Sers!
Grade geht mal wieder die Meldung durch die Medien, dass die
Stromkonzerne mal wieder an der Preisschraube drehen. Und ich gehöre zu
den Menschen, die im Winter bei -10 Grad keine Heizung brauchen, weil
die Technik so viel Abwärme erzeugt, dass ich nicht mehr heizen muss ;)
Ich habe mal durchgerechnet, was ich denn so für meinen Server pro Jahr
zahlen müsste und da kamen erschreckende Zahlen raus. Die Kiste schluckt
ca. 280W. Also 6.7kW pro Tag, bei rund 20ct pro kW sind es 1,34€ pro Tag
oder 41€ pro Monat.
Komischerweise zahle für ein Collocation Platz im RZ nur 28€ pro Monat
mit 1TB Traffic pro Monat. Da fragt man sich noch, wovon die
Rechenzentren überhaupt leben. Denn die müssten eigentlich das doppelte
an Leistung verbrauchen.
Was macht dieser Server, um 280 Watt zu verbrauchen?
Ich betreibe einen Heimserver, der primär als Mailserver arbeitet, aber
auch noch als Web- und FTP-Server genutzt werden kann, mit 10 Watt
Gesamtleistungsaufnahme. Sicher, keine Rakete, aber mein
Internet-Upstream schafft das MBit auch nur bei Vollmond.
Die Hardware ist ein mit 500 MHz getakteter Geode LX mit 1 GiB RAM und
einer Notebookplatte.
Als fetter Dateiserver taugt das Gerät nicht, weil die Platte
schlichtweg zu klein ist und die Kiste obendrein auch nur einen 100
MBit-Netzwerkanschluss hat (und GBit mit der Rechenleistung auch nicht
bedienen könnte).
Betriebssystem ist aus reinen Bequemlichkeitsgründen W2K3.
Aber auch einem Dateiserver mit mehr Plattenkapazität und Rechenleistung
würde ich nicht mehr als 50 Watt zugestehen.
Was also ist das für ein Server?
[Pedanterie]
> Also 6.7kW pro Tag, bei rund 20ct pro kW
Au weia. Das sind kWh, nicht kW.
Oh ja, kWh.
Die Kiste unterscheidet sich etwas von deiner. 2x 4x 2,66GHz Xeons mit
16GB Ram und 5x10.000RPM SAS Platten. OS ist ein OpenSolaris drauf.
Die Box kümmert sich (nebenbei) um alles Mögliche außerdem nutze ich das
Ding für meine Arbeit, dafür brauche ich die Rechenpower. Btw. die
280Watt möchte das Ding haben, wenn es nichts macht. Und ca. 360-400
unter Volllast.
Da erscheint mir eine Trennung in Server und Arbeitsrechner angesagt.
Der Server wird auch, um sich um alles mögliche zu kümmern, nicht
derartige Rechenleistung benötigen.
Was ist "alles mögliche"?
Und Deinen Arbeitsrechner kannst Du dann ausmachen, wenn Du nicht
davorsitzt.
Naja mein Arbeitsrechner ist genauso schlimm drauf ;)
Ist eine 4x 2,66GHz Kiste mit 8GB RAM, zwei GraKas, 3 Monitoren. Auch
ein kleiner Backofen ;) Den Rechner fahre ich auch jedes Mal in den
Ruhezustand, wenn ich ihn nicht benötige.
Also auch mit dem Abschalten von Cores habe ich es nicht geschafft, die
Kiste unter 240Watt zu bekommen.
Um was kümmert sich das Ding? Um die Heizung, um die Alarmanlage (davor
sitzt noch eine USV, die auch Hunger hat), VoIP Telefon mit Asterisk,
die Kiste bekommt laufend Backups von den Brüdern aus dem RZ
zugeschoben. Das war's auch schon an Nebentätigkeiten.
> Um was kümmert sich das Ding? Um die Heizung, um die Alarmanlage> (davor sitzt noch eine USV, die auch Hunger hat), VoIP Telefon> mit Asterisk, die Kiste bekommt laufend Backups von den Brüdern> aus dem RZ zugeschoben. Das war's auch schon an Nebentätigkeiten.
