Hallo
Ich habe hier eine Schaltung aus dem Netz kopiert und frage mich wie man
eigentlich genau die Bootstrap KOndensatoren für den Driver auslegt.
Im Datenblatt finde ich auch nichts dazu.
Gibt es da ein Rezept dafür wie man das macht?
Markus W. schrieb:> Hallo>> Ich habe hier eine Schaltung aus dem Netz kopiert und frage mich wie man> eigentlich genau die Bootstrap KOndensatoren für den Driver auslegt.> Im Datenblatt finde ich auch nichts dazu.>> Gibt es da ein Rezept dafür wie man das macht?
Excuse moi, die 12V sollten auch 15 sein.
Ich bearbeite gerade Seite 5 linker Absatz und frage mich, wenn ich
einen Elko verwenden würde, wie gross der Wert ILKCAP ist, wenn ich doch
noch keine Kapazität bestimmt habe. Um die geht es doch gerade. Erst mit
der Auswahl, weiss ich was es für ein Cap ist und welchen Leakagecurrent
er hat.
Markus W. schrieb:> Hallo>> Ich habe hier eine Schaltung aus dem Netz kopiert und frage mich wie man> eigentlich genau die Bootstrap KOndensatoren für den Driver auslegt.> Im Datenblatt finde ich auch nichts dazu.>> Gibt es da ein Rezept dafür wie man das macht?
grob(!) über den Daumen:
mindestens 20x die Gatekapazität, mindestens jedoch 100nF, wenn die
Schaltfrequenz niedriger als 2kHz den Wert x 10, unter 100Hz den Wert x
100.
Zu berücksichtigen ist, das die Kapazitätswerte bei der Gatespannung zur
Verfügung stehen müssen, also je kleiner die Bauform umso größer der
nominale Wert, wenn es blöd hergeht also ein 0402 mit 1uF, von dem dann
bei 12V nur noch 100nF vorhanden sind.
MiWi schrieb:> Markus W. schrieb:>> Hallo>>>> Ich habe hier eine Schaltung aus dem Netz kopiert und frage mich wie man>> eigentlich genau die Bootstrap KOndensatoren für den Driver auslegt.>> Im Datenblatt finde ich auch nichts dazu.>>>> Gibt es da ein Rezept dafür wie man das macht?>> grob(!) über den Daumen:>> mindestens 20x die Gatekapazität, mindestens jedoch 100nF, wenn die> Schaltfrequenz niedriger als 2kHz den Wert x 10, unter 100Hz den Wert x> 100.>> Zu berücksichtigen ist, das die Kapazitätswerte bei der Gatespannung zur> Verfügung stehen müssen, also je kleiner die Bauform umso größer der> nominale Wert, wenn es blöd hergeht also ein 0402 mit 1uF, von dem dann> bei 12V nur noch 100nF vorhanden sind.
Für die Diode habe ich VFmax = 1V genommen.
VGSthresmin= 2V
VBoot = VDD - VF - VGSmin = 15-1-2 = 12V
Also ich nehme 2 solche Treiber mit jeweils 1 Vollbrücke.
Frequenz liegt zwischen 50 und 120Hz.
Damit liegt die tOn bei maximal 10ms (also bei 50Hz 20ms/2 weil nur halb
solang eingeschaltet, wegen 2 Treiber und damit 2 Vollbrücken)
Mit den obigen Bauteilen im Bild bekomme ich folgende Werte:
QGate_on = 19nC (IGBT)
ILKGE = 100nA (IGBT)
ILKCAP = 0 (Keramik)
IQBS = 230uA (IR2110)
ILK=50uA (IR2110)
QLS = 3nC (generell bei HV IC Driver)
ton= 10ms
ILKDiode = 10uA
DAmit komme ich auf
Qtotal = 19nC+(0+100n+230u+50u+10u)*10ms+3nC = 3uC
CBoot = Qtotal/Vboot = 3uC/12 = 243.6nF
Das ist nun weit weg von Faktor 100 und ein Keramikkondensator ist es
auch. Das heisst, bei 12V hat er sicher keine 243.6nF.
Was nun?
