Hallo, ich habe hier einen Hera EBS3 Touch-Schalter. Dieser gibt leider die Netzspannung nicht mehr durch. Kurz zum Aufbau / Funktion des Geräts: Über einen Euro-Stecker erfolgt die Spannungsversorgung. Am Touch-Eingang wird eine Touch-Fläche angeschlossen, die bei Berührung den Ausgang des Geräts ein / ausschaltet. Am Ausgang befindet sich eine Euro-Buchse, an der dann z.B. ein Trafo für LED / Halogenlampen hängt. Der IC ist ein Null-Durchgangsschalter. Eigentlich wird der wohl ehr für Triacs verwendet, Hera hat da aber ein Relais dahintergeklemmt. Das Gerät lag jetzt knappe 20Jahre auf der Schrankwand der lieben Oma und hat seinen Dienst getan. Leider seit letzter Woche nicht mehr. Es klackert jetzt nur noch etwas vor sich hin, wenn man die Touch-Fläche berührt, aber die Lampen gehen nicht mehr an. Was ich schon getestet habe: * Lampentrafo normal in die Steckdose --> geht, Lampen und Trafo sind also i.O. * Durchgängigkeit der Leiter von der Platine OUT bis zur Euro-Buchse --> i.O. * Relay ausgelötet und am Labot-NT getestet --> schaltet bei ca. 15V DC durch und bei 2,4V wieder ab. Verbindung im Ein-Zustand niederohmig. DB des Relais gibt eine Pick-Up-Voltage von 19V DC an. Scheint aber niedriger zu sein, Strom am Labornetzteil 0,01A Spulenwiderstand 1446 Ohm wie im DB angegeben. * Ansteuerung des Relais auf der Platine gemessen nur mit 19,16V --> etwas grenzwertig, aber mit den 15V noch i.O. * Ansteuerspannung fällt nach dem Ausschalten langsam ab, wenn das Relais ausgelötet ist * Caps sehen noch gut aus, nichts aufgequollen Ich vermute, dass vllt einer der Cs zwischen Phase und Neutralleiter kaputt ist, dann würde aber der LSS kommen, was nicht passiert. Anbei der grob reversde Schaltplan und ein paar Bilder. Habt Ihr eine Idee, was dem guten Stück fehlen könnte? Alex
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alle 3 - 4 Elkos erst mal tauschen - geht schneller als Schaltpläne abzuzeichnen wenn es erst seit kurzem kaputt ist - mit Föhn warm machen - geht es dann wieder sehr sicher ein Elko
Ger nicht gleich gesehen: Kondensatornetzteil. Also werdens die beiden blauen Folienkondensatoren sein.
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Zumindest die markierten Lötstellen sehen (zumindest dem Bild nach) nicht sonderlich vertrauenerweckend aus...
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Alex Z. schrieb: > Hera_EBS3.png Ein paar Vorschläge, um den Schaltplan verständlicher zu machen: Auf den Elektrolytkondensatoren sind (normalerweise) Kapazität und Spannung angegeben. Außerdem besitzen Elkos eine Polung, markiert durch den dicken weißen Streifen, und es gibt ein eigenes Symbol, dass diese Polung auch im Schaltplan darstellt. Trag die Werte und die Elkos mit richtigem Symbol doch einmal in den Schaltplan ein. Der Wert der Widerstände steht in Form der bunten Ringe auf dem Widerstandskörper und sollte dann auch im Schaltplan auftauchen. Überall "R_Small" dran zu schreiben, hilft niemandem. Ein leerer Kasten für ein IC (U1) und eine Pin-Anordnung entsprechend dem Layout erzählen überhaupt nichts über die Funktion. Ein Blockschaltbild im Symbol besitzt erheblich mehr Aussagekraft und vereinfacht die Erfassung der Schaltungsfunktion. Das Verstehen der Funktion wäre wesentlich einfacher, wenn der Schaltplan nach den Funktionsgruppen strukturiert wäre und nicht irgendwie die Bauelemente verbunden wären. Die Darstellung erfolgt üblicherweise soweit möglichst nach dem EVA-Prinzip (v.l.n.r. Eingang - Verarbeitung - Ausgang) und die Versorgungsspannungen werden von oben nach unten abnehmend angeordnet. Funktionsgruppen wären hier: Aufbereitung Versorgungsspannung für Auswerteelektronik und Relais, Touchpad als Eingang, Signalverarbeitung mit Ansteuerung für Relais, Laststromkreis. Nachdem durch einen ordentlich gegliederten Schaltplan klar ist, woher die Versorgungsspannung für das Relais kommt, kann man die nachmessen (Vorsicht: Schaltung liegt an Netzspannung) und mit der Angabe auf dem Relais vergleichen.
