Hallo Cats,
für eine kleine Steuerung suche ich ein einzelnes TTL IC welches
folgender Logiktabelle folgt:
I1 I2 I3 O1 O2 O3
0 0 0 0 0 1
0 0 1 0 1 0
0 1 0 1 1 0
1 0 0 1 1 1
1 0 1 1 1 0
1 1 0 1 1 0
x 1 1 x x x
Wenn I2 und I3 gesetzt sind (letzte Zeile) sind die Ausgangszustände
beliebig. I2 und I3 könnten ohne schaltungstechnischen Mehrwaufwand
jeweils vorher invertiert werden (das sind 2 Schließer die jeweils gegen
GND oder Vcc schalten können). Hat jemand eine Idee ob/wie man das mit
einem einzelnen IC hinkriegt?
Werner
Früher hatte ich sowas noch im Kopf, heute müsste ich in den
Datenblätter suchen....
Doch heute würde ich einen kleinen uC programmieren (lassen). Ein alter
Eprom, passend programmiert könnte auch gehen.
Old-Papa
Ja, das ginge wohl, ich scheue aber den Aufwand dafür, sollte es schon
ein handelsübliches IC fertig geben.
Ich habe mal ein paar Gleichungen aufgestellt:
O1 = I1 || I2
O2 = I1 || I2 || I3
O3 = !(I2 || I3)
Das wären 4 Odergatter aber leider noch ein Inverter. Und NOR Gatter
hätte nicht genug in einem IC.
Andere Ideen?
Werner
Werner schrieb:> Andere Ideen?
uC, wenn auch komplett übertrieben.
Werner schrieb:> Ja, das ginge wohl, ich scheue aber den Aufwand dafür,
Der Aufwand hält sich doch in Grenzen.
Weshalb muss es denn eine 1-Chip-Lösung sein?
Werner schrieb:>>Weshalb muss es denn eine 1-Chip-Lösung sein?>> Damit ich nur ein IC kaufen und auflöten muss...
Das ist nicht Dein Ernst?!
Du hast eine Projektidee sowie eine Lösung, die mit
ZWEI ICs 74HC02 umsetzbar ist. Du lässt das Projekt
daran scheitern, dass Dir keine Lösung einfällt,
die mit NUR EINEM IC auskommt? Ernsthaft?
>Du lässt das Projekt daran scheitern,
Hat niemand gesagt. Wenn ich durch Nachdenken ein IC einsparen kann,
wieso diesen kleinen kostenfreien Vorteil nicht nutzen...
Werner
Geht, mit einem Hex 2-Input NOR Gate wie z.B. dem SN54AS805B.
Als Pseudo-Code:
O1 = inv (nor (I1, I2));
O2 = inv (nor (O1, I3));
O3 = nor (I2, I3);
Die beiden benötigten Inverter bekommst Du aus den NOR-Gates mit
parallel geschalteten Eingängen.
Bausteine der Serie 74HC, EPROMs und Microcontroller sind aber keine
TTL-Bausteine, so wie vom TE gefordert. Warum es diese ziemlich
unsinnige Forderung gibt, werden wir vermutlich erst bei der 23. Scheibe
Salami erfahren. Und dann stellen wir auch fest, dass es sich eigentlich
gar nicht um einen TTL-Baustein handeln muss, sondern es völlig
ausreichen würde, wenn er zu TTL-Logikpegeln kompatible Ein- und/oder
Ausgänge hätte. Oder das ganze soll doch mit 3,3 V oder 12 V laufen,
oder, oder, oder...
Wenn es unbedingt TTL sein muss, kämen auch PROMs wie z.B. 82S23,
74S28x, 74S571/2/3 in Frage.
Ja, mit dem Einwand, das es kein TTL ist rechne ich auch. Und probiere
mal so ein Hex NOR Gate zu kaufen. Das wird ein Spaß :-)
Mir ging es mit der Antwort auch eher um den Denksport Aspekt und
weniger um eine realistische Umsetzung.
Vielleicht hat der TE Glück und man bekommt seine Tabelle mit kreativer
Nutzung von Chips wie BCD zu 7-Segment Decodern und Rückkopplung hin.
In der Praxis würde ich einfach ein Quad OR-Gate nehmen und den
fehlenden Inverter über ein Digitaltransistor lösen.
Nix was ein BCD-zu-Dezimal-Dekoder und ein paar Dioden nicht hinbekommen
würden.
