Beim IGBT gibt es drei/vier 'Bereiche', in denen eine Verlustleistung
anfällt:
1. Im 'ausgeschalteten' Zustand - fast vernachlässigbar, da dort laut DB
nur max. 1mA fließen werden, was bei max. 1200V nur 1,2W wären, also:
who cares!
2. Beim Einschalten, d.h. vom gesperrten in den leitenden Zustand.
3. Im 'eingeschalteten' Zustand - hier gibt's insgesamt am meisten zu
verheizen, denn bei 33A wird sich eine Vce von gut 1V einstellen, was
also mind. 33W sind. Bei den 105Amax werden sich wohl etwa 1,3V
einstellen, was für diesen Augenblick dann mal locken etwa 140W sind -
vorausgesetzt der IGBT bleibt bei Tvj = +25°C. Wird er wärmer, muss man
die Sache wieder neu betrachten und ggf. eine andere Kurve aus dem
Diagramm auf Seite 5 des DB auswählen.
4. Beim Ausschalten, d.h. vom leitenden in den gesperrten Zustand.
Punkt 2. und 4. gehen mitunter mit anderen Geschwindigkeiten vor sich,
was überwiegend von der (An-)Steuerung abhängt. Auch ist hier die, wenn
auch zeitlich stark begrenzte, max. Verlustleistung im IGBT am größten,
da er die gesamte Kennlinie durchfährt und auch durch den Pmax-Punkt
kommt. Wann dies geschieht und welchen Wert er annimmt hängt hier von
der Last ab.
Weiterhin gilt diese Einzeltransistor-Betrachtung auf das komplette
IGBT-Modul zu beziehen, d.h. wann ist welcher IGBT in welchem Zustand.
Wenn man dies dann mit allen sechs IGBTs vorliegen hat, kann man die
Gesamtverlustleistung zu jedem Zeitpunkt als auch evtl. den Mittelwert
der Verlustleistung des gesamten Moduls, für bestimmte Lastfälle des
Wechselrichters berechnen.
Auf jeden Fall, viel Spass dabei.
Etwaige Schaltverluste der sechs Body-Dioden habe ich jetzt mal komplett
vernachlässigt.