Christoph db1uq K. schrieb:
Dazu müsste ich ja Win10 booten statt meinem gewohnten Ubuntu, gestern
erst auf "Minotaurus" 23.10 upgedatet. Also sprich, vielleicht braucht
es jemand anderes.
Das ist natürlich ein Argument.
Ich kann mich erinnern, dass AVR-Studio 4 gut mit Wine lief, falls das noch ein Tip wäre...ich glaube sogar, dass es keine Fehler brachte (ist schon ein bisschen her).
Hier der Eintrag in der Wine-Datenbank:
https://appdb.winehq.org/objectManager.php?sClass=application&iId=402
Björn W. schrieb:
Der wäre?
Bei mir war der Hauptgrund immer die C-Toolchain. AVR-Studio stürzte irgendwann ja immer sehr häufig ab. Bis v4.18 war es mit WinAVR meiner Erinnerung nach einwandfrei...ab 4.19 bzw. ab Toolchain-Nachfolger von WinAVR gingen die ganzen Abstürze der Anwendung los, wenn die Toolchain nicht richtig zum AVR-Studio passte.
Im Anhang eine Auflistung verschiedener AVR-Toolchains, die Atmel damals als Standalone-Installer angeboten hatte.
AVR-Studio 4.19 (also die letzte Version) war auf diese "neuen" AVR-Toolchains abgestimmt. Das ganze funktionierte jedoch nur bis Toolchain-Version 3.3.1-1020. Danach hatte Atmel das Make-Programm herausgenommen...so gingen die Probleme los. Immerhin war AVR-Studio geschichte und Atmel-Studio war aktuell.
Also halten wir kurz fest:
WinAVR + AVS-Studio 4.18 funktionieren Out-of-the-Box miteinander...ohne, dass man die Toolchain irgendwie in AVR-Studio konfigurieren muss.
Ebenso funktioniert die Atmel AVR-Toolchain Out-of-the-Box mit AVR-Studio 4.19 out of the box, ohne separate Konfiguration. Leider ist ab (nach) AVR-Toolchain 3.3.1-1020 Schluss mit "out of the box" :)
Es musste also ein separates Make her. Ich stecke jetzt nicht so tief drin, aber das Make-Programm gibt es in unterschiedlichen Versionen und kann unterschiedlich kompiliert werden. Die make.exe der Toolchains vor (einschließlich) 3.3.1-1020 sind nicht kompatibel mit den Toolchains danach. Ebenso kann man das make.exe von WinAVR nicht verwenden. Diese Mischungen führen immer zu den bekannten Anwendungscrashs, wenn man kompilieren möchte. Ebenso gibt es in manchen Konstellationen Crashs beim Simulieren/Debuggen, da die Debug-Info in der falschen Version (v4) generiert wurde, anstatt in Version 2, wie es das AVR-Studio 4 dringend verlangt.
Dies konnte man umgehen, indem man bei den Compiler-Optionen im AVR-Studio ein -gstrict-dwarf hinzufügte. Die Option -gdwarf-2 alleine reichte nicht aus und wurde ignoriert!
Die Lösung:
Man nehme die make.exe aus dem Sysprogs-Paket und hebt sie gut auf :)
Hier der Link: https://gnutoolchains.com/avr/
Nun kann man sich die beliebige aktuelle Toolchain direkt von Microchip herunterladen:
https://www.microchip.com/en-us/tools-resources/develop/microchip-studio/gcc-compilers
Die Toolchain entpackt man einfach in ein Wunschverzeichnis und in den dortigen bin-Ordner schmeißt man die make.exe von Sysprogs mit rein.
Im AVR-Studio gibt man die Toolchain manuell an (wie im Screenshot/Anhang) und fertig.
Das funktioniert bei mir seit Jahren mit jeder neueren AVR-Toolchain, keine Abstürze mehr. Man ist also technisch Up-to-Date, trotz alter IDE.
Vielleicht gibt es auch andere Wege, aber so ist meine Lösung.
Ich finde den Simulator im alten AVR-Studio bei weitem besser in Bedienung und Funktionstreue...das ist der Hauptgrund (neben der schnellen Anwendungsoberfläche), warum ich nicht mit dem neueren Atmel-Studio und Microchip-Studio warm werde. Ich betreibe kein Hardware-Debugging und der Simulator im neuen Microchip-Studio war mir zu unzuverlässig und zeigt in vielen Fällen falsche Zeiten/Zustände an, weil er diverse Controller-Funktionen nicht unterstützt (z.B. Timer-Interrupts bei manchen MCU's). Das fällt je nach MCU unterschiedlich aus und auch der Simulator in 4.19 hat vielleicht die ein oder anderen Fehler...die MCU hat jedoch immer exakt das gemacht, wie der Simulator in 4.19 gezeigt hat. Im Microchip-Studio verzweifelte ich während der Entwicklung oft, warum etwas bei der Simulation nicht funktioniert...obwohl es dann auf der hardware letztendlich doch läuft.
PS: Wenn ich vom Simulator in AVR-Studio 4 rede, dann meine ich den Simulator v1, nicht v2.
Ich hoffe, ich konnte damit weiterhelfen. Ich bin kein Freak auf dem Gebiet, so möge man mir gewisse Ausführungsfehler verzeihen...die Lösung oben funzt jedoch ;)
AVR Studio 4 läuft auf Windows 10/11 absolut stabil...lediglich der Treiber für den beliebten AVRISP mkII läuft nicht mehr, sodass auf AVRDUDE ausgewichen werden muss. Hier empfehle ich AVRDUDESS für ein ähnlich einfaches Erlebnis wie aus dem Studio ;)