       LEDs
3
0V/5V--|< NPN wie BC547
4
        |E
5
      Poti 140-430 Ohm
6
        |
7
Masse---+
von Mario M. (thelonging)


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Funktioniert nicht, weil

Jens M. schrieb:
> Rest also so ~2V
von Lothar M. (Firma: Titel) (lkmiller) (Moderator) Benutzerseite


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Jens M. schrieb:
> PWM geht nicht
Zusammen mit einer Spule dann doch wieder. Denn LEDs leuchten ja mit 
Strom und wenn die Spule groß genug ist, ist der Strom wieder 
"gleichförmig" genug.
von Henrik V. (henrik_v)


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Fast wie oben, nur Emitterwiderstand fix und Poti von Basis zu TTL out
Dein TTL liefert in H die 'V_ref' ..
Damit spielen zwar hfe und temperatur mit rein aber kann noch gut genug 
sein.
von Mario M. (thelonging)


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Eventuell geht die Schaltung aus den Artikeln.

https://www.mikrocontroller.net/articles/Konstantstromquelle#Konstantstromquelle_mit_bipolaren_Transistoren

Als Emitterwiderstand 22 Ohm Festwiderstand und 47 Ohm Poti in Reihe.
von Henrik V. (henrik_v)


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Wenn Low-side nicht zu eng gesehen wird, kann man ja auch noch ein bis 
zwei IRLEDs in den Emitterzweig legen, die bekommen dann noch Ib 
zusätzlich aber ob man bei der Streuung der LEDs sieht?
von Jens M. (schuchkleisser)


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Michael B. schrieb:
> ASCII-Art

So ähnlich sieht das jetzt aus, nur eben als Konstantstromquelle 
geschaltet.
Sind zuviele Teile, mechanisch.

Mario M. schrieb:
> Funktioniert nicht

Ähm, doch? Oder meinst du spezielle seine Schaltung?
Je nach Streuung und Toleranzen bin ich gut über den ca. 1,5V die ich 
mindestens am Transistor plus Messwiderstand brauche.

Lothar M. schrieb:
> Zusammen mit einer Spule dann doch wieder.

Nope, denn die zu erfassende Schwankung ist sehr klein.
Wenn die Lampen flackern kann ich den reellen Effekt den ich sehen will 
eben nicht mehr sehen.

Henrik V. schrieb:
> Damit spielen zwar hfe und temperatur mit rein

Nöa.
Das sollen ja dann doch 16 möglichst ähnliche Gruppen werden.

Mario M. schrieb:
> Eventuell geht die Schaltung aus den Artikeln.

Keine davon ist linear & hat den Strom nicht durch den 
Verstellwiderstand & hat wenig/kleine Teile.
Der o.g. BCR431 ist ein SOT26, dazu brauchts ein Poti und einen kleinen 
Kerko oder vielleicht zwei.
Das wäre mein Ideal, so rein vom Platz her. Durch den Stromspiegel ist 
am Poti quasi keine Leistung, das kleinste ist gut genug.

Henrik V. schrieb:
> Wenn Low-side nicht zu eng gesehen wird

Mnja, genau genommen wär's egal, aber die Highsideschaltung auf +15V mit 
TTL zu steuern wenn man Teile sparen will wird schwer, oder?

Was würde es bringen noch eine LED in den Emitter zu bauen?
von H. H. (hhinz)


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CL520/525 von Microchip?
von Jens M. (schuchkleisser)


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H. H. schrieb:
> CL520/525 von Microchip?

Sehr interessant, aber nicht einstellbar, trotzdem danke, für das Ding 
fällt mir auch schon was ein.

