Hallo,
nachdem ich grade eine LED mit der Kathode nach GND an einen Ausgangspin
gehängt habe und die zu schwach geleuchtet hat, habe ich das ganze mal
umgedreht.
LED also mit Anode an VCC, Kathode an Ausgangspin. Wenn ich diesen Pin
nun auf 0V setze, dann leuchtet die LED auch ordentlich hell, wie sie
soll.
Aber ich bin jetzt verwirrt. Wie rum ist es richtig und warum ist das
so?
Mit freundlichem Gruß
Jordan
Moin,
bei Controllern wird ganz gern die Masse geschaltet, daher leuchtet die
LED heller, wenn sie mit der Anode an Vcc gelegt wird.. Ich hoffe, dass
Du noch einen Widerstand zur Strombegrenzung eingefügt hast...
Stefan
Möglich sind zumindest bei LEDs und solchen Sachen beide Richtungen. Die
kannst du sowohl gegen GND wie auch gegen VCC schalten. Warum die bei
dir jetzt so dunkel ist, kann man so nicht direkt sagen. Normal sollte
das gleich sein. Wahrscheinlich zieht aber die LED mehr Strom als der
Controller liefern kann.
Hilfe ist etwas leichter, wenn man den Typ des Microcontrollers kennt.
Es gibt da mehrere.
Bei AVRs kann man diesen Effekt erleben, wenn man durch falsche
Programmierung mit dem schwachen passiven Pullup an Stelle des starken
aktiven Pullups arbeitet.
Bei 8051ern und Derivaten ist dieses Verhalten jedoch völlig normal. Die
sind aus historischen Gründen so konstriert, dass ein Portpin nur sehr
wenig Strom liefern kann. Strom aufnehmen hingegen kann er. Andere wie
aktuelle PIC und AVR Typen hingegen sind symmetrisch.
Deshalb, und weil auch die vor langer Zeit übliche TTL Technik besser
runter als rauf zieht, ist es nach wie vor sehr verbreitet, LEDs an Vcc
zu hängen und gegen GND zu schalten.
und ich dachte immer das lag daran das dort Pullup Widerstände intern
verbaut waren............ und somit der Ausgangsstrom begrenzt war.
Hatten die 8051er nicht alle high nach dem Reset?
wobei wer schließ Verbraucher direkt an die Portpins?
Hallo,
danke schonmal für eure Antworten.
Bei den LEDs handelt es sich um die günstigen von Conrad, die laut
Datenblatt 20mA ziehen.
Mikrocontroller ist ein ATtiny13, also ein AVR. Eigentlich sollte er das
doch liefern können, oder nicht?
Die klassischen 8051er waren so konfiguriert:
- nach oben gehts per Pullup-Widerstand
- nach unten gehts per Transistor
Dadurch konnte war ein Port entweder Ausgang (aktiv runter) ODER Ausgang
(passiv rauf) und Eingang mit Pullup gleichzeitig.
Teilweise wurde das 'aktiv runter' auch mit zwei Transistoren
realisiert, einem dicken, der beim Umschalten kurz die Leitung umgeladen
hat und einem kleinen Haltetransistor.
Die AVRs haben Totem-Pole-Ausgänge, die können sowohl ziehen als auch
drücken, jeweils 20mA oder so.
>Bei den LEDs handelt es sich um die günstigen von Conrad, die laut>Datenblatt 20mA ziehen.
Dir ist aber klar das die nur 20mA zieht wenn du das auch so beschaltet
hast? Mehr Strom ist bei falschen Vorwiderstand auch möglich.
> LED also mit Anode an VCC, Kathode an Ausgangspin.
Hast du schon mal was von Vorwiderständen gehört?
Die sind dafür da, den Strom auf sinnvolle Werte zu begrenzen (das gilt
sowohl für den uC-Pin wie auch für die LED).
Wenn dir die LED nicht hell genug ist, dann nimm eine Andere :-/
Hallo,
ja, ich weiß, dass da die Vorwiederstände fehlen.
Ist aber eine meiner ersten Schaltungen und dementsprechend einfach
aufgebaut.
Aber am fehlenden Vorwiederstand wird's ja wohl nicht liegen, dass die
LED zu dunkel leuchtet (es sei denn, ich hab' da bei den Widerständen
was grundlegendes falsch verstanden). Laut Datenblatt liefert der Tiny
ja 20mA.
An der LED dürfte es ja wohl auch eher nicht liegen, denn wenn ich die
andersrum (Anode an VCC, Kathode an Pin) schalte, leuchtet sie ja auch
heller.
MfG
Der Portpin des Tiny ist keine geregelte Stromquelle, der "liefert"
keine 20mA. Und die LED wird ohne einen Vorwiderstand auch kein Problem
damit haben, deutlich mehr als 20mA an Strom zu ziehen (zumindest
solange bis irgendwas abraucht).
-> An Spannungsquellen sollten LEDs immer mit Vorwiderstand betrieben
werden, auch wenn es nur eine einfache Schaltung zum probieren sein soll
Jordan wrote:
> Aber am fehlenden Vorwiederstand wird's ja wohl nicht liegen, dass die> LED zu dunkel leuchtet (es sei denn, ich hab' da bei den Widerständen> was grundlegendes falsch verstanden). Laut Datenblatt liefert der Tiny> ja 20mA.
