Hallo zusammen,
ich möchte/muss meine vorhandenen selbst gebauten Dimmer langsam
ersetzen. Die funktionieren seit vielen Jahren problemlos.
(Mikrocontroller liest Wechselspannung ein; ein Interrupt meldet den
Nulldurchgang; Portpin wird verzögert dazu eingeschaltet => Lampe dimmt
per Phasenanschnitt flackerfrei). Alle Halogenlampen werden jetzt durch
dimmbare GU10-LEDs ersetzt.
Jetzt sollen neue Dimmer her, die von einem ESP8266/Arduino angesteuert
werden können. Für die Nulldurchgangserkennung suche ich einen fertigen
IC, der auch gleich einen Triac treiben kann (also alles in Hardware
macht). Ich traue dem ESP-Timing nicht zu, dass das flackerfrei in
Software funktioniert.
Frage: Welche ICs oder Module kommen hierfür in Frage? (Gerne auch
mehrere Kanäle in einem Modul). Ich stelle mir etwas mit
I2C/SPI-Interface vor. Wenn es garnicht anders geht, dann auch mit
Analogeingang.
Gibt es da was?
Ich suche keine fertigen Module aus dem Elektrikersortiment mit Gehäuse
und Co, sondern ein reines Ansteuermodul, dass mir das Timing und das
Triac-Ansteuern übernimmt.
Der Preis soll nicht oberstes Kritierium sein, aber ich benötige schon
ein paar Stück davon...
Fehlen noch wichtige Infos?
Danke,
Torben.
Triac Dimmer sind ein Relikt aus Zeiten der Glühlampen.
Heute benutzt man LED Treiber mit konstant-Strom Ausgang, gerne
dimmbare. Vorteil: Das Licht flackert nicht mehr. Wiele Modelle haben
einen PWM Eingang, den man direkt per Mikrocontroller ansteuern kann.
Diese dimmbaren GU10-Dinger sind meist drauf angelegt von einem
klassischen Dimmer angesteuert zu werden und sich dann entsprechend
einzustellen.
Die GU10 soll also so tun als wäre sie eine normale Halogenbirne, deine
Schaltung soll der Birne vorlügen sie wäre ein Dimmer.
Vielleicht kann man das Projekt etwas direkter angehen.
Sebastian R. schrieb:> Ebay-Artikel Nr. 124454114537
Ich habe Zweifel, ob das Board die erforderlichen Sicherheitsabstände
zwischen der 230V und der 5V Seite einhält. Siehe die orangen
Markierungen auf dem Foto.
Außerdem ist mir aufgefallen, dass die Triacs und die Kondensatoren nur
für 600 bzw. 630 Volt ausgelegt sind. Ich habe schon schlechtere
gesehen, aber von "gut" ist das noch weit entfernt. Da gehören meiner
Meinung nach Bauteile hin, die 800 Volt vertragen, damit sie nicht
gleich bei einem kurzen Peak kaputt gehen.
Erstaunlicherweise fehlen da die Entstördrosseln komplett. Jeder normale
Dimmer enthält welche, damit das Ding nicht die Funknetze stört.
Außerdem reduziert ein ordentlicher Entstörfilter auch Spannungsspitzen,
auf die die Triacs äußerst empfindlich reagieren.
Vermutlich haben sie Netzfilter weg gelassen, weil die ganze Platine
damit 4x so viel gekostet hätte. Von nichts kommt nichts.
Hallo, ich nutze dafür einen ATTiny 4313. Der nutzt die 4 (2x8 und 2x16
Bit) Zähler, um ein Hardware PWM zu erzeugen. Die Dimmer sind sowohl
über Tasten als auch über I2C zu bedienen. Die Kanäle machen
Phasenabschnittsdimmung. Vielleicht ist das was für Dich. Der
eigentliche Dimmer läuft seit ca. 2014. Jetzt habe ich den noch mal
erweitert. Nun kann er auch 50Hz Lampen dimmen. Das Programm ist noch
nicht ganz fertig, aber läuft soweit ganz gut. Alle Lampen werden soft
gedimmt. Auch eine Schaltzeituhr und 2 Stromstoßschalter sind
integriert. Schicke mir eine PN, wenn Du das Programm testen möchtest.
Gruß Carsten
SLB0587 schrieb:> Welche ICs oder Module kommen hierfür in Frage
Keine Spezial-IC.
Die bekommst du nicht mehr nach.
Nimm einen simplen uC wie 8751 oder ATmega8 und programmiere dort das
netzsynchrone dimmen von vielleicht 8 Kanälen mit SPI Interface rein,
der arbeitet zeitstabil und wenn dir was nicht passt musst du nicht
extra-Elektronik drumrum spendieren, sondern programmierst ihn einfach
um.
Und brauchst du eine andere Sonderfunktion zusätzlich, wie
Analogeingänge, brauchst du keinen zweiten Spezialchip, sondern
programmierst sie einfach dazu.
