Drehko-Poti in einem RR200 ist "fest"

OP #7945055
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Moin,

der Drehko-Poti (fa das ist eine Kombination) in einem Telefunken RR200 ist "fest" - wie bekommt man den wieder gängig ohne das alles auseinanderbauen und den in NaOH Lauge auskochen zu müssen ? :)

(man beachte auch die heatpipe im KK - vorher noch nie gesehen sowas... O.o)

Any BTDT ideas?

Klaus.

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#7945060
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Klaus R. schrieb:

Drehko-Poti

Was denn jetzt?

Ein "Drehko" wäre ein Drehkondensator, ein "Poti" ein Potentiometer, d.h. ein einstellbarer ohmscher Spannungsteiler/Widerstand.

Von der Bauform und der Kopplung mit dem Seilzug wird das der Abstimmkondensator sein. Details sind auf dem Photo leider nicht zu erkennen. Wenn der fest sitzt, kann es an Korrosion, verharzter Schmierung oder einem mechanischen Defekt (verbogene Platten) liegen.

Zeig einmal ein Detailphoto.

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#7945096
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Ja, sowas gabs ne ganze Weile, bevor die digital abgestimmten PLL-Tuner aufkamen.

Der Drehko dient zur Abstimmung der AM-Bereiche und der UKW-Tuner ist bereits mit Kapazitätsdioden-Abstimmung versehen. Die zugehörige Abstimmspannung liefert das Poti am Ende der Drehko-Welle.

Vorteil der Abstimmung über Kapazitätsdioden: Der RR200 hat bereits 7 Stationstasten für UKW, die Einstellung der Sender erfolgt über einen Spindeltrimmer pro Taste.

Eine digitale Frequenzanzeige, die die Oszillatorfrequenz minus der jeweiligen ZF anzeigt, ist bereits vorhanden, so daß man bei Benutzen der Stationstasten nicht im Dunkeln tappt. Auf eine Skala mit Zeiger am Skalenseil konnte damit auch für den Haupabstimmknopf verzichtet werden.

Zum Problem der festsitzenden Welle: Das wird vermutlich den Drehko-Teil und die Lagerung darin betreffen, üblicherweise verharztes Fett in den Lagerbuchsen. Kugellager wird dieser wohl nicht haben. Falls das Ding nur schwergängig, aber nicht völlig fest ist, hilft eventuell vorsichtiges Auftropfen von Petroleum oder Waschbenzin auf die Lagerstellen, um verharztes Fett zu lösen. Wenn du richtig Pech hast, sind Lagerböcke der Welle aus Zinkdruckguß verbaut und von "Zinkpest" betroffen. Wenn Zinkdruckgußteile aus verunreinigten Legierungen gefertigt wurden, kann es zu interkristalliner Korrosion kommen, die die Teile erst aufquellen und dann zerbröseln läßt. Durch das Aufquellen kann der Druck auf die Lagerbuchsen die Welle festklemmen. Meist kommt es durch axiale Verschiebung dabei auch zu Kurzschlüssen zwischen Rotor- und Statorplatten des Drehkos. Dann wäre der Drehko nicht zu retten, weil das Zerbröseln der Zinkteile unweigerlich folgt.

Wenn es nur um den UKW-Tuner geht, könnte man den Drehko entfernen und das Poti oder ein vom Widerstandswert passendes mit einer selbstkonstruierten Halterung montieren und die Skalenseilscheibe mdaran montieren. Oder nur noch die 7 Stationstasten nutzen...

OP #7945108
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Thorsten S. schrieb:

ilft eventuell vorsichtiges Auftropfen von Petroleum oder Waschbenzin auf die Lagerstellen, um verharztes Fett zu lösen.

-> dreht aber sehr schwer - zu schwer für das Seil. Weißöl und Teslanol brachten über Nacht keinen Erfolg, ich probiere mal auch Wärme.

Thorsten S. schrieb:

sind Lagerböcke der Welle aus Zinkdruckguß verbaut und von "Zinkpest" betroffen.

Ne sieht imho gut aus.

Thorsten S. schrieb:

Wenn es nur um den UKW-Tuner geht, könnte man den Drehko entfernen und das Poti oder ein vom Widerstandswert passendes mit einer selbstkonstruierten Halterung montieren und die Skalenseilscheibe mdaran montieren.

