Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik IC - Echt oder Fälschung - und woran erkennbar?


von Keks F. (keksliebhaber)


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Es gibt ja einige, die das anhand eines Bildes schaffen.
Ich konnte nur nach Datenblatt die 4 Source-Pins messen und die anderen 
zueinander. Alle 4 Source-Pins sind kurzgeschlossen, der Rest zueinander 
nicht.
: Verschoben durch Moderator
von Andreas M. (elektronenbremser)


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Original weil der Druck nicht verwaschen oder "billig" aussieht oder 
eine Kopie oder Fake weil die Gehäuseoberfläche nicht glatt ist
von Keks F. (keksliebhaber)


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Kann bestätigen der IC ist tatsächlich rauh an der Oberfläche oben. 
Unterseite ist glatter, hat einen Mittelkreis mit den Buchstaben 
"CHINA".
von Gerald B. (gerald_b)


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Wie sieht denn zum Vergleich das defekte, zu wechselnde IC aus? Wenn es 
den nicht gerade zerrissen hat, kann man den auch mit heranziehen.
von Keks F. (keksliebhaber)


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Gerald B. schrieb:
> Wie sieht denn zum Vergleich das defekte, zu wechselnde IC aus? Wenn es
> den nicht gerade zerrissen hat, kann man den auch mit heranziehen.

Sehr gute Frage.

Grundsituation:

Philips LCD TV, kurz vor Corona vom Blitzeinschlag getroffen. Tunermodul 
zerschmolzen (Blitz schlug in Straßenlaterne 200m weiter und hatte genug 
Wumms um was über Koax und Telefon mitzugeben), auf der Netzteil Platine 
der TNY geplatzt (der ist auch schon lange weg, war aber nichts mehr 
übrig) und eine Diode. TNY ersetzt (damals noch Ebay, ich weiß), Diode 
aus dem Fundus ersetzen können. Immernoch kein Mucks. Der TV steht 
irgendwo in irgendeiner Ecke rum.

Hatte damals 2 TNYs bestellt, den einen habe ich jetzt zufällig 
wiedergefunden beim Aufräumen und Entsorgen und das hat mich zum 
Nachdenken angeregt. "Der muss doch bestimmt gefälscht sein".

Komme nicht ohne weiteres an den TV ran. Kann auch logischerweise noch 
anderes zerschossen sein, was ich nicht gefunden hatte.

Dachte mir, wenn das hier Fakes sind, dann bestelle ich auf gut Glück 
mal was nach, aber diesmal vernünftig. Ansonsten kommt der TV sonst in 
die Tonne, habe vom Sperrmüll schon genug gerettet um ein Gästeklo zu 
fliesen.
: Bearbeitet durch User
von Michael B. (laberkopp)


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Meistens produzieren diese kleinen IC nur eine Standby-Spannung  z.B. 
5V.

Dann repariert man nicht die Bauteile, sondern setzt ein anderes 
funktionierendes 5V Netzteil rein und fertig.

Anders beim Hauptnetzteil welches mehrere Spannungen mit hohem Strom 
produziert.
von Maik .. (basteling)


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Sieht mir ziemlich gefälscht oder verfälscht aus.

1.) Oberfläche aufgerauht statt klassischer glatter Spritzgußoberfläche.
Und das auch nur auf einer Seite des Gehäuses...
- da hat wer die Originalbeschriftung entfernt.
Oft wir das auch abgeschliffen und etwas neu schwarz nachgefärbt 
"blacktopping" genannt kann man dann mit üblichen Lösemitteln anlösen.


2.) Laserbeschriftung ist kein Garant für irgendwas. Ich hab auch schon 
Total(ver)fälschungen mit kunstvoll aufgelasertem Firmenlogo gesehen, 
die im Original nur mit Buchstabenlogo versehen waren.  Ein 
Laserbeschrifter kostet fast nichts mehr, da sind Druckstempel oder 
Siebdrucksiebe nicht mehr die Wahl..


P.S. so einen Schweinkram gab es auch hier in Schland, ich habe mal eine 
Röhren - Rollendruckmaschine (heißt das so?) gesehen, wo teure 
Audioröhren wieder neu beschriftet wurden. Ob da immer Originale 
reingelegt wurden.... Ich hab dann schöne neubedruckte Telefunkenkartons 
zu meinen dort abgeholten technischen Unterlagen als bonbon mitbekommen. 
Also - Schmu lauert überall-
von H. H. (hhinz)


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Stümperhafte Fälschung, erkennbar an der rauhen Oberfläche und dem 
groben Lasermarking. Und den falschen Font haben sie auch noch genommen.
: Bearbeitet durch User
von Keks F. (keksliebhaber)


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Michael B. schrieb:
> Meistens produzieren diese kleinen IC nur eine Standby-Spannung  z.B.
> 5V.
>
> Dann repariert man nicht die Bauteile, sondern setzt ein anderes
> funktionierendes 5V Netzteil rein und fertig.
>
> Anders beim Hauptnetzteil welches mehrere Spannungen mit hohem Strom
> produziert.

