Hey Leute, habe mir das Rigol DHO954 gekauft. Im Bedienungshandbuch steht: "Erden Sie das Produkt ordnungsgemäß: Das Gerät verwendet eine USB-C-Stromschnittstelle. Es ist nicht über das Netzkabel geerdet. Um einen Stromschlag zu vermeiden, verbinden Sie das Gerät mit dem im Zubehör enthaltenen Erdungskabel, bevor Sie Eingangs- oder Ausgangsklemmen anschließen. Verhindern elektrostatische Aufladung: Betreiben Sie das Gerät in einer Umgebung mit Schutz vor elektrostatischer Entladung, um Schäden durch statische Entladungen zu vermeiden. Erden Sie vor dem Anschließen stets sowohl den Innen- als auch den Außenleiter der Kabel, um statische Aufladung abzuleiten. " Dazu habe ich mich im Internet belesen, und bei Reddit einen ähnlichen Beitrag von vor 6 Monaten gefunden => https://www.reddit.com/r/AskElectronics/comments/1pzrsuk/how_to_properly_ground_rigol_dho804/?tl=de. Darin schrieb "AgreeableIncrease403", dass man dazu einen Erdungs-Banana-Buchsenadapter benötigt (TRU COMPONENTS TC-12277204 Erdungsstecker 2x Bananenbuchsen 4 mm, 1x Druckknopfanschluss 10 mm 1 St. bei Conrad). Darauffolgend wurde dies dann nicht empfohlen. Abschließend schrieb "JonJackjon", dass man es für die meisten Messungen (niedrige Spannungen) nicht erden braucht. Was ist nun richtig? Wie geweährleiste ich den Schutz vor elektrostatischer Aufladung am Hobbyarbeitstisch/-platz. Vielen dank euch!
Peter schrieb: > Wie geweährleiste ich den Schutz vor elektrostatischer Aufladung am > Hobbyarbeitstisch/-platz. https://www.amazon.de/dp/B07WT64Z2N So zum Beispiel.
Peter schrieb: > habe mir das Rigol DHO954 gekauft. Na super! Ein Messgerät mit 500 MHz Bandbreite und über 1000 Euro Kaufpreis um eine einfache Arduino-Schaltung zu messen. Ich schätze mal dass du die 500 MHz nie brauchen wirst .....
Peter schrieb: > habe mir das Rigol DHO954 gekauft. Das Rigol DHO954 gibt es eigentlich gar nicht ..... beim Suchen kam das MHO954 für 1000+ Euro ......
Wastl schrieb: > Na super! Ein Messgerät mit 500 MHz Bandbreite und über 1000 Euro > Kaufpreis um eine einfache Arduino-Schaltung zu messen. Ja und? Wenn er die Taler übrig hat, dann spricht doch nichts dagegen direkt etwas Ordentliches zu kaufen. Wird doch sonst immer hier im Forum angemahnt. Jetzt macht's einer und nun isses auch nicht recht…
Peter schrieb: > Um einen Stromschlag zu vermeiden, verbinden Sie das > Gerät mit dem im Zubehör enthaltenen Erdungskabel, bevor Sie Eingangs- > oder Ausgangsklemmen anschließen. Anstatt der Steckdosenleiste könntest Du das Erdungskabel zeigen. In Deinem 20260626_153138.jpg sehe ich auch keine Informationen. > (TRU COMPONENTS TC-12277204 Erdungsstecker bringt mich über G* zu Conrad und einem Produktbild mit dem Aufdruck ".. 1 MegOhm .." Der hat zu jeder Buchse einen Widerstand 1Meg zum PE - damit leitet man Ladungen ab, aber bekommt keine niederohmige Erdung zustande. Es ist übrigens kein Hexenwerk, von einem billigen Schukostecker die Stifte zu entfernen und nur den Schutzleiter anzuklemmen. Peter schrieb: > Abschließend schrieb "JonJackjon", dass man es für die meisten Messungen > (niedrige Spannungen) nicht erden braucht. Was ist nun richtig? Alles und nichts. Es kann sein, dass die Versorgung über das USB-Netzteil ohne PE einen unerwünschten Ableitstrom (xx µA) erzeugt, den man per Erdung fangen würde. Es gibt aber auch Aufbauten, wo eine Erdung unerwünscht wäre. Ich weiß nicht, ob und/oder welchen Bezug die Meßeingänge zur USB-Versorgung haben. Suche Dir aus, was zu Deiner jeweiligen Meßaufgabe passt.
