Hallo,
> Jörg schrieb:
>> Am besten sind wohl MLCC geeignet.
> Ja, an der Stelle war eh ein Kerko (X7R 10µ 16V) vorgesehen.
KerKo steht ja sehr allg. für Keramik-Kondensator.
MLCC ist Prinzip nix anders: MLCC= "Multi Layer Ceramic Cond."
https://de.wikipedia.org/wiki/Keramikkondensator#Keramikvielschicht-Chipkondensatoren_.28MLCC.29
> U. M. schrieb:
>> Natürlich soll es keine Speicherdrossel sein, sondern ein Ferrit, das
>> zur zur Dämpfung von HF-Störungen geeignet ist.
> Also wäre an dieser Stelle ein "Ferrite Bead" besser geeignet?
Wie auch immer man die nennt.
Du kannst dir z.B. auch hier was raus suchen:
http://katalog.we-online.de/de/pbs/WE-MPSB?sid=a771888fe5#vs_t2:2
http://katalog.we-online.de/de/pbs/WE-CBF?sid=a771888fe5
> Wie dimensioniere ich ein solches SMD-Ferrit? Der DC-DC-Wandler arbeitet
> mit typ. 40KHz (max. 80KHz). Die Stromaufnahme beträgt 280mA bei 5V.
Zuerst muß du natürlich die Strombelastbarkeit berücksichtigen.
Dann kannst du Bauform auswählen. Natürich haben größere Bauformen mehr
Induktivität bei gleicher Strombelastbarkeit. Wenn man aber keinen Platz
hat, muss man eben auch Kompromisse machen.
Nicht zuletzt ist das ganze Umfeld vn Bedeutung:
- Wie empfindlich ist die Schaltung?
Hast du nur Digitalzeugs oder auch empfindliche Analoge Schaltungen?
- Wie sind Leitungslängen?
Kurze Leitungen -> ok- wirken nicht als Antennen,
lange Leitungen sind eben Antennen.
- Wie sieht die Stromversorgung davor aus und die Befilterung
nach außen und wie gut ist die Ausstattung mit Stützkond. usw.
- Was darf es kosten?
> Ein gängiger Pi-mal-Daumen-Wert scheint eine Impdanz von 600 Ohm zu
> sein.
Kann auch höher sein, aber oft braucht das eine größere Bauform.
Ich setze vielfach DCDC-Wandler in Schaltungen für Industriemessgeräte
ein (meist aber nur Recom).
Da habe ich in der Regel bei so kleinen DCDC-Wandlern im Bereich um 1W
keine extra Drossel am Eingang.
Wegen EMV habe ich deshalb aber noch nie Probleme gehabt.
Aber solche DCDC-wandler haben auch eine magn. Streufeld, das sehr
empfindliche Analogschaltungen in der Nähe stören kann.
> U. M. schrieb:
>>> und eine Induktivität in Reihe zum DC-DC-Wandler
>> Ob man diesen benötigt,hängt etwas von den Einsatzbedingungen ab.
> Die ganze Schaltung wird aus einem USB-Port versorgt. Weiterhin befindet
> sich auf der Platine ein µC der von einem eigenen 3.3V Linearregler
> versorgt wird. Ich möchte einfach Rückwirkungen des DC-DC-Wandlers auf
> die µC-Schaltung vorbeugen.
Die Digitallschaltung sollte bei so kleinen DCDC-Wandler kaum zu
beindrucken sein, wenn du zumindest ausreichdn Stütz-C vorsiehst.
Da empfehle ich auch eine Kombination aus MLCC z.B. 100nF und einigen
10uF.
Inzwischen braucht man bei so rel. kleinen Anwendungen keine Tantal-C
und keine Elkos mehr. Von den HF-Eigenschaften sind die MLCC unschlagbar
und die Polarität muss man auch da nicht beachten. 47uF/10V (X5R) sind
z.B. in 1206 problemlos zu zu bekommen, aber auch in 0805 gibt es die
noch.
> Beitrag "grundsätzlicher Umgang mit Ferrit-Beads in digitalen
> Schaltungen"
Der Link oben auf das Knowlege Book von Recom scheint mir ganz hilfreich
zu sein.
Aber die Bemerkung von Gerd E.
Zitat:
> "Bei z.B. Deinen X7R 10µ 16V brauchst Du aber schon einen recht dicken
> damit bei den 5V noch wirklich was von den 10µF übrig bleiben."
ist ein wenig an den Haaren herbeigezogen.
10u/16V als X7R sind klar spezifiziert, was soll man da "dicker wählen".
Da bleiben auch genug Kapazität übrig, wenn die MLCC nahe der
Nennspannung betrieben werden. Bei 16V-Nennspannung und 5V liegt man
sogar über der nennkapazität.
Auch z.B. hier nachzulesen S.37:
http://www2.mbari.org/~coletti/dropbox/isus/ARGO/Datasheets/Cx7r.pdf
Die These, dass bei bei solchen Kond. die Kap. mit der DC-Spannung stark
abnimmt, gilt nur eingeschränkt für bestimmte Dielektrika.
Aber grundsätzlich auf etwas höhere Kapazität zu gehen (z.B. 22u...47u)
ist ok. Die Nennspannung muss bei 5V auch nicht so hoch sein. Da würde
ich auch 10V akzeptieren. Wenn die Baugröße zu sperrig wird und die
Anwendungsbedingungen es zulassen, dann kannst du auch X5R nehmen.
Gruß Öletronika