Ich suche nach einer Möglichkeit die Eingangsruheströme von ein paar
Bipolar-OPVs (also nicht allzu gering...) zu messen. Wie kann ich das
sinnvollerweise machen? Müssen die Ruheströme am +und am - Eingang
gleich oder zumindestens innerhalb einer gewissen Toleranz liegen oder
können sie auch deutlich abweichen?
Wenn ein Widerstand davor ist, dann die Spannung am Widerstand messen
und Ohmsches Gesetz anwenden. Wenn kein Widerstand davor ist, einen
davor machen.
Da der Innenwiderstand eines digitalen Messgeräts mit 10MOhm im
Verhältnis zu den Eingangswiderständen nicht soo groß ist könnte es
helfen die Spannung mittels eines OPs mit FET Eingängen zu messen
(Spannungsfolger).
Frage ist, ob du den OPV in seinem linearen Bereich betreibst oder ob du
ihn in die Begrenzung fährst. Kann nämlich sehr unterschiedliche
Ergebnisse haben. Also ob der Ausgang an einer Betriebsspannungsgrenze
kleben bleibt oder sich irgendwo im linearen Bereich zwischen ((Ub-) +
2V) und ((Ub+) - 2V)
befindet. Bei Rail to Rail und over-the-top und under-the-bottom Typen
mag das dann nochmal anders aussehen.
Deine Ströme bewegen sich im Einige -zig µA Bereich. Dafür braucht man
Widerstände im Meg-Ω Bereich, wobei ein normales Digitalmultimeter schon
weniger als 20Meg-Ω hat. Also die Spanung die am Widerstand abfällt
würde gleich durch die Messung verfälscht.
Da die Messung aber statisch ist(nehme ich an), könntest du ein zweites
Multimeter nehmen, und mit diesem den Innenwiderstand des ersten bei
Spannungsmessung messen.
mfg mf
Bislang habe ich einfach den OPV als Spannungsfolger geschaltet und
einen großen Kondensator an den Eingang gehängt. Der wird dann schön
linear aufgeladen. Leider ist das Ergebnis nicht ganz so toll, wenn ich
den Ruhestrom vom negativen Eingang messen will...
Man kann auch den Innenwiderstand eines Multimeters im Spannungsmodus
als Messwiderstand für Ströme nutzen und hat dann ein hochempfindliches
Amperemeter. Mein Multimeter hat bspw. 10MΩ Innenwiderstand in allen
Spannungsmessbereichen, so dass 1mV in der Anzeige einem Strom von 0,1nA
entspricht.
Zur Messung des Eingangsruhestroms habe ich den Opamp als Spannungsfol-
ger mit Eingangsspannung 0V (GND) geschaltet und das Multimeter in die
Leitung zum nichtinvertierenden Eingang bzw. in die Gegenkopplungslei-
tung gelegt. Hier sind die Ergebnisse für ein paar ausgewählte Opamps:
Die Versorgungsspannung betrug jeweils ±15V. Beim TL082C mit seinen
JFET-Eingängen stößt dieses Verfahren erwartungsgemäß an seine Grenzen,
da die letzte Ziffer des Multimeters (0,1mV bzw. 0m,01nA) stark zappelt.
Ich hätte da noch eine kurze Frage: Wie genau ist der Innenwiderstand
eines Voltmeters? Wo ist dieser Wert angegeben? Im Handbuch meines Fluke
175 habe ich leider keine Toleranzen dieses Wertes gefunden, was ja auch
verständlich ist, da er ja eigentlich kein diskretes Bauteil ist sondern
vom Eingangswiderstand des ADCs bestimmt wird, oder täusche ich mich da?
>Ich hätte da noch eine kurze Frage: Wie genau ist der Innenwiderstand>eines Voltmeters? Wo ist dieser Wert angegeben? Im Handbuch meines Fluke
Der ist mindestdens so genau wie die angegebene Toleranz deines
Multimeters im Gleichspannungsmeßbereich. Dejnn schließlich besteht der
Eingangsspannungsteiler aus ziemlich präzisien Widerständen.
>175 habe ich leider keine Toleranzen dieses Wertes gefunden, was ja auch>verständlich ist, da er ja eigentlich kein diskretes Bauteil ist sondern>vom Eingangswiderstand des ADCs bestimmt wird, oder täusche ich mich da?
Wie schon anegdeutet - jedes normale Multimeter hat einen
Eingangsspannungsteiler, welcher praktisch die Last für die zu messende
Schaltung darstellt.
>Bislang habe ich einfach den OPV als Spannungsfolger geschaltet und>einen großen Kondensator an den Eingang gehängt. Der wird dann schön>linear aufgeladen. Leider ist das Ergebnis nicht ganz so toll, wenn ich>den Ruhestrom vom negativen Eingang messen will...
Das mißt du so:
1. Den OPamp als Spannungsfolger schalten und den "+" Eingang zur Masse
kurzschließen. Am Ausgang des OPamp kannst du jetzt die Offsetspannung
messen.
2. Statt über einen Kurzschluß, den "+" Eingang nun über einen
hochohmigen Widerstand an Masse anschließen. Am Ausgang des Opamp kannst
du nun die Summe aus Offsetspannung und Spannungsabfall des
Eingangsruhestroms ("+" Eingang) an diesem hochohmigen Widerstand
messen.
3. Den "+" Eingang wieder direkt mit Masse verbinden und in die
Gegenkopplung einen hochohmigen Widerstand einfügen. Am Ausgang des
OPamp kannst du jetzt die Summe aus Offsetspannung und Spannungsabfall
des Eingangssruhestroms ("-" Eingang) an diesem hochohmigen Widerstand
messen.
Wähle diese hochohmigen Widerstände nicht zu groß, weil sonst die
Schaltung instabil werden könnte oder Störungen auffängt. Du kannst ja
eine Testschaltung aufbauen, bei der du die hochohmigen Widerstände über
kleine Schalter zuschaltest. Kompakter Aufbau und geeignete Abschirmung
ist wünschenswert.
Die Stabilität der Testschaltung läßt sich auch dadurch erhöhen, daß du
den hochohmigen Widerständen kleine Kapazitäten (100p...1n)
parallelschaltest und indem du die Supply Rails direkt am OPamp mit 100n
Caps entkoppelst.
Kai Klaas