Naja, aber dafür braucht es sicherlich nicht mehrere Xeons. Von der
Fileserverkomponente abgesehen sehe ich nichts, was "meine" Hardware
nicht auch schaffen könnte.
Brauche ich auch nicht. Nur ich kann die Kiste auch nicht mal eben
abschalten und wieder einschalten. Auf Dauer wird sie es mir übel
nehmen. Das Booten dauert schon ein paar Minuten.
Die Rechenleistung an sich brauche ich nur ca. 2-3 Stunden pro Tag
> Nur ich kann die Kiste auch nicht mal eben abschalten und wieder> einschalten. Auf Dauer wird sie es mir übel nehmen.
Wieso das denn? Das einzige, was betroffen sein kann, sind die
Festplatten.
> Das Booten dauert schon ein paar Minuten.
Das könnte mit dem verwendeten Betriebssystem zu tun haben, nicht?
Also ich sehe das wie Rufus, für die 2 Stunden wo der Rechner wirklich
gebraucht wird völlig überdimensioniert...
Du steckts zudem 24h laufzeit rein und bekommst effektiv nur 2h raus,
kein guter Wirkungsgrad ;)
Vielleicht kannst Du dem Rechner sonst noch Aufgaben geben, damit er in
den restlichen 22 Stunden auch noch was gescheites tut.
z.B. sowas hier: http://setiathome.berkeley.edu/
Rufus t. Firefly schrieb:
> Wieso das denn? Das einzige, was betroffen sein kann, sind die> Festplatten.
Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht. Irgendetwas geht da kaputt. Die erste
Kiste war ein P100, der lief bei mir drei Jahre als Server. Dann hatte
ich einen 1GHz AMD, der genau 2 Jahre lang durchlief. Als ich mit dem
Aus- und wieder Einschalten begonnen habe, lebte er genau noch einen
Monat. Dann war die CPU defekt.
Letzter Server war ein Core2Duo. Bei dem ist das Netzteil abgeraucht.
Und bei dem aktuellen System gibt es anscheinend ein Problem mit einem
Netzteil. Lass ich die Kiste durchlaufen, passiert nix. Schalte ich ein
und aus, dann wird an dem Netzteil ein Fehler gemeldet.
>>Das Booten dauert schon ein paar Minuten.>> Das könnte mit dem verwendeten Betriebssystem zu tun haben, nicht?
Das Booten von OpenSolaris dauert zwar länger als das Booten von Linux,
aber daran liegt es nicht. Bis das Ding die ganze Hardware initialisiert
hat, dauert es schon eine Zeit. Vor allem dauert es lange, bis der Raid
Controller alle Platten gefunden hat. Wie gesagt, es ist alles Server
Hardware, die anscheinend nicht auf das ein und ausschalten ausgelegt
ist, sondern auf den Dauerbetrieb.
> Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht. Irgendetwas geht da kaputt. Die erste> Kiste war ein P100, der lief bei mir drei Jahre als Server. Dann hatte> ich einen 1GHz AMD, der genau 2 Jahre lang durchlief. Als ich mit dem> Aus- und wieder Einschalten begonnen habe, lebte er genau noch einen> Monat. Dann war die CPU defekt.
Mein Arbeitsplatzrechner wird seit mehreren Jahren jeden Tag ein- und
wieder ausgeschaltet. Da geht nichts kaputt.
> Letzter Server war ein Core2Duo. Bei dem ist das Netzteil abgeraucht.> Und bei dem aktuellen System gibt es anscheinend ein Problem mit einem> Netzteil. Lass ich die Kiste durchlaufen, passiert nix. Schalte ich ein> und aus, dann wird an dem Netzteil ein Fehler gemeldet.
Das liegt dann am Netzteil, aber nicht am Konzept des Ein- und
Ausschaltens.
Es gibt ja Leute, die ihre "audiophilen" Stereoanlagen niemals
ausschalten, so von wegen Klangeigenschaften und so, aber so verhalten
sich Computer nicht.
> Das Booten von OpenSolaris dauert zwar länger als das Booten von Linux,> aber daran liegt es nicht. Bis das Ding die ganze Hardware initialisiert> hat, dauert es schon eine Zeit. Vor allem dauert es lange, bis der Raid> Controller alle Platten gefunden hat. Wie gesagt, es ist alles Server> Hardware, die anscheinend nicht auf das ein und ausschalten ausgelegt> ist, sondern auf den Dauerbetrieb.
