Hallo,
prinzipiell ist das schon im Eigenbau möglich, bei geringen
Anforderungen an die Genauigkeit auch nicht unbedingt überaus
schwierig. Wie schaut's denn mit deinen Anforderungen diesbezüglich
aus?
OK, nun mal ein paar Anregungen:
-Spannungsmessung DC bis 110V
Ich nehme an du willst - der Genauigkeit zuliebe - mehrere Messbereiche
(z.B. 0-2V, 2-20V, 20-200V). Soll die Umschatung der Bereiche manuell
erfolgen? Es geht nichts über die guten, alten Stufenschalter.
Automatisch oder doch lieber mit Tastern (up/down)? Dann Reed-Relais
für schaltbare Spannungsteiler (Analogschalter aus der 4xxx-CMOS-Reihe
lieber nicht, wenn's genau werden soll) und etwas Software.
Welchen Eingangswiderstand? Einfach die Teilerkette an die Quelle ist
ganz, ganz böse, also wäre schon was Buffermäßiges angesagt. Schlecht
bei solchen Spannungen, vielleicht mit: 1:10 Vorteiler -> Buffer ->
Teilerkette -> Buffer -> Messung? Aber bitte keine LM741 oder 324 als
Buffer, es gibt bessres zu gleichen Preisen!
-Spannungsmessung AC (auch nichsinusförmig) bis 260V
-Spannungsmessung AC (sinusförmig) bis 260V
Prinzipiell das gleiche wie vorher, weil du nicht-sinusförmig sagst:
www.analog.com und andere haben wunderbare RMS->DC-Wandler. D.h. vorne
kommt eine (nichtsinusförmige) Wechselspannung rein, hinten dann eine
dem Effektivwert entsprechende Gleichspannung raus. Damit kannst du die
gesamte DC-Eingangskette gleich mitverwenden. Teuer, aber gut. Vor
allem, wenn's kein "so um die 50V"-Gebastel werden soll.
-Frequenzmessung 40-60Hz
Sollte mit uC kein Problem sein, vorher aber vielleicht doch etwas
Analoges, wie z.B. schöne Nulldurchgangserkennung, Filterung usw.
-eine Art Stoppuhr
uC
-Temperatur
Irgendwas NTC/PTC-mäßiges. Spontan fällt mir EPCOS ein. Welcher
Temperaturbereich? Genauigkeit? Danach richten sich die
Auswahlkriterien. Wenn du nur den bloßen Sensor hast, wirst du noch
eine hübsche Korrekturschaltung (krumme T/R-Kennlinie) oder
Softwareforrektur brauchen. Ganz schön wäre das ganze dann in einer
abgleichbaren Brückenschaltung (höhere Genauigkeit möglich) mit
Differenzverstärker an den ADC-Eingang.
-Luftfeuchte
Hm. Da gibt's (in den gnazen billisch-Hygrometern) kapazitive
Elemente. Damit könnte man sich einen astab. Multivibrator bauen,
dessen Frequenz man auswertet. Ob hier was resistives gibt, keine
Ahnung.
ADC: Vielleich solltest du über einen externen ADC nachdenken. Die
Dinger in den uCs zind zwar nicht sooooo schlecht, aber es gibt
besseres, ebenfalls nicht zu teuer. Externe Referenz ist auf jeden Fall
Pflicht!
Wenn's schön werden soll, wäre auch eine sample+hold-Schaltung (+
Filter) nicht unschön, würde auf jeden Fall unschöne Sachen verhindern,
falls deine Gleichspannung soch nicht mal so ganz gleich ist :-)
Wie schnell willst du denn Auslesen? Wenn's schnell sein soll, wirst
du für jede EIngangsspannung eine eigene Eingangsstufe brauchen. Wenn
du lange Zeit hast, schaltest du einfach die Eingänge (AC/DC) um und
die Entsprechenden Einheiten (AC->DC RMS) dazu, spart ein paar
Bauteile. Im Prinzip kannst du dann je nach Gusto auch mehrere ADC
verwenden, aber ich glaube ja nicht, dass die wirklich schnell messen
musst...
Protokoll: Parallelport ist einfach, Nadeldrucker+Endlospapier
ebenfalls. Druckersprachen (PCL, ESC/P,...) sind auch nicht unbedingt
schwierig zu implementieren, aber die Billischdrucker wollen davon
meist nichts wissen). Alternativ vielleicht Ausgabe über RS232 zur
weiteren Verwurstelung?
OK, mal ein paar Gendanken, vielleich sind da ja ein paar Anregungen
dabei.
hth,
Robert