Bin auf der Suche nach einer Möglichkeit den Lichtstrom einer LED so
gleichmäßig wie möglich zu halten. Zu Verfügung steht mir hierbei ein
µC.
Messchaltung wird immer im gleichen Raum, bei gleicher Temperatur
benutzt und wird eine halbe Stunde vor gebrauch angeschaltet um auf
Betriebstemperatur zu kommen.
Im Anhang ist eine Messung die ich gefunden habe wie sich die Spannungen
verändern. Ist ggf. sinnvoll Strom und Spannung zu messen und die
Leistung via. PWM gleich zu halten? Oder gibt es da einfachere Wege?
Vielen Dank schon mal :)
@ Autor: Robin (Gast)
dein angehängtes Diagramm sagt ja so ziemlich nix aus.
Die Frage wäre ja wie du das misst und wie die Daten erzeugt werden.
Du solltest also mal das ganze Scenario offenlegen.
Als erste Idee fällt mir natürlich ein es vielleicht so zu regeln wie
man es seit Äonen schon in CD-Playern macht.... eine Feedbackdiode und
ne Regelung dazu
Gruss Klaus de Lisson
Lichtstrom ist hauptsächlich abhängig von Strom, (Chip-)Temperatur und
Alterung. Das Kriterium Leistung ist also weniger geeignet als Strom.
Für konstanten Lichtstrom über längere Zeit ist Messung mittels
Fotozelle oder Fotowiderstand vermutlich besser. Damit kann dann auch
einer Alterung des Phosphors gegengesteuert werden, das ist bei weißen
oder supergrünen LED interessant. Ich war teilweise erstaunt, wie stark
sich das schon nach wenigen hundert Betriebsstunden verändern kann.
Helge A. schrieb:> Fotozelle oder Fotowiderstand
Im Jahre 2014 kann man dafür auch den inneren photoelektrischen Effekt
verwenden. Sprich eine Fotodiode.
Deren Strom erfasst Du über einen TIA, dessen Ausgangsspannung
vergleichst Du mit einer Referenzspannung und steuerst damit eine
spannungsgesteuerte Stromquelle. 2 OPVs und ein bißchen Kleinkram.
Es geht auch mit einem OPV, Schaltungen findest Du in den Datenblättern
vom IL300 und HCNR200.
Es geht auch ohne Eigenbau, Laserdiodentreiber machen genau sowas mit
einer Laserdiode und Monitordiode, unterschiedliche Strombereiche gibt
es wie Sand am Meer von billig bis ganz teuer.
Die Auskopplung auf die Photodiode muss natürlich stabil sein. Du
solltest etwas Ahnung von Optik haben.
Helge A. schrieb:> Lichtstrom ist hauptsächlich abhängig von Strom, (Chip-)Temperatur und> Alterung. Das Kriterium Leistung ist also weniger geeignet als Strom.
Wäre es dann nicht möglich, den Strom durch die LEDs und die Temepratur
zu erfassen und diesen zu regeln anstatt TIA/Fotozelle zu bemühen?
rgds
Wie wäre es mit einer CRD davor zu schalten? Gibt es in
unterschiedlichen ausführungen, wenn du mehr Strom brauchst, kannst du
mehrere CR-Dioden parallel schalten.
Also könnte man zusammenfassen:
-Der Lichtstrom hängt ausschließlich mit der Alterung, der Temperatur
und dem elektrischen Strom durch die LED ab
-kurzeitig ist die LED vom Lichtstrom konstant, wenn Temperatur und der
elektrische Strom konstant sind
-Mit einer Fotodiode sollte nach einer gewissen Zeit ein abgleich
gemacht werden, damit die Spannung für die spannungsgesteuerte
Stromquelle neu eingestellt wird.
Ist das so korrekt?
6A66 schrieb:> Helge A. schrieb:>> Lichtstrom ist hauptsächlich abhängig von Strom, (Chip-)Temperatur und>> Alterung. Das Kriterium Leistung ist also weniger geeignet als Strom.>> Wäre es dann nicht möglich, den Strom durch die LEDs und die Temepratur> zu erfassen und diesen zu regeln anstatt TIA/Fotozelle zu bemühen?>> rgds
Damit hast du ja die Alterung des Phosphors beispielsweise nicht mit
erfaßt. Einfach nur den Strom regeln bringt in dem Falle nichts.
