Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Reparatur PA Amp - Frequenzgang


von Toni (flecko)


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Hallo,

ich habe eine Endstufe bei der beide Kanäle infolge einer 
Parallelschaltung mehrerer Endstufen zerstört wurden.

Beide Kanäle sind repariert. Es wurden alle Endtransistoren getauschen, 
sowie alle Mosfets in den Buck Konvertern. Alles hochwertige originale 
Bauteile von Mouser.

Jetzt habe ich allerdings das Problem, dass bei einem Kanal ab ca. 6kHz 
bis 20kHz der Gain um ca. 8dB einbricht.
Der Endstufe bringt ansonsten ordentlich Leistung und die Temperatur ist 
auch normal.

Vorstufe wurde ausgeschlossen. Ich habe zwischen beiden Kanälen auch an 
den Buck konvertern hin und her gemessen, aber keine wirklichen 
Unterschiede feststellen können.

Einen Einfluss auf der Verstärkung hat doch nur C6?
Welche Bauteile könnten durch den Kurzschluss angeknackst sein?
Es wurden lediglich die Leistungstransistoren getauscht, Treiber etc. 
messen sich im eingebauten Zustand in Ordnung

LG Toni
von H. H. (hhinz)


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Toni schrieb:
> Leistungstransistoren

Da sind viel Fälschungen unterwegs.
von Udo K. (udok)


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Toni schrieb:
> Einen Einfluss auf der Verstärkung hat doch nur C6?

C6 ist für die Stabilität wichtig, hat aber keinen Einfluss auf die 
Verstärkung.
von Lu (oszi45)


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Man könnte mal die Oszillogramme beider Kanäle genauer ansehen ob evt. 
was schwingt? Bei der Parallelschaltung vieler Transistoren könnten auch 
ein paar faule Eier dabei sein? Wurden sie vor dem Einbau 
ausgesucht/ausgemessen?
von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Das fängt schon bei C8 im Eingang an. Ob dieser durch Kurzschluss der 
Endstufe in Mitleidenschaft gezogen wurde, kann ich nicht sagen.
Ansonsten Oszi anstöpseln und mit einem NF Generator durchkurbeln.
Sind nach dem Transistortausch die Ruheströme wieder eingepegelt worden?

Old-Papa
von Mark S. (voltwide)


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Solche Kondensatoren gehen eigentlich nie kaputt, vor allem erhöhen sie 
nicht ihre Kapazität.
Ich würde da eher auf hochohmig gewordene Widerstände tippen.
Bei welchem Pegel wurde der Frequenzabfall gemessen?
Wie sieht das 1kHz Rechteck aus - bei verschiedenen Pegeln?
: Bearbeitet durch User
von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Mark S. schrieb:
> Solche Kondensatoren gehen eigentlich nie kaputt, vor allem erhöhen sie
> nicht ihre Kapazität.

Kaputt schon, aber höhere Kapazität kenne ich nur bei Elkos oder uralten 
Papierkondensatoren.

> Ich würde da eher auf hochohmig gewordene Widerstände tippen.

Ist möglich.

> Bei welchem Pegel wurde der Frequenzabfall gemessen?
> Wie sieht das 1kHz Rechteck aus - bei verschiedenen Pegeln?

Wie schon geschrieben, wurde der Ruhestrom gut eingestellt?

Old-Papa
von Mark S. (voltwide)


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Da ja eine funktionierende Referenz vorhanden ist, kann man Stufe für 
Stufe vergleichen und so den Fehler einkreisen.
von Mark S. (voltwide)


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Old P. schrieb:
> Kaputt schon, aber höhere Kapazität kenne ich nur bei Elkos oder uralten
> Papierkondensatoren.
und das ist hier sicher nicht das Problem.
Wie soll eine falsche Ruhestromeinstellung einen Höhenabfall 
hervorrufen?
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Toni schrieb:
> um ca. 8dB einbricht

Weil ein Exponentialhornhochtöner einen besseren Wirkungsgrad hatte, gab 
es auch schon einen manipulierten Frequenzgang eines Verstärkers. Wenn 
man das aber nicht weiß oder vermutet, wird man sich einen Wolf suchen.
von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Toni schrieb:
> Einen Einfluss auf der Verstärkung hat doch nur C6?