Aufgrund der großen Streuungen der IREDs und Photodioden (und der ganzen 
Widerstände die da so im Spiel sind) hat es sich als nötig erwiesen die 
Helligkeit der IREDs anpassen zu müssen, und das geht am einfachsten 
über den Strom, daher brauchts da ein Kalibrierpoti.
von H. H. (hhinz)


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BCR420 von Diodes?
von Schorsch M. (schorschm)


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Wenn du noch nen ollen LM 317 rumliegen hast.
Die Diode D1 kannst du weglassen.
von Fr N. (frn)


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TI TL4242?
von Wolfgang (womikro)


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Jens M. schrieb:
> Ein BCR431U [1] ist schon beinah genau was ich suche, aber der braucht
> min. 6V am Enable. Sicherlich wird der auch mit 5V gehen, aber das ist
> halt off limits und vielleicht gibt's einen ähnlichen Chip der besser
> passt.

Im BCR431U Datenblatt finde ich kein 'Enable', es fliesst immer ein 
Strom. Aber man könnte die Schaltung aus dem Datenblatt nehmen, und die 
GND-Verbindung über einen kleinen NMOS ein-/ausschalten.
von Jens M. (schuchkleisser)


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H. H. schrieb:
> BCR420 von Diodes?

Joa, das ist die Schaltung die jetzt diskret aufgebaut funktioniert.
Leider müsste dann der Strom teilweise über's Poti, was ich vermeiden 
wollte.
Der von mir genannte BCR431 hat einen Stromspiegel drin, das Poti hat 
eher zig Kiloohm als wenige Ohm, aber leider die hohe Spannung an 
Enable.

Und für das DaBla des 420 bin ich zu doof....
Der interne Widerstand hat ~100R.
Der daraus resultierende Strom sind etwa 10mA.
Der Schaltung nach sollte das aber ca. eine Diodenspannung sein: 2 
Dioden als Referenz, einmal eine UBE abziehen -> einmal Uf bleibt über.

Bei 5,1 Ohm parallel zum internen Shunt ergibt sich ein gesamt-R von ca. 
4,8 Ohm, typisch gehen aber nur 150mA....
Da sinds dann auf einmal nur noch 700und mV...
Die vorher angegebenen 0,95V am Shunt (die sich mit dem oberen Fall etwa 
decken) sollten näher an 200mA ergeben.

Und das bei Ansteuerung mit 24V, ich gehe ja nur mit knapp 5 rein, da 
ist die Ansteuerung wesentlich schwächer, ca. 180µA statt 1,2mA. Da 
dürfte die Referenz auch nicht ganz stimmen, oder?
von Jens M. (schuchkleisser)


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Wolfgang schrieb:
> Im BCR431U Datenblatt finde ich kein 'Enable'

Die Versorgung des Chips. Ich würde die schalten wollen, dann sollte der 
fehlende Biasstrom für Dunkelheit sorgen, oder?

Wolfgang schrieb:
> die
> GND-Verbindung über einen kleinen NMOS ein-/ausschalten.

Ich hab fast de Befürchtung das es so werden wird.
von H. H. (hhinz)


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Jens M. schrieb:
> Und das bei Ansteuerung mit 24V, ich gehe ja nur mit knapp 5 rein, da
> ist die Ansteuerung wesentlich schwächer, ca. 180µA statt 1,2mA. Da
> dürfte die Referenz auch nicht ganz stimmen, oder?

Müsste man ausprobieren.

Aber der TL4242 sieht da nicht schlecht aus, wenngleich im Datenblatt 
keine Angaben zu so kleinen Stömen wie bei dir zu finden sind.
von Thomas B. (thombde)


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Vielleicht geht auch so etwas.
Mehr als 80-90mA würde ich dem BC857S nicht zumuten.
Geht aber auch in THT.
TO92 zusammenkleben.
Ist dann halt nicht so Temperaturstabil

I=(Ub–0,7)/(R1+R2)

https://www.onsemi.com/pdf/datasheet/bc857s-d.pdf
: Bearbeitet durch User
von Enrico E. (pussy_brauser)


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Oder BCV62, der geht aber auch nur bis max. 100mA.
von Thomas B. (thombde)


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PS:
Die Spannung über R3 ist genauso groß wie über R1.
Weil die Basen verbunden sind..
Sollte schon mindestens 1V sein. (>0,7V)
Sonst wird es instabil.

