Hallo,
Ich suche einen Taktgenerator mit 10ms on und 2000ms off.
Gibt es da ein IC mit dem man das einfach realisieren kann?
Ein 555 Timer ist zu ungenau und Mikrocontroller einsetzen möchte ich
nur wenn es keine andere Lösung gibt. Der 10 ms Puls sollte schon auf 1
ms genau sein ohne da jetzt was abgleichen zu müssen. Die 2000ms sollten
auf 50ms genau sein.
Lg
Taktgenerator schrieb:> Ein 555 Timer ist zu ungenau und Mikrocontroller einsetzen möchte ich> nur wenn es keine andere Lösung gibt. Der 10 ms Puls sollte schon auf 1> ms genau sein ohne da jetzt was abgleichen zu müssen. Die 2000ms sollten> auf 50ms genau sein.
Das geht schon mit dem NE/LM 555, besser noch mit einem LMC/TLC 555 in
CMos...
Driftarme Kondensatoren und Widerstände sowie geregelte Versorgungs-
spannung, auch Trimmepotis (10 Gang) sind Voraussetzung für ein
gutes Ergebnis...
Ach so! Du willst ja nichts abgleichen...
> Der 10 ms Puls sollte schon auf 1> ms genau sein> Die 2000ms sollten> auf 50ms genau sein.
"Genau" OHNE jegliche Angabe von erlaubter Toleranz/Abweichung
gibt es nicht, gab es nie, und wird es nie geben.
Gehen wir also von probeweise 5% oder 10% @20°C aus,
weil ja keine expliziten Vorgaben zu Toleranz/Temperatur/etc. vorliegen:
Dann reicht ein 555 mit entsprechender Beschaltung völlig aus.
WO GENAU liegt also das Problem?
Herman Kokoschka schrieb:> "Genau" OHNE jegliche Angabe von erlaubter Toleranz/Abweichung> gibt es nicht, gab es nie, und wird es nie geben.
Auf 1ms genau heisst +/-0,5ms Toleranz.
Das Problem wird sein, so Taktverhaeltnisse sind zu speziell, als dass
es einen fertigen Chip gaebe (aber wer weiss). Deshalb muessen sie
entweder programmierbar sein oder analog erzeugt wie beim 555er, wo dann
aber eine Kalibrierung notwendig ist. Man koennte es auch aus Logik-ICs
aufbauen (Zaehler...), dann steckt die Programmierung quasi in der
Schaltung, ist aber aufwendig.
Ohne Mikrocontroller und ohne abgleichen zu müssen, wie es bei
präzisions Monoflops nötig wäre geht es nur noch mit Quarzgenerator,
Zählern und entsprechenden Gattern, aber das ist wieder viel zu
kompliziert.
MfG
> Gibt es da ein IC mit dem man das einfach realisieren kann?
Du kannst das sicher mit einem 4060 und noch 1-2 weiteren ICs
realisieren wenn du schon mal jemals mit diskreter Logic gearbeitet hast
und mal schwer in dich gehst.
Aber Mikrokontroller ist da heute schon eher das richtige Mittel.
Olaf
Wie lange soll das ganze denn stabil in Betrieb bleiben? Gerade was den
Bauteilaufwand, Kalibrierungszeit spricht das schon für einen µC mit
Quarz, wegen deines Temperaturbereichs.
Das Programm ist denkbar einfach:
1
intmain(void)
2
{
3
Portx|=(1<<PortPinx);
4
_delay_ms(10);
5
Portx&=~(1<<PortPinx);
6
_delay_ms(2000);
7
}
Das wars auch schon
> Möglichst ohne Mikrocontroller auszukommen ist eine Designvorgabe.
Gut, is dann halt so. Aber eine sonderlich clevere Designvorgabe ists
vermutlich nicht.
Herman Kokoschka schrieb:> Gehen wir also von probeweise 5% oder 10% @20°C aus,> weil ja keine expliziten Vorgaben zu Toleranz/Temperatur/etc. vorliegen:
Prozentrechnung scheint nicht zu deinen Stärken zu gehören.
Gehe einfach von einer zulässigen Toleranz von 2.5% @0..50°C aus. Für
den Hausgebrauch dürfte das dann passen.
Taktgenerator schrieb:> Die 2000ms sollten auf 50ms genau sein.
