Forum: Analoge Elektronik und Schaltungstechnik Hera EBS 3 Reparatur


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von Alex Z. (alexander_z49)



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Hallo,

ich habe hier einen Hera EBS3 Touch-Schalter. Dieser gibt leider die 
Netzspannung nicht mehr durch.

Kurz zum Aufbau / Funktion des Geräts:
Über einen Euro-Stecker erfolgt die Spannungsversorgung. Am 
Touch-Eingang wird eine Touch-Fläche angeschlossen, die bei Berührung 
den Ausgang des Geräts ein / ausschaltet. Am Ausgang befindet sich eine 
Euro-Buchse, an der dann z.B. ein Trafo für LED / Halogenlampen hängt. 
Der IC ist ein Null-Durchgangsschalter. Eigentlich wird der wohl ehr für 
Triacs verwendet, Hera hat da aber ein Relais dahintergeklemmt.

Das Gerät lag jetzt knappe 20Jahre auf der Schrankwand der lieben Oma 
und hat seinen Dienst getan. Leider seit letzter Woche nicht mehr. Es 
klackert jetzt nur noch etwas vor sich hin, wenn man die Touch-Fläche 
berührt, aber die Lampen gehen nicht mehr an.

Was ich schon getestet habe:
* Lampentrafo normal in die Steckdose  --> geht, Lampen und Trafo sind 
also i.O.
* Durchgängigkeit der Leiter von der Platine OUT bis zur Euro-Buchse --> 
i.O.
* Relay ausgelötet und am Labot-NT getestet --> schaltet bei ca. 15V DC 
durch und bei 2,4V wieder ab. Verbindung im Ein-Zustand niederohmig. DB 
des Relais gibt eine Pick-Up-Voltage von 19V DC an. Scheint aber 
niedriger zu sein, Strom am Labornetzteil 0,01A Spulenwiderstand 1446 
Ohm wie im DB angegeben.
* Ansteuerung des Relais auf der Platine gemessen nur mit 19,16V --> 
etwas grenzwertig, aber mit den 15V noch i.O.
* Ansteuerspannung fällt nach dem Ausschalten langsam ab, wenn das 
Relais ausgelötet ist
* Caps sehen noch gut aus, nichts aufgequollen

Ich vermute, dass vllt einer der Cs zwischen Phase und Neutralleiter 
kaputt ist, dann würde aber der LSS kommen, was nicht passiert.
Anbei der grob reversde Schaltplan und ein paar Bilder. Habt Ihr eine 
Idee, was dem guten Stück fehlen könnte?

Alex
: Verschoben durch Moderator
von H. H. (hhinz)


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Siebelko tot.
von Heinz R. (heijz)


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alle 3 - 4 Elkos erst mal tauschen - geht schneller als Schaltpläne 
abzuzeichnen

wenn es erst seit kurzem kaputt ist - mit Föhn warm machen - geht es 
dann wieder sehr sicher ein Elko
von H. H. (hhinz)


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Ger nicht gleich gesehen: Kondensatornetzteil. Also werdens die beiden 
blauen Folienkondensatoren sein.
: Bearbeitet durch User
von Michael W. (miks)


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Zumindest die markierten Lötstellen sehen (zumindest dem Bild nach) 
nicht sonderlich vertrauenerweckend aus...
: Bearbeitet durch User
von Rainer W. (rawi)


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Alex Z. schrieb:
> Hera_EBS3.png

Ein paar Vorschläge, um den Schaltplan verständlicher zu machen:

Auf den Elektrolytkondensatoren sind (normalerweise) Kapazität und 
Spannung angegeben. Außerdem besitzen Elkos eine Polung, markiert durch 
den dicken weißen Streifen, und es gibt ein eigenes Symbol, dass diese 
Polung auch im Schaltplan darstellt.

Trag die Werte und die Elkos mit richtigem Symbol doch einmal in den 
Schaltplan ein.

Der Wert der Widerstände steht in Form der bunten Ringe auf dem 
Widerstandskörper und sollte dann auch im Schaltplan auftauchen. Überall 
"R_Small" dran zu schreiben, hilft niemandem.

Ein leerer Kasten für ein IC (U1) und eine Pin-Anordnung entsprechend 
dem Layout erzählen überhaupt nichts über die Funktion. Ein 
Blockschaltbild im Symbol besitzt erheblich mehr Aussagekraft und 
vereinfacht die Erfassung der Schaltungsfunktion.

Das Verstehen der Funktion wäre wesentlich einfacher, wenn der 
Schaltplan nach den Funktionsgruppen strukturiert wäre und nicht 
irgendwie die Bauelemente verbunden wären. Die Darstellung erfolgt 
üblicherweise soweit möglichst nach dem EVA-Prinzip (v.l.n.r. Eingang - 
Verarbeitung - Ausgang) und die Versorgungsspannungen werden von oben 
nach unten abnehmend angeordnet. Funktionsgruppen wären hier: 
Aufbereitung Versorgungsspannung für Auswerteelektronik und Relais, 
Touchpad als Eingang, Signalverarbeitung mit Ansteuerung für Relais, 
Laststromkreis.