Jens M. schrieb:
> - Linearregler, Lowside

Ja, OK ist highside.
Kann man auf lowside umstricken. (NPN/PNP)
Ist eben "back to the roots"
: Bearbeitet durch User
von Henrik V. (henrik_v)


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probier es einfach aus
ein Npn Transistor
Emitter über 22 Ohm nach GND
Collector an die LEDs
50k Poti ggf plus zitter widerling von Basis an ttl

wenn die Regeleigenschaften verbessert werden sollen noch ein oder zwei 
irLEDs in den Emitter Zweig.
von Gerhard (gedu)


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Warum nicht so?
R2 besteht aus 20R + Poti 50R.
V2 simuliert das "Digitale Enable".
Da ich in LTspice auf die Schnelle keine IRLeds finden konnte, habe ich 
mit roten LEDs simuliert, mußte aber wegen der höheren LED-Spannung die 
Versorgungsspannung auf 16V erhöhen.
von H. H. (hhinz)


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Gerhard schrieb:
> Warum nicht so?

Er will wohl möglichst wenig Platz verbrauchen.
von Jens M. (schuchkleisser)


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Gerhard schrieb:
> Warum nicht so?

Weil's das quasi jetzt schon ist.
Das Poti muss zu groß sein, der Leistung wegen, und es sind zusammen zu 
viele Teile, passt mechanisch nicht.

H. H. schrieb:
> Er will wohl möglichst wenig Platz verbrauchen.

So isses.
Ein sehr schmaler langer Streifen soll's werden und da ist neben den 
IREDs kaum Platz für alle die Teile.
von H. H. (hhinz)


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Jens M. schrieb:
> Ein sehr schmaler langer Streifen soll's werden und da ist neben den
> IREDs kaum Platz für alle die Teile.

Die Stromquellenschaltung auslagern?
von Henrik V. (henrik_v)


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Wie schon beschrieben
ein 50k Poti, 38 ohm und ein NPN

10-20k sollten noch seriell zum Poti damit der Strom nicht zu hoch wird.

nur kleine Schwankungen des Stroms bei variation von Vss ..
Wenn man noch zwei der IR LEDs in den Emitterzweig schiebt und Potiwert 
anpasst sollte das noch besser werden.
: Bearbeitet durch User
von Henrik V. (henrik_v)


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Hier noch mit Simu

EDit: Schankungen der TTL Ausgangsspannung hauen natürlich rein :)
: Bearbeitet durch User
von Ron-Hardy G. (ron-hardy)


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H. H. schrieb:
> Die Stromquellenschaltung auslagern?

Genau so, dann hat man den Platz.
von Bauform B. (bauformb)


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IS31FL3265: das sind 18 Konstantstromquellen in einem TSSOP-28 mit Pad 
zur Kühlung. Der maximale Strom (deine 30mA) wird mit einem 12 kΩ 
Festwiderstand eingestellt und jeder einzelne Ausgang hat einen 8-Bit 
DAC für die Feineinstellung. Ja, das kostet einen µC mit I2C oder SPI 
(es gibt beides, ..256A bzw. ..256B).

Der Chip verträgt 40 Volt und braucht weniger als 1 V zum Regeln (typ. 
300 mV @ 20 mA). 8 LEDs in Reihe sind also kein Problem und für die 16 
Gruppen reicht dann ein Chip, ein µC und ein Widerstand. Na gut, 
Abblock-Cs...

Der hat auch ein digitales Enable, aber nur eins für alle LEDs 
gemeinsam. Per SPI sollte das aber auch einzeln machbar sein. Vielleicht 
kann man auch die interne Blink-Funktion missbrauchen.