Ne, der liefert auch 10 Ampère. Nur bis 20mA ist das gesund für den,
aber begrenzt wird da nichts.
> An der LED dürfte es ja wohl auch eher nicht liegen, denn wenn ich die> andersrum (Anode an VCC, Kathode an Pin) schalte, leuchtet sie ja auch> heller.
Mag ja sein. Die AVRs können jedenfalls garantiert 20mA sowohl ziehen
als auch treiben. Alles darüber ist außerhalb der Spezifikationen und
damit für dich unbestimmt.
> Der Portpin ... der "liefert" keine 20mA.
... sondern er geht nicht kaputt solange der Strom kleiner oder gleich
20mA ist.
Ich habe da so die Vermutung, dass deine LED einfach schon durchlegiert
hat, weil sie mit zu hohem Strom betrieben wurde, und deshalb insgesamt
die Leuchtkraft zu wünschen übrig lässt. An 5V mit einer roten LED (Vf =
ca. 2V) brauchst du mit einem uC Ausgang (1V Spannungsabfall bei 20mA)
und 20mA Strom etwa (5V-1V-2V)/20mA = 100 Ohm.
Aktuelle LEDs leuchten schon mit deutlich weniger als 20mA schön hell.
Die 20mA sind noch aus Ururgroßvaters Zeiten. Ich betreibe meine LEDs
mit 2mA, und das reicht. (Allerdings gehöre ich auch nicht zu den
Bastlern, die ihre Hütte mit LEDs beleuchten wollen ;-)
Bei AVRs kannst Du die LEDs auf beide Arten anschließen. Mit der
Variante aus dem Tutorial leuchtet die LED wenn der Pin auf logisch "0"
(= Gnd) geschaltet wird, vertauscht man die Anschlüsse der LED leuchtets
bei logisch "1" (=Vcc).
Wie schon gesagt, drauf achten das die internen Pull-Ups nicht aktiv
sind.
Die internen Pullups sind doch nur aktiv, wenn der Pin als Eingang
gesetzt wird, oder nicht?
1
O-----| R |---- |< ------- VCC
2
3
O-----| R |---- >| ------- GND
Also ist es wirklich reine Geschmackssache, welche der beiden Varianten
nehme?
Wie sieht das bei anderen Verbrauchern als LEDs, zum Beispiel Motoren,
aus?
> Also ist es wirklich reine Geschmackssache, welche der beiden Varianten
nehme?
elektrisch bei den AVRs: ja.
Mach es aber wie überall üblich: "active low":
d.h. hänge Deine Verbraucher an Vcc und schalte mit GND ein.
Jan
>Die internen Pullups sind doch nur aktiv, wenn der Pin als Eingang>gesetzt wird, oder nicht?
Ja. Als Ausgang geschaltet ist es eine Push-Pull-Endstufe mit
symmetischem Stromverlauf.
Eine Frage noch:
Wenn ich nun einen Motor an zwei Ausgänge anschließe und den einen auf
low und den anderen auf high setze, sollte das ja eigentlich
funktionieren und der Motor sich drehen.
Wird er das tun?
Oder brauch ich da noch irgendwie Transistoren oder so?
MfG
> Wird er das tun?
Wenn Dein Motor weniger als 20mA Strom zieht, dann wird er das tun.
Ansonsten wird vermutlich Dein AVR sterben.
> Oder brauch ich da noch irgendwie Transistoren oder so?
Suche mal nach "H-Brücke"...
...
Würde mich wundern wenn der Motor mit so wenig Strom auskommt, also
werden noch ein paar Transistoren fällig.
Ahja, meines Ungeschicks wegen hab ich schon öfters Ausgänge eines AVR`s
kurzgeschlossen, die vertragen das, zumindest kurzzeitig, eigentlich
recht klaglos, scheinen also Strombegrenzt zu sein.
Dauerhaft Kurzschlussfest werden sie aber wohl nicht sein...
> Ist aber eine meiner ersten Schaltungen und dementsprechend einfach> aufgebaut.
Das tut nichts zur Sache: Die Vorwiderstände gehören zur LED wie die
Räder zum Auto. Ohne wird es kaum funktionieren und ziemlich sicher
kaputt gehen.
Hm, ok. Also in Zukunft mit Vorwiderstand. Bei 2.2V, die die LED braucht
und einer Spannung am Mikrocontroller von 5V und 20mA Strom, den die LED
zieht, brauche ich einen Widerstand mit 150 Ohm, richtig?
Wenn ich das nicht aber mit 'nem Motor mache, den ich an zwei Ausgänge
anschließe, um ihn in der Drehrichtung beeinflussen zu können, wie würde
das aussehen? Hat jemand mal 'ne Beispielschlatung oder so?
Mit Transistor, das ist mir klar. Aber wie muss ich den schalten, damit
in beide Richtungen Strom fließen kann?
Mit freundlichem Gruß