Natürlich kann die Änderung zu einem schnelleren Vereisen
und ähnlichem führen aber niemals den Kompressor gefährden.
Das ist so leider nicht richtig.
Erstens sind diese Verdichter sauggasgekühlt, das bedeutet, sie brauchen einen ausreichenden Volumenstrom an gasförmigem Kältemittel, damit ihre Kühlung ausreichend leistungsfähig ist. Wenn der Volumenstrom sinkt, sinkt diese Kühlleistung und der Verdichter erwärmt sich stärker als er soll. Das führt zu einem zweiten Problem, einer sehr hohen Verdichtungsendtemperatur und das ist schlecht fürs Öl, genau so wie wenn der Antriebsmotor überhitzt.
Zweitens kann es bei vereistem Verdampfer passieren, daß das eingespritzte Kältemittel nicht vollständig verdampft und ein Teil den Verdichter flüssig erreicht. Das führt bestensfalls "nur" zu einer Verdünnung des Öls und setzt dessen Schmierfähigkeit herab. Schlimmstenfalls sammelt es sich im Öl und wird von diesem gelöst, dann schäumt es beim nächsten Anlauf des Verdichters so richtig schön auf und kann wenn man richtig Pech hat, einen Flüssigkeitsschlag verursachen wenn dieser Schaum angesaugt wird.
Es gibt auch Verdichter-Bauarten (z.B. der bei Klimaanlagen sehr gerne eingesetzte Rollkolbenverdichter), da führt der Ansaugstutzen direkt in die Verdichterkammer, und da darf niemals flüssiges Kältemittel hinein. Diese haben oft einen saugseitigen Kältemittelsammler als last line of defense, aber da soll sich im Normalbetrieb natürlich kein Kältemittel sammeln und das Problem mit dem Volumenstrom beim sauggasgekühlten Verdichter bleibt natürlich unabhängig davon.