Das war erste in meiner Datenblattsammlung, aber TI oder NXP haben 
ähnliche Chips.
von Peter N. (alv)


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Thomas B. schrieb:
> Test1.jpg

In IC-Innenschaltungen habe ich das schon öfter gesehen, aber ich 
verstehe es nicht:

Was macht denn der linke PNP-Transistor?
B und C sind verbunden, so ist der Transistor doch nur eine Diode?
von Marcel V. (mavin)


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Peter N. schrieb:
> Was macht denn der linke PNP-Transistor?
> B und C sind verbunden, so ist der Transistor doch nur eine Diode?

Eine normale Diode würde zwar auch funktionieren, weil sie ein ähnliches 
Temperaturverhalten hat wie ein Transistor, aber wenn beide Transistoren 
aus der gleichen Charge sind, dann haben sie ein optimales 
Temperaturkompensationsverhalten, insbesondere dann wenn sie auch noch 
zusätzlich räumlich und somit wärmeleittechnisch miteinander gekoppelt 
sind!

Wenn du den Transistor oder die Diode weglässt, funktioniert die 
KSQ-Schaltung immer noch, aber wenn du dann einen Föhn drauf hältst, 
oder Kältespray draufsprühst, wirst du sehen dass der Strom nicht mehr 
konstant ist!
von Werner H. (werner45)


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Viel Arbeit...
Für die Reihenschaltung müssen die LEDs eines Blocks VORHER auf gleiche 
Emission selektiert werden.
Für einen regelbaren 8-er Block hatte ich mal einen erweiterten 
Stromspiegel mit 8 npn-Ausgängen für je 1 LED diskret aufgebaut, auf 
Alublech zum Temperturausgleich. Hat ausreichend genau funktioniert. Mit 
2x 4-fach-OpVs kann das evtl. kleiner werden.
Die Selektions-Arbeit bleibt aber bestehen.
von Rainer W. (rawi)


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Jens M. schrieb:
> Die 15V kommen aus einem Spannungsregler aus 24V, da könnte ich evtl.
> auf 18V hoch, oder falls es einen Chip gibt der die Spannung nicht
> verträgt auf 4er Ketten und 12V runter, aber dann bleibt viel Leistung
> am Regler hängen.

In den letzten 40 Jahren hat sich da viel getan. Bei Verwendung eines 
Step-Down-Wandler wirst du bei deinen 320 ... 960 mA nicht einmal 
irgendetwas kühlen müssen. Schalten kannst du mit einem kleinen 
Logic-Level N-Kanal MOSFET. Dann hat die Ansteuerung auch die von dir 
gewünschte Polarität.

Um die Helligkeit einzustellen, könntest du die Ausgangsspannung 
verändern, so dass der Spannungsabfall am Vorwiderstand für halbwegs 
konstanten, passenden Strom sorgt.

Wie genau soll die KSQ denn sein. Eine Obergrenze für sinnvolle 
Anforderungen dürfte die Streuung der Effizienz deiner LEDs sein.

Jens M. schrieb:
> Sind zuviele Teile, mechanisch.

Mechanisch ist dein Poti vom Platzbedarf das Hauptproblem.

Jens M. schrieb:
> Aufgrund der großen Streuungen der IREDs und Photodioden (und der ganzen
> Widerstände die da so im Spiel sind) hat es sich als nötig erwiesen die
> Helligkeit der IREDs anpassen zu müssen, und das geht am einfachsten
> über den Strom, daher brauchts da ein Kalibrierpoti.

Eine Kalibrierung ist eine reine Messung, genau genommen ein 
messtechnischer Vergleich mit einem Normal - sonst nichts.
Du willst mit den Potis etwas abgleichen.

Willst du jede LED einzeln steuern und wie stellst du dir das innerhalb 
jeder in Reiheschaltung versorgten Gruppe vor?

