Forum: Mechanik, Gehäuse, Werkzeug Acrylglasscheibe gebrochen, wie macht man die stabiler?


von Thomas R. (thomasr)


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Ein Miteigentümer unseres Schiffes hat es fertig gebracht eine 
830x540x5mm Acrylglasscheibe zu zerbrechen, quer durch. Wie auch immer 
er das geschafft hat, es soll nicht wieder vorkommen.

Beim Versuch die Reste in der Mülltonne unterzubringen war es gar nicht 
so einfach diese zu zerkleinern. Selbst Draufstellen hat die Reststücke 
erst nicht brechen können. Nur ein leichtes Ansägen an den gewünschten 
Bruchstellen führte zum Ziel.

Also gehen Risse/Brüche wohl von "Fehlstellen" der Sägekanten aus?

Dann müßte die neue Scheibe stabiler werden wenn man die Kanten 
irgendwie glättet? Nur wie macht man das? Fräsen? Schleifen? Womit?
von Ralf X. (ralf0815)


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Thomas R. schrieb:
> Dann müßte die neue Scheibe stabiler werden wenn man die Kanten
> irgendwie glättet? Nur wie macht man das? Fräsen? Schleifen? Womit?

Gasflamme.
von Mobile (mobileteser)


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Prüfe mal die Befestigungslöcher. Meist sind die passend auf die 
Schraube. Wenn das Acryl oder der Bootskörper sich mechanisch dehnen 
oder zusammenziehen, dann steht die Schraube am Kunststoff an und das 
Acryl reißt.
von Thomas R. (thomasr)


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Mobile schrieb:
> Prüfe mal die Befestigungslöcher. Meist sind die passend auf die
> Schraube. Wenn das Acryl oder der Bootskörper sich mechanisch dehnen
> oder zusammenziehen, dann steht die Schraube am Kunststoff an und das
> Acryl reißt.

An dieser Scheibe gibt es keine Löcher! Die wird unten auf glatte 
Alubolzen gelegt und oben hinter eine Strebe der Persenning gedrückt. 
Dort ist sie aber mit einem dicken Kantenschutz versehen um die 
Persenning nicht zu beschädigen.

Seltsamerweise ist der Riß auch quer erfolgt, also ausgehend von einer 
der beiden völlig frei liegenden Seiten.
von Thomas R. (thomasr)


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Ralf X. schrieb:
> Thomas R. schrieb:
>> Dann müßte die neue Scheibe stabiler werden wenn man die Kanten
>> irgendwie glättet? Nur wie macht man das? Fräsen? Schleifen? Womit?
>
> Gasflamme.

Hört sich gut an. Hast du genauere Hinweise?

Im Anhang ein Bild der eingesetzten Scheibe.
: Bearbeitet durch User
von Ralf X. (ralf0815)


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Thomas R. schrieb:
> Ralf X. schrieb:
>> Thomas R. schrieb:
>>> Dann müßte die neue Scheibe stabiler werden wenn man die Kanten
>>> irgendwie glättet? Nur wie macht man das? Fräsen? Schleifen? Womit?
>>
>> Gasflamme.
>
> Hört sich gut an. Hast du genauere Hinweise?

Hatte mal einen Schwager mit Firma zur Produktion von Acrylwaren aus 
Plattenacryl.
Dort wurden alle Säge- und Fräskanten kurz an Erdgas- oder 
Flüssiggasflammen vorbeigeführt, wodurch die Kanten wieder glasklar 
wurden.
von Thomas B. (fridolin99)


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Moin,
ich hatte das Problem auch mal. Die Scheiben sind nicht aus Acryl 
sondern aus Makrolon. Das gibts in klar und grau gefärbt, dazu auch UV 
beständig.
Die Löcher müssen mit einem speziellen Bohrer gebohrt werden. Der darf 
keine scharfen Schneiden haben.
Ich habe die Löcher damals etwas größer gebohrt, damit die keine 
Spannungen entstehen.

Die einschlägigen Lieferanten beraten gerne. Die Kanten glätten ist 
nicht nötig.

Im überigen gibt es auch Makrolon AR, das ist beschichtet und hält noch 
mehr aus. Bei Seewasser sicherlich empfehlungswert.

Immer eine Handbereit Wasser unterm Kiel,

Thomas
von Thomas R. (thomasr)


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Thomas B. schrieb:
> Moin,
> ich hatte das Problem auch mal. Die Scheiben sind nicht aus Acryl
> sondern aus Makrolon. Das gibts in klar und grau gefärbt, dazu auch UV
> beständig.
>
> Die einschlägigen Lieferanten beraten gerne. Die Kanten glätten ist
> nicht nötig.
>
> Im überigen gibt es auch Makrolon AR, das ist beschichtet und hält noch
> mehr aus. Bei Seewasser sicherlich empfehlungswert.