Du willst ja wissen, wieviel Licht herauskommt, also mußt du auch das
Licht messen und dann den Strom regeln, um das Licht konstant zu halten.
ich schrieb:> 6A66 schrieb:>> Helge A. schrieb:>>> Lichtstrom ist hauptsächlich abhängig von Strom, (Chip-)Temperatur und>>> Alterung. Das Kriterium Leistung ist also weniger geeignet als Strom.>>>> Wäre es dann nicht möglich, den Strom durch die LEDs und die Temepratur>> zu erfassen und diesen zu regeln anstatt TIA/Fotozelle zu bemühen?>>>> rgds>> Damit hast du ja die Alterung des Phosphors beispielsweise nicht mit> erfaßt. Einfach nur den Strom regeln bringt in dem Falle nichts.> Du willst ja wissen, wieviel Licht herauskommt, also mußt du auch das> Licht messen und dann den Strom regeln, um das Licht konstant zu halten.
Gibt es den unterschiede in der Alterung in Abhängigkeit von der Farbe?
Und verschiebt sich dann mit der Alterung auch die Wellenlänge oder wird
der Lichtstrom nur kleiner?
ich schrieb:> Damit hast du ja die Alterung des Phosphors beispielsweise nicht mit> erfaßt.
Hallo "ich",
ich bin anhand des Diagramms des TO von einer RGB-Led ausgegangen, und
die sollte - meines Wissens nach - keinen Phosphor besitzen. Ansonsten
muss natürlich auch die Alterung der Mechanik mit dem Phosphor mit
eingezogen werden - ACK. Das könnte man aber bei bekannter Alterung über
eine Nachsteuerung über Zeit erschlagen und das sollte dann trotzdem
ausreichend genau werden können. Oder sehe ich das falsch?
rgds
Robin schrieb:> -Der Lichtstrom hängt ausschließlich mit der Alterung, der Temperatur> und dem elektrischen Strom durch die LED ab
Nein. Wenn Du es genau wissen willst, hängt der Lichtstrom auch von
- Radioaktivität in der Umgebung (Störstellen)
- Umwelteinflüssen auf die LED-Linse (Kratzer, Erblindung im Sandsturm)
- Brechungsindex Deines umgebenden Mediums (beeinflusst die Auskopplung
an der Linse)
- Helligkeit und Spektrum des Umgebungslichtes (eine unbestromte weisse
LED neben einer leuchtenden blauen LED beginnt ebenfalls zu leuchten)
und vielleicht noch einigen anderen Faktoren ab.
Da Du uns bisher weder verraten hast, um welche Typen LED es geht, noch
wie genau Du unter welchen Umständen den Lichtstrom einhalten musst,
kann es sein, dass Du das alles berücksichtigen musst.
> -kurzeitig ist die LED vom Lichtstrom konstant, wenn Temperatur und der> elektrische Strom konstant sind
Nein. Der Lichtstrom ändert sich schon messbar (Oszi), wenn Du die LED
einschaltest (z.B. PWM) durch die Eigenerwärmung des Chips. Die kannst
Du auch bei bester Kühlung nicht verhindern. Auch hier gilt: Da Du uns
bisher...
> -Mit einer Fotodiode sollte nach einer gewissen Zeit ein abgleich> gemacht werden, damit die Spannung für die spannungsgesteuerte> Stromquelle neu eingestellt wird.
Auch hier gilt: Da Du uns bisher...
Je nach Anforderung musst Du erstmal sicherstellen, dass Du die
Fotodiode auch immer gleich ankoppelst.
Robin schrieb:> Gibt es den unterschiede in der Alterung in Abhängigkeit von der Farbe?
Klar. Blau altert schonmal schneller als Rot. Üblicherweise.