> ... hat es sich als nötig erwiesen die Helligkeit der IREDs anpassen zu
> müssen

Warum nennst du die Anforderungen nicht in Form einer Zahl? Ohne das ist 
das hier alles heiße Luft.

Wenn das alles einzelne, analog arbeitende Kanäle werden sollen, lassen 
sich streuende Kanalempfindlichkeiten doch über eine Kalibrierung 
abfangen. Wobei es ja nicht nach "einzeln" aussieht, weil du dann durch 
die Reihenschaltung doch wieder 4er oder 8er Gruppen von Kanälen hast.

Jens M. schrieb:
> Die Geschichte ist nachher im Dunkeln und muss auf allen Kanälen
> gleichzeitig quasi "ein Foto machen" können, d.h. Flackerei und PWM geht
> nicht, ...

Normalerweise geht das wunderbar. Die mittlere Helligkeit der 
Lichtquelle wird über das Tastverhältnis der PWM eingestellt und der 
Verschluss der "Kamera" muss dazu synchronisiert werden. Dann flackert 
da nichts, weil die PWM-Frequenz dadurch auf die Null (=DC) abgebildet 
wird, jedenfall solange du lineare Prozesse betrachtest.

Vielleich versteifst du dich besser nicht zu sehr auf dein Potigrab, 
sondern beschreibst einmal dein eigentliches Problem.
Jeder Scanner tastet um Größenordnungen mehr Punkte ab und kommt ohne - 
in dem Fall - tausende von Konstantstromquellen aus.
: Bearbeitet durch User
von Marco K. (fuerst-rene)


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BCR 401U E6327
Benutze ich seit Jahren und das in der Industrie
von Jens M. (schuchkleisser)


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Werner H. schrieb:
> Für die Reihenschaltung müssen die LEDs eines Blocks VORHER auf gleiche
> Emission selektiert werden.

Och das geht schon.
Die Sensorik ist "relativ", da kommt es auf den genauen Wert gar nicht 
so an.
Der Abgleich mit den Potis am Sender schiebt alle 8 Empfänger nach oben, 
so das der beste nicht oben rausläuft, und wenn der schlechteste dann 
unten noch Luft hat geht's auch so.

Rainer W. schrieb:
> wirst du bei deinen 320 ... 960 mA nicht einmal
> irgendetwas kühlen müssen

Ich meine die Stromregler der Stränge, die dann in der doppelten Anzahl 
vorhanden sein müssten und somit in der Summe doppelt so stark heizen.

Rainer W. schrieb:
> Mechanisch ist dein Poti vom Platzbedarf das Hauptproblem.

Jop, deswegen suche ich eine Schaltung bei der der Strom der Last nicht 
da durch muss.
Dann kann das Poti supermikroklein werden.

Rainer W. schrieb:
> Eine Kalibrierung ist...

Ja, Abgleich. Ich werd's nicht mehr lernen, sorry.

Rainer W. schrieb:
> Willst du jede LED einzeln steuern und wie stellst du dir das innerhalb
> jeder in Reiheschaltung versorgten Gruppe vor?

Die LEDs saufen Strom und sollen deswegen abschaltbar sein, und zweitens 
wär's geil wenn ich nicht alle auf einmal ausmachen muss weil ich damit 
die Sensoren testen kann. Daher 16 Gruppen a 8 LEDs, so kann ich in 16 
Schritten den Sensor testen.
Die Lichtschranken sind "interleaved", d.h. eine 8er Kette verteilt sich 
über den ganzen Streifen, dadurch kann ich Störungen durch den Nachbarn 
rausfinden und wegrechnen.

Rainer W. schrieb:
> Warum nennst du die Anforderungen nicht in Form einer Zahl?

Hab ich doch?
16 Gruppen, jeweils 8 LEDs, Strom pro Strang ca. 10-30mA.
Unter 10 hatte ich noch nie, bei über 30 hab ich einen tauben Empfänger 
oder einen zerbratenen Sender. Oder Dreck im Lichtweg.

