Hallo zusammen. Ich habe eine Frage. Gibt es hier schon ein Tutorial für
Platinenentwicklung, so wie z.b. das AVR-Tutorial? Ich stell mir das
interessant vor, wie man von einer Idee zur fertigen Platine kommt. Also
ggf. Bauteilauswahl, aber eher Schaltplan und PCB-Design "richtig"
erstellen. Also, wann nimmt man Busse, wann Labels, wie Zeichne ich
Sachen richtig und was separiert man voneinander. Wie fange ich beim PCB
an, wieso welche Masseflächen, bei 2lagigen Platinen, wann und wieso
oben vertikal und oben horizontal, Sternförmige Masseleitungen, und und
und. Es muss/sollte ja nicht speziell um eine bestimmte Software gehen,
sondern halt um die "Regeln", Vorgehensweisen, ggf Tricks usw.
Gibt es hier sowas schon, was ich bei den Artikeln übersehen habe oder
irgendwo anders im Netz, was zu empfehlen ist? Denke auf diese Seite
hier wäre sowas gut aufgehoben.
ich schrieb:> Gibt es hier sowas schon, was ich bei den Artikeln übersehen habe oder> irgendwo anders im Netz
Hallo,
aus einer Stellungnahme des FED:
"Schulungen in EDA-Design sowie Leiterplatten- und
Baugruppenproduktion sind verfügbar. Es gibt inzwischen kompetente,
etablierte und flexible Dienstleistungsunternehmen, zu denen auch der
FED gehört. D.h. es fehlt „nur“ das schulbare Personal.
Ein großer Teil des schulbaren Personals gehört in Deutschland einer
Altersklasse an, die in absehbarer Zeit verrentet wird, d.h. auch die
alten Erfahrungen gehen verloren.
Wie oben erläutert, wird die IC Entwicklungskompetenz an Hochschulen
und Universitäten hochgehalten. Die Leitplatten- und
Baugruppenentwicklung wird bedauerlicherweise als nebensächlich
angesehen und fatalerweise irrtümlich als weniger hochwertiges Wissen
eingestuft. Es gibt deshalb praktisch keine jungen, nachwachsenden
Kräfte, die die Grundlagen bereits erworben haben und die mit moderatem
Schulungsaufwand in kurzer Zeit zu High-Speed-PCB-Designern mit
Systemkompetenz weitergebildet werden können."
Fazit: es gibt den Beruf Layouter eigentlich garnicht, jedenfalls nicht
als anerkannten Ausbildungsberuf, und daher würde auch ein Lehrbuch des
PCB-Designs ins Leere laufen (bringt also kein Geld ein).
Ausserdem zeichnet sich die Problematik dadurch aus, dass sie einerseits
sehr umfangreich ist und andrerseits zu praktisch jeder Regel, die man
formulieren könnte, auch schlagende Gegenbeispiele existieren, warum man
es in einem konkreten Fall eben nicht so machen sollte. Jeder erfahrene
Layouter weiss, dass eine Leiterplatte aus hunderten von Kompromissen
besteht. Deshalb haben auch Autoplazierer und Autorouter so schlechte
Ergebnisse, es fehlt die Formalisierbarkeit.
Gruss Reinhard
Danke, ich werde mir die links mal genauer angucken. Ich würde auch so
ein Tutorial schreiben, doch ich würde es lieber die machen lassen, die
sich damit richtig auskennen. Ich bekomme es hin, dass es relativ eng
zusammen ist um die PCB möglichst klein zu machen, wenn die Maße nicht
vorher gegeben ist, und natürlich, dass alles so verbunden ist wie es
muss. Aber ob das so richtig und/oder optimal ist weiß ich nicht. Es
gibt sicherlich Dinge, die man nicht immer umsetzen kann oder dass man
sich für eine von 2 guten Designs entscheiden muss, zusätzlich die
persönlichen Noten, doch das ist bei der Programmierung auch der Fall,
wofür es aber Tutorials gibt.
Also ich würde mich gerne schulen lassen; leider hat mein Arbeitgeber so
lange den Lehrgang hinausgezögert bis ich ihn nicht mehr für diese Firma
brauchen kann/ werde da ich versetzt werden soll. Für privat ist der
Kurs mir leider zu teuer und derzeit zu zeitintensiv,
Bernd Wiebus schrieb:> Auch der FED bietet Publicationen zum download an:
Aber grösstenteils nicht nur für Geld, sondern für viel Geld. So eine
kleine Privatbibliothek mit den wichtigsten LP-Unterlagen liegt ganz
schnell jenseits von 10000 Euro.
Gruss Reinhard
Hallo Reinhard Kern.