Hallo,

vielleicht mal C8, C25, C20, C3 und trotzdem C6 mal auslöten und die 
Kapazität messen mit passendem Messgerät. Ebenso sollte kein Leckstrom 
feststellbar sein.

mfg
von Toni (flecko)


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Gefälschte Bauteile ok, aber von Mouser wäre mir neu?

Bei einer Kollektorschaltung sollte ja selbst wenn einer der Treiber 
oder Endtransistoren einen Knacks hat, das keinen Einfluss auf den 
Frequenzgang haben? (ohne Last) Ich habe jedenfalls gerade nochmal 
geschaut. Das Problem ist weder Pegelabhängig noch Lastabhängig.

Ruhestrom habe ich nicht kontrolliert, aber hat für mein Verständnis 
auch keinen Einfluss auf Frequenzgang. Siehe THD-N Messung im Anhang. 
Sieht auch ok aus.

Ich habe die Kondensatoren C8, C25, C20, C3 und C6 gerade ausgebaut und 
gemssen. C25 hatte statt 1,5nF nur 1,2nF. Habe ihn getauscht, keine 
Änderung. Die restlichen Kondensatoren sind alle ok sowohl Kapazität als 
auch Leckstrom.

Ich komme auch mit dem Vergleichmessen nicht so recht weiter. Mein 
Gefühl geht Richtung Konstantstromquelle um Q27, aber ich finde nichts.
von H. H. (hhinz)


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Toni schrieb:
> Gefälschte Bauteile ok, aber von Mouser wäre mir neu?

Würde ich von Mouser auch nicht erwarten.

Um welche Leistungstransistoren gehts eigentlich?

Und hat der Verstärker auch einen Namen?
von Toni (flecko)


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Das sind NJW21194G und NJW21193G.

Amp ist so ein China Nachbau einer LAB FP14000
: Bearbeitet durch User
von H. H. (hhinz)


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Toni schrieb:
> Das sind NJW21194G und NJW21193G.

Okay, und die von Mouser, also unverdächtig.


> Amp ist so ein China Nachbau einer LAB FP14000

Vom schwedischen Original gibts ja ein richtiges Service Manual.
von Wulf D. (holler)


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Die Gegenkopplung ist auch ein Kandidat für Frequenzfehler, leider kann 
ich in dem Monstrum gerade keine erkennen.
Über R35 - R11 wird die kaum laufen, ist auch nicht frequenzabhängig.
: Bearbeitet durch User
von Holger R. (holgerr)


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Ich würde mal Q33 überprüfen, das soll wohl ein Triac sein.
HolgerR
von Michael B. (laberkopp)


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Toni schrieb:
> Einen Einfluss auf der Verstärkung hat doch nur C6?

C1 und C19 finde ich ja merkwurdig, die koppeln den Schaltreglerausgang 
direkt auf die Audiosignalansteuerung.

Die können doch nur so kleine Kapazitätswerte haben dass sie als 
HF-Spannungsteiler wirken, vielleicht muss man die auf diexTransistoren 
anpassen.
von Holger R. (holgerr)


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Michael B. schrieb:
> C1 und C19 finde ich ja merkwurdig, die koppeln den Schaltreglerausgang
> direkt auf die Audiosignalansteuerung.
Nix Schaltregler. Das ist der Endstufen Treiber.

Michael B. schrieb:
> Die können doch nur so kleine Kapazitätswerte haben dass sie als
> HF-Spannungsteiler wirken, vielleicht muss man die auf die Transistoren
> anpassen.
Glaub ich nicht, die werden einer HF-Unterdrückung dienen.

HolgerR
von Christian S. (roehrenvorheizer)


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Wulf D. schrieb:
> Die Gegenkopplung ist auch ein Kandidat für Frequenzfehler, leider kann
> ich in dem Monstrum gerade keine erkennen.
> Über R35 - R11 wird die kaum laufen, ist auch nicht frequenzabhängig.

