Ja, sowas gabs ne ganze Weile, bevor die digital abgestimmten PLL-Tuner aufkamen.
Der Drehko dient zur Abstimmung der AM-Bereiche und der UKW-Tuner ist bereits mit Kapazitätsdioden-Abstimmung versehen.
Die zugehörige Abstimmspannung liefert das Poti am Ende der Drehko-Welle.
Vorteil der Abstimmung über Kapazitätsdioden: Der RR200 hat bereits 7 Stationstasten für UKW, die Einstellung der Sender erfolgt über einen Spindeltrimmer pro Taste.
Eine digitale Frequenzanzeige, die die Oszillatorfrequenz minus der jeweiligen ZF anzeigt, ist bereits vorhanden, so daß man bei Benutzen der Stationstasten nicht im Dunkeln tappt.
Auf eine Skala mit Zeiger am Skalenseil konnte damit auch für den Haupabstimmknopf verzichtet werden.
Zum Problem der festsitzenden Welle: Das wird vermutlich den Drehko-Teil und die Lagerung darin betreffen, üblicherweise verharztes Fett in den Lagerbuchsen. Kugellager wird dieser wohl nicht haben. Falls das Ding nur schwergängig, aber nicht völlig fest ist, hilft eventuell vorsichtiges Auftropfen von Petroleum oder Waschbenzin auf die Lagerstellen, um verharztes Fett zu lösen.
Wenn du richtig Pech hast, sind Lagerböcke der Welle aus Zinkdruckguß verbaut und von "Zinkpest" betroffen.
Wenn Zinkdruckgußteile aus verunreinigten Legierungen gefertigt wurden, kann es zu interkristalliner Korrosion kommen, die die Teile erst aufquellen und dann zerbröseln läßt. Durch das Aufquellen kann der Druck auf die Lagerbuchsen die Welle festklemmen. Meist kommt es durch axiale Verschiebung dabei auch zu Kurzschlüssen zwischen Rotor- und Statorplatten des Drehkos.
Dann wäre der Drehko nicht zu retten, weil das Zerbröseln der Zinkteile unweigerlich folgt.
Wenn es nur um den UKW-Tuner geht, könnte man den Drehko entfernen und das Poti oder ein vom Widerstandswert passendes mit einer selbstkonstruierten Halterung montieren und die Skalenseilscheibe mdaran montieren.
Oder nur noch die 7 Stationstasten nutzen...