Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Acrylglasscheibe gebrochen, wie macht man die stabiler?


von Thomas R. (thomasr)


Lesenswert?

Ein Miteigentümer unseres Schiffes hat es fertig gebracht eine 
830x540x5mm Acrylglasscheibe zu zerbrechen, quer durch. Wie auch immer 
er das geschafft hat, es soll nicht wieder vorkommen.

Beim Versuch die Reste in der Mülltonne unterzubringen war es gar nicht 
so einfach diese zu zerkleinern. Selbst Draufstellen hat die Reststücke 
erst nicht brechen können. Nur ein leichtes Ansägen an den gewünschten 
Bruchstellen führte zum Ziel.

Also gehen Risse/Brüche wohl von "Fehlstellen" der Sägekanten aus?

Dann müßte die neue Scheibe stabiler werden wenn man die Kanten 
irgendwie glättet? Nur wie macht man das? Fräsen? Schleifen? Womit?
von Ralf X. (ralf0815)


Lesenswert?

Thomas R. schrieb:
> Dann müßte die neue Scheibe stabiler werden wenn man die Kanten
> irgendwie glättet? Nur wie macht man das? Fräsen? Schleifen? Womit?

Gasflamme.
von Mobile (mobileteser)


Lesenswert?

Prüfe mal die Befestigungslöcher. Meist sind die passend auf die 
Schraube. Wenn das Acryl oder der Bootskörper sich mechanisch dehnen 
oder zusammenziehen, dann steht die Schraube am Kunststoff an und das 
Acryl reißt.
von Thomas R. (thomasr)


Lesenswert?

Mobile schrieb:
> Prüfe mal die Befestigungslöcher. Meist sind die passend auf die
> Schraube. Wenn das Acryl oder der Bootskörper sich mechanisch dehnen
> oder zusammenziehen, dann steht die Schraube am Kunststoff an und das
> Acryl reißt.

An dieser Scheibe gibt es keine Löcher! Die wird unten auf glatte 
Alubolzen gelegt und oben hinter eine Strebe der Persenning gedrückt. 
Dort ist sie aber mit einem dicken Kantenschutz versehen um die 
Persenning nicht zu beschädigen.

Seltsamerweise ist der Riß auch quer erfolgt, also ausgehend von einer 
der beiden völlig frei liegenden Seiten.
von Thomas R. (thomasr)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Ralf X. schrieb:
> Thomas R. schrieb:
>> Dann müßte die neue Scheibe stabiler werden wenn man die Kanten
>> irgendwie glättet? Nur wie macht man das? Fräsen? Schleifen? Womit?
>
> Gasflamme.

Hört sich gut an. Hast du genauere Hinweise?

Im Anhang ein Bild der eingesetzten Scheibe.
: Bearbeitet durch User
von Ralf X. (ralf0815)


Lesenswert?

Thomas R. schrieb:
> Ralf X. schrieb:
>> Thomas R. schrieb:
>>> Dann müßte die neue Scheibe stabiler werden wenn man die Kanten
>>> irgendwie glättet? Nur wie macht man das? Fräsen? Schleifen? Womit?
>>
>> Gasflamme.
>
> Hört sich gut an. Hast du genauere Hinweise?

Hatte mal einen Schwager mit Firma zur Produktion von Acrylwaren aus 
Plattenacryl.
Dort wurden alle Säge- und Fräskanten kurz an Erdgas- oder 
Flüssiggasflammen vorbeigeführt, wodurch die Kanten wieder glasklar 
wurden.
von Thomas B. (fridolin99)


Lesenswert?

Moin,
ich hatte das Problem auch mal. Die Scheiben sind nicht aus Acryl 
sondern aus Makrolon. Das gibts in klar und grau gefärbt, dazu auch UV 
beständig.
Die Löcher müssen mit einem speziellen Bohrer gebohrt werden. Der darf 
keine scharfen Schneiden haben.
Ich habe die Löcher damals etwas größer gebohrt, damit die keine 
Spannungen entstehen.