Hast ja völlig recht. Damals war das Wissen nicht vorhanden, und heute 
habe ich zwar eine volle Ausstattung, aber es fehlen noch ein 
Labornetzteil und ein Oszi.

H. H. schrieb:
> Stümperhafte Fälschung, erkennbar an der rauhen Oberfläche und dem
> groben Lasermarking.

Damit ist das Thema ja geklärt. Wie immer habe ich auf dich gehofft.
Wie kommt es eigentlich, dass die Messungen, die ich soweit machen 
konnte, stimmten? Ist das Zufall, oder wird da der Müll vorselektiert, 
bevor umgelabelt?
von H. H. (hhinz)


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Keks F. schrieb:
> Damit ist das Thema ja geklärt. Wie immer habe ich auf dich gehofft.
> Wie kommt es eigentlich, dass die Messungen, die ich soweit machen
> konnte, stimmten? Ist das Zufall, oder wird da der Müll vorselektiert,
> bevor umgelabelt?

Das kann sogar ein ausgelöteter LNK362 sein, oder ein anderer aus der 
Reihe, oder irgendwas mit passendem Gehäuse. Selbst Gehäuse ohne Die 
sind schon als Fälschungen aufgetaucht...
von Keks F. (keksliebhaber)


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Ja gut, wenn tatsächlich doch ein echter 362, wieso dann abschleifen und 
neu beschriften?

Also das System hinter den Fälschungen allgemein bei scheinbar 
Cent-Artikeln habe ich noch nicht ganz begriffen. Sind die Margen da so 
groß?
von H. H. (hhinz)


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Keks F. schrieb:
> Ja gut, wenn tatsächlich doch ein echter 362, wieso dann abschleifen und
> neu beschriften?

Damit er "neu" ist.

Ob er funktioniert ist damit natürlich nicht gesagt.


> Also das System hinter den Fälschungen allgemein bei scheinbar
> Cent-Artikeln habe ich noch nicht ganz begriffen. Sind die Margen da so
> groß?

Offensichtlich ausreichend.
von Maik .. (basteling)


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Es gibt da dieses ältere PDF, auf dem gezeigt wird, wie in China 
ausgelötete Bauteile teilweise am Flußufer gewaschen und getrocknet 
werden. Da gibts ja immernoch die Scheere zwischen Hightech und 
Hinterland...

Und mit dem Aufbereiten sind die gut. Ich habe mal bewusst historische 
parallele EEproms gekauft (gabs nirgendwo mehr, ging nur um einen Test 
für ein älteres Gerät), die kamen dann mit den verschiedensten 
Originalbeschriftungen, aber neu verzinnten und neu erscheinenden 
Anschlußbeinen.

Grundsäzlich ist das ja erstmal nachhaltig, aber nur bedingt, da die 
Vorgeschichte, ESD Vorschäden und ähnliches nicht bekannt sind.

Und oft werden ja -oh wunder- erweiterte Temperaturbereiche oder besser 
selektierte Teile daraus, das ist dann insbesonders bei 
Neubeschriftungen ein Extraproblem..
von Keks F. (keksliebhaber)


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Das mit dem am Flussufer gewaschen hatte ich auch irgendwann einmal in 
einem Video gesehen.
von Dennis S. (whiterussian)


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Flipperforum - Hauptboard in Spülmaschine gewaschen... es gibt alles...
von Maik .. (basteling)


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Aber es ist schon ein Unterschied, ob man es - ggfs. sogar improvisiert 
ESD gerecht - selber wäscht und die Risiken womöglich im Blick hat und 
umschifft, oder ob das Zeug eimerweise irgendwohin geschüttet, gesiebt 
und nacher wieder aufgehübscht wird. Und aus Schrott mit unbekannter 
Vorgeschichte recycelt wurde. Die Gefahr von Ausfällen steigt dann 
einfach deutlich, auch in Betrieb durch ESD Vorschädigungen insbesonders 
durch den rustikalen Umgang. Angeschossene, aber noch nicht komplett 
kaputte Ein- und Ausgangsbeschaltung der Halbleiter durch die 
Misshandlung ohne ESD Schutzmaßnahmen ist da ein Stichwort. Die sind 
dann ggfs. schon sturmreif geschossen, und fallen dann ggfs. zu früh 
aus.
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