Na, dann entsorg die Kiste und nutze einen normalen Rechner als
Arbeitsplatzrechner. Ein derartiges Raid-System ist in einem
Arbeitsrechner auch nicht wirklich erforderlich.
Benchmarks zufolge soll übrigens ein Core i5 ganz erstaunlich im
Vergleich zu Xeon-Systemen abschneiden:
http://www.macrumors.com/2009/11/20/more-quad-core-imac-benchmarks-show-substantial-performance-gains/
(Hier wird der 27"-iMac mit 2.66 GHz Core i5 als vergleichbar mit einem
2.26 GHz-Achtkern-Xeon Mac Pro angeführt, das ist sicherlich kein
richtig vollwertiger Benchmark, der Mac Pro aber gilt auch nicht gerade
als lausige Xeon-Hardware)
>Da fragt man sich noch, wovon die>Rechenzentren überhaupt leben. Denn die müssten eigentlich das doppelte>an Leistung verbrauchen.
Macht vielleicht die Virtualisierung. Die verkaufen so einen Server
mehrfach.
Ansonsten kann man sich sicherlich ein paar Dinge überlegen, um Deine
Anlage sparsamer zu machen. Ansonsten musst Du eben zahlen.
>Letzter Server war ein Core2Duo. Bei dem ist das Netzteil abgeraucht.
Und da hast Du gleich einen komplett neuen gekauft ?
Gruss
Axel
Axel Laufenberg schrieb:
>>Da fragt man sich noch, wovon dieRechenzentren überhaupt leben.>>Denn die müssten eigentlich das doppelte an Leistung verbrauchen.> Macht vielleicht die Virtualisierung. Die verkaufen so einen Server> mehrfach.
Colocation =! vServer
Ich schalte meine Rechner seit Jahren hart über eine Steckdosenleiste
ein/aus.
Zu der Leistung: Was ist das denn für ein Server im Rechenzentrum: CPU,
Festplatte etc.
Bei http://www.Hetzner.de/hosting/produkte_colocation/uebersicht/ steht
explizit:
# 50 Watt Stromverbrauch enthalten
# Zusätzliche Stromaufnahme pro Watt 29,75 Cent
Mathias Braun schrieb:
> Komischerweise zahle für ein Collocation Platz im RZ nur 28€ pro Monat> mit 1TB Traffic pro Monat. Da fragt man sich noch, wovon die> Rechenzentren überhaupt leben. Denn die müssten eigentlich das doppelte> an Leistung verbrauchen.
Des Rätsels Lösung ist ziemlich simpel: Solche Schweinepreise für Strom
werden nur Privatpersonen abgeknöpft. Die Industrie zahlt noch nichtmal
ein Viertel davon.
Uhu Uhuhu schrieb:
> Solche Schweinepreise für Strom werden nur Privatpersonen abgeknöpft.> Die Industrie zahlt noch nichtmal ein Viertel davon.
Das ist Quark. Die Gestehungskosten sind schon höher als 5 Cent.
Außerdem zahlt die Industrie zusätzlich auch für die Anschlussleistung.
Wegen den Ausfällen; ich kann es nicht statistisch belegen, aber ich
hatte früher mal viele normale Büro-PC's serverartig eingesetzt. Es war
nicht zu übersehen, dass diejenigen, welche im Dauerbetrieb waren, viel
länger lebten als diejenigen, welche über Nacht ausgeschaltet wurden.
Hauptsächlich die Festplatten gingen mit dem täglichen aus- und
einschalten sehr viel früher kaputt, obwohl diese nicht mal für
Dauerbetrieb ausgelegt waren.
Rufus t. Firefly schrieb:
> Mein Arbeitsplatzrechner wird seit mehreren Jahren jeden Tag ein- und> wieder ausgeschaltet. Da geht nichts kaputt.
Ja, dein Arbeitsplatzrechner ist auch kein Server.
> Na, dann entsorg die Kiste und nutze einen normalen Rechner als> Arbeitsplatzrechner. Ein derartiges Raid-System ist in einem> Arbeitsrechner auch nicht wirklich erforderlich.