Oder ein Inverter (mit einem Transistor) und ein paar Dioden, wenn ich
recht überlege:
O1 = I1|I2 (2 Dioden auf den Ausgang)
O2 = O1|I3 (2 bzw. 3 Dioden auf den Ausgang)
O3 = not I2&I3 (2 Dioden auf die Basis, Standard-Emitterschaltung mit
Basis- und Kollektorpullup)
Evtl. brauchts halt noch Pulldowns an O1 und O2.
Wenn im OP "2 Schließer" steht, geht vielleicht sogar was mit ein paar
Relais, evtl. reichen 3 Stück mit 2 Wechslern.
Werner schrieb:> Andere Ideen?
Meine Kollegen würde das mit einem Kintex lösen und sich die Lösung von
MATLAB erzeugen lassen.
Ich plädiere für etwas kleines dazwischen: Ein GAL / PAL. Brauchst halt
noch nen Brenner.
Weltbester FPGA-Pongo schrieb im Beitrag #6431294:
> Meine Kollegen würde das mit einem Kintex lösen und sich die Lösung von> MATLAB erzeugen lassen.
Wie soll das bitte gehen ohne Simulink?
SCNR,
WK
Dergute W. schrieb:> Wie soll das bitte gehen ohne Simulink?
Ja, das hatte ich nun dem MATLAB zugeschrieben. Aber im Ernst, solche
Sachen kriegen die nicht mehr hin. Ich glaube, die machen so etwas an
den Hochschulen gar nicht mehr, Schaltungen per Hand zu optimieren oder
gar zu bauen.
Werner schrieb:>>Weshalb muss es denn eine 1-Chip-Lösung sein?> Damit ich nur ein IC kaufen und auflöten muss...
Ingenieuren ist schon vor sehr langer Zeit aufgefallen, daß es mehr
Logikfunktionen gibt, als man in Form spezialisierter IC bauen kann
und/oder will. Und daß man andererseits bei der Verwendung von
Standard-Logik wie NAND und NOR dann entsprechend viel Aufwand treiben
muß.
Die Lösung waren programmierbare Logibausteine. Erst PAL, dann GAL.
Schließlich (F)PGA. Und als Nebenlinie µP und µC.
Such dir aus, was dir gefällt. Angesichts deiner gerade mal 3 Eingangs-
und 3 Ausgangssignale ist die Lösung mit Standard-Gattern vermutlich am
sinnvollsten. Eine Lösung mit 6 NOR wurde ja schon gegeben. Ein paar
7402 in Standard-TTL finden sich bestimmt.
Auch ein ganz kleines 16x8 PAL oder GAL wäre geeignet, muß aber
natürlich programmiert werden. Dito ein EPROM als Lookup-Tabelle oder
ein µC.
Old P. schrieb:> Früher hatte ich sowas noch im Kopf, heute müsste ich in den> Datenblätter suchen....
Hi,
kein Code im Bild passt.
TTL IC für Graycode gibt's.NTE7444
(Für Waagen beliebt, bei denen sich pro Step nur ein Wert ändern darf -
auch bei Übertrag.)
ciao
gustav
Ich nehme für Logik gerne MCs, z.B. ATtiny24, Atmega48. Oftmals wissen
die Auftraggeber ja selbst nicht so recht, welche Logik am Ende
rauskommen soll. Umprogrammieren ist also mehrmals nötig.
Man kann auch leicht eine Entprellung mit einbauen. Ist eigentlich immer
nützlich gegen Störimpulse (Relais flattern). Und auch Totzeiten, wenn
zwischen mehreren Ausgängen umgeschaltet werden muß. Ein definiertes
Power-On Reset ist auch garantiert. Man kann sich auch den Zustand vor
dem Ausschalten im EEPROM merken und wiederherstellen.
Axel S. schrieb:> Die Lösung waren programmierbare Logibausteine.
Hi,
habe früher mal mit Diodenmatrix gearbeitet. Wird aber schnell
unübersichtlich. Ein PC-Keybord mit Dioden.
Das funktionierte sogar.
ciao
gustav
Andreas S. schrieb:> Bausteine der Serie 74HC, EPROMs und Microcontroller sind aber keine> TTL-Bausteine, so wie vom TE gefordert.
HC/HCT-TTL ist zwar strenggenommen kein TTL, weil die Bausteine auf
CMOS-Technologie basieren. Aber TTL wird aber gerne als Oberbegriff für
die komplette 74er Serie genommen, von 74L/-/H über 74S/LS/ALS, 74HC/HCT
bis hin zu den aktuellen AVC, AHC, LVC. So weiss dann doch jeder was
gemeint ist.
Ganz strenggenommen ist auch 74LS kein TTL, sondern S-TTL. "Echte" TTL
sind nur die Serien 74xx, 74Lxx und 74Hxx. Standard, L und H
unterscheiden sich durch den Bias-Strom, damit tauscht man
Geschwindigkeit gegen Stromaufnahme.