>> Auch der FED bietet Publicationen zum download an:> Aber grösstenteils nicht nur für Geld, sondern für viel Geld. So eine> kleine Privatbibliothek mit den wichtigsten LP-Unterlagen liegt ganz> schnell jenseits von 10000 Euro.
Leider ist das so.
Um so wichtiger ist es, zu wissen, welche Bezeichnung sie haben und was
der Inhalt ist. Spart Fehlkäufe.
Der Link zum FED Download oben ist aber kaputt.
Hier ein neuer auf meist kostenlose Downloads:
http://www.fed.de/Dokumente-und-Richtlinien/Dokumente-zum-Download/Normen-und-Richtlinien/4289/
Ok, ist auch eher selten gefragter Kram.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
Eine Frage in die Runde zum Thema: lohnt sich eine FED Schulung? Sie
bieten ja z.B. die beiden Kurse: "Leiterplatten und Baugruppendesign
Kurs 1 + 2 inkl. CID+ Zertifizierung" an. Ich würde mir die beiden Kurse
nächstes Jahr mal antun (vielleicht über 2 Jahre gestreckt, damit ich
mein Schulungslimit nicht überschreite). Zwar habe ich schon einige
Jahre Layouterfahrung + einiger Jahre in der AV eines größeren LP
Herstellers, aber alles nur selbst zusammengesuchtes Wissen bzw. erlernt
von meinem ehemaligen Chef. (Und somit ist der genaue Kenntnisstand bei
Bewerbungen eher schlecht zu definieren)
Dazu müsste ich noch wissen, wie sich so eine CID+ Zertifizierung im
Lebenslauf macht. Ist das eher nützlich oder interessiert das nicht
wirklich?
Hallo Christian B.
>. Zwar habe ich schon einige Jahre Layouterfahrung + einiger Jahre in der> AV eines größeren LP Herstellers, aber alles nur selbst> zusammengesuchtes Wissen bzw. erlernt. von meinem ehemaligen Chef.
Nun, dann hast Du bei diesen Schulungen eine Gelegenheit, diese
Kenntnisse auf solide Beine zu stellen. Ohne Deine Vorkenntnisse hat es
nicht viel Sinn (Das wäre quasie "Trockenschwimmen"). In den Schulungen
selber kommt nicht grundsätzlich neues (ok, im Detail schon), aber es
schon wichtig, sein Wissen einmal geordnet zu haben, und alles auch mal
aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.
Als Entwickler und Handbestücker von eigenen Prototypen hatte ich doch
wenig Erfahrungen von den Anforderungen eines Leiterplattenherstellers
und eines professionellen Bestückers. Letztlich ist der ganze Komplex
Schaltungsentwicklung, Leiterplattendesign, Leiterplattenfertigung und
Bestückung sowie Testen eine sehr weit die unterschiedlichen Disziplinen
übergreifende Angelegenheit. Es war an dem Punkte wichtig, das mal aus
einem anderen Licht zu sehen. Ausserdem gibt es hin und wieder schon
Sachen, die für einen selber neu sind. Als reiner Praktiker aus
Schaltungsentwicklung und Layout (und in meinem Falle auch Service) ist
es wichtig, auch mal über den Tellerand zu schauen.
Lerning by doing ist sehr praxisnah. Aber letztlich braucht man beides.
Theorie und Praxis. Die Kurse sind allerdings so angelegt, das sie gut
Theorie für Leute vermitteln, die Praxis schon haben. In den Kursen
taucht keiner auf, der nicht schon eine solide Grunderfahrung hat.
> Und somit ist der genaue Kenntnisstand bei Bewerbungen eher schlecht zu> definieren.
So sehe ich das auch. Den CID habe ich eigentlich aus purem Interesse
und Spass an der Sache gemacht. Auf CID+ aufgestockt aus gleichem
Grunde, aber zusätzlich auch, um mich besser Bewerben zu können.
> Dazu müsste ich noch wissen, wie sich so eine CID+ Zertifizierung im> Lebenslauf macht. Ist das eher nützlich oder interessiert das nicht> wirklich?
Leider ist es so, dass es kaum einer kennt. Bei meinen Bewerbungen hat
sich nie jemand wirklich dafür interessiert. Man fand es eher
erstaunlich, "dass es sowas gibt" und bewunderte meine Anstrengungen bei
der Ausbildung. Weitergeholfen hat es mir bisher bei meinen Bewerbungen
allerdings noch nicht. Das mag aber auch an anderen Unzulänglichkeiten
meinerseits liegen, aber an diesen Parametern kann ich nichts verändern.
Die einzigen Parameter, die ich ändern kann, sind halt meine
Selbstausbildung, und meine Gehaltsvorstellung. Aus dem Grunde sehe ich
es trozdem als richtige Entscheidung.
