Hallo zusammen,
wir haben einen Brunnen im Garten, der bisher nur eine Handpumpe hat.
Ich würde gerne eine elektronische Pumpe zur Gartenbewässerung haben.
Der Preisrahmen, den ich mir gesetzt habe, liegt bei ~200 €. Alles
Neuland für mich.
Zu dem Brunnen selbst: ich habe vom Vorbesitzer folgende Unterlagen
gefunden und abfotografiert:
http://i.imgur.com/ulGjuNF.jpghttp://i.imgur.com/Fh9DPlA.jpg
Wenn ich die Zeichnungen richtig deute, ist bis 5.5m gebohrt und bis
8.5m gespühlt worden. Das aktuelle Ansaugrohr 1'' ist bei 4m. Das 125er
Rohr geht bis 4m? Korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liege. Wie muss
ich mir das überhaupt vorstellen, ist das so, dass bis 4m das Rohr
eingezogen ist und dann einfach "Ende" ist und die Tonschicht beginnt?
Was bedeutet bis 8.5m gespühlt?
Ich hatte an soetwas gedacht:
http://www.amazon.de/gp/product/B0058N1X78/ref=ox_sc_act_title_2?ie=UTF8&psc=1&smid=A6CRW0VUJDEOO
oder
http://www.erdbohrer.de/Pumpen/Tiefbrunnenpumpen-4-Zoll/Tiefbrunnenpumpe-4-SKM-100-Brunnenpumpe-6-1bar-2600l-skm100::697.html
Wenn das 125er Rohr bis 4m geht, dürfte ich die Pumpe dann ~3m absenken?
Wie man sieht, benötige ich einiges an Input.
Danke euch!
Filth __ schrieb:> Was bedeutet bis 8.5m gespühlt?
Um dem Brunnen mehr Wasser pro Zeit entnehmen zu können, muss ja mehr
Schichtwasser nachfliessen können. Dafür sorgt die Lockerung des
Erdreiches und deswegen wurde unter dem Brunnenrohr noch tiefer gespült.
Filth __ schrieb:> Wenn das 125er Rohr bis 4m geht, dürfte ich die Pumpe dann ~3m absenken?
Eher 4m. Die Pumpe soll ja nicht komplett im Rohr stecken, sondern mit
ihrem 'Rüssel' im Wasser sein.
Du senkst sie so tief ab, das im Betrieb genug Wasser angesaugt werden
kann. Dabei ist es wichtig, das du nicht mehr Wasser rausziehst, als
nachfliessen kann, die Pumpe würde dann zu stark sein.
Für deine geringe Fördertiefe reicht da auch eine 300-400W Pumpe. Als
Beispiel - meine Brunnenpumpe fördert aus 7m Tiefe und hat 550W. Ich
habe allerdings eine oberirdische Kreiselpumpe mit Rückschlagventil,
deine Rohrpumpe ist da vermutlich noch etwas effektiver, so das da evtl.
noch weniger Leistung ausreicht.
Danke dir!
Auf Seite 2 steht, dass das 125mm Rohr bis 4m geht, bis 5.50m ist mit
100mm gebohrt. In dem Fall kann ich wahrscheinlich keine 100mm Pumpe
verwenden, oder?
--> Würde ja evtl stecken bleiben, wenn ich bis Rohrende ablasse.
Filth __ schrieb:> Würde ja evtl stecken bleiben, wenn ich bis Rohrende ablasse.
So isses :-P Am besten suchst du dir eine mit nur 95mm Durchmesser, denn
du willst ja nicht nur an der Oberfläche saugen, sondern mitten drin in
der Schicht. Da ist es am besten, wenn du die Höhe frei wählen kannst.
Du könntest auch mal mit einer Stange oder wasserfester USB Cam :-)
sondieren, wie das da unten aussieht.
100mm ist aber schon recht weit, mein Brunnenrohr ist ein schlichter
1-Zöller.
Welche Pumpe verwendest du denn? Ist die wasserfest, so dass die im
freien stehen kann? Rückschlagventil unten am Ansaugschlauch oder oben
an der Pumpe?
Filth __ schrieb:> Welche Pumpe verwendest du denn? Ist die wasserfest, so dass die im> freien stehen kann? Rückschlagventil unten am Ansaugschlauch oder oben> an der Pumpe?
Steht doch alles im Ausgangsposting. Bisher Kolben(Hand-)pumpe oben am
Rohr und geplant ist eine Rohrpumpe.