Rainer W. schrieb:
> Wenn das alles einzelne, analog arbeitende Kanäle werden sollen, lassen
> sich streuende Kanalempfindlichkeiten doch über eine Kalibrierung
> abfangen. Wobei es ja nicht nach "einzeln" aussieht

Doch, genau das.
Es geht mir aber nicht um die absoluten Werte, sondern wie stark 
abgedunkelt wird. Daher sind Streuungen der Strahlstärke oder 
Empfindlichkeit gar nicht so schlimm, und genau wegen der Streuung (auch 
des Strahls, in die Nachbarn) möchte ich die Lichterketten einzeln 
abschalten können.

Rainer W. schrieb:
> und der Verschluss der "Kamera" muss dazu synchronisiert werden

Mangels "Kamera" ist da nix zu synchronisieren, der Sensor selbst ist 
die Kamera.

Rainer W. schrieb:
> sondern beschreibst einmal dein eigentliches Problem

Das tut zwar nix zur Sache der Fragestellung, aber bitte...
Ich habe einen einfachen Sensor, der rein mechanisch einer Scannerzeile 
ähnelt, und mit dem möchte ich was ausprobieren.
Das zu erfassende Ereignis erscheint zu einem vollkommen zufälligen 
Zeitpunkt außerhalb meiner Kontrolle, und ich möchte erfassen wo es war 
und wie stark.
Also habe ich flugs eine Reihe aus Fotodioden und IREDs 
zusammengefrickelt und lasse alle IREDs dauerhaft leuchten um die 
Zufälligkeit des Ereignisses nicht zu gefährden, wie das bei PWM möglich 
wäre (denn das Ereignis könnte in einer Dunkelzeit auftreten -> doof).
Der Empfänger (oder besser "die") liefern in Ruhe irgendeinen Wert (der 
irrelevant ist) und dieser Wert sackt bei einem Ereignis weg, in 
Abhängigkeit der Größe des gesichteten Objekts mehr oder weniger stark 
bei mehr oder weniger üblicherweise benachbarten Empfängern.
Diesen "Dip" kann ich auswerten, und da wo er am stärksten ist dürfte 
die Mitte des Objekts sein, mit ausreichender Auflösung. Wie stark der 
Dip an sich ist ist beinahe wurscht, daher sind die verschiedenen 
Qualitäten der Sender und Empfänger kein Problem.
An den Empfängern sind sog. schwimmende Fensterkomparatoren, die auf den 
plötzlichen Abfall des Helligkeitswerts reagieren, daher ist auch 
geglättete PWM an den IREDs doof, denn dann flackert die Lampe und das 
wäre AC am Eingang des Komparators, der nicht viel Luft hat um zu 
reagieren, sonst wird er zu unempfindlich.

Und jetzt muss/möchte ich die Senderseite verkleinern... Die 
Empfängerseite hat Platz satt, da gibt's kein Problem.
Da sind aktuell zu viele und zu große Teile (3 Widerstände 0603, 2 
Dioden MiniMELF, 1 SOT23, ein Poti) verbaut, daher suchte ich einen 
Chip, der diesen für Beleuchtungszwecke eigentlich viel zu kleinen Strom 
regeln kann aber dabei ohne CPU und anderes in klassisch analoger 
Technik funktioniert, ohne das der Laststrom durch das Poti muss.
So könnte ich Teile sparen und kleinere Potis einsetzen, und mit dem von 
mir genannten BCR431 bring ich das ganze auf einen SOT26, ein Poti und 
einen C in 0603 runter. Doof nur das ich nicht die Steuerspannung 
aufbringen kann. Ich werd ja schon doof angekuckt wenn ich mit 5V-Logik 
arbeite, aber 6+V gibt's ja gar nicht.
Die Potigeschichte kommt einfach daher das es Bedienerfreundlich ist da 
einen Schrauber in das Löchlein zu stecken und zu drehen bis alles 
schick ist. Muss man auch nur einmal machen, beim Zusammenbauen.