Stefan ⛄ F. schrieb:> Ich habe Zweifel, ob das Board die erforderlichen Sicherheitsabstände> zwischen der 230V und der 5V Seite einhält. Siehe die orangen> Markierungen auf dem Foto.
solange das zusammen mit einem ESP8266 + Netzteil in ein Gehäuse
eingebaut wird, keinerlei USB oder sonstige 3,3V oder 5V Leitungen nach
aussen gehen ist das total egal-
Der verlinkte 4Kanal China-Dimmer ist lt. Foto auch "nur" ein
programmierter AVR mit PCF8574. Als fertiges Modul ist mir das Ding zu
windig und die Bauform für mich ungeeignet. Aber sowas (gerne ohne die
Triacschaltung) habe ich eigentlich gesucht.
Oliver S. schrieb:> Die GU10 soll also so tun als wäre sie eine normale Halogenbirne, deine> Schaltung soll der Birne vorlügen sie wäre ein Dimmer.> Vielleicht kann man das Projekt etwas direkter angehen.
Was meinst du damit? Keine GU10-LEDs einsetzen? Das ist durch bestehende
Deckeneinbaustrahler so vorgegeben.
Und verstehe ich das richtig, dass ich GU10-LEDs nicht mit einer
Konstantstromquelle dimmen kann, sondern Phasenan-/abschnitt verwenden
muss?
Also werde ich letztendlich dann doch wieder bei einem programmierten
Mikrocontroller landen. Und bis meine Wunschteile (STM32F1) wieder
lieferbar sind, hab ich ja noch genug Zeit.
Danke für eure Hilfe.
Man sollte die Netzspannung auf 2.3 kV erhoehen.
Das wuerde die Anzahl der "Bastler" die an sowas "herumfummeln"
dann auf natuerliche Art und Weise begrenzen.
Heinz R. schrieb:> solange das zusammen mit einem ESP8266 + Netzteil in ein Gehäuse> eingebaut wird, keinerlei USB oder sonstige 3,3V oder 5V Leitungen nach> aussen gehen ist das total egal.
Ja, sehe ich auch so.
SLB0587 schrieb:> Und verstehe ich das richtig, dass ich GU10-LEDs nicht mit einer> Konstantstromquelle dimmen kann, sondern Phasenan-/abschnitt verwenden> muss?
Ich würde mich nicht trauen, hier eine pauschale Aussage für alle GU10
LED-Lampen zu wagen. Schau besser in die konkrete Produktbeschreibung.
SLB0587 schrieb:> Und verstehe ich das richtig, dass ich GU10-LEDs nicht mit einer> Konstantstromquelle dimmen kann, sondern Phasenan-/abschnitt verwenden> muss?
Du kannst ja mal drüber nachdenken, wie so ein (GU10-) LED-Leuchtmittel
für Betrieb an 230V-Wechselspannung funktioniert, dann kommst du drauf.
Oliver
SLB0587 schrieb:> Was meinst du damit? Keine GU10-LEDs einsetzen? Das ist durch bestehende> Deckeneinbaustrahler so vorgegeben.
gedimmtes Halogenlicht ist schon schön und mit LED nicht einfach zu
ersetzen, jedenfalls nicht durch billige Lösungen. Dim2Warm ist da ein
Suchbegriff.
Zum Test habe ich mal so eine bestellt:
https://www.isolicht.com/led-beleuchtung/led-einbauleuchten/led-einbaustrahler/abendsonne-dim2warm-gu10-10w-weiss-45-2000-3000k-cri99
ist schon recht gut, aber da ist noch ein ext. Vorschaltgerät das dann
mit in die Decke muss.
Ich habe jetzt noch eine Menge Halos im Wohnzimmer ersetzt und dabei 24
V WW+CW verbaut. Für die Stromversorgung konnte ich die vorhandene 12 V
Leitung verwenden, zusätzlich habe ich eine DALI Steuerleitung
nachgezogen. Das ist bei einer alten Holzdecke mit Dachlatten Unterbau
eine extreme Fummelei. Hat sich aber gelohnt, ich habe mehrere Gruppen
die ich jetzt per DALI in der Lichtfarbe steuern kann.
Einen alten Dimmer gibt es noch an einer Aussenleuchte, da fangen die
LED an zu flimmern bei voller Helligkeit. Da muss man probieren ob sich
die jeweilige Kombi verträgt.
Vielleicht ist es eine Möglichkeit, die Konstantstromquelle einfach von
12V LED-Lampen auszubauen. Manche lassen sich recht einfach
auseinanderbauen. Auch bei defekten, flackernden Lampen ist meistens die
LED noch heil. Ich habe jeweils 3 Stück in Reihe geschaltet und betreibe
diese über einen kleinen Vorwiderstand. Geschaltet habe ich die über
einfache Mosfet mit einem PWM- Signal von 0 bis 100% absolut
flackerfrei. Als Netzteil dient ein ersteigertes Hutschienen Netzteil
mit einstellbarer Spannung. Die 220V Synchronisierung ist da schon
aufwendiger. Auch die Pulsbreiten sind dabei viel höher. Natürlich
werden auch fertige Leuchtmittel ohne Regelung angeboten.
Gruß Carsten