Ich dachte bisher immer, dass wir in Europa die modernsten und besten
Mobilfunknetze haben.
Jetzt lese ich hier
http://ukonio.de/apple-iphone-5-samsung-galaxy-s3-vergleich-branchenprimus-mobile-digital-30059/
Folgendes:
"In den USA und Asien ist LTE längst Standard."
Bei uns ist LTE ja noch in der Aufbauphase. Das Samsung Galaxy S3 LTE
kommt hier erst im Oktober. In den USA und Asien gibt es die LTE-Version
schon länger.
Wo gibt es denn nun die besten und modernsten Mobilfunknetze? Europa,
Deutschland, Österreich, Japan, Taiwan, USA, China, Süd-Korea, usw. ?
Jens G. schrieb:> Und was hat LTE mit Mobilfunk zu tun?
1. Generation des Mobilfunks war noch analog, dann kam GSM (digital, 2.
Generation), dann UMTS (3. Generation) und nun das Neueste: LTE, die 4.
Generation des Mobilfunks.
>Ich dachte bisher immer, dass wir in Europa die modernsten und besten
Mobilfunknetze haben.
Was ewige Propaganda so alles bewirkt...
Europa hat eine zu restriktive Frequenzzuteilung. Da sind breite Baender
fuer "Nichts" reserviert. Auf jeden Fall mussten diese Baender damals
weder gerechtfertigt werden, noch abdruecken. Wenn ich mich an die
voellig uebertriebene Versteigerung der Mobilbaender in Deutschland fuer
100 Miiliarden Mark erinnere. Da ist nachher kein Geld mehr vorhanden
fuer weitere Investitionen. Ich wuerd mal die Benutzer der
nebenliegenden Baender derart schroepfen, 5 Milliarden pro Megahertz
oder so...
Vor allem Frequenzen fuers Militaer zu reservieren ist unsinnig. Diese
reservierten Frequenzen sind im Krieg ganz sicher nicht mehr frei...
Ob es in Europa das beste Netz gibt, weiß ich nicht. Aber ich bin mir
sicher dass es mit Abstand die teuersten Netznutzungsgebühren gibt.
Es ist doch eine bodenlose Frechheit, dass man innerhalb der EU Roaming
bezahlen muß obwohl man vom Nordcap bis Sizilien nur bei Vodafon
eingebucht ist.
Wir haben ein weit in die Fläche ausgebautes Netz, besonders bei den
klassischen Techniken (GSM, GPRS). Bei LTE wird, aufgrund von
Regulierungsvorschriften, die Fläche zuerst ausgebaut. Standard ist LTE
in den USA auch nicht. Auch dort wird aktuell ausgebaut
In den so gelobten USA hat man ein Flickenteppich. Wenn man ein paar
Meilen aus einer großen Stadt raus ist, gibt es schon mal für die
nächsten 100 Meilen durch die Pampa gar kein Netz.
Beispiel T-Mobil USA http://www.t-mobile.com/coverage/pcc.aspx Einfach
mal reinzoomen.
Und wenn man reinzoomt, dann werden viele der von oben schön grün
aussehenden Flächen plötzlich gelb (gelb = 2G).
Hinzu kommt, dass in den USA wesentlich schlimmer als hier versucht
wird, Kunden an den Netzanbieter zu binden. Viele Amerikaner wissen gar
nicht, dass man Mobiltelefone ohne Bindung, ohne Tarif ("plan"), einfach
so kaufen kann.
Hannes Jaeger schrieb:> Wir haben ein weit in die Fläche ausgebautes Netz, besonders bei den> klassischen Techniken (GSM, GPRS). Bei LTE wird, aufgrund von> Regulierungsvorschriften, die Fläche zuerst ausgebaut.
Zumindest das, was von den Bundesländern als "Fläche"/unversorgt
gemeldet wurde. Bzw. 90% davon.
Und selbst diese "Einschränkung" gilt nur für den 800-MHz-Bereich, bei
1800 MHz und 2600 MHz dürfen die Netzbetreiber nach Lust und Laune
ausbauen wo sie wollen.
Ich war vor kurzem in Norwegen im Urlaub. Und zwar nicht in Oslo,
sondern in der Pampa in einer kleinen Almhütte.
Man hatte praktisch überall Empfang. Auch auf Pässen oder Bergstraßen,
wo weit und breit wirklich nichts war (außer alle paar Kilometer ein
Handymast).
Sogar im Tal hast du Empfang, da durch entsprechende Maßnahmen wie
Reflektoren auf den Bergspitzen sichergestellt wird, dass dort eine
gescheite Funkversorgung herrscht.
Da war ich GANZ schwer beeindruckt. Aber wie hoch die Verbreitung von
2G/3G/4G ist, weiß ich nicht.