Die einschlägigen Lieferanten beraten gerne. Die Kanten glätten ist 
nicht nötig.

Im überigen gibt es auch Makrolon AR, das ist beschichtet und hält noch 
mehr aus. Bei Seewasser sicherlich empfehlungswert.

Immer eine Handbereit Wasser unterm Kiel,

Thomas
von Thomas R. (thomasr)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Thomas B. schrieb:
> Moin,
> ich hatte das Problem auch mal. Die Scheiben sind nicht aus Acryl
> sondern aus Makrolon. Das gibts in klar und grau gefärbt, dazu auch UV
> beständig.
>
> Die einschlägigen Lieferanten beraten gerne. Die Kanten glätten ist
> nicht nötig.
>
> Im überigen gibt es auch Makrolon AR, das ist beschichtet und hält noch
> mehr aus. Bei Seewasser sicherlich empfehlungswert.

Unser "Glas" ist aus dieser Quelle, siehe Angaben. Das ist nicht 
original sondern wurde nachträglich angeschafft um bei schlechtem Wetter 
nicht durch die verschrumpelte Folie schauen zu müssen.
: Bearbeitet durch User
von Thomas R. (thomasr)


Lesenswert?

Ralf X. schrieb:
>
> Hatte mal einen Schwager mit Firma zur Produktion von Acrylwaren aus
> Plattenacryl.
> Dort wurden alle Säge- und Fräskanten kurz an Erdgas- oder
> Flüssiggasflammen vorbeigeführt, wodurch die Kanten wieder glasklar
> wurden.

Danke. Dann werde ich mal Versuche mit den Reststücken machen. Einen 
einfachen Gasbrenner hätte ich ja.
von Thomas B. (fridolin99)


Lesenswert?

Mir hatte eine Kunststoffverarbeitender Betrieb die Empfehlung mit dem 
Makrolon für Schiffscheiben gegeben. Das Zeug wird auch im Rennsport, 
Sicherheitstechnik usw. benutzt.
Die Kratzfestigkeit kann ich nur bestätigen.

Google liefert das zu den Eigenschaften:
Die wichtigsten Eigenschaften auf einen Blick:
Extreme Kratzfestigkeit: Dank einer speziellen Polysiloxan-Beschichtung 
auf beiden Oberflächen ist das Material hochgradig abriebfest.
Praktisch unzerbrechlich: Die Platten bieten eine enorme 
Schlagfestigkeit (hohe Bruchsicherheit).
Witterungs- und UV-beständig: Das Material ist exzellent gegen 
Bewitterung geschützt und hat oft Herstellergarantien gegen Vergilben 
oder Delamination.
Chemikalienresistent: Beständig gegen viele Reinigungs- und 
Lösungsmittel. Selbst Graffiti lässt sich in der Regel mühelos 
entfernen.
Hohe Transparenz: Die Lichtdurchlässigkeit ist sehr hoch (z.B. ca. 86 % 
bei farblosen 3 mm Platten).
Brandschutzklasse: Erfüllt je nach Stärke gängige Brandschutzklassen 
(normal bis schwer entflammbar, z.B. B1/B2)

Meine alte Scheibe war durch einen massiven Wasserschlag auf dem Rhein 
gebrochen. Die "neue" Scheibe sieht nach 15 Jahren immer noch aus wie 
neu.

Ist nur ein Tipp.

VG,
Thomas
von Udo S. (urschmitt)


Lesenswert?

Thomas R. schrieb:
> An dieser Scheibe gibt es keine Löcher! Die wird unten auf glatte
> Alubolzen gelegt und oben hinter eine Strebe der Persenning gedrückt.

Hat die Scheibe dann dauerhaft Spannung oder sitzt sie dann 
spannungsfrei? Das würde den Riß quer vielleicht erklären
In dem Bild sieht es allerdings aus, als wäre die Scheibe spannungsfrei 
montiert.
Es wäre nett wenn du das Ergebnis deiner Versuche mit der Gasflamme hier 
kurz beschreibst.
von Bruno V. (bruno_v)


Lesenswert?