Genau über R35 und R11 läuft die Gegenkopplung gleichspannungsmäßig und 
wechselspannungsmäßig ebenso - wieder auf den Eingang zurück. Eine 
andere sehe ich da nirgends. In ganz anderen Modellen befindet sich dort 
noch ein Elko gegen GND.

Den Ruhestrom an R3 und R4 könnte man mal potentilafrei mittels 
Multimeter ohne Signal messen und mit dem intakten Kanal vergleichen.

mfg
von Lu (oszi45)


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Dass die Verstärkung frequenzabhängig ist, kann an der Gegenkopplung so 
wie auch an Transistoren liegen? Den 2N3055 gab es z.B. auch in recht 
verschiedenen Ausführungen und ft. Fotos von den alten und neuen 
Transistoren könnte man vergleichen. Dr. Hinz weiß bestimmt mehr?

NJW21194G Transition Frequency (ft): 4 MHz
Collector Capacitance (Cc): 500 pF (und viele parallel)
Forward Current Transfer Ratio (hFE), MIN: 20
In höchster Not könnte man an der Gegenkopplung vorsichtig 
experimentieren?
: Bearbeitet durch User
von Lothar (Firma: HZB) (analog_art)


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Old P. schrieb:
> Wie schon geschrieben, wurde der Ruhestrom gut eingestellt?
>
> Old-Papa

Und - wurde er eingestellt? (VR1)

Und dann fallen mir die hohen Klirrwerte beim defekten Verstärker auf.

Es könnte durchaus sein, dass noch irgendeine Treiber (oder ein anderes 
Teil) gestorben ist bzw. in Mitleidenschaft gezogen ist und das durch 
die hohe Gegenkopplung relativ gut kompensiert wird, so das der 
Verstärker erst einmal "prinzipiell funktioniert". Aber die 
Leerlaufverstärkung reicht eben nicht mehr für gute Höhen.

Solche Fälle hatte ich jedenfalls auch schon.


Das bei den Transis jetzt Fakes oder schlechte drunter sind, glaube ich 
nicht. Es wäre auch sehr merkwürdig, wenn durch Zufall alle guten in 
einen und die schlechten im anderen Amp landen. Wahrscheinlichkeit gegen 
Null.
: Bearbeitet durch User
von Manuel K. (18tbx46)


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Der Verstärker wird invertierend betrieben. Das ist insofern praktisch, 
weil damit am Eingang (Kontenpunkt der Basen von Q5 und Q7) eine direkte 
Loopgain Messung möglich ist. Solange der Verstärker genug Loopgain 
bringt, ist das Signal dort sehr klein (Erwartungswert: <1mV bei 100Hz, 
~1..10mV bei 1kHz, usw.) Verdoppelung der Frequenz sollte doppeltes 
Signal geben, weil der Verstärker mit einem dominaten Pol kompensiert 
ist (C6).

Da ein zweiter, funktionierender Kanal vorliegt, wäre es interessant zu 
vergleichen. Ich würde bei beiden Kanälen jeweils bei 100Hz, 1kHz, 10kHz 
das Signal an Basis Q5/Q7 mit dem Scope messen (unbedingt Tastkopf x10, 
um kapazitive Belastung am Eingang zu vermeiden, sonst wahrscheinlich 
Instabilität). Am Scope high resolution oder averaging aktivieren, falls 
verfügbar. Verstärker jeweils mit der gleichen Last und einigermaßen 
ausgesteuert (10...30Vrms).
Mit zweitem scope Kanal Ausgang beobachten. Insbesondere checken, dass 
keine Instabilität angeregt wird.

Die Messung liefert eine Aussage ob das Loopgain im defekten Kanal 
zusammenbricht (Signal wird unverhältnismäßig größer bei höheren Freq.) 
oder Fehler außerhalb der Loop liegt (Gegenkopplungsnetzwerk, 
Eingangsbauteile, Ausgangsnetzwerk).