Nachdem durch einen ordentlich gegliederten Schaltplan klar ist, woher 
die Versorgungsspannung für das Relais kommt, kann man die nachmessen 
(Vorsicht: Schaltung liegt an Netzspannung) und mit der Angabe auf dem 
Relais vergleichen.
: Bearbeitet durch User
von Gerald B. (gerald_b)


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Die Ursachen, Kondensatornetzteil oder tauber Elko wurden schon genannt. 
Wenn du nicht auf Verdacht und Wahrscheinlichkeiten hin Teile wechseln 
willst, dann löte zwei Kabel an die Anschlüsse der Relaiswicklung und 
miss die Spannung, wenn das Relais anziehen will. Achtung, keine 
Netztrennung!!!
Wenn diese Spannung wesentlich zu niedrig ist, dann die beiden blauen 
Quader mit 220n tauschen. Inzwischen sind die Dinger wesenlich kleiner 
geworden. Vermutlich liegen sie parallel, dann kannst du auch einen mit 
470n X2 nehmen. Auf X2 scheint man bei dir damals großzügig verzichtet 
zu haben, ist aber mehr als sinnvoll.
von Alex Z. (alexander_z49)


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Moin,

hab jetzt die 2 blauen caps ausgelötet und mit einem Fluke 175 
nachgemessen. Beide zusammen haben nur noch 80nF. Ihr habt ein gutes 
gespür.
von Arduino F. (Firma: Gast) (arduinof)


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Alex Z. schrieb:
> Ihr habt ein gutes gespür.

Erfahrung!

Fast immer sind es die Netzteil Kondensatoren.
Nach 20 Jahren Betrieb, haben sie so viele Durchschläge ausgeheilt, dass 
nicht mehr viel von ihnen übrig ist.
Selten explodieren auch mal die Widerstände.
: Bearbeitet durch User
von Manfred P. (pruckelfred)


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Arduino F. schrieb:
> Erfahrung!
>
> Fast immer sind es die Netzteil Kondensatoren.
> Nach 20 Jahren Betrieb,

.. oder auch deutlich weniger Jahren, hier eine Ansmann 
Stromsparsteckdose.
von Gerald B. (gerald_b)


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Arduino F. schrieb:
> Erfahrung!

Funksteckdose, Schaltuhr und "Mückenbruzzler" mit LEDs schon gehabt, mit 
taubem Kondensatzornetzteil. Der hat dann meist nur noch zwischen 10 und 
30% der Nennkapazität.
von Alex Z. (alexander_z49)


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Ich habe noch eine Frage dazu: Die 2 Caps sind bis 400VDC und nur 200VAC 
spezifiziert. Ist das nicht ein bissel wenig, wenn die an Netzspannung 
anliegen?
von H. H. (hhinz)


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Alex Z. schrieb:
> Ich habe noch eine Frage dazu: Die 2 Caps sind bis 400VDC und nur
> 200VAC
> spezifiziert. Ist das nicht ein bissel wenig, wenn die an Netzspannung
> anliegen?

Ja, man sollte da besser Klasse X2 verwenden, aber die werden mechanisch 
zu groß sein. Notfalls eben 630VDC Typen mit PET Dielektrikum.
von Gerald B. (gerald_b)


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Damals war da noch mehr Reserve. Ich habe Mitte der 80er in einem 
Treppenlichttaster eine rote 5mm VQA13 LED per Kondensatornetzteil als 
Glimmlampenersatz verbaut. Nix X2, 220 nF, 630V DC von KOWEG 
(Kondensatorenwerk Görlitz), die roten, mit Epox vergossenen KT, sollte 
Styroflex sein. Diese Kombi hat 30 Jahre Dauerbetrieb geleistet und wäre 
sicherlich noch länger gelaufen. Leider wurden die Taster bei einer 
Renovierung des Treppenhauses ersetzt.
: Bearbeitet durch User
von Manfred P. (pruckelfred)


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Gerald B. schrieb:
> Damals war da noch mehr Reserve. Ich habe Mitte der 80er in einem
> Treppenlichttaster eine rote 5mm VQA13 LED per Kondensatornetzteil als
> Glimmlampenersatz verbaut. Nix X2, 220 nF, 630V DC von KOWEG
> (Kondensatorenwerk Görlitz), die roten, mit Epox vergossenen KT, sollte
> Styroflex sein. Diese Kombi hat 30 Jahre Dauerbetrieb geleistet und wäre
> sicherlich noch länger gelaufen. Leider wurden die Taster bei einer
> Renovierung des Treppenhauses ersetzt.

Wenn man sie noch hätte, könnte man den Strom nachmessen, das waren mal 
16mA. Sowohl das Nachlassen der LED als auch des Stroms geht langsam und 
wird vom Menschen lange Zeit nicht bemerkt.

Ich habe mehrere Steckdosen-Voltmeter, deren nachlassende Helligkeit 
lange Zeit nicht auffiel - bis dann irgendwann fast nichts mehr zu sehen 
war. Da ist wirklich die LED durch, allerdings hat der C am Netz auch 
deutlich abgebaut.
von Alex Z. (alexander_z49)


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Moin,

so heute kamen die neuen Caps vom Reichelt. Nach dem Einlöten angesteckt 
und getestet. Funktioniert wieder wie geschmiert. Oma hat 30€ gespart 
und ich habe ein paar neue Hirschmannklemmen :) .

Vielen Dank euch.
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