> Und verschiebt sich dann mit der Alterung auch die Wellenlänge
Bei weissen LED auf jeden Fall, da LED-Chip und Farbstoff
unterschiedlich altern. Bei "monochromen" LED würde ich aber auch davon
ausgehen, denn die Wellenlänge verschiebt sich schon mit dem Strom, und
den veränderst Du ja, um die Helligkeit anzupassen.
Aber: Da Du uns bisher...
Willst Du eine Referenzlichtquelle für Spektrometrie bauen? Willst Du
LED für Beamer vermessen? Willst Du die LED für Deine Modelleisenbahn
aussuchen? Man, es gibt so unterschiedliche Anwendungen, wo man an diese
Aufgabe mit unterschiedlichen Anforderungen herangehen kann. Da musst Du
schonmal gucken lassen, was Du wie genau einhalten willst. Oder musst es
halt durch Trial and Error selbst rausfinden.
6A66 schrieb:> ich schrieb:>> Damit hast du ja die Alterung des Phosphors beispielsweise nicht mit>> erfaßt.>> Hallo "ich",>> ich bin anhand des Diagramms des TO von einer RGB-Led ausgegangen, und> die sollte - meines Wissens nach - keinen Phosphor besitzen. Ansonsten> muss natürlich auch die Alterung der Mechanik mit dem Phosphor mit> eingezogen werden - ACK. Das könnte man aber bei bekannter Alterung über> eine Nachsteuerung über Zeit erschlagen und das sollte dann trotzdem> ausreichend genau werden können. Oder sehe ich das falsch?>> rgds
Okay, ich habe mich vielleicht nicht korrekt bzw. unvollständig
ausgedrückt. Es altert ja nicht nur der Phosphor, sondern auch die
LED-Chips selbst. Es entstehen mit der Zeit im Substrat eine Art
Fehlstellen, die dann kein Licht mehr erzeugen. Das werden im Laufe der
Zeit immer mehr. Und das wird z.B. bei RGB-LEDs auch nicht gleichmäßig
ablaufen, so daß mit der Zeit sich auch die Lichtfarbe verändern wird.
Ebenso trübt sich auch der Kunststoff, mit dem die LEDs vergossen snd,
allmählich ein. Das trägt natürlich auch zur Reduzierung des
abgestrahlten Lichts bei.
Man kann es vielleicht näherungsweise angleichen, aber ob diese
Näherungen dann mit der Praxis übereinstimmt, ist fraglich.
Das ganze kommt natürlich darauf an, wie genau der Lichtstrom und die
Lichtfarbe eingehalten werden muß. Bei geringen Anforderungen kan man
sicherlich mit Näherungen rechnen. Ansonsten gilt der Grundsatz: Die
Größe, die man regeln will, muß man auch messen.
Bei einer RGB LED kann die Alterung der LEDs unterschiedlich schnell
sein. Es kann sich also mit der Zeit auch das Spektrum ändern. Selbst
bei einer LED ist im Prinzip eine (kleine) Änderung des Spektrums mit
der Zeit möglich.
Bei den blauen/weißen LEDs kommt als Alterungsmechanismus auch noch eine
Alterung der Vergussmasse in Frage, der z.B. durch den UV Anteil ggf.
dunkler wird.
Für kurze Zeiten kann es ausreichen den Strom und die Temperatur
konstant zu halten oder ggf. auch den Strom an die Temperatur
anzupassen. Wenn man die Änderungen der Temperatur der LED über die
Flussspannung erfasst, läuft das ggf. darauf hinaus die LED mit einem
passende berechneten relativ kleinen Vorwiderstand zu betreiben.
Es soll die Trübung eines Mediums gemessen werden. Dazu habe ich ein
Rohr wo gegenüber eine Led und eine Photodiode eingepasst sind. Also es
gibt weder Bewegungen, noch Licht von aussen.
Beim Led Typ habe ich noch nichts festgelegt. Ich wollte einfach
verschiedene Led's ausprobieren und die geeignetste rausnehmen. Gibt es
da welche die besonders empfehlenswert sind? Preis ist dabei
zweitrangig, da es auf das Ergebnis ankommt.
