Drehzahlfestigkeit Drehstrommotoren

Gast #1102635
Hat jemand Erfahrungen ab welcher Drehzahl  es einen Drehstrommotor 
auseinander reißt? Es gibt ja nun Frequenzwandler für Drehstrommotore
die bis 500 Hz (also 30000 Um/min). Das ist dann sicher schon nicht
mehr wegen den Wirbelstromverluste im einem normalen 50Hz Drehstrommotor
zu machen. Ich hatte gestern mal genau so einen Motor auf ca. 5000
um/min (Strom blieb normal) und  das war schon  Furchteinflösend.
Gast
Klar, hängt wesentlich von der Baugröße der Maschine ab.

Eine "normale" Drehstromasynchronmaschine kann man i.d.R. bei gleicher 
Spannung auch am 60-Hz-Netz betreiben; ergibt entsprechend geringeres 
Nennmoment.

5000/min statt 3000/min ist schon ganz nett.
Die in etwa gleich bleibende Stromaufnahme ( bei höherer Frequenz und 
gleicher Spannung ) erklärt sich wohl durch die größeren 
Leerlaufverluste.

Will man deutlich höhere Drehzahlen, sollte der Motor dafür auch 
spezifiziert sein.

Es gibt viele Spezial-Motoren, die für solch hohe Drehzahlen gedacht 
sind, z.B. Motörchen für mechanische Kreisel ( für Lagestabilisierung 
u.a. in Flugzeugen, das sind 2-Phasen-Synchronmotoren, die mit 400 Hz 
laufen ).
Gast
Motörchen ;-) jaja mit 1.5KW
Ich hatte vor das Teil an die Kreissäge zu schrauben und mit 6000 um/min
zu betreiben da ich feine Schnitte machen möchte. Aber wie gesagt. habe 
ich ab 5000/min Fracksausen bekommen.
Hallo,
wir betreiben den Läufer eines Standard 5 kW Drehstrommotores mit 350 Hz 
= 21000 1/min, wobei der Ständer eine Eigenentwicklung ist. Das heißt, 
bezüglich des Läufers gibt es keine Bedenken!

> Ich hatte gestern mal genau so einen Motor auf ca. 5000
> um/min (Strom blieb normal) und das war schon furchteinflößend.

Wenn Du einen Normmotor "aus dem Baumarkt" holst, dann macht das 
Lüfterrad Schwierigkeiten. Diese werden bei den genannten 5000 1/min 
dermaßen laut, daß man ausreißen möchte! Bei noch höheren Drehzahlen 
dürfte die Leistung, die der Lüfter braucht, soweit ansteigen, daß an 
der Welle nichts mehr abzunehmen ist.
Wenn Du das Lüfterrad abmontierst und den Motor fremdkühlst, sollte auch 
deine Kreissäge mit 6000 1/min laufen.
Daß auf ausreichende Lagerqualität (Schmierung, Wärmeabfuhr), 
Auswuchtgüte (Welle, Sägeblatt), ev. vorhandene Bremseinheit (doppelte 
Drehzahl -> 4-fache Energie!), ... geachtet werden muß, dürfte 
selbstverständlich sein.

Jürgen
Gast
"Wenn Du einen Normmotor 'aus dem Baumarkt' holst, dann macht das
Lüfterrad Schwierigkeiten."

Lt. ( früherer ? ) Norm gibt es auch Motoren OHNE Lüfter, auch die 
können bei höherer Drehzahl kreischen ...
Gast
Bei uns wird ein 750Watt Motor mit etwas über 170Hz betrieben.
(treibt eine Waschmaschinentrommel)
Auch da geht man schon einen Schritt zurück.
Dass es deinen Motor zerlegt, glaube ich nicht, Kreissägenmotore sind ja 
sowiso einen geringeren Durchmesser als Standardmotore.
Ist das Kreissägeblatt für diese Umfanggeschwindigkeit zugelassen ?
Gast
> Ich hatte vor das Teil an die Kreissäge zu schrauben und mit
> 6000 um/min zu betreiben

Da würde ich mir mehr sorgen um das Blatt machen, anstatt den Motor. 
Denn wenn das Blatt bei der Drehzahl die Krätsche macht, oh je...