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Die Ursachen, Kondensatornetzteil oder tauber Elko wurden schon genannt. Wenn du nicht auf Verdacht und Wahrscheinlichkeiten hin Teile wechseln willst, dann löte zwei Kabel an die Anschlüsse der Relaiswicklung und miss die Spannung, wenn das Relais anziehen will. Achtung, keine Netztrennung!!! Wenn diese Spannung wesentlich zu niedrig ist, dann die beiden blauen Quader mit 220n tauschen. Inzwischen sind die Dinger wesenlich kleiner geworden. Vermutlich liegen sie parallel, dann kannst du auch einen mit 470n X2 nehmen. Auf X2 scheint man bei dir damals großzügig verzichtet zu haben, ist aber mehr als sinnvoll.
Moin, hab jetzt die 2 blauen caps ausgelötet und mit einem Fluke 175 nachgemessen. Beide zusammen haben nur noch 80nF. Ihr habt ein gutes gespür.
Alex Z. schrieb: > Ihr habt ein gutes gespür. Erfahrung! Fast immer sind es die Netzteil Kondensatoren. Nach 20 Jahren Betrieb, haben sie so viele Durchschläge ausgeheilt, dass nicht mehr viel von ihnen übrig ist. Selten explodieren auch mal die Widerstände.
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Arduino F. schrieb: > Erfahrung! > > Fast immer sind es die Netzteil Kondensatoren. > Nach 20 Jahren Betrieb, .. oder auch deutlich weniger Jahren, hier eine Ansmann Stromsparsteckdose.
Arduino F. schrieb: > Erfahrung! Funksteckdose, Schaltuhr und "Mückenbruzzler" mit LEDs schon gehabt, mit taubem Kondensatzornetzteil. Der hat dann meist nur noch zwischen 10 und 30% der Nennkapazität.
Ich habe noch eine Frage dazu: Die 2 Caps sind bis 400VDC und nur 200VAC spezifiziert. Ist das nicht ein bissel wenig, wenn die an Netzspannung anliegen?
Alex Z. schrieb: > Ich habe noch eine Frage dazu: Die 2 Caps sind bis 400VDC und nur > 200VAC > spezifiziert. Ist das nicht ein bissel wenig, wenn die an Netzspannung > anliegen? Ja, man sollte da besser Klasse X2 verwenden, aber die werden mechanisch zu groß sein. Notfalls eben 630VDC Typen mit PET Dielektrikum.
Damals war da noch mehr Reserve. Ich habe Mitte der 80er in einem Treppenlichttaster eine rote 5mm VQA13 LED per Kondensatornetzteil als Glimmlampenersatz verbaut. Nix X2, 220 nF, 630V DC von KOWEG (Kondensatorenwerk Görlitz), die roten, mit Epox vergossenen KT, sollte Styroflex sein. Diese Kombi hat 30 Jahre Dauerbetrieb geleistet und wäre sicherlich noch länger gelaufen. Leider wurden die Taster bei einer Renovierung des Treppenhauses ersetzt.
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Gerald B. schrieb: > Damals war da noch mehr Reserve. Ich habe Mitte der 80er in einem > Treppenlichttaster eine rote 5mm VQA13 LED per Kondensatornetzteil als > Glimmlampenersatz verbaut. Nix X2, 220 nF, 630V DC von KOWEG > (Kondensatorenwerk Görlitz), die roten, mit Epox vergossenen KT, sollte > Styroflex sein. Diese Kombi hat 30 Jahre Dauerbetrieb geleistet und wäre > sicherlich noch länger gelaufen. Leider wurden die Taster bei einer > Renovierung des Treppenhauses ersetzt. Wenn man sie noch hätte, könnte man den Strom nachmessen, das waren mal 16mA. Sowohl das Nachlassen der LED als auch des Stroms geht langsam und wird vom Menschen lange Zeit nicht bemerkt. Ich habe mehrere Steckdosen-Voltmeter, deren nachlassende Helligkeit lange Zeit nicht auffiel - bis dann irgendwann fast nichts mehr zu sehen war. Da ist wirklich die LED durch, allerdings hat der C am Netz auch deutlich abgebaut.
Moin, so heute kamen die neuen Caps vom Reichelt. Nach dem Einlöten angesteckt und getestet. Funktioniert wieder wie geschmiert. Oma hat 30€ gespart und ich habe ein paar neue Hirschmannklemmen :) . Vielen Dank euch.
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