Um die eigenerwärmung auszugleichen wird die LED eine Stunde vor der
Messung eingeschaltet. Danach fliesst klares Wasser zwischen der LED und
der Fotodiode um die Spannung für die Stromquelle einzustellen. Danach
die zu messende Flüssigkeit. Macht das Sinn?
Ulrich schrieb:> Bei den blauen/weißen LEDs kommt als Alterungsmechanismus auch noch eine> Alterung der Vergussmasse in Frage, der z.B. durch den UV Anteil ggf.> dunkler wird.
Kleinen Einspruch:
Rote/grüne/gelbe und andere LEDs sind nicht vergossen? ;-)
Da fällt zwar der UV-Anteil weg, aber die Vergussmasse altert auch.
Robin schrieb:> Macht das Sinn?
Nein.
Wie genau (Auflösung, Messgenauigkeit) willst Du messen?
Reicht eine Erkennung Trüb / nicht Trüb?
Muss eine Konzentration bestimmt werden?
Erfolgt die "Trübung" durch Fremdstoffe, Partikel,
Konzentrationsänderung, Farbumschlag?
Können Luftblasen, Verschmutzung der optischen Fenster, Veralgung die
Messung beeinträchtigen?
Ist der Abstand im Rohr auf die Stärke der Trübung optimiert? (um die
10-30% Transmission ergibt optimales SNR, darunter wird das Licht zu
wenig, darüber wird die Messung zu unempfindlich)
Dein Ansatz ist brauchbar für Erkennung trüb / nicht trüb. Mit
entsprechender Fehlertoleranz. Dann brauchst Du auch keine
Temperaturkompensation, eine Konstantstromquelle reicht aus. Die übrigen
Dreckeffekte (Verschmutzung, Verstärkerdrift...) würden weiteren Aufwand
sinnlos machen.
Brauchst Du eine etwas genauere Konzentrationsmessung, kommst Du um eine
Referenzmessung nicht herum. Also an der LED Licht abzweigen und messen.
Wenn es eine spektrale Trübung ist, also ein Farbumschlag, kannst Du
auch mit mehreren Farben arbeiten.
Wird die Trübung nicht chemisch, sondern durch Partikel erzeugt, musst
Du für die Auswahl der LED die unterschiedlichen Streueigenschaften
berücksichtigen. Hängt also von Partikelgröße und Material ab.
Vielen Dank für die gute Antwort!
Timm Thaler schrieb:> Robin schrieb:>> Macht das Sinn?>> Nein.>> Wie genau (Auflösung, Messgenauigkeit) willst Du messen?> Reicht eine Erkennung Trüb / nicht Trüb?> Muss eine Konzentration bestimmt werden?
Es soll eine Konzentration bestimmt werden.
> Erfolgt die "Trübung" durch Fremdstoffe, Partikel,> Konzentrationsänderung, Farbumschlag?
Farbumschlag
> Können Luftblasen, Verschmutzung der optischen Fenster, Veralgung die> Messung beeinträchtigen?
Nein. Wasser wird vorher steril gefiltert.
> Ist der Abstand im Rohr auf die Stärke der Trübung optimiert? (um die> 10-30% Transmission ergibt optimales SNR, darunter wird das Licht zu> wenig, darüber wird die Messung zu unempfindlich)
Wird berücksichtigt. Stärke ist noch nicht festgelegt, wird dann aber
darauf angepasst.
> Dein Ansatz ist brauchbar für Erkennung trüb / nicht trüb. Mit> entsprechender Fehlertoleranz. Dann brauchst Du auch keine> Temperaturkompensation, eine Konstantstromquelle reicht aus. Die übrigen> Dreckeffekte (Verschmutzung, Verstärkerdrift...) würden weiteren Aufwand> sinnlos machen.>> Brauchst Du eine etwas genauere Konzentrationsmessung, kommst Du um eine> Referenzmessung nicht herum. Also an der LED Licht abzweigen und messen.> Wenn es eine spektrale Trübung ist, also ein Farbumschlag, kannst Du> auch mit mehreren Farben arbeiten.