Meine Vermutung wäre aber auch, dass im Bereich der 
Kleinleistungstransitoren noch was defekt ist. Interessant ist in diesem 
Zusammenhang die spannungsverstärkende Stufe mit Q27/27b und Q32/32b. 
Die Schaltung ist zumindest ungewöhnlich. Ich vermute, dass man die 
Aufteilung auf zwei Transistoren aus Gründen der Verlustleistung gewählt 
hat (um somit mit kleineren, schnelleren auszukommen). Evtl. geht es 
auch um eine Strombegrenzung im Fall, wenn der SOAR Schutz eingreift. 
Jedenfalls würde ich diese Transistoren als nächsten Schritt mal checken 
(welche Typen sind es?).
von Lu (oszi45)


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Manuel K. schrieb:
> Vermutung wäre aber auch, dass im Bereich der
> Kleinleistungstransitoren noch was defekt ist. Interessant ist in diesem
> Zusammenhang die spannungsverstärkende Stufe mit Q27/27b und Q32/32b...

Wenn Endtransistoren sterben, sollte man natürlich auch die Ansteuerung 
ansehen. Mal die Arbeitspunkte mit dem gesunden Kanal verglichen?
von Michael B. (laberkopp)


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Holger R. schrieb:
> Nix Schaltregler. Das ist der Endstufen Treiber

Was sind denn deiner Meinung nach die Schaltungen um L2/Q41 und L1/Q42 ?

Holger R. schrieb:
> Glaub ich nicht, die werden einer HF-Unterdrückung dienen.

Ja, sie belasten hohe Frequenzen, um was geht es hier beim Problem ?
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Lu schrieb:
> mit dem gesunden Kanal verglichen

R10, C8, R9: Signale dort messen und vergleichen.
U4 und U5: Signale & Spannungen dort messen und vergleichen.
R15: Signale dort messen und vergleichen.
von Toni (flecko)


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Danke für die zahlreichen Antworten. Ich habe jetzt mal einiges 
gemessen, wie auch von Manuel und Lu gewünscht und hier ist zu sehen, 
dass meiner Meinung nach in der Schleife etwas falsch läuft.

Ruhestrom sehe ich nach wie vor rein theoretisch nicht als Grund, oder 
liege ich da falsch? Die Amps haben jedenfalls nicht wie im Schaltplan 
ein Trimmer sondern ist fest eingestellt. In dem defekten Kanal messe 
ich irgendwas um 100µV am Emitterwiderstand und am funktionierenden 
eigentlich garnichts.

Könnte Q5 und Q6 durch eine Überspannung über die Rückkopplung defekt 
sein?
Außer der Endtransistoren war damals nichts im Analogkreis defekt. Keine 
Widerstände, keine Treiber.
von Michael B. (laberkopp)


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Toni schrieb:
> VCC_bad.jpg  VCC_good-.jpg

Es sieht so aus, als ob das Signal gegenüber der VCC Regelung invertiert 
ist beim schlechten.

Ist das nur ein Artefakt des Messvorgangs oder der Bezeichnung oder 
wahr.

Also mal klar die Spannungen
1
VCC
2
zwischen D28/29
3
Ausgang
4
zwischen D26/27
5
-VCC
auf demselben Massstab oszilloskopieren.
von Toni (flecko)


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Sorry sehe ich auch gerade. Das Ausgangssignal beim defekten Kanal ist 
invertiert. Das ist so realisiert für Brückenmodus. Oszi Kanal 1 ist 
auch mit Teiler 1/10, Kanal 2 ist korrekt.

Kann ich morgen nochmal ordentlich messen.
Q27 sollte ein MJE350 sein, prüfe ich auch morgen.
von Lu (oszi45)


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Verdächtig! Da schwingt noch was?
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Toni schrieb:
> Das Ausgangssignal beim defekten Kanal ist
> invertiert. Das ist so realisiert für Brückenmodus.

Vielleicht kommt der Verstärkungsabfall bei den hohen Frequenzen von der 
Umdrehstufe. Es kann auch sein, dass dies eine Maßnahme war, damit der 
Verstärker in der Brücke nicht schwingt.
von Holger R. (holgerr)


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Michael B. schrieb:
> Was sind denn deiner Meinung nach die Schaltungen um L2/Q41 und L1/Q42 ?
>
> Holger R. schrieb:
>> Glaub ich nicht, die werden einer HF-Unterdrückung dienen.
>
> Ja, sie belasten hohe Frequenzen, um was geht es hier beim Problem ?
Die C1/C19 sitzen im Treiber, nicht im Schaltregler.