Als Arbeitsplatzrechner habe ich auch ein normales System. Den Quad Code
mit den zwei GraKas.
Axel Laufenberg schrieb:
>>Letzter Server war ein Core2Duo. Bei dem ist das Netzteil abgeraucht.> Und da hast Du gleich einen komplett neuen gekauft ?
Japp. Die Kiste wurde dann ins RZ verfrachtet, wo die vor sich hin
schnurren kann.
Alexander Schmidt schrieb:
> Zu der Leistung: Was ist das denn für ein Server im Rechenzentrum: CPU,> Festplatte etc.
Das ganze Ding ist eine X4150 Kiste:
System Configuration: Sun Microsystems SUN FIRE X4150
BIOS Configuration: American Megatrends Inc. 1ADQW062 09/10/2009
BMC Configuration: IPMI 2.0 (KCS: Keyboard Controller Style)
==== Processor Sockets ====================================
Version Location Tag
-------------------------------- --------------------------
Intel(R) Xeon(R) CPU X5355 @ 2.66GHz CPU 1
Intel(R) Xeon(R) CPU X5355 @ 2.66GHz CPU 2
==== Memory Device Sockets ================================
Type Status Set Device Locator Bank Locator
----------- ------ --- ------------------- ----------------
DDR2 in use 0 DIMM_A0 A
DDR2 empty 0 DIMM_A1 A
DDR2 empty 0 DIMM_A2 A
DDR2 empty 0 DIMM_A3 A
DDR2 in use 0 DIMM_B0 B
DDR2 empty 0 DIMM_B1 B
DDR2 empty 0 DIMM_B2 B
DDR2 empty 0 DIMM_B3 B
DDR2 in use 0 DIMM_C0 C
DDR2 empty 0 DIMM_C1 C
DDR2 empty 0 DIMM_C2 C
DDR2 empty 0 DIMM_C3 C
DDR2 in use 0 DIMM_D0 D
DDR2 empty 0 DIMM_D1 D
DDR2 empty 0 DIMM_D2 D
DDR2 empty 0 DIMM_D3 D
==== On-Board Devices =====================================
AST2000
LAN 1 of Gilgal (Intel 82563EB)
LAN 2 of Gilgal (Intel 82563EB)
LAN 3 of Gilgal (Intel 82571EB)
LAN 4 of Gilgal (Intel 82571EB)
==== Upgradeable Slots ====================================
ID Status Type Description
--- --------- ---------------- ----------------------------
0 available PCI Express SLOT0
1 in use PCI Express SLOT1
2 available PCI Express SLOT2
> Bei http://www.Hetzner.de/hosting/produkte_colocation/uebersicht/ steht> explizit:> # 50 Watt Stromverbrauch enthalten> # Zusätzliche Stromaufnahme pro Watt 29,75 Cent
Ja Hetzner.... Meine persönliche Meinung erspare ich euch jetzt.
Alexander Schmidt schrieb:
> Na klar zahlt er die: Eingerechnet in den kWh Preis, daher ist dieser> für Privatkunden deutlich teurer.
Schon mal was von der Grundgebühr gehört? Die ist
verbrauchsunabhängig.
Die Grundgebühr ist prozentual bei gewerblichen Verbrauchern größer als
bei privaten Verbrauchern.
Der kWh Preis ist etwa halb so groß.
Es ist so und wird so bleiben, dass Großabnehmer Mengenrabatt bekommen.
Ist doch bei elektronischen Bauteilen genauso.
Nicht nur eitel Sonnenschein: die Industrie zahlt aber auch extra bei
zuviel Blindstrom und Leistungsspitzen werden nicht mehr in Cent
abgerechnet.
Arno
Mathias Braun schrieb:
> Also hier in Karlsruhe scheint es nicht so zu sein:> http://www.stadtwerke-karlsruhe.de/swka/inhalte/produkte/strom/strompreise.php
Auf der Seite stehen keine gewerblichen Tarife. Das heißt aber noch
lange nicht, daß es keine gibt.
Man will eben den Leuten keinen Wink geben, daß die Strompreise nicht so
unverschämt hoch sein müssen.