Welche Möglichkeit gäbe es den das Licht abzuzweigen?
Licht Abzweigen kann man z.B. mit einem teildurchlässigen Spiegel. Dafür
reicht auch schon einfach eine Glasscheibe. Bei 45 Grad Winkel werden
etwa 10-15% des Lichtes zur Seite ausgekoppelt - das würde für die
Anwendung hier gut passen.
Der Andere Weg ist einfach Licht zu nutzen das in einem anderen Winkel
aus der LED kommt, also das Licht, das normalerweise sowieso daneben
geht. Die Verteilung über die Winkel ist normalerweise bei den LEDs
recht gut stabil
Um eine gelegentliche Kontrolle / Abgleich mit klarem Wasser (oder Luft)
kommt man vermutlich sowieso nicht herum - wenigstens einmal zum
Abgleich. Das kann aber ggf. auch recht selten (z.B. 1 mal im Jahr)
sein.
Bei der Messung von Trübung gibt es 2 Möglichkeiten: einmal so messen,
das im klaren Medium das gerade durchgehende Licht gemessen wird.
Alternativ kann man auch so messen, das nur das gestreute Licht gemessen
wird, also mit klarem Medium gerade kein Licht auf den Detektor ankommt.
Beide Verfahren haben ihre Vorteile: das erste bei eher starker Trübung,
das 2. bei sehr geringer Trübung - etwa in Rauchmeldern.
Ulrich schrieb:> Der Andere Weg ist einfach Licht zu nutzen das in einem anderen Winkel> aus der LED kommt, also das Licht, das normalerweise sowieso daneben> geht. Die Verteilung über die Winkel ist normalerweise bei den LEDs> recht gut stabil
Denke das bekommen wir hin.
> Um eine gelegentliche Kontrolle / Abgleich mit klarem Wasser (oder Luft)> kommt man vermutlich sowieso nicht herum - wenigstens einmal zum> Abgleich. Das kann aber ggf. auch recht selten (z.B. 1 mal im Jahr)> sein.
Haben alle 5min klares Wasser. Da kann ein Ständiger abgleich erfolgen.
> Bei der Messung von Trübung gibt es 2 Möglichkeiten: einmal so messen,> das im klaren Medium das gerade durchgehende Licht gemessen wird.> Alternativ kann man auch so messen, das nur das gestreute Licht gemessen> wird, also mit klarem Medium gerade kein Licht auf den Detektor ankommt.> Beide Verfahren haben ihre Vorteile: das erste bei eher starker Trübung,> das 2. bei sehr geringer Trübung - etwa in Rauchmeldern.
Werde dazu mal paar Versuche machen. Vielleicht kann man ja beide
Verfahren kombinieren.
Wenn vorher sowieso eine Vergleichsmessung "klar" gemacht wird, lassen
sich die Meßungenauigkeiten zum großen Teil entfernen.
Auf meiner Werkbank könnte ich mir eine Vorrichtung vorstellen, die
einen Konstantstrom durch die LED anhand der bei klarem Wasser
empfangenen Werte anpaßt.
Robin schrieb:> Es soll die Trübung eines Mediums gemessen werden. Dazu habe ich ein> Rohr wo gegenüber eine Led und eine Photodiode eingepasst sind. Also es> gibt weder Bewegungen, noch Licht von aussen.
???
Trübung bewirkt eine seitliche Streuung des Lichts. Willst du das
messen, musst du dafür sorgen, dass dein Detektor nicht direkt von der
Lichtquelle beleuchtet wird, sondern dass er seitlich auf den
Lichtstrahl schaut. Ich glaube der Fachbegriff für diese Messanordnung
ist "Nephelometer" (Nebeldetektor).
Um deine Lichtquelle zu stabilisieren, brauchst du natürlich noch den
bisher in diesem Thread diskutierten Lichtsensor und eine Regelmimik.