Man sollte dazu sagen, dass die meisten Hütten dort im nicht-städtischen
Bereich überhaupt keinen Telefonanschluss haben, sondern dort praktisch
alles übers Handynetz geht.
Es gibt auch viele Überlandleitungen, die über die Berge drübergehen,
sehr eindrucksvoll! Trotzdem sind viele Hütten (so wie unsere Almhütte
beispielsweise), besonders an Flüssen über eine kleine Wasserturbine mit
entsprechender Elektronik versorgt.
Die Elektronik war sogar zugänglich in einer kleinen (unscheinbaren)
Holzhütte. Hatte da mal einen Blick riskiert ;-)
Da war irgendwas von Siemens verbaut.
Ich bin in der Schweiz zu Hause, und obwohl wir eigentlich vorgeben dort
"überall" 3G zu haben gibt es selbst in Stadtnähe immer wieder Lücken
und die Verbindung bricht ab.
Im Moment bin ich in Südkorea/Seoul, ich habe noch kein einziges mal
etwas niedereres als ein HSDPA Symbol auf meinem Telefon beobachtet. Sei
man nun 50 Meter unter dem Boden in der Ubahn, oder durchquere man
gerade mit 300 Km/h einen Berg, alles egal, die Verbingung steht,
selbst VOIP bricht nicht ab.
Simon K. schrieb:> Ich war vor kurzem in Norwegen im Urlaub. Und zwar nicht in Oslo,> sondern in der Pampa in einer kleinen Almhütte.>> Man hatte praktisch überall Empfang.
In einem Land, das sich an Wasserkraft und Öl dumm und dusselig
verdient, kann man auch erwarten, dass die sich ordentliche
Infrastruktur aufbauen. Also wenn du mal wieder vergleichen willst, dann
nimm ein vergleichbares Land zu uns.
BTW: Ich denke es war Norwegen, so Internetprovider "Breitbandinternet
für alle" per Gesetz "anzubieten hat".
In Deutschland kann man das "Mobil" bei "Mobilfunknetz" getrost
weglassen. Ich saß mit Laptop und UMTS-Stick (K3565-Z) und E-Plus-Netz
im Zug zwischen Chemnitz und Dresden. An manchen Haltestellen konnte ich
auch ins Internet. Sobald der Zug Fahrt aufnahm, war das Netz weg. -
Nicht mal GPRS war stabil, vmtl. ging auch das Roaming nicht richtig.
Ob das wohl am Endgerät lag oder eher am Netz?
Stefan Helmert schrieb:> In Deutschland kann man das "Mobil" bei "Mobilfunknetz" getrost> weglassen. Ich saß mit Laptop und UMTS-Stick (K3565-Z) und E-Plus-Netz> im Zug zwischen Chemnitz und Dresden. An manchen Haltestellen konnte ich> auch ins Internet. Sobald der Zug Fahrt aufnahm, war das Netz weg. -> Nicht mal GPRS war stabil, vmtl. ging auch das Roaming nicht richtig.>> Ob das wohl am Endgerät lag oder eher am Netz?
An der Deutschen Bahn! Zwischen Dreseden und Chemnitz hat man die
Strecke durch die Pampa, Täler und den Wald geführt, da hatte man andere
Sorgen als die Funkversorgung von Nahverkehrszugnutzern hunderte Jahre
nach Streckenbau.
Nik D. schrieb:> Im Moment bin ich in Südkorea/Seoul, ich habe noch kein einziges mal> etwas niedereres als ein HSDPA Symbol auf meinem Telefon beobachtet. Sei> man nun 50 Meter unter dem Boden in der Ubahn, oder durchquere man> gerade mit 300 Km/h einen Berg, alles egal, die Verbingung steht,> selbst VOIP bricht nicht ab.
Und selbst wenn man das nicht nutzen kann, jeder Bus hat WLAN-Hotspots
von 2 verschiedenen Anbietern an Bord für die man Prepaid-Karten kaufen
kann. Im Flughafen ist WLAN komplett kostenlos, schnell und ohne
nerviges Login. Da fühlt man sich in Deutschland echt in die
IT-Steinzeit zurückversetzt. Andererseits ist die Bevölkerungsdichte im
Raum Seoul so extrem hoch, dass das sicher einfacher rentabel zu
betreiben ist als in Deutschland.
Stefan Helmert schrieb:> In Deutschland kann man das "Mobil" bei "Mobilfunknetz" getrost> weglassen. Ich saß mit Laptop und UMTS-Stick (K3565-Z) und E-Plus-Netz> im Zug zwischen Chemnitz und Dresden. An manchen Haltestellen konnte ich> auch ins Internet. Sobald der Zug Fahrt aufnahm, war das Netz weg.
Mehr als "Telefonieren funktioniert ab und zu" darfst du bei E-Plus
nicht erwarten. Aber auch bei Vodafone hat man auf fast jeder
ICE-Strecke große Versorgungslücken.