Thomas R. schrieb:
> Unser "Glas" ist aus dieser Quelle, siehe Angaben. Das ist nicht
> original sondern wurde nachträglich angeschafft um bei schlechtem Wetter
> nicht durch die verschrumpelte Folie schauen zu müssen.

Naja entweder gute Optik (-acryl/Plexiglas) oder gute Haltbarkeit 
(-carbonat/Makrolon)
von Henrik V. (henrik_v)


Lesenswert?

Thomas B. schrieb:
> Chemikalienresistent: Beständig gegen viele Reinigungs- und
> Lösungsmittel. Selbst Graffiti lässt sich in der Regel mühelos
> entfernen.

Aber kein Aceton! Es sei denn, man möchte eine neue Scheibe (oder durch 
die Scheibe :> )
von Gerald B. (gerald_b)


Lesenswert?

Thomas B. schrieb:
> Chemikalienresistent: Beständig gegen viele Reinigungs- und
> Lösungsmittel.

Mit dem falschen Reinigungmittel, regelmäßig behandelt, erreicht man 
auch ein Verspröden. Alkohol und Isopropanol zählen dazu. Wenn dann ein 
Schlag dazukommt, wars das. Man denke nur an das Aquarium in Berlin.
von Thomas E. (tmomas)


Lesenswert?

Thomas R. schrieb:
> Unser "Glas" ist aus dieser Quelle, siehe Angaben.

IIRC hat Plexiglas XT (extrudiert) Eigenspannungen durch den 
Extrusionsprozess.
Plexiglas GS (gegossen) hat weniger / keine Eigenspannungen.
von Rbx (rcx)


Lesenswert?

Bruno V. schrieb:
> Naja entweder gute Optik (-acryl/Plexiglas) oder gute Haltbarkeit

Ja, hinsichtlich der Ausgangsfrage könnte man auch Harry Potter rufen, 
dass der mit dem Zauberstab die Scheibe stabilisiert. Andere nehmen 
Fliegengitter-ähnliche Aufsätze zum Schutz:
(https://de.wikipedia.org/wiki/Persenning)
von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Gerald B. schrieb:
> Mit dem falschen Reinigungmittel, regelmäßig behandelt, erreicht man
> auch ein Verspröden. Alkohol und Isopropanol zählen dazu. Wenn dann ein
> Schlag dazukommt, wars das.

ACK! Wenn Wasser mit Spüli nicht reicht, dann nimmt man aromatenfreies 
Waschbenzin.
von Rbx (rcx)


Lesenswert?

Rbx schrieb:
> Harry Potter rufen

Oder eben im Voraus Material-Spezialisten rufen: 
https://www.youtube.com/watch?v=SLyZ-dYHJNo.
Wir kennen doch die Geschichten vom Eierzerplatzen (vorsichtiger mit 
umgehen), vom Berlin-Aquarium, oder von dem implodierten U-Boot:
Zerstörungsfreie Prüfung ZfP: Begriff kurz erklärt
https://www.youtube.com/watch?v=SLyZ-dYHJNo
von Frank O. (frank_o)


Lesenswert?

Thomas R. schrieb:
> Seltsamerweise ist der Riß auch quer erfolgt, also ausgehend von einer
> der beiden völlig frei liegenden Seiten.


Dann hat sie womöglich schon vorher einen Riss gehabt.
Es gibt da völlig unterschiedliche Qualitätsstufen.
Üblicherweise bist du mit Makralon gut bedient. Das ist zwar teuer, aber 
im Fahrzeugbau, auch in rauer Umgebung, sehr robust.
von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Frank O. schrieb:
> Üblicherweise bist du mit Makralon gut bedient.

Polycarbonat ist allerdings nicht automatisch UV-beständig.
von Frank O. (frank_o)


Lesenswert?

