Für eine Interview-Situation (in einem 5.1 Film als Teil einer Dorfchronik) wurde ein bezahlbares Stereo-Mikro gesucht, dass auch etwas die Raumakustik abbildet. So entstand die Idee für ein 2D-Mikrofon, dass neben den beiden üblichen links/rechts Mikros, auch ein Mikro für den Rückraum (dass differentiell in beide Kanäle einspeist) enthält. Das Ganze ist als Tischmikro ausgelegt, kann aber auch auf einem Stativ befestigt werden. Eingesetzt wurde es als externes Mikrofon mit direktem Anschluss an einer DSLR (FZ2000). Die verwendeten Elektretkapseln EMY-625N in Verbindung mit den rauscharmen BC550C ergaben ein so gutes Signal/Rauschverhalten, dass das Mikro auch für Aufnahmen leiser Quellen im Außenbereich eingesetzt wird (Vogelstimmen). Mittels kleinen Schaumstoffstückchen wurde die Richtcharakteristik noch etwas verstärkt.
Coole Sache - besonders der Windschutz!
Wo ist euer Zwergkaninchen?
Ernsthaft, gefällt mir insgesamt!
Den Windschutz habe ich schon vor Jahren für die DSLR gekauft. Allerdings finde ich das Zwergkaninchen gerade auch nicht ;-) Die erste Testaufnahme im Wald hatte ich vergessen hochzuladen. Die Aufnahme habe ich aus einem originalen mp4-Test-Video der FZ2000 mit Audacity extrahiert, keine weitere Nachbearbeitung. Die beiden Einstellregler am Mikro standen damals wohl auf Mittelstellung, also etwas mehr Verstärkung, rechts wahrscheinlich etwas mehr als links. Am Waldstück führt in ca. 300 m eine Autobahn vorbei, es war leichter Wind und der Vogel zwitscherte etwa 50 m entfernt. Ich empfand das damals im Wald als eher leise, allerdings sind meine Ohren auch schon etwas älter.. Für normale Aufnahmen (hat die spätere Praxis gezeigt), genügt es, die beiden Einstellregler auf minimale Verstärkung bzw. Anschlag (4k7) zu stellen. Ach, und ehe noch jemand fragt: ja, die 1µF Kondensatoren sind Tantal-Elkos. Sie waren kostengünstig und klein genug für den Zweck.
dass neben den beiden üblichen links/rechts Mikros, auch ein Mikro für den Rückraum
Was sind denn das für Hauptmikros? Ich nehme an Nierencharakteristik.
Ein Tipp: Die blenden absichtlich durch Abziehen des Schalls von hinten diesen Raum aus. Dazu haben diese Öffnungen, wo der Schall seitlich eindringen kann. Wenn man das unterbinden will, pappt man die einfach zu. Dann hat man wieder das generische Kugelmikrofon.
Die angegebenen EMY-625N haben eine Kugelcharakteristik. Niere wäre natürlich in diesem Zusammenhang besser, wichtig war aber das Signal/Rauschverhältnis - es sollte auch leise Situationen sauber wiedergeben. Bei Verwendung von Niere ist allerdings dem Schallgang im Gesamtaufbau besondere Aufmerksamkeit zu geben - die Subtraktion des rückwärtigen Schalls vom Vorderen (in einer Kapsel mit Nierencharakteristik) setzt einen ähnlichen Frequenzgang beider Schallanteile voraus. Da Elektretmikros des gleichen Typs eine relativ große Streuung aufweisen (und auch das Rauschen nicht unerheblich sein kann), sollte man für die beiden Hauptmikros zwei gleiche ausmessen. Billigkapseln ohne technische Angaben wie S/N Verhältnis und Empfindlichkeit sollte man meiden.
Die angegebenen EMY-625N haben eine Kugelcharakteristik.
Aber die fangen dann doch auch den rückwärtigen Raum ein. Was soll dann noch hinzukommen? Das ergibt Kammfilter.
Aber die fangen dann doch auch den rückwärtigen Raum ein. Was soll dann noch hinzukommen?
Nein, darum geht es nicht. Das 2D-Mikro soll idealerweise eine Richtcharakteristik + bzw. - 60° auf links und rechts abbilden, also wie ein normales Stereomikro und zusätzlich den rückwärtigen Bereich etwas leiser in Phasendifferenz auf links und rechts legen, sodass bei der späteren (5.1 Video-) Wiedergabe dieses Signal für die Surround-Lautsprecher decodiert werden kann. Deshalb eine dritte Elektretkapsel. Das dabei eine asymmetrische Überlagerung in den Stereokanälen auftritt, wird in Kauf genommen. Wie sich Kugel, Niere oder Superniere für die Stereomikros auswirken, hängt von der akustischen Gestaltung des gesamten Mikros ab. Im Projekt ergab sich auch mit Kugelcharakteristik eine deutliche Richtwirkung.
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