Man kann relativ leicht beide Methoden (Transmission und Streuung zum
Detektor) kombinieren, einfach 2 Photodioden an verschiedenen
Positionen. Die Interpretation der Daten ist aber ggf. nicht ganz
einfach, denn je nach Optik misst man unterschiedliche Kombination von
Eigenschaften des Mediums. Um direkt auf die Eigenschaften
zurückschließen zu können brächte es ggf. eine extreme Ausführung für
den Strahlengang, etwa eine sehr dünne Schicht, oder Streuung eines
dünnen Strahls. Es ist da eine Abwägung zwischen einfacher Auswertung
und empfindlicher Messung.
Robin schrieb:> LED.jpg
Ist das die Drift vom Detektor oder von den LEDs?
Du solltest auf jeden Fall auch den Null-Wert vom Detektor messen, um
Umgebungslicht und elektr. Offset der Sensorik zu erfassen.
ernst oellers schrieb:> Um deine Lichtquelle zu stabilisieren, brauchst du natürlich noch den> bisher in diesem Thread diskutierten Lichtsensor und eine Regelmimik.
Und um die Drift von der Detektorelektronik in den Griff zu bekommen,
hilft moduliertes Licht. Sonst läßt sich Drift der Lichtquelle und Drift
der Detektorelektronik kaum voneinander trennen.
Robin schrieb:> Farbumschlag
Na siehste, das sieht doch schon anders aus als "Trübung". Wenn Du jetzt
noch verrätst, welche Farbe zu welcher, und welche Stoffe beteiligt
sind, finden wir bestimmt auch passende LED.
Bei Farbumschlag bietet sich natürlich eine Verhältnismessung mit zwei
verschiedenen Wellenlängen an: Einmal da, wo der Effekt möglichst klein
ist, und einmal da, wo er möglichst groß ist. Das könnte dann sogar im
NIR sein.
Ein optisch sauberer Aufbau wäre: Zwei verschiedenfarbige LED im rechten
Winkel leuchten auf einen Strahlteilerwürfel. Das ergibt zwei Strahlen
mit dem Mischlicht. Ein Strahl geht auf eine Photodiode zur Referenz.
Ein Strahl geht durchs Medium auf eine Photodiode zur Messung. Jetzt
werden die beiden LED abwechseln geschalten und dabei die Photoströme
gemessen. Sauber optisch-mechanisch aufgebaut bekommt man damit ziemlich
gute Messwerte. Diese werden gefiltert und miteinander verrechnet, um
die Transmission der Flüssigkeit zu finden. Aus der Transmission bekommt
man über eine Kalibrierung die Konzentration.
Wenn die Messung nicht schnell sein muss, ist das mit einem µC, zwei
(schaltbare) Konstantstromquellen, der Optik (Strahlteiler, ein paar
Linsen, Befestigung), zwei (gleichen) Photodioden, zwei TIA und einem
ordentlichen 2-Kanal-ADC gut machbar.
Wenn es Geld kosten darf, kannst Du das auch fertig oder als Bausatz
(Optik) kaufen.
Wenn die Messung schnell sein muss, läuft es auf so Spielereien wie
Lock-In-Verstärker hinaus. Aber auch kein Hexenwerk.
Timm Thaler schrieb:> Wenn die Messung schnell sein muss, läuft es auf so Spielereien wie> Lock-In-Verstärker hinaus.
Was ist bitte die Verbindung zwischen "Lock-In-Verstärker" und
"schnell"?
Immerhin ist eine ganz entscheidende Komponente der Tiefpass/Integrator,
der sich jedem "schnell" in den Weg stellt.
Ob man einen Lockin Verstärker nutzt ist mehr eine Frage des Geldes und
der geforderten Qualität. Mit einem fertigen Lockinverstärker geht die
Entwicklung schnell und ein hohe Qualität ist möglich - es kostet aber
auch. Wenn es günstiger sein soll, kann man die Funktion (soweit man es
braucht) des Lockinverstärkers auch selber aufbauen: das braucht einiges
an Zeit und wissen, vor allem wenn die Anforderungen hoch sind. Dafür
kann die Lösung aber auch deutlich günstiger sein.
Üblicherweise ist die Drift von Photodioden recht gering. Wenn dann auch
noch die Detektoren für das Vergleichssignal und das Messsignal auf der
gleichen Temperatur sind, wird das meiste auch noch kompensiert.