Taktgenerator schrieb:> Möglichst ohne Mikrocontroller auszukommen ist eine Designvorgabe.
Und vermutlich eine schwachsinnige dazu!
Dann rück mal mit allen Designvorgaben raus.
- Wenn - es keine wirklich guten Gründe dafür gibt, dann ist die Antwort
einfach:
Ist nicht möglich!
Das das nicht stimmt, rafft der Designvorgeber dann eh nicht!
Alles nur eine Frage von Aufwand und letztlich kosten. So ein Tiny85
kostet weniger als ein Euro, hat 8 Beinchen, ist von -40 bis +85 Grad
spezifiziert, hält deine Toleranzanforderungen locker ein! Womöglich
sogar ohne Quarz dran.
Die Software ist für lau, super easy und oben findest du schon einen
fertigen Code.
Was willst du mehr?
Das Problem ist, dass ein uC im sot-23-gehause mit einem 100nF und 10
Zeilen Code ausreicht, um mit 0uA das zu tun, was mit viel gebastelt
vielfach Platz, Strom und Aufwand braucht.
Sobald man einen derartigen uC mit Hallo Welt in seinem Repertoire hat.
Dann sogar in C möglich.
Taktgenerator schrieb:> Geforderter Temperaturbereich ist von -20 bis +85 Grad Celsius.> Möglichst ohne Mikrocontroller auszukommen ist eine Designvorgabe.
Ein µC ist also nicht explizit verboten. Dann nimm ihn und einen
Uhrenquarz dazu, oder alternativ einen keram. Resonator.
Auf internen oder externen RC-Takt würde ich mich nicht verlassen.
Maxe schrieb:> Herman Kokoschka schrieb:>> "Genau" OHNE jegliche Angabe von erlaubter Toleranz/Abweichung>> gibt es nicht, gab es nie, und wird es nie geben.> Auf 1ms genau heisst +/-0,5ms Toleranz.
Also ich lese das eher so: "Auf 1 ms genau" heisst für mich ein max.
Fehler von 1ms.
Das wäre dann +/- 1ms Toleranz.
Da 5% Kondensatoren schon selten sind und die weitere Beschaltung es
nicht genauer macht, fallen unkalibrierte RC als zeitbestimmende
Bauteile wohl raus. Ansonsten könnten das (mit 1% RC) wohl SE555, LM322
oder CD4536.
RC in einem uC wie Attiny5 ist ja werkskalibriert, der ist genau genug.
Sollte deine Schaltung Netzstromversorgung haben, könnte man aus den
50Hz aber gut 10ms und 200*10ms ableiten. Als 1 IC (presettable 8 bit
timer der bei Vergleich 1 Takt lang ein Signal ausgibt, möglichst mit
Schmitt Trigger am Takteingang) fällt mir aber kein Chip ein, das wäre
dann auch ein programmierbares GAL6V8. Grösser als der Attiny
MaWin schrieb:> Als 1 IC (presettable 8 bit> timer der bei Vergleich 1 Takt lang ein Signal ausgibt, möglichst mit> Schmitt Trigger am Takteingang) fällt mir aber kein Chip ein
CD40103
> Alles nur eine Frage von Aufwand und letztlich kosten. So ein Tiny85> kostet weniger als ein Euro, hat 8 Beinchen, ist von -40 bis +85 Grad
Da machst du es dir ein bisschen zu einfach. Das Teil muss ja auch noch
programmiert werden. Wenn du sowas in einem Projekt machst dann kostet
das auch. Und im Extremfall kann dir das noch interessante
Zertifizierungen einbringen. Aber man darf wohl hoffen das Leute die
sowas machen hier nicht um Rat fragen. :)
Olaf
Olaf schrieb:> Wenn du sowas in einem Projekt machst dann kostet> das auch.
Bezüglich der Kosten gab es keine Vorgaben/Einschränkungen, wenn ich
nicht irre. Einige Anbieter liefern auch programmierte µCs - auch schon
vor Corona mit Maske ;-)
Auf der anderen Seite ist bei RC-Takterzeugung auch ein Abgleich
erforderlich. Ohne Abgleich geht es für den gewünschten
Temperaturbereich nur mit Quarz o.ä..
> Ohne Abgleich geht es für den gewünschten> Temperaturbereich nur mit Quarz o.ä..