H. H. schrieb:
> Polycarbonat ist allerdings nicht automatisch UV-beständig.

Ne, aber Makralon schon. Da haben Scheiben nach 20 Jahren noch keine 
UV-Schäden.
Haben wir nur in Staplern eingebaut. Alles andere ist Mist.
Ich sag ja, die Qualität ist sehr unterschiedlich.
Du weißt es eh durch deine Profession (hast du mir mal geschrieben), 
aber man muss nur nach dem Preis einer Makralonscheibe schauen, dann 
weiß man, dass die besser sein müssen. Die kosten ein irres Geld.
: Bearbeitet durch User
von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Frank O. schrieb:
> H. H. schrieb:
>> Polycarbonat ist allerdings nicht automatisch UV-beständig.
>
> Ne, aber Makralon schon.

Nö, ist ja nur ein Markenname. Es braucht schon eine entsprechende 
Beschichtung.

> aber man muss nur nach dem Preis einer Makralonscheibe schauen, dann
> weiß man, dass die besser sein müssen. Die kosten ein irres Geld.

Naja, schon teurer als PMMA, aber durchaus bezahlbar.
von Frank O. (frank_o)


Lesenswert?

H. H. schrieb:
> Es braucht schon eine entsprechende
> Beschichtung.

Ohne jetzt die Daten genau zu kennen, aber ich gehe davon aus, dass das 
Zeug mit allem beschichtet ist was nötig ist, um im Fahrzeugbereich 
allen Witterungsumständen zu widerstehen.
Wie gesagt, ich kannte Fahrzeuge, da war so eine Scheibe auch nach 20 
Jahren, bis auf Kratzer natürlich, nicht durch Witterungseinflüsse 
beschädigt.
Natürlich habe ich die Datenblätter nicht gelesen.
Ich habe das Zeug von meiner Firma geliefert bekommen und eingebaut oder 
daraus eine passende Scheibe gebaut.
von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Frank O. schrieb:
> Wie gesagt, ich kannte Fahrzeuge, da war so eine Scheibe auch nach 20
> Jahren, bis auf Kratzer natürlich, nicht durch Witterungseinflüsse
> beschädigt.

Matte PKW-Scheinwerfer sieht man häufig.
von Carypt C. (carypt)


Lesenswert?

Eine Thermopen-Glasscheibe mit der Brechstange zu zerbrechen ist mit 
Anstrengung verbunden, viel leichter bricht Glas von den Kanten her, 
immer da drauf hauen. Macht der Glasschneider doch auch so.
von Frank O. (frank_o)


Lesenswert?

H. H. schrieb:
> Matte PKW-Scheinwerfer sieht man häufig.

Ja, das ist eine richtige Seuche geworden.
von Joachim B. (jar)


Lesenswert?

Frank O. schrieb:
> Ja, das ist eine richtige Seuche geworden.

seit die aus Kunststoff sind.
Glas wird selten so blind.
von Lu (oszi45)


Lesenswert?

Abgesehen vom guten Material ist natürlich der Einbau und die Temperatur 
dabei ein weiterer Faktor. Mein Eisentor hat zwischen Sommer und Winter 
einen cm Differenz! Eine Autoglasscheibe hat im Sommer 70 Grad Celsius 
und im Winter -30° auszuhalten, eine heiße Bootsscheibe muss auch kühles 
Wasser vertragen. Deswegen ist der spannungsfreie Einbau durchaus 
hilfreich.
von Michael B. (alter_mann)


Lesenswert?

Joachim B. schrieb:
> Glas wird selten so blind.

Dafür ist es aber deutlich empfindlicher gegenüber mechanischer 
Einwirkung, z.B. Steinschläge.
von Ralf X. (ralf0815)


Lesenswert?

Michael B. schrieb:
> Joachim B. schrieb:
>> Glas wird selten so blind.
>
> Dafür ist es aber deutlich empfindlicher gegenüber mechanischer
> Einwirkung, z.B. Steinschläge.

Passende Geschwindigkeiten und Abstände helfen, davon weniger betroffen 
zu sein.
von Rainer W. (rawi)


Lesenswert?