In der Schweiz haben wir eine sehr gute Abdeckung. Natuerlich nicht alle
Provider. Eigentlich hat nur ein Provider die gute Abdeckung, Swisscom.
Die anderen werben zB mit 95% Abdeckung. Was aber die Bevoelkerung
meint, nicht die Flaeche. Dh die sind mit dem Flachland dabei, weil da
eben schon 95% leben. In den Bergen ist dann bei denen nichts.
Alternativ kann man bei Migros ein Prepay haben. Migros benutzt das
Swisscom Netz, allerdings ohne Bilder, ohne Multimedia, ohne Internet.
Bei Migros kostet die Minute noch 35Cents oder so, waehrend Swisscom
80cents pro Minute kassiert.
Fuer Daten schaut's duester aus. Das gibt's
Swisscom Daten Prepay : 4 Fr/Tag flatrate
Sunrise Daten Prepay : 7Fr/Monat limitiert auf 200MByte total.
Ich habe ein Abo der Sw...com, wohne in einem Vorort von Zürich. Da dort
aber einige wohlhabende Leute meinen die UMTS Strahlung würden ihren
Hirnwindungen zu sehr zusetzen, durfte man dort keine solche Antenne
hinstellen. Ich komme also auf die extrem berauschende maximale
Downloadrate von etwa 110 kbps (k BITS, nicht Bytes) und das in 8km
Entfernung von Zürich, für 35 Euro / Monat.
Moderne Welt ;)
Sieben von Neun schrieb:> Fuer Daten schaut's duester aus. Das gibt's> Swisscom Daten Prepay : 4 Fr/Tag flatrate> Sunrise Daten Prepay : 7Fr/Monat limitiert auf 200MByte total.
Coop(Orange) Prepaid liegt nicht schlechter als D:
- 2 SFR/Tag, max 500MB Monat,
- 10 SFR/Monat, max 300MB.
Wie die Qualität ist weiss ich aber nicht.
Aufladen ist in CH auswärts leichter als in D, weils bei m.W. jeder
Karte an jedem SBB Automaten geht. In D musst du für jede Karte woanders
suchen.
Ich bin manchmal sogar regelrecht froh, wenn ich nicht immer 100%
empfang mit einem Handy habe :)
Speziell mit dem Geschäftshandy. Es gibt in meinen Augen keine
schlimmere Erfindung als die des Handy.
***OffTopic***
Heute war wieder einer der Tage, wo ich das Geschäftshandy am liebsten
dem Maurer als Beigabe zum Betonieren geben wollte. Richtiges arbeiten
war heute fast nicht mehr möglich.
Gut ich hab auch ein Smartphone (privat), aber es reist mir dabei auch
kein Bein aus, wenn ich mal damit keinen Empfang habe. Dann bleibt die
Email eben mal im Postfach stecken bis ich wieder empfang habe. Für mehr
als Email oder gelegentliche Chats unterwegs nutze ich es sowieso nicht
(Internet).
*** OffTopic***
Nik D. schrieb:> Im Moment bin ich in Südkorea/Seoul, ich habe noch kein einziges mal> etwas niedereres als ein HSDPA Symbol auf meinem Telefon beobachtet. Sei> man nun 50 Meter unter dem Boden in der Ubahn, oder durchquere man> gerade mit 300 Km/h einen Berg, alles egal, die Verbingung steht,> selbst VOIP bricht nicht ab.
Würde mich auch sehr wundern, wenn es anders wäre. In Japan und Südkorea
wurde das GSM/GPRS-Netz schon vor geraumer Zeit abgeschalten, weil die
flächendeckende Versorgung mit 3G gesichert war.
Frank Bär schrieb:> Würde mich auch sehr wundern, wenn es anders wäre. In Japan und Südkorea> wurde das GSM/GPRS-Netz schon vor geraumer Zeit abgeschalten, weil die> flächendeckende Versorgung mit 3G gesichert war.
Die hatten doch nie eines, oder? Japan hatte vor UMTS PCS, quasi so eine
Art öffentliches DECT oder so, auf jeden Fall etwas japanspezifisches.
fchk
Zu Japan "The world's first commercial W-CDMA service, FOMA, was
launched by NTT DoCoMo in Japan in 2001."
Zu Südkorea "In July 2011, LG U+ started LTE. in March 2012, LG U+
completes nationwide LTE coverage."
Ob GSM / GPRS noch verfügbar ist weiss ich nicht, kann dies aber in
Seoul im Dezember mal überprüfen.
Sieben von Neun schrieb:> Bei Migros kostet die Minute noch 35Cents oder so, waehrend Swisscom> 80cents pro Minute kassiert.
0,80CHF pro Minute? Meinst du nicht pro Stunde?