Es gibt Mikrocontroller da hat der Hersteller einen Korrekturwert fuer
die
internen RCs im Flash abgelegt. Ob das aber auch fuer den kleinsten und
billigsten in SOT-23 gilt muss man aber wohl selber rausfinden.
Olaf
Die 10 ms lassen sich leicht mit eibem Optokoppler von der Netzfrequenz
ableiten. Für die Pause von 2000 ms zählt man mit einen 8 Bit
Binärzähler bis 200.
Olaf schrieb:> Es gibt Mikrocontroller da hat der Hersteller einen Korrekturwert fuer> die> internen RCs im Flash abgelegt. Ob das aber auch fuer den kleinsten und> billigsten in SOT-23 gilt muss man aber wohl selber rausfinden.>
ich hab den Tiny10 (SOT23-6) im einsatz und der hat ein CAL wert
hinterlegt
VlG
Charly
Olaf schrieb:> Es gibt Mikrocontroller da hat der Hersteller einen Korrekturwert fuer> die> internen RCs im Flash abgelegt.
Das ist ja alles ganz nett. Aber ist der Korrekturwert für 3 V und 5 V
identisch? Kaum.
Und wie sieht es über den gesamten Temperaturbereich aus? Schlecht.
Gerald K. schrieb:> Die 10 ms lassen sich leicht mit eibem Optokoppler von der Netzfrequenz> ableiten.
Warum so umständlich. Ich würde einfach den 100 Hz Takt verwenden. Da
spart man sogar den Optokoppler ;-)
Olaf schrieb:> Da machst du es dir ein bisschen zu einfach. Das Teil muss ja auch noch> programmiert werden.
Mach ja nix.
Das Programm wurde bereits hier gepostet.
John Doe schrieb:> Ich hab das Gerät hier in Nordamerika im Einsatz. Totaler Fehlkauf ;-)
Ich hab mal mit einem ATtiny25 eine 50/60Hz Umschaltung aufgebaut.
Funktioniert einwandfrei.
m.n. schrieb:> Warum so umständlich. Ich würde einfach den 100 Hz Takt verwenden. Da> spart man sogar den Optokoppler ;-)
Aus Gründen der Sicherheit. Eine Potentialtrennung ist notwendig.
Entweder Trafo oder Optokoppler. Wenn man im Netzteil schon einen
Transformator hat, dann ist sinnvoll diesen zu benutzen.
m.n. schrieb:> Ohne Abgleich geht es für den gewünschten Temperaturbereich nur mit> Quarz o.ä..
Einen fertigen Oszillator gibt's im 3x5mm Gehäuse für deutlich unter 1€.
Seither wird von mir der RC Oszillator nur noch da verwendet, wo das
(Langzeit-) Timing unwichtig ist.
Olaf schrieb:> Wenn du sowas in einem Projekt machst dann kostet> das auch.
Ab 500 Stück wird der uC vorprogrammiert bestückt. Und eine evtl. nötige
Zertifizierung gibt's auch für eine handgefrickelte und manuell
abgeglichene Timerschaltung nicht für lau.
> Und wie sieht es über den gesamten Temperaturbereich aus? Schlecht.
Hm..ich meine das es zumindest bei den Controllern die ich so verwende
zwei Werte gab je nach Temperaturbereich. Es muss ja auch nicht
Quarzgenau werden.
> Seither wird von mir der RC Oszillator nur noch da verwendet, wo das> (Langzeit-) Timing unwichtig ist.
Oder wo der Stromverbrauch sehr wichtig ist. .-)
> Ab 500 Stück wird der uC vorprogrammiert bestückt. Und eine evtl. nötige> Zertifizierung gibt's auch für eine handgefrickelte und manuell> abgeglichene Timerschaltung nicht für lau.
Klar, aber software erhoeht den Aufwand noch zusaetzlich. Ich koennte
mir schon Anwendungen vorstellen wo ich darauf lieber verzichten wuerde.
Und natuerlich wuerde niemand auf die Idee kommen sowas heute noch von
Hand abzugleichen. Sowas man muesste man schon ohne abgleich
hinbekommen. Bei dem von mir vorgeschlagenen 4060 kannst du ja auch
einen Quarz oder Resonator dran haengen.
