Ich habe mal einen Wireless Charger gebaut. Ganz ohne die Steuer-ICs die
es mittlerweile von TI und Konsorten dafür gibt. 2,5W über 4mm Luftspalt
und recht sportlichen Platzvorgaben.
Geometrie der Sende / Empfangsspule, suche des Resonanzpunktes etc.pp.
Das wird recht anspruchsvoll wenn es um ein wenig Leistung geht.
Schon die Frage was passiert wenn statt des Empfängers ein Schlüsselbund
in der 'Ladeschale' liegt ist spannend.
Such bei TI, die haben da was ganz ausgefuchstes.
Sender / Empfänger kommunizieren sogar über die Wireless Power
Verbindung und verhandeln über die Sendeleistung. Das baust Du so
schnell nicht besser und billiger.
> Schon die Frage was passiert wenn statt des Empfängers ein Schlüsselbund> in der 'Ladeschale' liegt ist spannend.
Genau! Was passiert dann eigentlich. Vor allem wenn sich an dem
Schlüsselbund ein Autoschlüssel mit integrierter Elektronik befindet.
Frank
Beim Qi-Standard wird laufend durch Kommunikation geprüft, ob sich ein
gültiger Empfänger im Feld befindet. Soweit ich das verstanden habe,
wird darüber hinaus noch optional geprüft, ob die ausgesendete Leistung
überhaupt seinen eigentlichen Empfänger erreicht und eben nicht einen
metallischen Gegenstand aufheizt. Falls irgendetwas nicht stimmt wird
die Ladung unterbrochen.
Das ist der Grund, warum in Sender und Empfänger relativ viel Elektronik
steckt. Also Mobiltelefon auf dem Induktionskochfeld laden wird (leider)
nicht funktionieren.
Der Pollin-Charger scheint nicht nach dem QI-Standard zu arbeiten, dafür
müsste da eigentlich noch ein LQFP oder QFN verbaut sein. Leider kann
man die Unterseite nicht sehen. Es macht bei dem gezeigten
Bauteileaufwand fast den Anschein, dass dieses Modul ohne große Abfrage
"feuert".
Wer Interesse an Qi hat, kann übrigens ähnliche Module z.B. bei
Aliexpress kaufen, schaut mal nach "qi module". Da gibt es Sender aber
auch Empfänger. Unter den Empfängern gibt es neben den spezifischen auch
solche Module zum Nachrüsten von nicht-Qi-Mobiltelefonen, die am Ausgang
ein Flachbandleitung mit einer superkleinen Micro-USB-Buchse haben. Die
Spule kommt mit in das Bateriefach, die MicroUSB wird mit dem Telefon
verbunden. D.h. hier müsste ohne jegliche weitere Abfrage die 5V zur
Verfügung stehen, somit vermutlich ideal für Selbstbauprojekte.
Frank schrieb:> Genau! Was passiert dann eigentlich. Vor allem wenn sich an dem> Schlüsselbund ein Autoschlüssel mit integrierter Elektronik befindet.
Wenn Sender und Empfänger nicht miteinander kommunizieren bleibt ja nur
den Sender nach der maximalen Sendeleistung suchen zu lassen.
Wahrscheinlich werden die Schlüssel selbst einfach aufgeheizt oder der
Empfangsteil der Elektronik gebraten. Bereits volle Akkus werden schon
zum Problem weil man die Sende-Energie ja irgendwie wegbekommen d.h.
wegheizen muß.
Wirkungsgrad, EMI, Kosten, Baugröße etc etc
Es gibt bei näherer Betrachtung nicht viele gute Gründe einen derartigen
Aufwand zu betreiben um zwei Ladekontakte einzusparen.
Der Qi Standard mag die Situation verbessern aber es bleibt die Frage ob
der Mehrnutzen die Aufwendungen rechtfertigt.
Der Abstimmungsprozess zwischen Sender und Empfänger dauert einfach eine
Weile, weil sich beide in Resonanz befinden müssen um optimal Energie zu
übertragen. Das ändert sich aber mit der Position zueinander, dem
Abstand und der Belastung.
Das, der bescheidene Wirkungsgrad und die steigenden Probleme bei
steigenden Leistungen lassen mich immer herzhaft lachen wenn ich über
Ladespulen in den Straßen lese die fahrende Autos permanent laden
sollen.
Lecker 100 KW HF Leistung die die PKW Insassen in eine brodelnde
Fleischsuppe verwandelt. Das ist so schlau wie der Kojote mit den
Jet-Packs.
mknoelke schrieb:> Das ist so schlau wie der Kojote mit den> Jet-Packs.
Jepp! Die Leute finden es supertoll, wenn die ihr Handy kontaktlos
aufladen können, und im Bad brummt die Kontaktlose Ladeschale für die
elektrische Zahnbürste 24h am Tag.
Gekocht wird mit einem Induktionskochfeld.
Aber der böse Handyfunkmast 200m entfernt, der ist für die Migräne
verantwortlich.
@ Udo Schmitt (urschmitt)
>Aber der böse Handyfunkmast 200m entfernt, der ist für die Migräne>verantwortlich.
Nicht zu vergessen das Handy am Ohr, das bei niedriger Feldstärke mit
bis zu 2W rauspustet.
Falk Brunner schrieb:> Nicht zu vergessen das Handy am Ohr, das bei niedriger Feldstärke mit> bis zu 2W rauspustet.
Gibt jetzt im Winter warme Ohren :-)
@ Udo Schmitt (urschmitt)
>> Nicht zu vergessen das Handy am Ohr, das bei niedriger Feldstärke mit>> bis zu 2W rauspustet.>Gibt jetzt im Winter warme Ohren :-)
Das hatte ich als Kind mal, Erwärmung des Mittelohrs mit
leistungsstarker Kurzwelle, keine Ahnung mit wieviel Leistung die da auf
meinen Kopf geschossen haben. Erklärt im Nachhinein einiges . . . 8-)
http://de.wikipedia.org/wiki/Diathermie
Warum buddelst du dafür einen 5 Jahre alten Artikel aus?
Bei Ali im Artikelnamen taucht aber Qi mit auf! Probiere das Handy in
einer anderen Position auf die Spule zu legen oder nimm ein Qi Lader mit
3 Spulen.
Hallo Ralf, mit unterschiedlichen Positionen und Abständen wirds nicht
besser. An der Stromaufnahme kann man erkennen das "irgendwas
abgestimmt" wird.
Danke für den Tipp mit dem 3-Spulen Lader, werde bei Gelegeheit mal
einen
bestellen.