Elend lange Strippen nach Platzhausen und die Unterbringung der 
Steuerung dort fänd ich doof, aber darauf wird's hinauslaufen hab ich 
das Gefühl...
von Henrik V. (henrik_v)


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Ich finde am BCR431 zwar keine EN-Pin ;) aber wenn dein TTL Out die 30mA 
gegen Masse versenken kann, dann kannst Du den BCR431 trotzdem nehmen.

Statt die Pins an Masse zu legen, landen sie auf dem TTL _out WENN(!)
 die 5V Differenz dann die LEDs nicht mehr durchsteuern. Ist dann zwar 
'negative' Logik, aber irgendwas ist ja immer.

Man könnte natürlich auch noch einen zusätzlichen Transistor mehr nehmen 
(oder einen OpencollectorTreiberIC mit 8 Ausgängen) oder meinen 
Schaltungsvorschlag von oben;)
: Bearbeitet durch User
von Wolfgang (womikro)


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Jens M. schrieb:
> daher suchte ich einen
> Chip, der diesen für Beleuchtungszwecke eigentlich viel zu kleinen Strom
> regeln kann aber dabei ohne CPU und anderes in klassisch analoger
> Technik funktioniert, ohne das der Laststrom durch das Poti muss.
> So könnte ich Teile sparen und kleinere Potis einsetzen, und mit dem von
> mir genannten BCR431 bring ich das ganze auf einen SOT26, ein Poti und
> einen C in 0603 runter. Doof nur das ich nicht die Steuerspannung
> aufbringen kann. Ich werd ja schon doof angekuckt wenn ich mit 5V-Logik
> arbeite, aber 6+V gibt's ja gar nicht.

Jetzt verwirrst du mich schon wieder mit einem Begriff, der sich nicht 
im Datenblatt wiederfindet. Was soll beim BCR431 die Steuerspannung 
sein? Meinst du damit "VS" (supply voltage), oder die Spannung am 
Widerstand "RS"?

Henrik V. schrieb:
> Ich finde am BCR431 zwar keine EN-Pin ;) aber wenn dein TTL Out die 30mA
> gegen Masse versenken kann, dann kannst Du den BCR431 trotzdem nehmen.
>
> Statt die Pins an Masse zu legen, landen sie auf dem TTL _out WENN(!)
>  die 5V Differenz dann die LEDs nicht mehr durchsteuern. Ist dann zwar
> 'negative' Logik, aber irgendwas ist ja immer.

Der 74HC574 kann keine 8 x 30mA gegen GND ableiten (max. 70mA 
insgesamt).

> Man könnte natürlich auch noch einen zusätzlichen Transistor mehr nehmen
> (oder einen OpencollectorTreiberIC mit 8 Ausgängen) oder meinen
> Schaltungsvorschlag von oben;)

Genau das habe ich mit meinem Vorschlag gemeint:

Wolfgang schrieb:
> Aber man könnte die Schaltung aus dem Datenblatt nehmen, und die
> GND-Verbindung über einen kleinen NMOS ein-/ausschalten.

D.h. "VS" geht direkt an die LED Versorgung, und die Grounds vom "RS" 
Poti und dem BCR431 werden über einen Transistor nach GND geschaltet. 
Das könnte ein AO3400 sein, oder gleich für 8 Kanäle mit einem 
TBD62083A. Der würde pinmäßig sehr gut zu deinem 74HC574 passen, und 
kann genauso wie der 74HC574 schon ab 3,3V betrieben werden. Ist zwar 
mit max. 3,3Ohm Kanalwiderstand recht hochohmig, aber bei 30mA sind das 
auch nur 0,1V Spannungsabfall.
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