Olaf
Ingo L. schrieb:> int main ( void )> {> Portx |= (1<<PortPinx);> _delay_ms(10);> Portx &= ~(1<<PortPinx);> _delay_ms(2000);> }
Eine while-Schleife wäre hier hilfreich ;-)
m.n. schrieb:> Heute heißt das loop() ;-)
Google findet 1.130.000 Ergebnisse für "wile-Schleife", also nicht
gebräuchlich?
Die Frage ist ob man Englisch und Deutsch in einer Bezeichnung
kombinierten sollte?
Gerald K. schrieb:> m.n. schrieb:>> Heute heißt das loop() ;-)>> Google findet 1.130.000 Ergebnisse für "wile-Schleife", also nicht> gebräuchlich?>> Die Frage ist ob man Englisch und Deutsch in einer Bezeichnung> kombinierten sollte?
Du scheinst mir, Arduino nicht zu kennen und völlig ironieresistent zu
sein.
Gerald K. schrieb:> Google findet 1.130.000 Ergebnisse für "wile-Schleife", also nicht> gebräuchlich?
Google ist auch nur eine KI. Allerdings eine sehr gute. Nur deswegen
hast du so viele Hits trotz des Schreibfehlers...
> Die Frage ist ob man Englisch und Deutsch in einer Bezeichnung> kombinierten sollte?
Google kann damit inzwischen recht souverän umgehen. Vor 20 Jahren war
das noch anders.
m.n. schrieb:
> Heute heißt das loop() ;-)
Das ist aber eigentlich der springende Punkt: Sarkasmus. KIs tun sich
schwer damit, sowas zu erkennen. Du aber offensichtlich auch...
m.n. schrieb:> Das ist ja alles ganz nett. Aber ist der Korrekturwert für 3 V und 5 V> identisch? Kaum.
Solange R und C nicht spannungsabhängig sind, lässt sich das durch einen
Blick ins Datenblatt klären. Zumindest sollte sich der Zusammenhang
herausfinden lassen.
Danke für die vielen Antworten!
Die Umsetzung mit dem Binärzählern/Divider werde ich mir mal genauer
durchüberlegen.
Wenn es da eine halbwegs elegante Lösung gibt wo man nicht gleich einen
kompletten Bauteilfriedhof beisammen hat, ist das sicher akzeptabel.
Der Einsatz eines Mikrocontrollers ist jetzt nicht von vornherein
ausgeschlossen. Es gibt eben nur die Designvorgabe Mikrocontroller nur
einzusetzen wenn unbedingt nötig. Das ist ein Kosten- und
Zuverlässigkeitsthema, da ein Mikrocontroller doch einiges an
Zusatzaufwand verursacht und Fehlerquellen schafft, die jetzt auf den
ersten Blick nicht so einfach sichtbar sind.
Toby P. schrieb:> Taktgenerator schrieb:>> Gibt es da ein IC mit dem man das einfach realisieren kann?>> Dual 555 (556) als 2x Monoflop. Eins triggert das andere.
Ist auch nicht besser als ein einzelner 555. Vorteile hätte das nur,
wenn man abgleichen wöllte, weil man beide Zeiten unabhängig voneinander
einstellen kann.
Der 555 selber ist dabei gar nicht so das Problem. R und C sind es. Bei
2.5% Genauigkeit über alles müssen es schon jeweils 1% Typen mit
entsprechend geringer Drift sein. Wobei man für die 2s halt schon
häßlich große Werte braucht. Große Widerstände sind doof wegen
Kriechströmen (Luftfeuchte, Dreck etc.). Große Kondensatoren werden dann
auch räumlich groß und sind eng toleriert auch schwer beschaffbar.
Ergo: eine zweckmäßige Lösung verwendet einen Takt, der dann besser
nicht von einem RC-Oszillator kommt, sondern von einem Quarz,
Keramikresonator oder MEMS Oszillator. Der Rest ist primitive
Digitalelektronik. Leider läßt sich das geforderte Verhältnis 200:1
nicht durch nahe gelegene Zweierpotenzen annähern. Man braucht entweder
extra Logik oder muß von vornherein auf Dezimalzähler setzen.
Taktgenerator schrieb:> Das ist ein Kosten- und> Zuverlässigkeitsthema, da ein Mikrocontroller doch einiges an> Zusatzaufwand verursacht und Fehlerquellen schafft, die jetzt auf den> ersten Blick nicht so einfach sichtbar sind.