Diode
https://produktinfo.conrad.com/datenblaetter/150000-174999/162434-da-01-ml-DIODE_1_N_5408_de_en.pdf
IGBT
http://pdf.datasheetcatalog.com/datasheets/50/77467_DS.pdf
DRiver
https://www.infineon.com/dgdl/Infineon-IR2110-DataSheet-v01_00-EN.pdf?fileId=5546d462533600a4015355c80333167e
Markus W. schrieb:> Für die Diode habe ich VFmax = 1V genommen.> VGSthresmin= 2V>> VBoot = VDD - VF - VGSmin = 15-1-2 = 12V>> Also ich nehme 2 solche Treiber mit jeweils 1 Vollbrücke.> Frequenz liegt zwischen 50 und 120Hz.> Damit liegt die tOn bei maximal 10ms (also bei 50Hz 20ms/2 weil nur halb> solang eingeschaltet, wegen 2 Treiber und damit 2 Vollbrücken)>> Mit den obigen Bauteilen im Bild bekomme ich folgende Werte:> Qtotal = 19nC+(0+100n+230u+50u+10u)*10ms+3nC = 3uC> CBoot = Qtotal/Vboot = 3uC/12 = 243.6nF>> Das ist nun weit weg von Faktor 100 und ein Keramikkondensator ist es> auch. Das heisst, bei 12V hat er sicher keine 243.6nF.>> Was nun?
Du hast nach eine Rezept gefragt und ich hab Dir ein grobes Rezept
gegeben, das auch dann hält wenn der FET heiß wird und die Leckströme
daher ansteigen.
Was Du nun machen wirst ist Deine Sache denn Du mußt als Entwickler
Deiner Schaltung den Kopf hinhalten wenn's scheppert.
Entschuldigt mich noch einmal. Ich habe noch eine Frage.
Ich benötige für die Berechnung nicht Vboot, sonder delta Vboot.
Ich sehe aber nirgends was nun dVboot ist auf Seite 5.
Kann da jemand abhelfen?
MiWi schrieb:> Markus W. schrieb:>>> Was nun?>> Du hast nach eine Rezept gefragt und ich hab Dir ein grobes Rezept> gegeben, das auch dann hält wenn der FET heiß wird und die Leckströme> daher ansteigen.>> Was Du nun machen wirst ist Deine Sache denn Du mußt als Entwickler> Deiner Schaltung den Kopf hinhalten wenn's scheppert.
Ja, du hast Recht. Es ist nicht so, dass ich es dir nicht glaube,
sondern einfach nur sehen möchte, dass die Berechnung an deine Werte
kommt. Klar, wenn es heiss wird ist es noch einmal etwas Anderes.
Aber ich denke, wenn ich weiss, was dVboot sein sollte, wird der
Kondensator noch einmal grösser. Im Moment weiss ich aber nicht was
Vboot sein soll.
Markus W. schrieb:> dVboot
dVboot ist die Spannungsdifferenz zwischen Startspannung und
Minimalspannung am Bootstrap Kondensator.
Der geladene Bootstrap Kondensator wird entladen. Dadurch sinkt seine
Spannung. Fällt diese unter VBUS+ schaltet der High-Side-FET ab. Zu den
9.7V aus dem Datenblatt sollte ein Störabstand addiert werden.
Harlekin schrieb:> Fällt diese unter VBUS+ schaltet der High-Side-FET ab. Zu den> 9.7V aus dem Datenblatt sollte ein Störabstand addiert werden.
Sorry, es ist VBUS- 9.4V
Markus W. schrieb:> Ja, du hast Recht. Es ist nicht so, dass ich es dir nicht glaube,> sondern einfach nur sehen möchte, dass die Berechnung an deine Werte> kommt. Klar, wenn es heiss wird ist es noch einmal etwas Anderes.>
OK.
Da es aber keinen Schaden gibt wenn die Kapazität lt Rechnung zu groß
ist, der Knalleffekt aber bei zu kleiner Kapazität beträchtlich sein
kann und die Rechnung nur das Minimum der nötigen Kapazität angibt
sollte es eigentlich klar sein das die Kapazität größer sein als
berechnet.
Da Kerkos heute fast nix mehr kosten und die Lieferschwierigkeiten der
letzen Jahre auch geringer geworden sind sollte also eine ausreichend
große Kapazität kein großes Loch ins Projektbudget reißen, vor allem da
in dem Schaltungsbereich auf Knirsch genäht immer teurer wird als es
gleich vernünftig zu machen.
Langer Rede kurzer Sinn: solche Cs rechne ich nicht mehr nach sondern
klatsche Pi x Daumen das hinein was ich Dir vorhin geschrieben habe...
Verifikation der richtigen C-Wahl: die Spannung am C darf während der
ganzen Einschaltzeit um weniger als 100mV absinken während der
Highside-FET aktiv ist.