Filth __ schrieb:> Nein, ich meine DEINE Pumpe - welche ist das? :D
Oh, peinlich, ich hatte gar nicht gesehen, das du das selber fragst. Ich
habe ne Ebara JESX mit Drehstrom, die aber geschützt im Schuppen steht.
http://www.ebaraeurope.com/
Gabs mal günstig für etwa 150 Euro. Die restliche Brunneninstallation
ist aber sehr alt und noch einzeln aus Druckschalter, Ausgleichsbehälter
und Motorschutz zusamengebaut vor etwa 40 Jahren. Nur die Pumpe musste
ich vor zwei Jahren aufs Altenteil schicken.
Das Rückschlagventil ist oben am Ende des Saugrohres und die Ausführung
für Schwerkraftbetrieb, sprich, keine Feder oder so. So etwa wie das
hier:
http://www.erdbohrer-brunnenbau.de/SchwengelpumpeBrunnenbohrer-p303h1s48-1-Zoll-Eck-Rueckschl.html
Danke schön - überlege nämlich gerade, obs nicht vielleicht einfacher
wäre auch eine Pumpe in den Schuppen zu stellen. Der ist nur ein paar
Meter vom Brunnen. Müsste nur die Holzwände für die Schlauchleitungen
durchbohren.
Und dich jeden Winter drum kümmern..., 3 Jahre hats bei mir geklappt, im
4. Jahr ist sie mir eingefroren -> kaputt. Also im Herbst
Wasserablassen, im Frühjahr wieder befüllen.
Wenn es geht, nimm auf jeden Fall eine Tiefpumpe. Kostet auch nicht viel
mehr und es lebt sich sorgenfreier.
H.Joachim Seifert schrieb:> Die hier habe ich seit etlichen Jahren drin:> http://www.amazon.de/Berlan-Tiefbrunnenpumpe-BTBP100-4-0-37-bar-max/dp/B004WO945W/ref=sr_1_6?ie=UTF8&qid=1432579091&sr=8-6&keywords=berlan+pumpe
Die sieht doch sehr gut aus. Der einzige Haken ist wieder der
Durchmesser von 100mm, siehe oben. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich
heute auch eine Rohrpumpe nehmen, meine Installation ist aber sehr alt
und das Saugrohr sehr dünn - die Pumpe steht in einem Thermokabuff und
wird im Winter von der Abwärme des Homeservers mitgeheizt. Wenn das
nicht reicht, springt eine schwache Heizung an.
Rohrpumpen sind im Allgemeinen effektiver und haben auch nicht das
Ansaugproblem.
Dieverse Temperatursensoren hier (Berlin) zeigen mir auch, das es etwa
ab 1,5m Tiefe immer frostfrei bleibt, auch bei -20°C Lufttemperatur. Das
Problem wäre also mit einer Rohrpumpe auch vom Tisch und man muss vorm
Winter lediglich das Druckrohr leeren.
Hmm das Problem ist, dass 3'' Rohrpumpen scheinbar deutlich teurer sind
als die 4''.
Warum ist es ein Problem, wenn das Wasser gefriert (solange dabei nicht
die Pumpe eingeschaltet wird)?
Filth __ schrieb:> Warum ist es ein Problem, wenn das Wasser gefriert (solange dabei nicht> die Pumpe eingeschaltet wird)?
Das Wasser dehnt sich beim Frieren aus (jeder, der schon mal ne
Wasser(glas)flasche einfror, kennt das) und sprengt dabei Rohre und
Pumpen. Das ist bei Schläuchen nicht so schlimm, aber die Wasserhähne
und Gardenakupplungen mögens genausowenig.
Pumpengehäuse gesprengt :-(
Noch ein Aspekt für die Rohrpumpe: Lärm. So ein Hauswasserwerk mit
kleiner Kreiselpumpe ist zwar nicht wirklich laut, aber je nach
Auslegung und aktuellem Wasserbedarf kann es auch sein, dass sie sich
ständig an- und ausschaltet, z.B. Regner auf kleine zu bewässernde
Fläche eingestellt. Mich hats ein bisschen gestört, hätte aber damit
leben können. Ohne Lärm ist es aber besser.
Du bekommst doch eine 4"-Pumpe problemlos in das 125er-Rohr??
Schlauch: wie der der Name schon sagt - Saugschlauch. Mit Tiefpumpe hast
du nichts an der Saugseite.
Nimm sowas:
http://www.schlauch-profi.de/pe-hd-rohr-trinkwasser-dvgw-pn-12-5-meterware-468.
Dafür gibts auch jede Menge Verschraubungen, Wickelstücke und
T-Abzweiger.
Danke!
Die 4'' bekomme ich in das 125er Rohr - das Rohr bei mir geht bis 4m,
danach ist mit 100mm gebohrt und bis 7m gespühlt. Weiter oben wurde mir
empfohlen, die Pumpe weiter als die 4m abzusenken, damit die nicht im
Rohr ansaugt.