Na gut, Du hast es ja nicht anders gewollt.
Benötigt werden ein 32,768 kHz Quarz und ein 74AHC1G4215, womit mit
wenig Platzbedarf 1 Hz erzeugt werden. Nachfolgend wird mit einem
74AUP1G80 die Ausgangsfrequenz auf 0,5 Hz halbiert.
Der 10 ms Impuls wird mit einem RC-Monoflop (z.B. 74LVC1G123) erzeugt,
wobei die 10% Toleranz mit geeigneten Bauteilen gut eingehalten werden
kann.
Gefordert ist eine Periodendauer von 2,010 s; hier werden 2,000 s
erzeugt, die innerhalb der Toleranz liegen.
Einen µC einzusetzen, wäre mir in Bezug auf die Kosten deutlich lieber.
m.n. schrieb:> Einen µC einzusetzen, wäre mir in Bezug auf die Kosten deutlich lieber.
Eben, ein tiny13, ein Widerstand und ein Kondensator. Wenn's irgendwann
mal geändert werden soll, dann noch ein Wannenstecker für ISP.
aiaiai schrieb:> Eben, ein tiny13, ein Widerstand und ein Kondensator.
Zeig mal die Schaltung. Abblockkondensator + Pullup für Reset?
Denkbar wäre ein ATiny202 o.ä., dessen Temperaturdrift anhand der
internen Temperaturmessung kompensiert wird.
Taktgenerator schrieb:> Danke für die vielen Antworten!> Die Umsetzung mit dem Binärzählern/Divider werde ich mir mal genauer> durchüberlegen.> Wenn es da eine halbwegs elegante Lösung gibt wo man nicht gleich einen> kompletten Bauteilfriedhof beisammen hat, ist das sicher akzeptabel.
Das werden in jedem Fall mehr IC's und Hühnerfutter werden als die
MC-Lösung.
> Der Einsatz eines Mikrocontrollers ist jetzt nicht von vornherein> ausgeschlossen. Es gibt eben nur die Designvorgabe Mikrocontroller nur> einzusetzen wenn unbedingt nötig. Das ist ein Kosten- und> Zuverlässigkeitsthema, da ein Mikrocontroller doch einiges an> Zusatzaufwand verursacht und Fehlerquellen schafft, die jetzt auf den> ersten Blick nicht so einfach sichtbar sind.
Darüber lässt sich länglich und trefflich streiten (was hier sicherlich
auch sehr bald getan wird ...).
Meine persönliche Meinung dazu:
- wenn Du Aufwand und Zeit mit in die Waagschale wirfst, so ist eine
Lösung mit einem kleinen MC mit hoher Wahrscheinlichkeit bei Stückzahlen
unter 100 deutlich billiger als eine Lösung mit "diskreten"
digital-IC's.
Selbst fertig aufgebaute Boards auf STM32 oder Atmega-Basis kosten aus
China weniger als 1,50 €. Kaufst Du nur den Chip (und viel mehr
brauchst Du nicht für Deinen Anwendungsfall), so liegst Du weit unter
1$.
- Der Zeitaufwand, um z.B. ein Arduino-Nano-Board zu überreden, Deinen
Impuls abzusetzen, beträgt 5 Minuten für einen Einsteiger bzw. 2-3h für
jemanden, der noch nie in seinem Leben etwas mit Arduino gemacht hat.
- Zuverlässigkeit ist so eine Sache: wenn Deine Schaltung wirklich unter
härtesten Bedingungen laufen soll (Strahlung, Weltall, Gefährdung von
Menschenleben bei Fehlfunktion), könnte man tatsächlich nochmals darüber
nachdenken. Zur besseren Einschätzung müsstest Du aber mehr
Hintergrundinfos liefern.
- Der wichtigste Punkt kommt zum Ende: vielleicht kann man Deine
Anforderung tatsächlich mit einem NE555 und etwas sorgfältiger Auswahl
der RC-Komponenten erschlagen - das wäre vermutlich der Königsweg.
Dazu müsstest Du allerdings nochmals ganz genau den Impuls mit seinen
maximalen Toleranzen und die tatsächlich gewünschte Temperaturspanne, in
der Deine Schaltung funktionieren soll, spezifizieren. Jede mögliche
"Lockerung" Deiner bisherigen Forderungen bringt Dich der NE555-Lösung
näher.
