Kondensatormotor verlangsamen

mardulin schrieb:
> muss ich doch die halbe Frequenz anlegen

Radio Eriwan antwortet:

Im Prinzip ja, aber es wird schwierig.
Die Blindwiderstände der Haupt- und Hilfs-
wicklung werden kleiner und darum müsste
man auch die Spannung senken.
Der Blindwiderstand des Kondensators wird
aber größer und daher müsste man die
Spannung eigentlich erhöhen.

Daraus folgt: Frequenzänderungen am Kondensator-
motor sich schlecht.
Versuch mal nur die Spannung zu senken.
(Stelltrafo) Aber leider sinkt dann auch das
Drehmoment.

Die Welt ist halt kompiziert.
Gast
mardulin schrieb:
> Hallo,
> ich verwende einen Rohrmotor 230V~, 50 Hz (einphasiger
> Kondensatormotor), allerdings dreht dieser zu schnell. Um ihn langsamer
> (ca. halbe Drehzahl) drehen zu lassen, muss ich doch die halbe Frequenz
> (25Hz) anglegen. Aber wie?

Bei ebay billig einen FU ersteigern, in der Hoffnung, dass sich die 
Hilfswicklung (zum Kondensator) als vollwertige dritte Phase 
herausstellt...
Gast
@Harald
Hättest du dazu auch eine Typenbezeichnung auf Lager?

Ich habe, als ich selber so ein Teil haben wollte, nach einigen Stunden 
Googelei nur
http://www.invertekdrives.com/variable-speed-drives/optidrive-e2-single-phase/
bzw. deren deutschen Vertriebspartner
http://www.peter-electronic.com/shop/deutsch/frequenzumrichter/frequenzumrichter-fur-1-motoren-umbruch-versi-drive-i-e-umbruch-0-37-1-1kw.html
gefunden. Selbst bei diesen Typen ist mir nicht klar inwieweit die 
Hilfphase angesteuert wird (ein Model hat nur U und V, ein anderes 
Modell U,V und noch einen, nicht weiter definierten Anschluß)

Ist letztendlich aber doch Preis gescheitert.
Bei den großen Herstellern (Siemens, Lenze, Eaton) war nichts 
eindeutiges dabei.
fu1p schrieb:

> @Harald
> Hättest du dazu auch eine Typenbezeichnung auf Lager?

Die Existenz solcher Umformer weiss ich auch nur vom Hörensagen.
Ich habe einen solchen FU (auch Standardmodelle) nie benötigt.

> Ist letztendlich aber doch Preis gescheitert.

Ich glaube auch, das sich der Einsatz eines solchen FUs nicht lohnen
wird. Hier im Forum wird aber gern gemeckert, das man doch bitte nur
die Frage des TEs beantworten soll. Eine passende Antwort habe ich
gegeben; ob die sinnvoll ist, ist eine andere Frage.
Gruss
Harald
PS: Grundsätzlich gilt aber, das ein Kondensatormotor nicht mit
einem Drehstrommotor in Steinmetzschaltung zu vergleichen ist.
Die Hilfsphase ist praktisch immer schwächer und auf einen Winkel
von etwa 90° ausgelegt. Ein richtig rundes Drehfeld, wie bei einem
Drehstrommotor kriegt man trotzdem nicht hin. Diese Motore arbeiten
aber doch recht zuverlässig, solange man sie gemäß ihres Datenblatts
verwendet.
So wie ich das jetzt sehe kann man einen Kondensator-Motor langsamer 
machen, indem man den Käfigläufer tauscht. Je schräger die lamellen 
sind, desto langsamer läuft er.
Aber da müsste mal ein Motorenbauer her, der könnte das sicher richtig 
erklären.
Welche Leistungsaufnahme hat denn der Motor?

Welche mechanische Last hängt daran?

Kannst ja mal versuchen die Spannung etwas zu  reduzieren.
Irgendein Verbraucher in Reihe mit dem Motor schalten.
Aber halbe Drehzahl ist schon sportlich, dann hat der kaum noch 
Drehmoment.
Wichtig ist das der Motor sicher anläuft,
sonst fängt es an zu kokeln.

Das Beste wäre aber sicher ein FU.
Persönliche Seite
Thomas B. schrieb:
> Welche mechanische Last hängt daran?

Klingt nach Rollo oder Tor

mardulin schrieb:
> ch verwende einen Rohrmotor 230V~, 50 Hz (einphasiger
> Kondensatormotor)

Thomas B. schrieb:
> Kannst ja mal versuchen die Spannung etwas zu  reduzieren.

Kann man bei Lüfter oder Kreiselpumpe machen, die bei geringerer 
Drehzahl auch weniger Drehmoment abfordern.
Wenn aber eine Last angehoben werden muss, wird sicher annähernd das 
volle Drehmoment benötigt wird (abzüglich einem kleinen Teil für die 
geringere Beschleunigung).
Gast
Hallo,
ich hab bei Ständerbohr- und Schleifmaschine jeweils den Kondensator 
ausgebaut und die Wicklungsenden an einen billigen 230V-FU 
angeschlossen.
Geht seit 14 Jahren super.
Gruß Totti
Gast
Hi!
Einfach nen Rohrmotor mit passender Drehzahl besorgen.
Die Dinger sind ziemlich "auf Kante" konstruiert, ich würde da nix an 
der Elektrik rumbasteln. Wenns einer mit elektronisch programmierbaren 
Endlagen ist, gleich 3x nicht.

VG
Matthias

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