Frank O. schrieb:
> H. H. schrieb:
>> Matte PKW-Scheinwerfer sieht man häufig.
>
> Ja, das ist eine richtige Seuche geworden.
>
Wenn du die Preise für die Ersatzgläser siehst, wird dir klar, dass das 
ein Geschäftsmodell ist.
von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Rainer W. schrieb:
> Frank O. schrieb:
>> H. H. schrieb:
>>> Matte PKW-Scheinwerfer sieht man häufig.
>>
>> Ja, das ist eine richtige Seuche geworden.
>>
> Wenn du die Preise für die Ersatzgläser siehst, wird dir klar, dass das
> ein Geschäftsmodell ist.

Ersatzgläser? Man muss nicht mehr den gesamten Vorderwagen austauschen?
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Lesenswert?

H. H. schrieb:
> Ersatzgläser?

Das kostet nur mit LED ein Vermögen. Wer noch alte Halogenbirnchen, wie 
H7 hat, dessen Scheinwerfer sind im Vergleich dazu ein Schnaeppchen.
von Frank O. (frank_o)


Lesenswert?

Dieter D. schrieb:
> Schnaeppchen

Aus dem Zubehör ist das so, aber schau mal beim Hersteller.
von Lu (oszi45)


Angehängte Dateien:

Lesenswert?

Ralf X. schrieb:
> Passende Geschwindigkeiten und Abstände helfen, davon weniger betroffen
> zu sein.
Auch stehende Fahrzeuge wurden Dachziegeln getroffen und Wild achtet 
wenig auf Deine Geschwindigkeit. Es fliegt bloß anders. Ob eine 
Kunststoffscheibe mehr aushält, als Verbundglasscheiben wäre zu prüfen. 
Es kommt auch auf die Montage an.
von Ralf X. (ralf0815)


Lesenswert?

Lu schrieb:
> Ralf X. schrieb:
>> Passende Geschwindigkeiten und Abstände helfen, davon weniger betroffen
>> zu sein.
> Auch stehende Fahrzeuge wurden Dachziegeln getroffen und Wild achtet
> wenig auf Deine Geschwindigkeit. Es fliegt bloß anders. Ob eine
> Kunststoffscheibe mehr aushält, als Verbundglasscheiben wäre zu prüfen.
> Es kommt auch auf die Montage an.

Es gibt/gab verdammt wenige KFZ mit schräg stehenden 
Scheinwerfer-"Gläsern" aus Glas, aus Verbundglas schon einmal gar nicht, 
nach meinem Wissenstand.
Um Windschutzscheiben ging es bisher in diesem Nebenthread nicht, und 
die bestehen bei zugelassenen Kfz doch eh aus Glas.

Durch meine Hände liefen in meinem Leben hunderte Kfz, defekte 
Scheinwerfer-Gläser idR. unfallbedingt, blinde/verfärbte 
Kunststoffabdeckungen waren ärgerlich bis Hinderungsgrund, das Fahrzeug 
zu kaufen/erststeigern.
Insb. bei den Franzosen...
Man denke zusätzlich nur daran, was die Teilkasko beinhaltet..

Je nach Ladenlokal/Abteilung hatten wir einiges aus 
Acryl/Plexiglasausstattung/Verkauf, Glasflächen nach aussen zusätzlich 
mit Polycarbonatplatten gesichert.
Zumindest früher hatte ich damit einen guten Überblick über das 
Verhalten.
Insb. auch bei Reinigung mit den falschen Mitteln..
von Lu (oszi45)


Lesenswert?

Zum Thema zurück: Der TO hat eine defekte 830x540x5mm Acrylglasscheibe.
Wahrscheinlich stand sie schon bei der Montage unter mechanischer 
Spannung?
von Nick (b620ys)


Lesenswert?

Thomas B. schrieb:
> Mir hatte eine Kunststoffverarbeitender Betrieb die Empfehlung mit dem
> Makrolon für Schiffscheiben gegeben.

