Konkreter Typ für die Suchfunktion: BE634LGS1/01. Einbaumikrowelle, iQ700-Design, UVP >1000 Euro, Straßenpreis 550-900 Euro.
Ich hatte die hier im RC auf dem Tisch, läuft "kalt" für ca 1-2 Minuten, stellt dann die Funktion ein und verhält sich, als wäre die Stromversorgung unterbrochen worden (Bediensprache muss bestätigt und Uhrzeit neu eingestellt werden). Kurz vor dem Ausfall flackert die Innenraumbeleuchtung kurz. Erste Auffälligkeit: Es reicht, die Tür zu öffnen, um den Ausfall zu provozieren.
Da ich im weiten Internetz keine derartigen Fehler noch Lösungen dafür fand, hier der Versuch, etwaige ebenfalls Geschädigte auf die richtige Fährte zu locken bzw. sich möglicherweise sehr viel Arbeit zu ersparen.
Zuerst habe ich einen Fehler in der Stromversorgung vermutet. Um die Platine auszubauen, muss man etwa 2 Dutzend Schrauben entfernen, vier Kabelverbinder trennen und zuletzt die komplette Bodenplatte herausnehmen. (Für die Fehlerbehebung hätte gereicht, den U-Gehäuse-Deckel zu entfernen.) Die anschließende Prüfung der "usual suspects" verlief ergebnislos, der Schaltwandler auf dem Board liefert 5,5 V, die Wandlerpulse schieben sich bei zunehmender Belastung nahtlos zusammen, ohne dass bei Sekundär- oder Primärelkos irgendwelche auffälligen Ripple erkennbar werden, bis schließlich bei 1,4 A das Netzteil aussteigt. Für einen Mikroprozessor, eine Display- und Bedieneinheit und zwei zu schaltende Relais sowie der Innenbeleuchtung mit LEDs, die allein ca 250 mA zieht, eigentlich locker ausreichend.
Nach dem anschließenden Teilzusammenbau zum erneuten Funktionstest und Weitersuchen funktionierte alles ohne Probleme bis auf die Innenbeleuchtung, die ich vergessen hatte anzustecken. Nach deren Verbindung gingen die Probleme wieder los.
Am Labornetzteil zeigte sich, dass eine der in Reihe geschalteten drei LEDs auf dem Modul bis 20 mA nicht leuchtete. Bei den zuvor im Betrieb per Strommesszange ermittelten 150 mA stellte sich im bekannten Zeitmuster zuerst ein Flirren, dann ein Flackern an der gleichen LED ein, gleichzeitig sank der mittere Strom. Zurück an der Mikrowelle war zu erkennen, dass die Spannung an den drei LEDs kurz vor dem Ausfall von 9,3 auf >10V ansteigt, der Strom ebenfalls stark ansteigt und die Pulse im Wandler sich wieder wie bei Überlast zusammenziehen. Anscheinend versucht der Stepup von den 5,5 V für die LEDs bei den Unterbrechnungen den Strom zu kompensieren und schaukelt sich entsprechend auf.
Die Platine mit den drei LEDs, einem Kabel von 60 cm und einem Stecker gibt es als offizielles Ersatzteil von BSH je nach Händler ab 35 bis zum UVP von 49 Euro zu kaufen.
Ich habe stattdessen ein Zehnerpack COB-Chips mit max. 300 mA bei ca 9 V besorgt https://amazon.de/dp/B0B4SRXMQF und für 80 Cent Materialpreis eine geringfügig bessere Beleuchtung des Innenraums. Gut isoliert eingebaut, wird die Platine keine 45 Grad warm nach mehreren Minuten Innenlichtbetrieb.
Ich bin erschüttert bis entsetzt, wie ein für die Funktion unbedeutendes Bauteil im Zusammenhang mit einem Design, was diesen Ausfall nicht berücksichtigt (drei parallele LED mit Vorwiderstand ohne Zusatzelektronik hätten es vielleicht auch getan), ein Haushaltsgerät für mehrere hundert Euro unbrauchbar machen kann.
Und Glühobst in Mikrowellen hält in der Regel ein Geräteleben lang.
Hat jemand schon ähnliche Erfahrungen?