Unser "Glas" ist aus dieser Quelle, siehe Angaben. Das ist nicht 
original sondern wurde nachträglich angeschafft um bei schlechtem Wetter 
nicht durch die verschrumpelte Folie schauen zu müssen.
: Bearbeitet durch User
von Thomas R. (thomasr)


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Ralf X. schrieb:
>
> Hatte mal einen Schwager mit Firma zur Produktion von Acrylwaren aus
> Plattenacryl.
> Dort wurden alle Säge- und Fräskanten kurz an Erdgas- oder
> Flüssiggasflammen vorbeigeführt, wodurch die Kanten wieder glasklar
> wurden.

Danke. Dann werde ich mal Versuche mit den Reststücken machen. Einen 
einfachen Gasbrenner hätte ich ja.
von Thomas B. (fridolin99)


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Mir hatte eine Kunststoffverarbeitender Betrieb die Empfehlung mit dem 
Makrolon für Schiffscheiben gegeben. Das Zeug wird auch im Rennsport, 
Sicherheitstechnik usw. benutzt.
Die Kratzfestigkeit kann ich nur bestätigen.

Google liefert das zu den Eigenschaften:
Die wichtigsten Eigenschaften auf einen Blick:
Extreme Kratzfestigkeit: Dank einer speziellen Polysiloxan-Beschichtung 
auf beiden Oberflächen ist das Material hochgradig abriebfest.
Praktisch unzerbrechlich: Die Platten bieten eine enorme 
Schlagfestigkeit (hohe Bruchsicherheit).
Witterungs- und UV-beständig: Das Material ist exzellent gegen 
Bewitterung geschützt und hat oft Herstellergarantien gegen Vergilben 
oder Delamination.
Chemikalienresistent: Beständig gegen viele Reinigungs- und 
Lösungsmittel. Selbst Graffiti lässt sich in der Regel mühelos 
entfernen.
Hohe Transparenz: Die Lichtdurchlässigkeit ist sehr hoch (z.B. ca. 86 % 
bei farblosen 3 mm Platten).
Brandschutzklasse: Erfüllt je nach Stärke gängige Brandschutzklassen 
(normal bis schwer entflammbar, z.B. B1/B2)

Meine alte Scheibe war durch einen massiven Wasserschlag auf dem Rhein 
gebrochen. Die "neue" Scheibe sieht nach 15 Jahren immer noch aus wie 
neu.

Ist nur ein Tipp.

VG,
Thomas
von Udo S. (urschmitt)


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Thomas R. schrieb:
> An dieser Scheibe gibt es keine Löcher! Die wird unten auf glatte
> Alubolzen gelegt und oben hinter eine Strebe der Persenning gedrückt.

Hat die Scheibe dann dauerhaft Spannung oder sitzt sie dann 
spannungsfrei? Das würde den Riß quer vielleicht erklären
In dem Bild sieht es allerdings aus, als wäre die Scheibe spannungsfrei 
montiert.
Es wäre nett wenn du das Ergebnis deiner Versuche mit der Gasflamme hier 
kurz beschreibst.
von Bruno V. (bruno_v)


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Thomas R. schrieb:
> Unser "Glas" ist aus dieser Quelle, siehe Angaben. Das ist nicht
> original sondern wurde nachträglich angeschafft um bei schlechtem Wetter
> nicht durch die verschrumpelte Folie schauen zu müssen.

Naja entweder gute Optik (-acryl/Plexiglas) oder gute Haltbarkeit 
(-carbonat/Makrolon)
von Henrik V. (henrik_v)


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Thomas B. schrieb:
> Chemikalienresistent: Beständig gegen viele Reinigungs- und
> Lösungsmittel. Selbst Graffiti lässt sich in der Regel mühelos
> entfernen.

Aber kein Aceton! Es sei denn, man möchte eine neue Scheibe (oder durch 
die Scheibe :> )
von Gerald B. (gerald_b)


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Thomas B. schrieb:
> Chemikalienresistent: Beständig gegen viele Reinigungs- und
> Lösungsmittel.

Mit dem falschen Reinigungmittel, regelmäßig behandelt, erreicht man 
auch ein Verspröden. Alkohol und Isopropanol zählen dazu. Wenn dann ein 
Schlag dazukommt, wars das. Man denke nur an das Aquarium in Berlin.
von Thomas E. (tmomas)


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Thomas R. schrieb:
> Unser "Glas" ist aus dieser Quelle, siehe Angaben.

IIRC hat Plexiglas XT (extrudiert) Eigenspannungen durch den 
Extrusionsprozess.
Plexiglas GS (gegossen) hat weniger / keine Eigenspannungen.
von Rbx (rcx)


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Bruno V. schrieb:
> Naja entweder gute Optik (-acryl/Plexiglas) oder gute Haltbarkeit

Ja, hinsichtlich der Ausgangsfrage könnte man auch Harry Potter rufen, 
dass der mit dem Zauberstab die Scheibe stabilisiert. Andere nehmen 
Fliegengitter-ähnliche Aufsätze zum Schutz:
(https://de.wikipedia.org/wiki/Persenning)
von H. H. (hhinz)


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Gerald B. schrieb:
> Mit dem falschen Reinigungmittel, regelmäßig behandelt, erreicht man
> auch ein Verspröden. Alkohol und Isopropanol zählen dazu. Wenn dann ein
> Schlag dazukommt, wars das.