Andere berichteten, dass ihnen ein CID+ gut weitergeholfen hat.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
Bernd Wiebus (berndwiebus) schrieb:
>> Dazu müsste ich noch wissen, wie sich so eine CID+ Zertifizierung im>> Lebenslauf macht. Ist das eher nützlich oder interessiert das nicht>> wirklich?> Leider ist es so, dass es kaum einer kennt. Bei meinen Bewerbungen hat> sich nie jemand wirklich dafür interessiert. Man fand es eher> erstaunlich, "dass es sowas gibt" und bewunderte meine Anstrengungen bei> der Ausbildung. Weitergeholfen hat es mir bisher bei meinen Bewerbungen> allerdings noch nicht. Das mag aber auch an anderen Unzulänglichkeiten> meinerseits liegen, aber an diesen Parametern kann ich nichts verändern.> Die einzigen Parameter, die ich ändern kann, sind halt meine> Selbstausbildung, und meine Gehaltsvorstellung.
Bezüglich "Jahresgehalt" tritts du aber sehr bescheiden auf
http://www.xing.com/profile/Bernd_Wiebus
"Ich suche ... Gehaltsvorstellung 20 000 Euro Brutto ..." ???
Nur mal als Vergleich mit ALDI
"850 Euro pro Monat, dual Studierende 1.400 Euro pro Monat. Nach dem
erfolgreichen Einstieg wird es mehr. Ein Regionalverkaufsleiter etwa
verdient im ersten Jahr 63.000 Euro. Und auch in der IT sowie in allen
anderen Bereichen wird Leistung höher als üblich honoriert. "
Qzelle:
http://karriere.aldi-sued.de/de/Wir-als-Arbeitgeber/Arbeiten-bei-ALDI-S%C3%9CD/Verg%C3%BCtung.html
Hallo Ähem.
> Bezüglich "Jahresgehalt" tritts du aber sehr bescheiden auf
Tatsächlich? Bei mir winken ja sogar die Personaldienstleister ab, wenn
ich mich Bewerbe. Das bedeutet aber, dass ich nicht so viel Wert bin.
Also habe ich im Laufe der Zeit stufenweise meine Ansprüche
heruntergeschraubt.
Das Problem ist, das es sehr wenig Stellenausschreibungen gibt, die für
mich passen. Im allgemeinen heisst es, eine Bewerbung lohnt sich, wenn
ich 60% des in der Ausschreibung geforderten abdecken kann.
Realistischerweise muss ich aber froh sein, Stellenauschreibungen zu
finden, wo ich 20-30% abdecken kann. Entsprechend mies sind die
Aussichten, wenn ich mich Bewerbe.
Darum bewerbe ich mich ja auch öfters auf Stellen für Absolventen, damit
ich mich auch in neue Sachen einarbeiten kann, um diese Basis zu
verbreitern. Aber wer Absolventen sucht, sucht jemanden deutlich jünger
als ich. Also falle ich auch dort aus dem Raster.
Dazu noch mein Zickzack-Lebenslauf.
> Nur mal als Vergleich mit ALDI>> "850 Euro pro Monat, dual Studierende 1.400 Euro pro Monat. Nach dem> erfolgreichen Einstieg wird es mehr.
Es gibt genug, die mit einem Diplom hinter der Ladenkasse sitzen. Im
allgemeinen erzählen die das aber nicht groß herum, weil sie Angst vor
Mobbing haben.
> Ein Regionalverkaufsleiter etwa> verdient im ersten Jahr 63.000 Euro.
Ein "RegionalLEITER" halt. Ich hatte nie eine Führungsposition inne, und
strebe auch keine an. Dafür bin ich nicht geeignet und würde mich auf
Dauer unglücklich und überfordert fühlen.
Insofern ist das nicht zu vergleichen.
> Und auch in der IT sowie in allen> anderen Bereichen wird Leistung höher als üblich honoriert.
Du sprichst es direkt an: "Leistung höher als üblich" Ich bin aber nur
ein ganz durchschnittlicher Mensch der eben auch nur die gleiche
Leistung wie andere vergleichbare durchschnittliche Menschen bringen
kann. Alles andere wäre etwas vermessen. Zudem bin ich schon recht alt
(51) und nicht mehr so fit wie Jüngere.
Also aus meiner Sicht ist das schon realistisch.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
So, da bin ich wieder, zurück ausm Urlaub. Ich werde mir die vielen
Links mal genauer angucken. Danach denke ich über ein Tutorial nach.
Zumindest, nachdem ich das Tutorial zu "USB-Verbindung via HID mit PICs
und XC-Compiler" fertig habe.
Ich gucke einfach mal, wieviel ich durch die Links dazu lerne und wie
danach mein Layout aussieht;) Es kann ja auch korrigiert oder erweitert
werden.
Vielen Dank schonmal soweit