Wenn es weiter als die 4m runter soll, bin ich durch die 100mm begrenzt,
oder ich steh auf dem Schlauch
Filth __ schrieb:> Kann die was?>> http://www.amazon.de/gp/product/B007JKFUW2/ref=s9_simh_gw_p86_d1_i2?pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&pf_rd_s=desktop-3&pf_rd_r=1W1Z52694EYN65G4SNF8&pf_rd_t=36701&pf_rd_p=585296467&pf_rd_i=desktop
Das ist ja schon ein fettes Teil, eine Nummer kleiner reicht bei dir
auch. So etwa 500-600W sollten bei deiner geringen Förderhöhe auch
reichen.
H.Joachim Seifert schrieb:> Automatisches Einschalten: das macht die Pumpe i.a. nicht allein. Dazu> brauchst du noch einen Druckschalter.
Unten auf der Seite wird bei den Amazonen auch ein Druckschalter
angeboten.
Das Ding schaltet die Pumpe an, wenn im System der Druck runtergeht
(jemand dreht den Hahn auf) und schaltet ab, wenn der Druck hoch ist.
Gegen das ständige Ein- und Ausschalten bei grenzwertigen Drücken hilft
ein Ausgleichsbehälter, aber den wirst du dir in deinem kleinen System
sparen können.
> danach ist mit 100mm gebohrt und bis 7m gespühlt.
Ob die Bohrung nach all den Jahren noch 100mm weit ist, ist eben die
Frage. Evtl. kann dir auch das Wasserwerk oder das Internet sagen, in
welcher Höhe genau bei dir die Wasserschicht liegt. Die Pumpe sollte in
der Schicht und nicht darüber sein, sonst saugt sie nur Pfützen.
Die 750W ist irgendwie an günstigsten von allen 3'' Pumpen - zumindest
bei den Amazons.
Die würde ja am meisten Sinn machen - eben wenn die 100mm gar nicht mehr
100mm sind.
Ich habe parallel gerade bei der Stadt nach der Grundwassertiefe
nachgefragt, die wollten sich melden.
In deiner ersten Zeichnung steht doch was von 0,5m Grundwasserstand.
Und in einem schon vorhandenen Brunnen den Wasserstand festzustellen ist
doch auch nicht so schwierig :-)
Ich denke (aber weiss es natürlich nicht), dass du mit den 4m locker
auskommen wirst. Bei uns ist der Grundwasserstand -2m, das Rohr ist 6m
und die Pumpe hängt auf 5m. Falls du eine Rohrpumpe nimmst: auf jeden
Fall ein extra Edelstahlseil befestigen, sonnst bekommst du die evtl.
nie mehr raus, hat i.a. auch eine extra Befestigungsöse dafür.
Und nimm nicht zuviel Förderleistung. Dann bist du ganz schnell im
ständigen Start/Stopp-Betrieb (tut der Pumpe nicht gut) oder
überforderst die Lieferfähigkeit des Brunnens, weder für den Brunnen
noch für die Pumpe gut.
H.Joachim Seifert schrieb:> Wenn es geht, nimm auf jeden Fall eine Tiefpumpe. Kostet auch nicht viel> mehr und es lebt sich sorgenfreier.
Vor allem ist es dann ein geräuschfreier Betrieb. Unser Nachbar hat sein
Gardena-Pümpchen zur Beweihwässerung seines Rollrasens auf einem
Arrangement von Ziegelsteinen stehen. Sieht besonders stilvoll aus und
wenn die Pumpe läuft, dürfen alle Nachbarn mithören.
Für mich käme da nur eine elegante unsichtbare und unhörbare Lösung in
Frage.
J. Ad. schrieb:> Sieht besonders stilvoll aus und> wenn die Pumpe läuft, dürfen alle Nachbarn mithören.
Stört mich hier auch immer. Vor allem die Kondensatormotoren haben dazu
noch ein höheren Frequenzanteil, den meine kleine Drehstrompumpe nicht
erzeugt.
H.Joachim Seifert schrieb:> Und nimm nicht zuviel Förderleistung. Dann bist du ganz schnell im> ständigen Start/Stopp-Betrieb (tut der Pumpe nicht gut) oder> überforderst die Lieferfähigkeit des Brunnens, weder für den Brunnen> noch für die Pumpe gut.
