Hallo zusammen, ich plane derzeit die Entwicklung eines kapazitiven Killswitches (Mute-Schalter) für eine E-Gitarre. Das Ziel ist es, den klassischen mechanischen Taster durch eine unsichtbare Touch-Fläche (z. B. Kupferfolie unter dem Pickguard) zu ersetzen.Da die Gitarre ohnehin aktive Tonabnehmer besitzt, ist eine Stromversorgung (9V-Block) im Elektronikfach bereits vorhanden.Für den Prototypen habe ich mir folgendes Konzept überlegt:Sensorik: Auswertung über einen Standalone-Touch-IC (z. B. TTP223).Schaltung: Das Audiosignal soll bei Berührung auf Masse (GND) gezogen werden.Hierbei stehe ich vor zwei zentralen Herausforderungen, bei denen ich eure Expertise brauche: Knackfreies Schalten: Ein hartes Kurzschließen des Signals führt bekanntlich zu unschönen Knackgeräuschen im Amp. Welche Methode ist hierfür im Audiobereich am elegantesten? Ich schwanke aktuell zwischen einem JFET (z. B. J112), einem CMOS-Schalter (CD4066) oder einem Optokoppler (z. B. H11F1 / PhotoMOS). Was hat das beste Audio-Verhalten (geringster THD / Rauschen im Zustand "offen")? EMV & Störfestigkeit: Da kapazitive Sensoren empfindlich auf Netzbrummen reagieren und das E-Gitarren-Signal sehr hochohmig ist, mache ich mir Sorgen um Einstreuungen. Wie trenne ich die Sensorfläche und den Sensor-IC am besten galvanisch oder schaltungstechnisch vom Signalweg, um Brummschleifen zu verhindern? Über Tipps, Schaltungsvorschläge oder Erfahrungen mit ähnlichen Audio-Mute-Schaltungen würde ich mich sehr freuen! Viele Grüße, René
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René B. schrieb: > Hallo zusammen, > > ich plane derzeit die Entwicklung eines kapazitiven Killswitches Ein interessantes Projekt, finde ich. > (Mute-Schalter) für eine E-Gitarre. Das Ziel ist es, den klassischen > mechanischen Taster durch eine unsichtbare Touch-Fläche (z. B. > Kupferfolie unter dem Pickguard) zu ersetzen.Da die Gitarre ohnehin > aktive Tonabnehmer besitzt, ist eine Stromversorgung (9V-Block) im > Elektronikfach bereits vorhanden.Für den Prototypen habe ich mir > folgendes Konzept überlegt:Sensorik: Auswertung über einen > Standalone-Touch-IC (z. B. TTP223).Schaltung: Das Audiosignal soll bei > Berührung auf Masse (GND) gezogen werden.Hierbei stehe ich vor zwei > zentralen Herausforderungen, bei denen ich eure Expertise brauche: > > Knackfreies Schalten: Ein hartes Kurzschließen des Signals führt > bekanntlich zu unschönen Knackgeräuschen im Amp. Welche Methode ist Entstehen die Knackgeräusche vielleicht, weil dein Signal einen DC-Offset hat, den du mit kurzschließt? Auch das Audio-Signal hat Nulldurchgänge, theoretisch könnte/müsste man genau dort schalten. Aber wenn ich es richtig verstehe, soll das Signal ja gerade hart und aggressiv klingen (staccato-artig, mit schnellem Attack in der Hüllkurve beim Loslassen des Knopfes). > hierfür im Audiobereich am elegantesten? Ich schwanke aktuell zwischen > einem JFET (z. B. J112), einem CMOS-Schalter (CD4066) oder einem > Optokoppler (z. B. H11F1 / PhotoMOS). Was hat das beste Audio-Verhalten > (geringster THD / Rauschen im Zustand "offen")? Wahrscheinlich ließe sich aus allen drei Vorschlägen bei richtiger Beschaltung etwas machen. Es gab mal einen Artikel in der Elektor 4/89 über die CD4066-Familie im Audiobereich. > EMV & Störfestigkeit: Da kapazitive Sensoren empfindlich auf Netzbrummen Wenn du nicht willst, dass sich der Killswitch von alleine betätigt, wäre es vielleicht gut, wenn die Sensorflächen-Auswertung so etwas wie einen Schmitt-Trigger mit Hysterese enthält. Generell hängt das Einfangen von Rauschen und Brummen davon ab, wie du das ganze räumlich aufbaust und mit Strom versorgst. Müsste mit ein paar Überlegungen aber machbar sein. Viele Grüße Christian