+10 (nicht nur +1).
Makrolon wird auch für Sicherheitsscheiben an WZM verwendet. Hält also 
was aus. Polycarbonat würde auch gehen. Auf eine passende Beschichtung 
achten! Kostet halt was. PC gibt es auch als Folien zum Aufkleben, 
sozusagen als Verschleißschicht bei erhöhten Anforderungen.

Plexiglas gibt es als XT (extrudiert) und GS (gegossen). Das XT ist 
rissempfindlicher und hat höhere Eigenspannung, Könnte ein Grund für den 
Riss sein. Insofern es das billigere XT war.
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Lesenswert?

Wer weiß, wieviel Hagel die Scheibe schon abbekam bis das Glas 
ausreichend ermüdet war.
von Bauform B. (bauformb)


Lesenswert?

Also bei Steinschlag oder Wild auf hoher See hast du ganz andere 
Probleme :) Aber lass mich einmal bei Seegang auf Deck rumturnen...
von Frank O. (frank_o)


Lesenswert?

Thomas B. schrieb:
> Mir hatte eine Kunststoffverarbeitender Betrieb die Empfehlung mit dem
> Makrolon für Schiffscheiben gegeben. Das Zeug wird auch im Rennsport,
> Sicherheitstechnik usw. benutzt.
> Die Kratzfestigkeit kann ich nur bestätigen.

Hatte ich ja empfohlen. Aber die Kratzfestigkeit ist nicht so sehr hoch.
Aber ich habe die in 38 Jahren Stapler zig Male verbaut und auch unter 
meinen Fahrzeugen gehabt.
Ganz im Anfang hatten wir auch schon mal Scheiben "irgendwo her" und die 
waren alle Mist.
Makralon funktioniert und es funktioniert am besten.
von H. H. (hhinz)


Lesenswert?

Nick schrieb:
> Makrolon wird auch für Sicherheitsscheiben an WZM verwendet. Hält also
> was aus. Polycarbonat würde auch gehen.

Tempo! Aber Papiertaschentuch würde auch gehen...
von Wollvieh W. (wollvieh)


Lesenswert?

Rainer W. schrieb:
> Frank O. schrieb:
>> H. H. schrieb:
>>> Matte PKW-Scheinwerfer sieht man häufig.
>>
>> Ja, das ist eine richtige Seuche geworden.
>>
> Wenn du die Preise für die Ersatzgläser siehst, wird dir klar, dass das
> ein Geschäftsmodell ist.

Wenn man sieht, daß die Gläser untrennbar verklebt sind und das Paar 
simpler Halogenscheinwerfer 1500 Euro kostet (BMW E39) wird das noch 
klarer.
https://www.leebmann24.com/de/de/product/hella-hauptscheinwerfer-10600658

Vor allem wenn mitten in der Produktion des Modells von wärmelösbarer 
auf untrennbare Verklebung umgestellt wurde.

So kaputt kann Glas gar nicht gehen, als daß das teurer wäre.
von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


Lesenswert?

Hallo Thomas R.

Thomas R. schrieb:

> Nur ein leichtes Ansägen an den gewünschten
> Bruchstellen führte zum Ziel.
>
> Also gehen Risse/Brüche wohl von "Fehlstellen" der Sägekanten aus?
>

Richtig. Das Phenomen wird "Kerbwirkung" genannt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Kerbwirkung

> Dann müßte die neue Scheibe stabiler werden wenn man die Kanten
> irgendwie glättet? Nur wie macht man das? Fräsen? Schleifen? Womit?

Das Anschmelzen wurde schon genannt. Aber Vorsicht, zu leicht hat man 
ein zu großes Stück angewärmt oder überhitzt.
Ansonsten ploieren. z.B. mit Polierpaste.

Mit freundlichem Gruß:
Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
von Wollvieh W. (wollvieh)


Lesenswert?

Bernd W. schrieb:

> Das Anschmelzen wurde schon genannt. Aber Vorsicht, zu leicht hat man
> ein zu großes Stück angewärmt oder überhitzt.
> Ansonsten ploieren. z.B. mit Polierpaste.