Ja, ich hoffe, das ist rübergekommen. Eine zu dicke Pumpe ist
kontraproduktiv. Wenn du wirklich keine kleinere bekommst, denke über
einen zöllig' Schieber nach, den du in den Ausgang der Pumpe legen
kannst, um die Leistung zu reduzieren. Wie o.a., habe ich eine 550W
Pumpe bei 7m Tiefe durchs Ansaugrohr, das reicht völlig für meine 3,5
bar.
Filth __ schrieb:> Dieser Trockenlaufschutz / Druckwächter müsste aber in den Schuppen, ist> ja nur IP54, richtig?
Jo.
Filth __ schrieb:> Ja, das Amt hat sich (wie fast schon erwartet) gar nicht zurück> gemeldet...
Ich habe für Berlin schliesslich ein PDF gefunden, indem das Umweltamt
alle Wasserqualitäts-Messstellen auflistet mit den entsprechenden
Wasserschichten. Daher weiss ich, das es bei mir drei Schichten gibt:
7m, 30m und 100m.
Jetzt habe ich eine Antwort vom Amt bekommen:
Ihr Grundstück befindet sich entsprechend den Informationen aus der
geologischen Karte NRW im Bereich von bis zu 2 m mächtigen schluffigen
Fein-/Mittelsanden, denen eher tonige Schichten (sog. Lintforter
Schichten) untergelagert sind.
Im Umfeld befinden sich keine Grundwassermessstellen, so dass ich Ihnen
leider keine Angaben zum Grundwasserstand im Bereich Ihres Grundstücks
machen kann.
Also so schlau wie vorher ;)
Evtl sollte ich mit der vorhandenen externen Pumpe erstmal einen Sommer
lang schauen, wieviel Wasser man dem Brunnen überhaupt entnehmen kann,
bevor ich eine Tiefbrunnenpumpe nachrüste...
So ich habe etwa 30 l abgepumpt (kein längerer Ansaugschlauch da) und
ein paar Messungen gemacht:
Wasserstand inital: 136cm
ca. 30l entnommen
(19:17) Wasserstand: 236cm
(19:27) Wasserstand: 195cm
(19:37) Wasserstand: 170cm
(19:57) Wasserstand: 147cm
Mir sagt es nicht viel, ausser dass es wohl von unten Wasser in den
Brunnen nachläuft.
Filth __ schrieb:> Mir sagt es nicht viel, ausser dass es wohl von unten Wasser in den> Brunnen nachläuft.
Du (oder ich) kannst jetzt ein bisschen rechnen. Dein Rohr hat 125mm
Durchmesser, das Volumen ist PI * r² * h.
Innerhalb des Rohres laufen also in 40 min 236-147 = 89cm nach. Das sind
etwa 10900 cm³ = 10,9 l in 40 min. Ist jetzt nicht wirklich dolle.
Die Pumpe muss also tiefer rein, damit sie nicht sofort trockensaugt.
Nochmal eine Verständnisfrage:
Matthias hat ja ausgerechnet, dass ca 11 L. / 40 min nachlaufen (wobei
initial mehr nachgelaufen ist und zum Ende hin weniger).
Bringt es hier einen Vorteil die Pumpe bei zB 4m aufzuhängen? Klar man
hätte den Wasserstand über der Pumpe als Reserve (wenn wir von ca 3m
Wasserstand über der Pumpe ausgehen, wären es etwas über 30L.) oder
läuft es unten schneller nach?
Filth __ schrieb:> oder> läuft es unten schneller nach?
Ja, dazu trägt nicht zuletzt die Schwerkraft bei. Ausserdem ist dann die
Chance grösser, das du tatsächlich die Schicht triffst, wenn es so etwas
bei dir gibt. Die elektrische Pumpe wäre ja ziemlich sinnlos, wenn sie
in 40 Minuten nur 11L Wasser liefert.
Übrigens ist der Brunnenbauer deines Vertrauens auch eine gute
Auskunftsstelle für die Wassertiefen. Bei dir sehe ich da im Moment nur
Sickerwasser und das ist für eine richtige Pumpe einfach zu wenig.
Hast du keine Nachbarn mit Brunnen? Auch da kannst du mal fragen. Ich
hatte jedenfalls schon in der ersten Woche auf dem neuen Grundstück alle
wichtigen Daten bzgl. Wassertiefe und -Qualität.
Matthias Sch. schrieb:> Ich hatte jedenfalls schon in der ersten Woche auf dem neuen Grundstück> alle wichtigen Daten bzgl. Wassertiefe und -Qualität.
Man könnte ja noch einen Rutengänger beauftragen. :-)
Harald Wilhelms schrieb:> Man könnte ja noch einen Rutengänger beauftragen. :-)
Hehe, sagen wir mal so, ich könnte mit meinen Daten überprüfen, um
wieviel so einer daneben liegt :-)