Mike schrieb:> Immerhin ist eine ganz entscheidende Komponente der Tiefpass/Integrator,> der sich jedem "schnell" in den Weg stellt.
Dann musst Du eben einen schnellen Lock-In nehmen. Ist hier aber eh
hinfällig, ich schätze die Variante, mit einem µC die 2 LED zu schalten
und 2 x 3 Messwerte (Dunkelstrom, Photoströme wenn LED1 an, Photoströme
wenn LED2 an) zu messen, eventuell mit Mittelung, würde ausreichen.
Am Ende geht es darum zu messen, wann im Aquarium das Wasser zu wechseln
ist... wetten?
Timm Thaler schrieb:> Wenn die Messung nicht schnell sein muss, ist das mit einem µC, zwei> (schaltbare) Konstantstromquellen, der Optik (Strahlteiler, ein paar> Linsen, Befestigung), zwei (gleichen) Photodioden, zwei TIA und einem> ordentlichen 2-Kanal-ADC gut machbar.>> Wenn es Geld kosten darf, kannst Du das auch fertig oder als Bausatz> (Optik) kaufen.>> Wenn die Messung schnell sein muss, läuft es auf so Spielereien wie> Lock-In-Verstärker hinaus. Aber auch kein Hexenwerk.
Messung kann ruhig was dauern. Habe auch leider nicht viel Ahnung von
der Optik. Die Schaltungen sind praktisch schon fertig.
Wo kann man den solche Bausätze kaufen? Darf ruhig was kosten.
Also entweder Du kommst mal damit rüber, was das werden soll, oder ich
bin hier raus.
Nach meinen Erfahrungen mit Photometrie und Spektroskopie glaube ich
schon zu wissen, in welche Richtung sich das entwickelt, aber ich habe
keine Lust hier im Dunkeln zu stochern und Dir alle Würmer einzeln aus
der Nase zu ziehen. Erst ist es Trübung, dann Farbumschlag, dann ist
eine Referenzmessung mit klarem Wasser möglich...
Soll es ein Laboraufbau werden? Was steht Dir zur Verfügung? Wie kannst
Du die Schaltung fertig haben, wenn Du noch gar nicht weisst, wie Du
messen musst? Wie sieht die Schaltung aus?
Und vor allem: Was wird gemessen, welcher Konzentrationsbereich wird
erwartet, wie genau muss gemessen werden, wie erfolgt der Farbumschlag,
gibt es ein gemessenes Spektrum, welche PD hast Du ausgesucht, welche
LED-Typen hast Du getestet?
Wenn das alles streng geheim ist - kann ja sein -, dann schick eine PN.
Wenn das auch nicht geht, musst Du halt überlegen, welche Daten Du
freigeben kannst. Aber so macht das keinen Spass.
Btw: Ich kann
http://www.wiley-vch.de/publish/dt/books/forthcomingTitles/CH00/3-527-29828-2/
sehr empfehlen. Allerdings kann ich mich nicht erinnern, damals für den
Schinken 120 DM bezahlt haben zu lassen, bei meinem geizigen Ex-Chef.
Aber eine FH- oder TU-Bibliothek sollte das führen.
Ulrich schrieb:> Ob man einen Lockin Verstärker nutzt ist mehr eine Frage des Geldes und> der geforderten Qualität.
Erstmal tun es ein paar Analog-Schalter die mit einem schön
symmetrischen Rechteck gesteuert werden. Dahinter der
Integrator/Tiefpass und man kann schon einiges bezüglich
Untergrundunterdrückung und SNR erreichen. Für diese Photometeranwendung
kommt man mit einer Dynamik von 50dB schon recht weit. Wenn man die
gleichen Ansprüche bei der Stabilität der Lichtquelle und dem
Störsignalabstand der Optik umgesetzt bekommt, hat man schon eine ganz
brauchbare Absorptionsmessstrecke.
So wie die Anforderungen tröpfchenweise aus dem TO herausrinnen, scheint
eine mehrere 10k€ teure Detektorkiste eh übertrieben.