Bisher lauten Deine Forderungen:
- Betriebstemperatur: -20C ... +85C # jede Lockerung würde helfen
Du schreibst:
> Der 10 ms Puls sollte schon auf 1ms genau sein ohne da jetzt> was abgleichen zu müssen. Die 2000ms sollten auf 50ms genau sein.
- Was genau meinst Du damit?
9ms ... 11ms für die High-Flanke und 1950ms ...2050ms für die
Low-Flanke Deines Pulses?
- Was genau meinst Du mit "ohne da jetzt was abgleichen zu müssen"?
Darf die Schaltung einmalig vor Inbetriebnahme abgeglichen werden
und dann nie wieder? Oder darf auch kein initialer Abgleich
stattfinden?
- Was genau soll passieren, wenn die Betriebsspannung einsetzt bzw.
aussetzt? Oder gar kurz ausfällt. Sind das kritische Momente?
Viele Grüße
Igel1
>> 74AHC1G4215>Na das ist ja mal ein moderner Bursche.
In der Tat. Man fragt sich fuer welche speziellen Anwendungen der
aktuell entwickelt wurde. Aber gut, das hab ich mich beim MAX038 damals
auch gefragt. :-)
Olaf
An alle Freunde von MIC1555, E355, E351, MAX035, 74HC123, NE555, NE556,
SE555, LM322, CD4536, 4060* (*wenn mit RC betrieben) - für Euch alle
gilt:
Ihr braucht eine temperaturstabile RC-Kombination, welche die folgenden
Anforderungen des TO's erfüllen muss:
1.) Zitat: "Die 2000ms sollten auf 50ms genau sein."
=> max. 2,5% Abweichung
2.) Zitat: "Ohne da jetzt was abgleichen zu müssen"
3.) Zitat: "Temperaturbereich ist von -20 bis +85 Grad Celsius."
4.) Aus den Ausführungen des TO's geht hervor, dass alles billiger
sein sollte als ein günstiger MC
Und jetzt macht einmal bitte Vorschläge für eine RC-Kombinationen,
die genau diese Anforderungen erfüllt: 2,5% - out of the Box
und über einen Temperaturbereich von 105 Grad Celsius und vermutlich
billiger als 1$.
Ich bin sehr gespannt ...
Viele Grüße
Igel1
Andreas S. schrieb:> Und jetzt macht einmal bitte Vorschläge für eine RC-Kombinationen,> die genau diese Anforderungen erfüllt: 2,5% - out of the Box> und über einen Temperaturbereich von 105 Grad Celsius und vermutlich> billiger als 1$.
Na ja, so unrealistisch ist das nicht, ein SE555 bietet
Drift with Temperature 90ppm/K über 105 GradC also 0.9%
Timing error 1.5% leider nur typisch. Mit Bauteilwerten
von 1% wäre man gerade bei 3% Gesamtfehler.
Also nicht weit weg. Das Problem beim NE555 sind auch
vor allem die grossen Toleranzen bei den 3 Widerständen
des internen Teilers, alle anderen Fehlerquellen sind
statisch, d.h. lassen sich abhängig von Freqeunz und
Strömen als weitgehend konstant wegdesignen. Also mit
Kalibrierung sind 2.5% gar kein Problem für den NE555,
leider möchte er keine Kalibrierung, und 0.5%
Kondensatoren werden ihm auch zu teuer sein.
Der Threadstarter macht das für dieses Forum typisch und genau richtig:
Er nennt nicht einmal die Betriebsspannung, den geforderten
Toleranzbereich derselben, keinerlei Preisrahmen der Gesamtschaltung.
Schon bilden sich Lager, Predigten werden gehalten, fertige Lösungen
angeboten, incl. Programmcode.
Nääh, willichnich, näähh...
Also kommen reine Hardwarelösungen. Der Glaubenskrieg ist eröffnet, wie
billig, doch unter einem Dollar, nur 3 Pins, Rhabarber, Rhabarber.
Spät kommt der sachliche Beitrag über das vorher stets ignorierte
Tastverhältnis von....1 zu 201 (uhhh...ohhh...doch...nein...Louis de
Funes)
Und wie immer: DDR-Bauteile, die Raubkopie des 555 der längst
untergegangenen Halbleiter-Kombinate... im 21. Jahrhundert!!
