Volatile Variablen und Optimierung

Gast #181282
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Hallo,

ich habe da ein Problem mit dem GCC Compiler im Zusammenhang
mit Volatile-deklarierten Variablen und Code-Optimierung.

Interesant ist die Zeile: 'while(cinw_ptr == cinr_ptr);' in der
Funktion 'ReadComDaten'. Während dieser While-Schleife wird auf
das Eintreffen eines neuen Bytes vom COM-Port gewartet. Dieses
wird per Interruptroutine empfangen und in einen Empfangspuffer
eingetragen. Dabei wird der Zeiger 'cinr_ptr' um 1 erhöht, woran
man dann erkennen kann das ein neues Byte angekommen ist.

Das Problem ist, das die Variablen 'cinw_ptr' und 'cinr_ptr'
zwar global als Volatile deklariert sind, der Compiler es aber so
übersetzt
das die Variablen in Register geladen werden und dann nur noch mit
diesen
gearbeitet wird und nicht mehr mit den eigentlichen Variablen. (siehe
unten)
Ich dachte eigentlich das mit 'Volatile'-Variablen genau das
verhindert werden
soll.

Vielleicht hat jemand eine Idee, was da schief läuft.

MfG
Bernd

C-Code:

volatile uchar *cinw_ptr, *cinr_ptr, *coutw_ptr, *coutr_ptr;

uchar ReadComData(void)
  {
  uchar data;

  while(cinw_ptr == cinr_ptr);  // warten auf ein neues Byte ...

  data = *cinr_ptr;
  cinr_ptr++;

  .... weiterer Code .....
  }


Daraus macht der Compiler, mit Optimierung -Os:

uchar ReadComData(void)                            // (warte und) lese
Zeichen vom Com-Port
  {
     2ba:  80 91 62 00   lds  r24, 0x0062
     2be:  90 91 63 00   lds  r25, 0x0063
     2c2:  e0 91 60 00   lds  r30, 0x0060
     2c6:  f0 91 61 00   lds  r31, 0x0061
  uchar data;

  while(cinw_ptr == cinr_ptr);
// warte auf Zeichen
     2ca:  8e 17         cp  r24, r30
     2cc:  9f 07         cpc  r25, r31
     2ce:  e9 f3         breq  .-6        ; 0x2ca
  weiterer Code ....
Gast #181284
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> while(cinw_ptr == cinr_ptr);

Warum denkst Du sollte sich der Wert des Pointers ändern, bloss weil
das Byte auf das er zeigt sich ändert?

Wie das heutige c't ja schon sagt, wir leben in der Sternchen-Ära,
also bitte ein paar hübsche Sternchen in dieses Statement einstreuen.
Gast #181286
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Matthias hat recht. Korrekt:

char *volatile cinw_ptr,
     *volatile cinr_ptr,
     *volatile coutw_ptr,
     *volatile coutr_ptr

oder besser, weil lesbarer:

typedef char *char_ptr;
volatile char_ptr cinw_ptr, cinr_ptr, coutw_ptr, coutr_ptr;
Gast #181287
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Ja, das ist wie bei const.

"const int * p" deklariert einen Zeiger, der auf einen konstanten
Wert zeigt. Der Zeiger selbst darf verändert werden, aber nicht der
Wert auf den er zeigt.
"int * const p" dagegen deklariert einen konstanten Zeiger, der auf
einen nicht-konstanten Wert zeigt.

volatile verhält sich syntaktisch in den meisten Fällen wie const (ist
beides ein "modifier"), daher brauchst du wohl sowas:
typedef uchar * volatile v_ptr;
v_ptr cinw_ptr, cinr_ptr, coutw_ptr, coutr_ptr;


Sollte ich mich irren, bitte ich um Korrektur. :-)
Gast #181289
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> volatile verhält sich syntaktisch in den meisten Fällen wie const
> (ist beides ein "modifier"), ...

Sachlich richtig (und das Ergebnis zeigt es ja auch), kleine formale
Korrektur: beides sind type *qualifier*s.  (ISO C99 kennt noch einen
dritten, der nur in Funktionsdeklarationen und nur für Zeiger
auftauchen kann, "restricted".)

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