ACK! Wenn Wasser mit Spüli nicht reicht, dann nimmt man aromatenfreies 
Waschbenzin.
von Rbx (rcx)


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Rbx schrieb:
> Harry Potter rufen

Oder eben im Voraus Material-Spezialisten rufen: 
https://www.youtube.com/watch?v=SLyZ-dYHJNo.
Wir kennen doch die Geschichten vom Eierzerplatzen (vorsichtiger mit 
umgehen), vom Berlin-Aquarium, oder von dem implodierten U-Boot:
Zerstörungsfreie Prüfung ZfP: Begriff kurz erklärt
https://www.youtube.com/watch?v=SLyZ-dYHJNo
von Frank O. (frank_o)


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Thomas R. schrieb:
> Seltsamerweise ist der Riß auch quer erfolgt, also ausgehend von einer
> der beiden völlig frei liegenden Seiten.


Dann hat sie womöglich schon vorher einen Riss gehabt.
Es gibt da völlig unterschiedliche Qualitätsstufen.
Üblicherweise bist du mit Makralon gut bedient. Das ist zwar teuer, aber 
im Fahrzeugbau, auch in rauer Umgebung, sehr robust.
von H. H. (hhinz)


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Frank O. schrieb:
> Üblicherweise bist du mit Makralon gut bedient.

Polycarbonat ist allerdings nicht automatisch UV-beständig.
von Frank O. (frank_o)


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H. H. schrieb:
> Polycarbonat ist allerdings nicht automatisch UV-beständig.

Ne, aber Makralon schon. Da haben Scheiben nach 20 Jahren noch keine 
UV-Schäden.
Haben wir nur in Staplern eingebaut. Alles andere ist Mist.
Ich sag ja, die Qualität ist sehr unterschiedlich.
Du weißt es eh durch deine Profession (hast du mir mal geschrieben), 
aber man muss nur nach dem Preis einer Makralonscheibe schauen, dann 
weiß man, dass die besser sein müssen. Die kosten ein irres Geld.
: Bearbeitet durch User
von H. H. (hhinz)


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Frank O. schrieb:
> H. H. schrieb:
>> Polycarbonat ist allerdings nicht automatisch UV-beständig.
>
> Ne, aber Makralon schon.

Nö, ist ja nur ein Markenname. Es braucht schon eine entsprechende 
Beschichtung.

> aber man muss nur nach dem Preis einer Makralonscheibe schauen, dann
> weiß man, dass die besser sein müssen. Die kosten ein irres Geld.

Naja, schon teurer als PMMA, aber durchaus bezahlbar.
von Frank O. (frank_o)


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H. H. schrieb:
> Es braucht schon eine entsprechende
> Beschichtung.

Ohne jetzt die Daten genau zu kennen, aber ich gehe davon aus, dass das 
Zeug mit allem beschichtet ist was nötig ist, um im Fahrzeugbereich 
allen Witterungsumständen zu widerstehen.
Wie gesagt, ich kannte Fahrzeuge, da war so eine Scheibe auch nach 20 
Jahren, bis auf Kratzer natürlich, nicht durch Witterungseinflüsse 
beschädigt.
Natürlich habe ich die Datenblätter nicht gelesen.
Ich habe das Zeug von meiner Firma geliefert bekommen und eingebaut oder 
daraus eine passende Scheibe gebaut.
von H. H. (hhinz)


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Frank O. schrieb:
> Wie gesagt, ich kannte Fahrzeuge, da war so eine Scheibe auch nach 20
> Jahren, bis auf Kratzer natürlich, nicht durch Witterungseinflüsse
> beschädigt.

Matte PKW-Scheinwerfer sieht man häufig.
von Carypt C. (carypt)


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Eine Thermopen-Glasscheibe mit der Brechstange zu zerbrechen ist mit 
Anstrengung verbunden, viel leichter bricht Glas von den Kanten her, 
immer da drauf hauen. Macht der Glasschneider doch auch so.
von Frank O. (frank_o)


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H. H. schrieb:
> Matte PKW-Scheinwerfer sieht man häufig.

Ja, das ist eine richtige Seuche geworden.
von Joachim B. (jar)


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Frank O. schrieb:
> Ja, das ist eine richtige Seuche geworden.

seit die aus Kunststoff sind.
Glas wird selten so blind.
von Lu (oszi45)


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Abgesehen vom guten Material ist natürlich der Einbau und die Temperatur 
dabei ein weiterer Faktor. Mein Eisentor hat zwischen Sommer und Winter 
einen cm Differenz! Eine Autoglasscheibe hat im Sommer 70 Grad Celsius 
und im Winter -30° auszuhalten, eine heiße Bootsscheibe muss auch kühles 
Wasser vertragen. Deswegen ist der spannungsfreie Einbau durchaus 
hilfreich.
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