Gerade relevante Risse wird man aber mit Polieren nicht erreichen. Die 
Radreifen von Eschede waren auch wunderbar glattpoliert, was die Risse 
in der Tiefe natürlich nicht interessierte.

An eingerissenen Chipstüten kann man sehr schön das Verhalten von Rissen 
studieren. Aktuell fallen die ja überall in größeren Mengen an wg. 
Fußball.
von Dieter D. (Firma: Hobbytheoretiker) (dieter_1234)


Lesenswert?

Da sind Kratzspuren im Bereich der Rahmen. Daher vermute ich, dass er 
einen Sichtschutz hingemacht hatte, damit die Sonne nicht so 
hereinbrennt im Hafen. Der war schwarz und es wurde daher heiss unter 
der Scheibe. Also Temperaturschaden.
von Bernd W. (berndwiebus) Benutzerseite


Lesenswert?

Hallo Wollvieh W.

Wollvieh W. schrieb:

>> Das Anschmelzen wurde schon genannt. Aber Vorsicht, zu leicht hat man
>> ein zu großes Stück angewärmt oder überhitzt.
>> Ansonsten ploieren. z.B. mit Polierpaste.
>
> Gerade relevante Risse wird man aber mit Polieren nicht erreichen.

Gröbere Risse wird man aber z.B. mit einer Feile bearbeiten.
Natürlich muss man die Risse überhaupt erkennen können, um sie zu 
bearbeiten.

> Die
> Radreifen von Eschede waren auch wunderbar glattpoliert, was die Risse
> in der Tiefe natürlich nicht interessierte.

Die Radreifen rissen ja nicht an der blankgelaufenen Außenseite, sondern 
auf der Innenseite, wo sie bei jeder Umdrehung gedehnt wurden.

Aber Fensterscheiben sind keine Radreifen.....

> An eingerissenen Chipstüten kann man sehr schön das Verhalten von Rissen
> studieren.

Oja!

> Aktuell fallen die ja überall in größeren Mengen an wg.
> Fußball.

Ich bin kein Fußballkopf. ;O)

Mit freundlichem Gruß:
Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
: Bearbeitet durch User
von Klaus P. (kpi6288)


Lesenswert?

Thomas R. schrieb:
> Wie auch immer er das geschafft hat

Na das müsste "er" doch erklären können.

Wir haben eine durchgehende gekrümmte Acrylglasscheibe über dem 
Niedergang. Die verkratzt immer wieder etwas. Mit spezieller 
Acrylpolitur hübschen wir sie dann wieder auf. Diese Scheibe war schon 
beim Kauf des Boots in die Jahre gekommen. Vielleicht ist es noch die 
Originalausstattung - dann wäre sie mehr als 30 Jahre alt. Die Scheibe 
ist Sommer wie Winter ungeschützt. Das Material ermüdet also nicht so 
leicht. Einen Bruch haben wir noch nicht erlebt, obwohl die Blöcke von 
der Großschot ab und zu dagegen hauen. Unsere Scheibe ist nicht so dick, 
ich schätze eher 3-4 mm.

Sehe ich das richtig, dass deine Scheibe an der Persenning befestigt ist 
(Reißverschlüsse rechts und links)? Geklebt, genäht oder beides?

Ich habe letztens eine Acrylglasabdeckung (6 mm Plexiglas PMMA) für den 
Motorstarter (ist im Cockpit unter der Bank) neu angefertigt und die 
Kanten mit der Oberfräse abgerundet. Musste mit ewas Spannung montiert 
werden.  Bisher gab es keine Probleme, ist aber auch erst seit 2 Jahren 
montiert. Ist auch deutlich kleiner als deine Scheibe (ca. 250 mm x 80 
mm).
von Ove M. (Firma: ;-) gibt es auch) (hasenstall)


Lesenswert?

5mm kann man noch gut mit nem Lasercutter schneiden. Bei ordentlichen 
Parametern brauch man danach kein Schleifen oder Gasbrenner mehr, das 
kann perfekt werden und spannungsfrei.
Viele Grüsse Ove
Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.