Sie durfte einfach nicht fehlen, die Ostalgie.
-kopfschüttel-
Nichtverzweifelter schrieb:> Der Threadstarter macht das für dieses Forum typisch und genau richtig...
Aber Du nicht. Du hältst nicht einfach nur die Fresse und klickst den
Beitrag weg, der pure Zeitverschwendung ist.
Nichtverzweifelter schrieb:> Und wie immer: DDR-Bauteile, die Raubkopie des 555
<ähem>
Wie belieben? Falls du auf den genannten E355 ansprichst: das ist
keine Kopie des 555, sondern eine sehr deutliche Weiterentwicklung.
Tatsächlich gibt es im NSW keinen vergleichbaren Typen. Der CD4541
bietet einen Bruchteil der Funktionalität, hat aber nicht den stabilen
Relaxationsoszillator vom 555 Typ wie der E355.
> -kopfschüttel-
Dito
Nichtverzweifelter schrieb:> Nääh, willichnich, näähh...> Also kommen reine Hardwarelösungen. Der Glaubenskrieg ist eröffnet, wie> billig, doch unter einem Dollar, nur 3 Pins, Rhabarber, Rhabarber.> Spät kommt der sachliche Beitrag über das vorher stets ignorierte> Tastverhältnis von....1 zu 201 (uhhh...ohhh...doch...nein...Louis de> Funes)
@Nichtverweifelter: hach, wirklich köstlich geschrieben - ich liebe so
etwas. Trifft den Ablauf hier voll auf den Nagel - oder so ähnlich.
Möchte der TO sich vielleicht auch noch einmal melden? Wenn auch nur
dafür, um noch etwas mehr Nebel in die Kulisse zu pusten? Oder ist er
nach Diktat verreist?
Viele Grüße
Igel1
@Axel S.
Wie "sinnvoll" ist es denn generell, "abgekündigte" Bauteile nicht mehr
existenter "Volkseigener Betriebe" im 21. Jahrhundert für eine
Neuentwicklung anzupreisen, so 30 Jahre nach dem Untergang der DDR?
Nichtverzweifelter schrieb:> Wie "sinnvoll" ist es denn generell, "abgekündigte" Bauteile nicht> mehr existenter "Volkseigener Betriebe" im 21. Jahrhundert für eine> Neuentwicklung anzupreisen
Das ist natürlich wenig bis gar nicht sinnvoll. Andererseits habe ich
auch keine Anpreisung gesehen. Gerade mal eine Erwähnung.
Aber ist schon klar, daß du deinen Standpunkt jetzt mit Klauen und
Zähnen verteidigen mußt. Denn sonst ist dein "Ostalgie" Post nicht mehr
"witzig", sondern nur noch albern.
Andreas S. schrieb:> Möchte der TO sich vielleicht auch noch einmal melden? Wenn auch nur> dafür, um noch etwas mehr Nebel in die Kulisse zu pusten?
Wozu? Die Anforderungen stehen doch fest. Ob die Schaltung nun mit 3,3,
5 oder 12 V arbeiten soll ist doch egal. 230 VAC werden es sicher nicht
sein.
Um die eingangs gestellte Frage nach einem einzelnen IC mit Ja zu
beantworten, was weder analog arbeitet oder ein µC ist, wäre ein PLD.
Die Designvorgabe wäre dann voll erfüllt ;-)
von m.n. schrieb:
Frank M. schrieb:
>> Eine while-Schleife wäre hier hilfreich ;-)>>Das ist veraltet. Heute heißt das loop() ;-)
JA ja, man erfindet für ein und dieselbe Sache immer
wieder neue Wörter, ist so Mode.
Früher hieß ein Programm für einen Computer, "Computerprogramm"
dann "Software", auf einmal heißen Computerprogramme Apps,
und die neuste Mode beim Arduino heißen die Programme
auf einmal "Sketch".
Mani W. schrieb:> Nichtverzweifelter schrieb:>> die Ostalgie.>> Das heißt "Nostalgie"...