Leider fehlt die genaue Beschreibung was gemesse wurde.
Wenn ich mir trotzdem die Scope-Bilder anschaue, würde ich mal den Q33 
ausbauen. Oder ein Endtransi hat ne Macke.
HolgerR
: Bearbeitet durch User
von Old P. (Firma: nix) (old-papa)


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Es ist doch (für mich) ziemlich eindeutig: Der eine (schlechte) Kanal 
ist immer kurz vor dem Schwingeinsatz oder sogar schon drüber. Zumindest 
interpretiere ich die Oszibilder so. Oder was soll die "vergurkte" 
Nulllienie darstellen?

Old-Papa
von Holger R. (holgerr)


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Lu schrieb:
> Verdächtig! Da schwingt noch was?

Oder Messfehler. Tastkopf nicht oder nicht richtig angeschlossen.
HolgerR
von Manuel K. (18tbx46)


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Danke für die Messungen.
Bei den Messungen "bad-channel" sieht man jeweils am 
Gegenkopplungspunkt, dass die "Residuals" des Buck-Converters nicht mehr 
richtig ausgeregelt werden. Das würde ich auch als Indiz für zu geringes 
Loop-Gain bei höheren Frequenzen intepretieren. Ich denke eher nicht, 
dass es eine unabhängige Oszillation der Verstärkerschleife ist. Am 
Scope sieht das natürlich chaotisch aus, weil switch Frequenz und das 
Testsignal nicht phasenstarr verkoppelt sind.

Es ist aus der Ferne jetzt schwierig und zeitaufwändig da 
weiterzukommen.

Nochmal zur Sicherheit: stimmen alle DC Punkte mit dem guten Kanal 
überein? +/-20% würde ich als "ok" werten. Ich würde tatsächlich ALLE 
Stufen der Schaltung durchgehen und vergleichen. Spannungen an Basen, 
Emittern und Kollektoren. Spannungsabfälle über den relevanten 
Widerständen um die Ströme in den Stufen zu vergleichen (nicht nur bei 
den Emitterwiderständen der Ausgangsstufe). Zumindest die 
Treibertransitoren sollten signifikanten Ruhestrom führen, wenn schon 
nicht die eigentlichlichen Ausgangstransitoren.

Wenn das zu nichts führt, ist man wahrscheinlich dann bei dem Punkt, wo 
ein Austausch aller Kleinsignaltransitoren vom Zeitaufwand her gesehen 
die wirtschaftlichste Variante wäre.

Ich würde evtl. noch versuchen, mal den Buckkonverter stillzulegen und 
die modulierten Rails mit einer konstanten Spannung per Labornetzteil 
versorgen. Im Prinzip sollte es auch gehen, da einfach die volle interne 
Spannung anzulegen (aber vorher nochmal nachdenken bezüglich der dann 
auftretenden Spannung und Verlustleistungen). Der Hintergedanke wäre 
hier, ob durch einen falsch arbeitenden Buck Konverter der 
Hauptverstärker beinflusst wird. Andererseits sieht ja die Modulation 
der Rails grundsätzlich korrekt aus. (Die Invertierung verstehe ich 
jetzt eherlichgesagt nicht, auf die Schnelle - nochmal checken dass da 
alles passt).
von Lu (oszi45)


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Bevor ich hier leichtfertig Spannung anlegen würde, könnte ein 
vergleichender Transistor-Test mit dem Hameg-Komponententester im 
Ansteuerbereich schon manche Leiche im eingebauten Zustand erkennen.
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Lu schrieb:
> Leiche im eingebauten Zustand

https://www.youtube.com/watch?v=vqGXklREkco
(Louis de Funes)
von Lothar (Firma: HZB) (analog_art)


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Hallo Dieter, ich musste wieder herzlich lachen.