Das S brachte dann die Schottky-Diode und damit noch mehr
Geschwindigkeit. Auch hier unterscheiden sich S, LS und HS durch den
Bias-Strom. HS hat es auf dem Markt m.W. aber nie gegeben.
Werner schrieb:> Damit ich nur ein IC kaufen und auflöten muss...
Hm komisch der uC ist doch nur ein Chip....
Weltbester FPGA-Pongo schrieb im Beitrag #6431332:
> Ich glaube, die machen so etwas an> den Hochschulen gar nicht mehr, Schaltungen per Hand zu optimieren oder> gar zu bauen.
Das mag für einen Teil zwar stimmen, aber nicht alle über einen Kamm
scheren.
> Die Lösung waren programmierbare Logibausteine.
Ja. Man braucht aber extra ein Programmiergerät dazu. Lohnt sich für ein
einmaliges Projekt nicht oder wenn man das Gerät nur alle 20 Jahre mal
bräuchte.
Wenn du Logikgatter willst, dann geht es wohl nicht unter zwei Chips
(z.B. SN74LVC2G32 + SN74LVC1G02).
So etwas ist eigentlich ein Anwendungsfall für universelle Gates (z.B.
SN74LVC1G97), aber die gibt es nur mit einem pro Chip.
Man könnte jetzt ein Platinchen in DIL-14 Größe machen und da mehrere
von diesen SOT-23-Käfern draufsetzen. Wer die ganze echte Haptik braucht
macht halt noch schwarzen Epoxy-Verguss drüber :-)
Peter D. schrieb:> Ich nehme für Logik gerne MCs, z.B. ATtiny24, Atmega48. Oftmals wissen> die Auftraggeber ja selbst nicht so recht, welche Logik am Ende> rauskommen soll. Umprogrammieren ist also mehrmals nötig.
Hi,
wenn es "nur" um logische Zustände geht... aber sollte man nicht auch
mit in die Kalkulation einbeziehen, was als "don't care" angesehen
werden soll, was bei Mehrfachbetätigung von Tasten passieren soll,
welcher Errorcode wann ausgegeben wird. Das alles und viel mehr kann man
mit µCs und passender Software ganz elegant lösen.
Übrigens: Man hat sich schon vor etlichen Jahren von "statischer" Logik
etc., aufgebaut mit TTL-Logik, zugunsten der µC-Lösungen verabschiedet,
als man feststellte, dass µCs im Vergleich unterm Strich trotz eigener
"Macken" prozentual weniger störanfällig waren als die "TTL"-Technik und
man mehr und mehr dazu überging, "getaktete" Systeme zu verwenden.
Fazit: -> µC und Software angeraten.
ciao
gustav
nach dem Ausfall meines EEPROMs im PC1500 nach 15 Jahren würde ich nicht
mehr auf löschbare Speicher AVR GAL, EEPROM setzen sondern die Logik in
(SMD) HC/HCT/LS/TTL auf einen DIL Adapter bauen
was weiß denn ich? schrieb:>> Die Lösung waren programmierbare Logibausteine.>> Ja. Man braucht aber extra ein Programmiergerät dazu. Lohnt sich für ein> einmaliges Projekt nicht oder wenn man das Gerät nur alle 20 Jahre mal> bräuchte.
Nö, man braucht heutzutage kein "Programmiergerät" dafür, jedenfalls
dann nicht, wenn man auch µC unter "programierbare Logikbausteine"
einsortiert.
Da wäre z.B. der AVR128DA28. Dafür braucht man als "Programmiergerät"
nur eine serielle Schnittstelle, praktischerweise irgendeinen der
spottbilligen USB-Seriell-auf-"TTL"-Wandler, die du im Zehnerpack für
drei Euro beim Chinesen kaufen kannst.
Und programmieren muss man auch nicht besonders gut können, denn die
Programmierung würde sich im konkreten Fall darauf beschränken, einmalig
die in diesem Chip verfügbare CCL-Einheit zu konfigurieren und dann
schlafen zu gehen, weil es für das Programm nix mehr weiter zu tun gibt.
Den Rest macht dann diese CCL-Einheit, denn genau das kann sie im
Minimum: ein Bit Ausgangwert via Lookup-Table aus drei Bit
Eingangswerten machen. Sie kann das aber mehrfach machen, denn bei dem
genannten gibt es schon vier LUTs, sie kann das also für bis zu vier
Ausgangsbits leisten. Sprich: mehr als ausreichend für z.B. das Problem
des TO...