Peter schrieb: > Dazu habe ich mich im Internet belesen, und bei Reddit einen ähnlichen > Beitrag von vor 6 Monaten gefunden Die Lösung find ich massiv witzig. Eher potentiell lebensgefährlich. GND des Oszis mit der Antistatikmatte verbinden. Dann die Masseklemme des Oszis in einem SNT an Masse anklemmen. OK, an dem Schweinchenfarbenen Stecker sind 1 MOhm drinnen. Mit welcher Spannungsfestigkeit? Wenn man richtig erdet und dann die Masseklemme im SNT anklemmt, hat man wenigstens eine 50:50 Chance sich mal die Grundlagen ansehen zu müssen, während das neue Oszi kommt (denn eine Garantiereparatur wird das garantiert (pun intended)) nicht.
Manfred P. schrieb: > Es kann sein, dass die Versorgung über das > USB-Netzteil ohne PE einen unerwünschten Ableitstrom (xx µA) erzeugt Im Datenblatt steht zur Versorgung 70W und 20V 5A Kennt jemand USB-C Netzteile mit geringem Ableitstrom? Also am besten mit Schirmwicklung statt Y-Kondensatoren. Da es zur Erdung zwar eine Lasche, aber keine 4mm Buchse gibt, schlage ich vor, als stabilen Erdanschluss eine der rückseitigen BNC Buchsen zu probieren.
Wolf17 schrieb: > Manfred P. schrieb: >> Es kann sein, dass die Versorgung über das >> USB-Netzteil ohne PE einen unerwünschten Ableitstrom (xx µA) erzeugt > Im Datenblatt steht zur Versorgung 70W und 20V 5A > Kennt jemand USB-C Netzteile mit geringem Ableitstrom? Also am besten > mit Schirmwicklung statt Y-Kondensatoren. Im freien Handel weiß man nicht, was man bekommt. Vielleicht war ja Rigol so nett, ein anständiges Netzteil mitzuliefern. > Da es zur Erdung zwar eine Lasche, aber keine 4mm Buchse gibt, schlage > ich vor, als stabilen Erdanschluss eine der rückseitigen BNC Buchsen zu > probieren. NEIN! Wenn es eine geeignete Lasche gibt, nutzt man die. Ob und/oder wie die BNC-Buchsen zur Gerätemasse stehen, ist unbekannt und damit für eine Erdung unbrauchbar.
Guten Morgen, Oszilloskop erden? Ich denke, ich habe mich verlesen! Aber nein! Ich und viele andere Leute sorgen dafür dass, ihr Oszilloskop floatet, also auf keinen Fall irgendeine galvanische Verbinung in Richtung Schukomasse /Erde hat. Als nur ein wenig erfahrener Elektroniker schafft man sich dafür teure Trenntrafos an oder gleich noch teuere Oszis mit Potentialtrennung bzw. Batteriebetrieb. Der Grund dafür ist einfach: Man misst ja auch mal an Netz-Ungetrennter Seite eines Schaltnetzteiles. Wenn man einen Trenntrafo hat: alles gut. Hat man keinen: Puff, Leiterzüge wegggebrannt, Bauteile zerstört und die Sicherung in der Verteilung plus FI fliegt. Schaden enorm. Ich käme nach über vierzig Jahren Elektronik nie auf den Einfall einen Oszi auf einen ordentlich eingerichteten Messplatz ohne Trenntrafo, also mit Anschluss an Schuko-Netzpotential zu betreiben. Jeder Arbeitgeber gibt dafür Geld aus, diskutiert noch nicht mal darüber, wieso wohl? Bei mobilen Messungen vor Ort sieht das eventuell etwas anders aus- aber dann darf man eben nicht Netzseitig messen, außer man hat ein Batterie betriebenes Oszi.
Lothar schrieb: > einen > Oszi auf einen ordentlich eingerichteten Messplatz ohne Trenntrafo, also > mit Anschluss an Schuko-Netzpotential zu betreiben. Ich mache es immer andersrum: Ich betreibe das DUT am Trenntrafo... Hat hier auch noch den Vorteil, das der ein Stellglied hat und 'ne Stromanzeige.
Lothar schrieb: > Der Grund dafür ist einfach: Man misst ja auch mal an Netz-Ungetrennter > Seite eines Schaltnetzteiles. Wenn man einen Trenntrafo hat: alles gut. > Hat man keinen: Puff, Leiterzüge wegggebrannt, Bauteile zerstört und die > Sicherung in der Verteilung plus FI fliegt. Schaden enorm. Interessant, dass jemand mit so viel Erfahrung das so sieht. Bei Schaltungen an Schutzkleinspannung kann ich das auch etwas nachvollziehen. Aber gerade deine Begründung, Schaltungen am Netz: Puff und der Bediener liegt zuckend am Boden... Ist das wirklich zu bevorzugen? Ich halte es wie Rick: Das Oszi ist geerdet. Wenn ich primärseitig messe, kommt der Prüfling an einen Trenntrafo.