Aber man kann es auch als dezenten Hinweis verstehen:
Es könnten auch mehrere Leichen sein.
von Toni (flecko)


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Also ich hatte nochmal alle DC Punkte verglichen und keine großen 
Abweichungen feststellen können. Daraufhin habe ich gerade alle 
markierten Transistoren gegen neue getauscht und… keine Änderung.

Den Transistor für den Bias habe ich noch nicht bekommen. Triac baue ich 
gleich aus wobei das eigentlich heiß werden müsste wenn defekt und messe 
nochmal alle Dioden.

Vorstufe habe ich eben auch nochmals ausgeschlossen.
von Lu (oszi45)


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Toni schrieb:
> Vorstufe habe ich eben auch nochmals ausgeschlossen.

Es gibt z.B. auch schlechten Frequenzgang in der Vorstufen und 
Gegenkopplungen, die schlecht funktionieren. Mal nach der Vorstufe die 
Oszillogramme R+L verglichen mit Tongenerator am Eingang?
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Lothar schrieb:
> Aber man kann es auch als dezenten Hinweis

Gebe zu, dass war auch mehrdeutig gemeint.
Und danke für Deine Vorlage als Anknüpfungspunkt.
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Toni schrieb:
> Daraufhin habe ich gerade alle markierten Transistoren
> gegen neue getauscht und… keine Änderung.

Munteres Drauflostauschen hilft hier nicht weiter. Solchen Fehler wollen 
sorgfältig analysiert werden oder auch der Fehlerteufel will sorgfältig 
behandelt werden.
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Toni schrieb:
> Vorstufe habe ich eben auch nochmals ausgeschlossen.

Hast Du das so auch geprüft:

Lu schrieb:
> Mal nach der Vorstufe die Oszillogramme R+L verglichen mit Tongenerator am 
Eingang?

Das beinhaltet auch die drei Messungen vor R10, nach R10 (also vor R9) 
und nach R9.
von Toni (flecko)


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Zwischen R9 und R10 ist der Frequenzgang identisch und bis 20kHz nahezu 
linear.

Ich habe auch mal noch das Triac ausgebaut keine Änderung und auch die 
Ausgangsplatine abgeklemmt, da sitzt noch eine Strommessung und 
Kondensatoren. Ebenfalls keine Änderung.

Ruhestrom kontrolliert und auch die Spannungsabfälle an den 
emitterwiderständen bei 10kHz verglichen, auch unauffällig.

Alles auch nur aus Verzweiflung, da wie von Lu festgestellt die 
Schleifenverstärkung zu gering ist und der Stromverstärkende 
Ausgangsteil meiner Meinung nach da keinen großen Einfluss hat.

Ich habe auch versucht die Buckkonverter auszuschließen. Bei 20kHz 
erzeugen die nahezu Gleichspannung an den Rails und diese liegt bei 
beiden Kanälen exakt 5V über dem Peak der Sinusausgangsspannung.
von Lu (oszi45)


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Toni schrieb:
> Zwischen R9 und R10 ist der Frequenzgang identisch und bis 20kHz nahezu
> linear.
Dann kommt das Übel wohl von weiter vorn? Grüner Pfeil.
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


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Ohne das heute billige Equippment musste sich früher mit anderen 
Methoden geholfen werden. Wir haben kleine galvanisch getrennte 
Oszillatoren gebaut mit einer oder zwei kleinen Batterien. Wir koppelten 
über ein RC-Glied das Signal aus um zwischen Basis und Emitter das 
Signal in der Schaltung einzukoppeln.

https://www.elektroniktutor.de/signalkunde/rc_osz.html
von Toni (flecko)


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Verstehe nicht. Bei beiden Kanälen ist im eingebauten Zustand an diesem 
Punkt der Frequenzgang noch ok.

Wenn die Endstufe nicht mit +/-200V laufen würde hätte ich die 
Rückkopplung schon mal aufgetrennt um zu schauen was dann passiert.
von Lu (oszi45)


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Zeig mal den Vorverstärker genauer (Foto)
von Christian M. (likeme)


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Toni schrieb:
> ich habe eine Endstufe bei der beide Kanäle infolge einer
> Parallelschaltung mehrerer Endstufen zerstört wurden.

Du hast mehrere dieser Endstufen parallel geschaltet?
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