Kannst Dir ja mal die Umfangsgeschwindigkeit des Blattes bei 6000 1/min 
ausrechnene:

  Durchmesser 0,3m  PI  6000 1/min * 60 min/std / 1000 m/km =

     knapp  340 km/h
           ==========
für feine schnitte mit der kreissäge (ich vermute mal eine 
tischkreissäge) würde ich zuerst empfehlen das sägeblatt zu tauschen - 
möglichst fein gezahnt.

wenn das auch noch nicht fein genug ist auch eine bessere kreissäge 
(tischlerbedarf) umsteigen oder auf ein komplett anderes system 
umsteigen (z.b. bandsäge o.ä.)

außerdem die schnittrichtung und schnittiefe beachten, sonst wirds 
nichts mit feinen schnitten...
Gast
Bei 6000 Touren, was für 'ne Wonne,
wird die Rotor-Form zur Tonne,
die sich langsam an den Stator schmiegt,
bis die Welle draußen liegt!

;-)
MfG Paul
Gast
6000 U/min mit >=300mm Saegeblaettern sind fuer richtige Kreissaegen 
(die allerdings das einzeln gelagerte Saegeblatt ueber Riemen antreiben 
und mechanisch dafuer ausgelegt sind) voellig normal.
Gast
Es ist kein Baumarktmotor, sondern ein guter alter sehr gut
ausgewuchteter Siemensmotor.
Das Sägeblatt hält die Drehzahl aus. Ich war mir nur bei dem
Läufer etwas unsicher. Der Lüfter macht sicher ziemlich Lärm
was die Sache einen schon etwas mehr nachdenklich macht :-)
Beim hochfahren klingt das Teil ob eine Bell gerade ihre Turbine
anmacht... nur das Knack, Knack, Knack, Buuuuuufffff am Anfang fehlt.
@ Jürgen Franz
Wenn es kein Betriebgeheimnis ist:
Was wird den da für ein "Strahl" genommen um
die Bleche für den Stator zu Stanzen?
Normales "50/60Hz" Trafoblech geht ja wohl nicht.
Moderator Persönliche Seite
Ich habe für meine manuelle Fräse eine ER25-Spindel mit einem 
zweipoligen 350W-Asynchronmotor gebaut.

Auch mit Lüfterrad dreht der problemlos auf 12000U/min, also etwa 220Hz 
und vor allem hat der da auch noch Leistung. Allerdings ist das auch ein 
Groschopp-Motor - nicht zu vergleichen mit dem China-Schrott.

Als Umrichter fungiert einer der guten alten 8201 (bis 480Hz) von Lenze.

Ich bin damit sehr zufrieden - hätte nicht gedacht, dass man mit 350W 
doch so viel Material wegnehmen kann :-)

Fazit: mit einem GUTEN Motor ist das kein Problem.

Chris
Gast wrote:

> Was wird den da für ein "Stahl" genommen um
> die Bleche für den Stator zu Stanzen?
> Normales "50/60Hz" Trafoblech geht ja wohl nicht.

Doch!
Es ist nicht optimal, aber eine Sonderentwicklung wäre viel viel zu 
teuer. Das dabei entstehende Problem ist die - im Vergleich zu 50Hz 
deutlich gesteigerte - Wärme im Ständer. Um diese besser zu verteilen 
braucht man mehr Eisenvolumen.
Das wurde erreicht indem man den Ständer eines schwächeren aber langsam 
laufenden (8-poligen) Motors, der den gleichen Läuferdurchmesser hat, 
mit einer zweipoligen Wicklung ausstattete. Der Ständer wird 
vakuumvergossen, überdreht und in einen Kühlmantel eingeschrumpft, der 
mit ca. 40 l/min (!) gekühlt wird.

Damit konnten wir mit Standardbauteilen den Antrieb fertigen lassen; der 
Hersteller ist übrigens der gleiche, wie bei deinem Motor.

Jürgen
Gast
@ Jürgen Franz
Ohah.. 40 l/min...Ihr heizt also Elektrisch eure Firma! ;-)

Bin echt erstaunt da ich mal einen 250 VA Trafo  hatte, der mir
bei ca. 80Hz schon angebrannt ist. Spannung stammte aus einem
Notstromgenerator der etwas zu schnell drehte, wobei der
Spannungsregler noch ging.

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