Manfred P. schrieb: > Wolf17 schrieb: >> Manfred P. schrieb: >>> Es kann sein, dass die Versorgung über das >>> USB-Netzteil ohne PE einen unerwünschten Ableitstrom (xx µA) erzeugt >> Im Datenblatt steht zur Versorgung 70W und 20V 5A >> Kennt jemand USB-C Netzteile mit geringem Ableitstrom? Also am besten >> mit Schirmwicklung statt Y-Kondensatoren. > > Im freien Handel weiß man nicht, was man bekommt. Vielleicht war ja > Rigol so nett, ein anständiges Netzteil mitzuliefern. > >> Da es zur Erdung zwar eine Lasche, aber keine 4mm Buchse gibt, schlage >> ich vor, als stabilen Erdanschluss eine der rückseitigen BNC Buchsen zu >> probieren. > > NEIN! Wenn es eine geeignete Lasche gibt, nutzt man die. Ob und/oder wie > die BNC-Buchsen zur Gerätemasse stehen, ist unbekannt und damit für eine > Erdung unbrauchbar. Mein MHO98 hat wie das weitgehend baugleiche MHO954 eine 4mm Buchse auf der Rückseite und es lag ebenso wie bei diesem ein Erdungskabel mit beidseitigen 4mm Steckern mit transparenten Schiebehülsen bei. Zwischen der Erdungsbuchse und den BNC-Buchsen messe ich nur wenige mΩ. Mitgeliefert wurde ein LITEON PA-1101-066 100W Netzteil mit dreipoligem Kleeblatt Anschluss und Netzkabel. Zwischen Schutzleiteranschluss am Netzteil und angeschlossenem Oszilloskop messe ich 1MΩ. Angeschlossen und eingeschaltet messe ich ohne das Erdungskabel weniger als 200mV (AC, DC, AC+DC) zwischen dem Schutzleiteranschluss der Steckdosenleiste und der Erdungsbuchse bzw. den BNC-Buchsen.
Beitrag #8066833 wurde vom Autor gelöscht.
Gunnar F. schrieb: > Lothar schrieb: >> Der Grund dafür ist einfach: Man misst ja auch mal an Netz-Ungetrennter >> Seite eines Schaltnetzteiles. Wenn man einen Trenntrafo hat: alles gut. >> Hat man keinen: Puff, Leiterzüge wegggebrannt, Bauteile zerstört und die >> Sicherung in der Verteilung plus FI fliegt. Schaden enorm. > > Interessant, dass jemand mit so viel Erfahrung das so sieht. Bei > Schaltungen an Schutzkleinspannung kann ich das auch etwas > nachvollziehen. Aber gerade deine Begründung, Schaltungen am Netz: Erwischt - der Arbeitsschutz! Hmmm, Aber wenn Du mich so fragst, ich habe zwei Trenntrafos (Privat drei, einen noch für den Spektrumsanlyzer). Also einen fürs Oszi und einen für die DUT. Eigentlich nehme ich jetzt meistens auch den für die DUT. Da war ich wohl eher früher.... nicht immer so aufmerksam, nett gesagt. Es geht auch wie von Dir vorgeschlagen. Hast Recht. Aber ein Trenntrafo am Oszi oder am DUT ist zwingend nötig. Aber prinzipiell ist mir die galvanische Unterbrechung zusätzlich am Oszi lieber. Ich gehe davon aus, dass ich weniger Leakagecurrent und damit weniger Störungen habe. Die Schukomasse ist oft sehr mit HF verseucht - gerade in größeren Firmen und das führt dann zu ekligen Masseausgleichsströmen, zusammen mit den Leakagecurrents, über den Schirm der BNC/SMA-Kabel, die sich wiederum in den Mittelleiter als Störstrom induzieren. Gut jetzt messe ich meist deutlich unter 1 µA. Jemanden der vieleicht bei 1 mA nach unten aufhört, stört es eventuell nicht. Aber ich bin gern "auf der sicheren Seite", weil es viel Zeit kostet, sowas immer wieder als Pseudofehler zu enttarnen.
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Hi Lothar, so richtig habe ich den optimalen Setup auch noch nicht gefunden. Ich habe noch einen uralten Philips Radiomeister und war schon oft glücklich, dass ich den anno 1998 vor der Verschrottung bewahrte. (der olle Hameg darüber ist heute eher selten in Betrieb!) Die Situation hat sich aber auch mehr und mehr verändert: Früher ein altes Netzteil mit schutzisoliertem Trafo, Funktionsgenerator und Lötkolben desgleichen. Heute sind so viele Kleingeräte in Schutzklasse I ausgeführt, haben Schaltnetzteile drin. Überall drohen Erd- und Masseschleifen. Damit verbietet es sich, die Oszimasse "irgendwo" im DUT anzuschließen und so zum Beispiel Strom über Shunt und Spannung gleichzeitig zu messen. P.S. Eben diese geerdeten Geräte sind bei isoliertem Oszi und DUT am Netz ein zusätzliches Risiko: Nicht machen!
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