Dann solltest Du Dich mal mit dem aktuellen Stand der deutschen Sprache
beschäftigen. "Ostalgie" ist der völlig korrekte Begriff für den
dargestellten Sachverhalt und keineswegs mehr als reines Wortspiel
anzusehen, siehe auch:
https://www.duden.de/rechtschreibung/Ostalgiehttps://de.wikipedia.org/wiki/Ostalgie
Wie im Wikipedia-Artikel dargestellt, gibt es offenbar unterschiedliche
Auffassungen, ob die Begriffe "Ostalgie" und "DDR-Nostalgie" synonym
sind oder deutlich unterschiedliche Dinge beschreiben.
Michael B. schrieb:> Axel S. schrieb:>> Falls du auf den genannten E355 ansprichst: das ist>> keine Kopie des 555, sondern eine sehr deutliche Weiterentwicklung.>> Tatsächlich gibt es im NSW keinen vergleichbaren Typen.>> Nein, I2L war im Westen nicht besonders populär.
Obwohl es von zwei (west)deutschen Ingenieuren entwickelt wurde.
Und im NSW durchaus auch Verwendung fand:
https://en.wikipedia.org/wiki/Integrated_injection_logic#Usage
Es wurde halt von CMOS abgelöst. In der DDR übrigens auch.
> Aber stabile Oszillatoren mit Teiler gab es natürlich, i.A. in CMOS:>> XR2240.pdf> 74HC5555.pdf
...
Die sind genauso wie der von mit genannte 4541 von der Funktion her
deutlich eingeschränkter (im wesentlichen nur als Monoflop verwendbar).
Und zumindest die CMOS-Typen haben nicht den stabilen Oszillator mit
Umschaltpunkten bei 1/3 und 2/3 Vcc. Der XR2240 sieht interessant aus.
Der ist aber auch kein CMOS.
Aber wir müssen uns darüber nicht streiten. Mein Kritikpunkt war, den
E355 als "Raubkopie des 555" dargestellt zu sehen.
Christian S. schrieb:> Ohne Mikrocontroller und ohne abgleichen zu müssen, wie es bei> präzisions Monoflops nötig wäre geht es nur noch mit Quarzgenerator,> Zählern und entsprechenden Gattern, aber das ist wieder viel zu> kompliziert.
"Einfach" war keine Vorgabe.
Andreas S. schrieb:> Dann solltest Du Dich mal mit dem aktuellen Stand der deutschen Sprache> beschäftigen. "Ostalgie" ist der völlig korrekte Begriff für den> dargestellten Sachverhalt und keineswegs mehr als reines Wortspiel> anzusehen, siehe auch:
Tja, was man nicht alles nicht weiß...
Taktgenerator schrieb:> Möglichst ohne Mikrocontroller auszukommen ist eine Designvorgabe.
Klar geht das ohne MCU.
Aber mit ganz schön viel aufwand, wenn das ohne Abgleich und in einem
weiten temperaturbereich funktionieren soll.
Dafür verwende ich dann die Microchip im sot23-6 gehäuse, die ich mir
für ein paar Cent gleich bei MC programmiert im Tape auf Rolle liefern
lasse.
Das bekommt dann eine schicke Partnummer und wird als Timer IC in der
BOM vermerkt.
Ist ja nur eine Bestellnummer bei MC ;-)
Es hieß ja nur 'möglichst'...
Andreas S. schrieb:> Dann solltest Du Dich mal mit dem aktuellen Stand der deutschen Sprache> beschäftigen.
Du erst recht.
> "Ostalgie" ist der völlig korrekte Begriff für den> dargestellten Sachverhalt
Nein, es handelt sich um die Bezeichnung eines Begriffes:
https://de.wikipedia.org/wiki/Begriff
Bitte die Erbsen vor dem Zählen nach Größe sortieren.
;-)
Sebastian R. schrieb:> Mich würde jetzt aber mal interessieren, wie der TO seine> Hausaufgabe für die Schule jetzt gelöst hat.
Gibt es in der Trollschule Hausaufgaben?
Vom Prinzip her wird ja ein Taktgeber mit der gewünschten Toleranz
benötigt.
Das lässt sich mit allem möglichen aufbauen, ggf. auch mit Röhren einer
motorgetriebenen Kontaktscheibe oder einem Metronom mit Lichtschranken.
Sinnvoll ist nichts davon, es sei denn man macht ein Retro-Design.
Das Teil auszuschließen das dafür gemacht wurde solche Probleme zu
lösen, das noch mit einer unklaren Begründung, geht schon in Richtung
Troll.