Grundig Boy 50 Lautstärke beim Einschalten zu hoch

OP #7766950
Lesenswert?

Hallo und liebe Grüße an alle.

Beim Grundig Boy 50 Taschenradio ist die Lautstärke nach dem Einschalten viel zu hoch. Der Lautstärkeregler (Drehpotentiometer) ist gleichzeitig der Einschalter.

Ich würde mich freuen, wenn mich jemand bei der Reparatur unterstützen könnte. Seht ihr den Fehler im Drehpotentiometer oder bei den Bauteilen, zum Beispiel den Kondensatoren?

Angehängte Dateien:
#7766963
Lesenswert?

Bleibt es denn so laut, wenn man am Poti weiterdreht? Vermutlich ist die Verbindung des Potis zur Madse unterbrochen, entweder auf der Schleifbahn selbst oder am Anschluss. Was ist das Schwarze auf der von oben zweiten zum Potentiometer führenden Leiterbahn? Ist das nur Dreck?

(Firma: matzetronics) #7766977
Lesenswert?

Erstmal ein Kompliment für die ausgezeichneten Fotos. Nimm dir ein Ohmmeter und messe zwischen den eingezeichneten blauen Punkten. Das muss alles null Ohm haben und ist die Signalmasse. Wenn alles stimmt, muss es das Poti sein, das den Massekontakt verloren hat. (Niete an der Kohlebahn putt)

Angehängte Dateien:
OP #7766982
Lesenswert?

Matthias S. schrieb:

Erstmal ein Kompliment für die ausgezeichneten Fotos. Nimm dir ein Ohmmeter und messe zwischen den eingezeichneten blauen Punkten. Das muss alles null Ohm haben und ist die Signalmasse. Wenn alles stimmt, muss es das Poti sein, das den Massekontakt verloren hat. (Niete an der Kohlebahn putt)

Vilen Dank

Die beiden oberen 0,2 Ohm

Der untere gegen beide oberen alle 7,31 Kiloohm

#7766999
Lesenswert?

Die Nieten zum Lötblech am Poti geben gerne auf. Ich reparierte sie immer mit einem Zahnstocher und Silberleitlack, das half die Kontaktierung wieder herzustellen, keine Garantie nur eine Möglichkeit und Vorsicht, zuviel Leitlack kann Kurzschlüsse zwischen den Anschlüssen verursachen, deswegen Zahnstocher und ruhiges Händchen und nur um die Niete zum Blech.

OP #7767103
Lesenswert?

Danke für eure Rückmeldungen.

Habe jetzt mit 99,9 Isopropanol und Wattestäbchen gereinigt. Hier die neuen Fotos. Verbindung gibt es wohl keine zwischen den Leiterbahnen.

Werde den Drehpotentiometer ausbauen. Gibt es den passenden zu kaufen falls man ihn nicht reparieren kann? Wenn ja welche Suchbegriffe für Googel wären sinnvoll?

Angehängte Dateien:
#7767209
Lesenswert?

Thomas S. schrieb:

Werde den Drehpotentiometer ausbauen. Gibt es den passenden zu kaufen falls man ihn nicht reparieren kann?

Du müsstest den Potiwiderstand messen. Das geht zwischen dem mittleren Anschluß und einem direkt daneben. Dabei Poti von einem Ende zum anderen drehen, der höchste gemessene Wert ist der Potiwiderstand. Vermutlich so 5kOhm.

Falls du das nicht ausbauen willst oder kein neues bekommst, kannst du evtl. die angehängte Schaltung ausprobieren. Du brauchst nur einen Widerstand von 1/5 oder 1/10 des Potiwiderstands und lötest den vom mittleren Anschluß nach Masse. Man kann damit in gewissen Grenzen die Lautstärke einstellen, allerdings ergibt sich dabei eine andere Belastung der Signalquelle, was evtl. Verzerrungen und/oder erhöhte untere Grenzfrequenz bedeuten kann.

Angehängte Dateien:
OP #7767221
Lesenswert?

Vilen Dank

Rändelscheibe auf der anderen Seite war ein guter Tipp denn die Klammer bekommt man nicht hinter ohne sie kaputt zu machen. Fotos wieder anbei.

Auslöten habe ich versucht dafür ist mein 15W Lötkolben aber ungeeignet. Lötstation und Mikroskop wären sehr Hilfreich.

Angehängte Dateien:
#7767228
Lesenswert?

Thomas S. schrieb:

Wie bekommt man die Klammer herunter?

dafür gibt es Spreizzangen die am End wo es offen ist angesetzt werden, ist aber ohne passendes Werkzeug machbar aber riskant, kann den Ring beschädigen. Poti auslöten und hier mal beiderseits gute Fotos zeigen wäre angebracht.

Man kann ausgelötet auch von Niete zu Blech und von Niete zu Kohlebahn den Widerstand messen. Ich tippe immer noch auf schlechten Nietenkontakt. Natürlich kann auch die Kohlebahn unterbrochen sein, sieht man erst nach Ausbau.

OP #7767243
Lesenswert?

Joachim B. schrieb:

Thomas S. schrieb:

Wie bekommt man die Klammer herunter?

dafür gibt es Spreizzangen die am End wo es offen ist angesetzt werden, ist aber ohne passendes Werkzeug machbar aber riskant, kann den Ring beschädigen. Poti auslöten und hier mal beiderseits gute Fotos zeigen wäre angebracht.

Man kann ausgelötet auch von Niete zu Blech und von Niete zu Kohlebahn den Widerstand messen. Ich tippe immer noch auf schlechten Nietenkontakt. Natürlich kann auch die Kohlebahn unterbrochen sein, sieht man erst nach Ausbau.