René B. schrieb: > Das Ziel ist es, den klassischen > mechanischen Taster durch eine unsichtbare Touch-Fläche (z. B. > Kupferfolie unter dem Pickguard) zu ersetzen. Ich habe hier einige klassische E-Gitarren und davon hat keine einzige Gitarre einen "klassischen" mechanischen Taster. Vielleicht bin ich aber auch zu altmodisch. René B. schrieb: > Da die Gitarre ohnehin > aktive Tonabnehmer besitzt, ist eine Stromversorgung (9V-Block) im > Elektronikfach bereits vorhanden. Hatte auch einmal eine aktive Strat Kopie zum Test. Nie wieder! Es gibt nichts schlimmeres als eine aktive Elektrogitarre. Wenn man sich auf einen 9V Block bei der Performance verlässt dann ist man verlassen. Singlecoil, Humbucker oder Piezo haben sich je nach Anwendungszweck seit Ewigkeiten bewährt. René B. schrieb: > oder Erfahrungen mit ähnlichen > Audio-Mute-Schaltungen würde ich mich sehr freuen! Jeff Beck kann das alles mit dem Volumenregler und dem kleinen Finger sogar während des Spielens. Song vorbei, Volume runter und Ruhe ist. René B. schrieb: > Da kapazitive Sensoren empfindlich auf Netzbrummen > reagieren und das E-Gitarren-Signal sehr hochohmig ist, mache ich mir > Sorgen um Einstreuungen. Ein richtiger Rock'n Roll muss mit einer E Gitarre schnurren, brummen und knacken, sonst ist es kein Rock'n Roll! Oha, vielleicht habe ich mich jetzt total unbeliebt gemacht... schäm und sorry... ;)
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Der Hinweis mit dem DC-Offset war mir tatsächlich nicht bewusst. Ich werde mir das genauer ansehen, bevor ich mich auf einen bestimmten Schalter festlege. Auch den Schmitt-Trigger bzw. eine Hysterese halte ich für einen sehr guten Hinweis, damit der Touch-Sensor zuverlässig arbeitet. Im Moment bin ich noch in der Konzeptphase und versuche herauszufinden, welche Schaltmethode sich für Gitarrensignale am besten eignet. Danke auch für den Hinweis auf den Elektor-Artikel – den werde ich mir ansehen.
Christian S. schrieb: > Schmitt-Trigger mit Hysterese enthält. Für komplexere Auswertung des Touchsignals wäre vielleicht ein Mikrocontroller mit integriertem Touch -Controller denkbar, dann kannst du das Touchsignal beliebig verrechnen und das natürlich auch flexibel anpassen.
Probleme mit Knackgeräuschen hatte man früher besonders bei Tonbandgeräten. Zum Beispiel Umschaltung von Wiedergabe zu Aufnahme. Der EL3301 Kassettenrekorder ist da ein hervorragendes (Knack-)Beispiel dafür. Um unerwünschte Umschaltgeräusche zu unterbinden, ist es nicht verwunderlich, dass Schaltungen zum Muting in die Studiotechnik Einzug gezogen haben. Die Variante mit dem J-FET findet man zum Beispiel im Schaltbild der B77. Könnte als Vorlage dienen. ciao gustav
Karl B. schrieb: > Probleme mit Knackgeräuschen hatte man früher besonders bei > Tonbandgeräten. Überhautp nicht zu vergleichen und ist fern vom Thema. @TE: Es wird nicht knacken, wenn kein DC auf dem Ausgang liegt und du die Gitarre stumm hälst. Ein JFET ist vermutlich am stromsparendsten, ein Optokoppler saugt die Batterie schnell leer. Micha schrieb: > Wenn man sich auf > einen 9V Block bei der Performance verlässt dann ist man verlassen Unsinn. Mein Gibson Bass hat auch von Hause aus einen 9V-Block und hat mich noch nie verlassen.
Matthias S. schrieb: > Micha schrieb: >> Wenn man sich auf >> einen 9V Block bei der Performance verlässt dann ist man verlassen > > Unsinn. Mein Gibson Bass hat auch von Hause aus einen 9V-Block und hat > mich noch nie verlassen. Ok, Du hast da sicher mehr Erfahrung. Ich verlasse mich halt lieber auf den "Generator" in dem Instrument. Ich will nicht OT werden. Ich sagte bereits "sorry". Sicher hat jeder User seine Präferenzen und ich bin da halt eher altmodisch. Bitte keinen Flamewar.
Micha schrieb: > Matthias S. schrieb: >> Micha schrieb: >>> Wenn man sich auf >>> einen 9V Block bei der Performance verlässt dann ist man verlassen >> >> Unsinn. Mein Gibson Bass hat auch von Hause aus einen 9V-Block und hat >> mich noch nie verlassen. > > Ok, Du hast da sicher mehr Erfahrung. Ich verlasse mich halt lieber auf > den "Generator" in dem Instrument. Wenn die Batterie wirklich mal leer ist, legt man halt den Schalter auf ""Generator" in dem Instrument" um.
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