Too much, aber die Idee hatte ich auch schon :)

Bild siehe Anhang.

Klaus.

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(Firma: matzetronics) #7945142
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Erstmal rausfinden, ob der Dreko oder das Poti blockiert. Dazu kannst du mal vorsichtig an der weissen Skalenseiltrommel ruckeln und die Plattenpakete beobachten. Wenn die sich etwas bewegen lassen, wird wohl das Poti da links blockieren.

Ist das der Fall - vllt. kann man es ausbauen, ohne die ganze Mimik zu demontieren.

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#7945157
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Ich vermute eher, dass das vordere Wellenlager (an der Seilrolle) schwergängig ist. Wärme hilft. Zum Einweichen am besten ausbauen und ohne Kunststoffteile in einem (Marmeladen)glas mit Lösemittel tränken, weil die guten Mittel (Reinigungsbenzin, Universalverdünnung, zur Not Aceton) schnell verdunsten. NaOH ist für Alu keine gute Wahl!

#7945202
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Was am besten hilft: Wärme, Bewegung und Geduld. Das Öl hatte Jahrzehnte lang Zeit, zu verharzen. Da kommt es jetzt auf ein paar Tage nicht an.

Wenn es einmal leichtgängiger wird, versuchen, nur in einer Richtung zu arbeiten, um das Harz auszuwaschen (Gegenstromprinzip: z.B. links das Mittel auftragen, rechts abtupfen).

Bei Aceton auf Kunststoff aufpassen. Hast Du inzwischen herausgebracht, an welcher Stelle der "Pfropf" sitzt?

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#7945207
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Torsten B. schrieb:

Ich vermute eher, dass das vordere Wellenlager (an der Seilrolle) schwergängig ist.

Dieses Halslager ist durch die große Länge prädestiniert für eine Blockade durch verharztes Fett.

Aber das ist noch gar nichts gegen Miniaturkippschalter, bei denen sich schon im Neuzustand der Hebel infolge Verharzung des Fettes nur noch mit einer Zange bewegen ließ.

#7945347
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Klaus R. schrieb:

...klingt doof, aber gefühlt wird es schwergängiger! O.o - im Originalzustand konnte man es noch in eine Richtung per Tuning Rad drehen, nun nicht mehr.

Nach 22 Minuten hätte ich jetzt auch nicht viel erwartet. Ich würde das Teil mal hochkant stellen und dann ein paar Tropfen Kriechöl über Nacht einwirken lassen.

Es gibt zum Glück eine abschraubbare Bodenklappe, heute Abend kommt die Entlötpumpe dran :/

Schau Dir erst mal an, ob Dir das überhaupt einen Vorteil bringt. Wenn man die Welle mit dem Rad für's Skalenteil auch dann nicht entfernen kann, nutzt das wenig.

Klaus R. schrieb:

Ich will das auch gar nicht behalten, war "Beifang"...aber mich interessierts jetzt einfach.

Dann gib es doch unzerbastelt weiter.

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OP #7945494
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...tja der Plastik Gleit Achsen Überschieber hat sich wohl geschrumpft o.ä. - whatever. Iss heee...ich popel den mal runter...oder spann den ein und feile nen paar my-mm runter?

Abfeilen in der AkkuBoMa ging gut, aber das kleine weiße Zahnrad hat leider auch einen Riss weshalb es sich immer in den gegenseitig verspannten metallzahnrädern verhakt und dann geht nichts mehr. ich würde mal sagen das Teil ist für die Nüsse und ich ersetze den Poti durch einen 10-Gang 100 K den ich künstlich auf original 85 k "runter drücke".

Klaus.

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#7945591
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Bei meinem RFT-Tuner hat nur Zerlegen und mehrtägiges Einlegen in Benzin geholfen. Dann Rohe Gewalt mittels zweier Zangen konnte die Drehachse von ihrer korrodierten Hülse lösen.

Skalenseil hatte ich vor kurzer Zeit auf Kleinanzeigen von einem sehr sorgfältigen Anbieter als Meterware bestellen können.

Die Heatpipe hatte Akai in seinem Verstärker ebenfalls.

mfg

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