Danke,

ich habe nur Spreizzangen in KFZ-Größe, aber leider keine so winzige. Ich muss zuerst eine Lötstation besorgen; das wird einige Tage dauern. Vor Jahren habe ich eine gekauft, aber sie war am zweiten Tag defekt, daher habe ich sie zurückgeschickt. Auch beim Mikroskop habe ich vor zwei bis drei Jahren telefonisch einen Termin im Schauraum beim Hersteller angefragt, aber nie eine Rückmeldung erhalten.

#7767250
Lesenswert?

Es hatte bald 40 Jahre Zeit zu "oxidieren". Bevor Du es ausbaust, kannst Du eine Kontaktwäsche probieren:

Kontaktspray 60, den "echten"

dann "Kontakt WL"

dann "Kontakt Tuner 600"

im stetigen Wechsel, jeweils einwirken lassen, wiederholen, mit Kontakt Tuner 600 beenden (rückstandsfrei auswaschen).

Funktionskontrolle zwischendurch möglich, Poti bleibt vorerst eingebaut. Erst tauschen, wenn sich keine Besserung eingestellt hat.

Falls Dich die Spraydosenpreise schockieren, es gibt z. B. bei Norma regelmässig Spraydosen, hier wäre es dann "Kontaktreiniger" und als Abschluss "Bremsenreiniger", gut ablüften lassen vor Zusammenbau.

Bei einem Haarriss der Widerstandsschicht ist das aber alles vergeblich.

#7767278
Lesenswert?

Eigenartig, was so alles empfohlen wird, bevor mal eine anständige Messung gemacht wurde/vorliegt. Erstmal würde ich den Widerstand zwischen den Anschlüssen der Widerstandsschleife messen, ggf. dabei auch mal Poti hin und her drehen, anschliessend das gleiche mit umgepolten Messsonden, um auch Einflüsse von rückwirkenden Halbleitern zu sehen. Danach das gleiche nochmal zwischen dem Mittenkontakt und erst dem einen, dann dem anderen Endpunkt.

(Firma: Chipwerkstatt) #7767361
Lesenswert?

Ralf X. schrieb:

Eigenartig, was so alles empfohlen wird, bevor mal eine anständige Messung gemacht wurde/vorliegt.

Willst Du Mist messen, wenn ein Poti, dass augenscheinlich zumindest 'versifft' ist?

Erst mal dass säubern, was geht. dann sind schon mal die Kriechströme und Mini-Kurzschlüsse weg, wegen Staub und Fett und Papp.

Das Poti messen, wenn alles sauber ist, am besten mit einem analogen Messgerät, sofern man hat. Da sieht man dann jeden Huppel.

#7767375
Lesenswert?

Thomas S. schrieb:

Ralf X. schrieb:

Eigenartig, was so alles empfohlen wird, bevor mal eine anständige Messung gemacht wurde/vorliegt.

Willst Du Mist messen, wenn ein Poti, dass augenscheinlich zumindest 'versifft' ist?

Wenn Du Probleme hast, in einem Bereich des https://www.mikrocontroller.net/attachment/650512/0004-A.jpg zu messen und das für zu versifft hälst, hattest Du bisher wohl sehr wenig Kontakt mit Gebrauchgeräten in Deinem Leben. Es geht erstmal ums Durchmessung eines simplen Potis auf Auffälligkeiten in einem Billigradio und nicht um die Abstimmung eines laborgerätes aus der fünfstelligen Liga.

(Firma: Chipwerkstatt) #7767384
Lesenswert?

Ralf X. schrieb:

Wenn Du Probleme hast, in einem Bereich des https://www.mikrocontroller.net/attachment/650512/0004-A.jpg zu messen und das für zu versifft hälst, hattest Du bisher wohl sehr wenig Kontakt mit Gebrauchgeräten in Deinem Leben.

Ich denke da hab ich schon ganz andere Kalliber gesehen, als Du Dir je vorstellen kannst.

Es macht einfach nur Sinn erstmal ca. 40 Jahre alte Pampe wegzuwaschen, und dannn ... zu messen.

Zum anderen hat Grundig prinzipiell etwas Gel auf den Potis gehabt. Genau aus dem Grund, das diese nicht 'kratzen'

Geh zum Augenarzt wenn Du das auf den Bildern nicht siehst.

OP #7767563
Lesenswert?

Vielen herzlichen Dank für eure Hilfe. Tolles Forum!

Die Reparatur ist erledigt. Der Fehler war ein Kabelbruch im Minus-Lautsprecherkabel, das nur noch an einer einzigen Litze hing. Beim Zusammenbau ist zudem das Batteriekabel gebrochen und musste ebenfalls neu verlötet werden.

Liebe Grüße an alle!

(Firma: Chipwerkstatt) #7767574
Lesenswert?

Thomas S. schrieb:

Die Reparatur ist erledigt. Der Fehler war ein Kabelbruch im Minus-Lautsprecherkabel, das nur noch an einer einzigen Litze hing.

Das passt jetzt aber absolut nicht zum Fehlerbild vom Eingangspost.

Das wäre das Gleiche wie: Hallo Autowerkstatt - mein Auto springt nicht an.

Werkstatt: Fehler gefunden, die Nebelschlussleuchte war defekt. Jetzt springt er wieder an.

Aber okay,

Beitrag #7768055 wurde von einem Moderator gelöscht.
#7769157
Lesenswert?

Dieter D. schrieb:

Die Eingangsstufe des Verstärkers rauscht wie die Seuche. Daher ist meines Wissens das Poti im Rückkopplungszweig des Verstärkers. Minimale Verstärkung ist dann minimale Lautstärke, also maximale Rückkopplung.

Nonsense.

Wie immer.

Das Lautstärkepoti ist völlig normal geschaltet, es handelt sich bei dem Radio um eine normale Applikation des Sony-ICs CXA1019.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren