Hallo zusammen,
mein Bastelvorrat wird langsam älter und älter, das scheint der Zahn der
Zeit bei E-Technikern zu sein. Bei Kleintransistoren macht das ja auch
nichts. Die kann man irgendwie auch nach 30 Jahren immer wieder
verwenden, z.B. BCY58, 2N3904, oder BC107. Z.B. um mal ein passendes
Logik-Gatter in RTL-Technik zu bauen, wenn man nicht gerade den
passenden IC hat. Oder LED-Treiber am µC. Und und und.
Bin beim Archivieren meiner Bauteile auf PC gerade auf eine Stange (10
Stück) Siemens SAB80C382 gestoßen, neuwertig, unbenutzt, über die ich
auch bei den verschiedenen Alldatasheet und Datasheetdownload, wie die
alle heißen, keinerlei Info mehr finde. Ich weiß nur, daß es wohl ein
Controller für Telekommunikationsanwendung ist. Basis ist
schätzungsweise Intel MCS-48 (8048), MCS-51 (8051), oder sogar noch was
mit 8080 oder 8085??? Datieren, tue ich die auf den Zeitraum etwa
1978-1985.
Wie die Steine aussehen, siehe Anhang.
Einen Hang zu Ebay hab ich nicht, aber vielleicht bin ich ja Besitzer
seltener Raritäten? Oft hab ich mit so alten Kamellen (8085 o.ä.) mal
was retro-mäßiges gebaut.
Für jeden Tipp, wäre ich ungemein dankbar.
Na gut. Bevor der Thread im Nirvana verschwindet, fahren wir mal noch ne
zweite Runde Aufzug in der Threadliste. :-)
Vielleicht geht es tagsüber ja besser...
@Bernd:
Danke! Leider hatte ich gerade diese Info noch gefunden, mehr aber auch
nicht.
Wie kommst du konkret auf den 8052? Der Baustein hat überhaupt keinen
Intel-Vermerk.
OK, mir ist ja so was ähnliches schon mal passiert, hatte einen
unbekannten Chip im Recycling gefunden. Der hatte noch den Zusatz:
"INTEL 1982". Alleine aus dieser Information vermutete ich einen 8051
oder 8052, weil exakt dies auf neuen 8032-ern auch drauf stand. Ich
steckte den einfach auf ein Eval-Board. Und, funktionierte!!!
So könnte ich es natürlich mal probieren, laß doch notfalls mal 1 oder 2
Stück abrauchen, wenn ich mit dem Rest eh nichts mehr anfangen kann. Mit
ner Strombegrenzung am Netzgerät geht das aber, da sprengt man kaum mal
was. Die EVAL-Boards aus Selbstbau verkraften das auch, da sind
Standardbausteine drauf, von denen reichlich Ersatz vorhanden ist...
Für ganz einfache Steuerungsaufgaben wie ne Waschmaschine, ist ja so ein
Standard-8051-er immer noch zu gebrauchen, und fast noch total
oversized...
Aller guten Dinge sind 3.
Fahren wir noch ne letzte Runde Aufzug in der Threadliste. Schnell hoch,
und dann langsam runter, und ab in die ewigen Halbleiter-Jagdgründe. :-)
Interessant ist ja, daß die Downloadzahl des Dateianhanges jedesmal
enorm ansteigt, wenn der Beitrag oben ist. Obwohl der im Grunde nichts
sagt. Beim ersten mal auf 23, beim zweiten mal auf 46, jetzt 51...
Da ist doch gar keine nackte Frau drauf!!! :-)
Hallo Wilhelm,
habe gerade bei ECA nachgesehen - die haben ausser dem Vermerk "Telefon
Controller mit ROM" auch nichts. Vielelicht hilft das nur ein ganz
kleines bischen;-)
mfg,
Gerhard
Datasheetarchive sagt folgendes:
SAB80C382
8-Bit Microcontroller-Microcomputer - ROMless Telephone Control
Various
Clock Frequency - Max. (Hz)=3.0M
Min Instruction Length (bits)=8
Max Instruction Length (bits)=16
On-Chip RAM (Bytes)=64
Number of Interrupt Lines=1
Number of Maskable Interrupts=1
No. of I/O Ports=4
Vsup Nom.(V) Supply Voltage=5.0
Package=DIP
Pins=N/A
Military=N
Technology=CMOS
Die 64 Byte und 3 MHz weisen eigentlich auf ein 8048-Derivat hin, z.B.
8035. Allerdings hat ein solcher nur 2 I/O-Ports, ein 8051 hat vier. 1-
und 2-Byte Befehle (8 oder 16 Bit) scheint es bei beiden Familien zu
geben. Ein 8051 hat allerdings zwei externe Interrupts.
@R. Freitag:
>hab ich hier, als pdf.
Das gibt mindestens ein virtuelles Freibier, oder einen Gummipunkt!
Vollständig, wie ein übliches µC-Datenblatt? So daß man daraus eine
Anwendung erstellen kann?
Kannst du das mal hochladen, oder hat es ein Copyright? OK, ich hab für
sowas volles Verständnis, wenn es aus solchen Gründen nicht geht.
@Gerhard.:
>Hallo Wilhelm,>habe gerade bei ECA nachgesehen - die haben ausser dem Vermerk>"Telefon Controller mit ROM" auch nichts.
Also dann ab dafür, in den Halbleiterhimmel :-(
@Sebastian:
>Die 64 Byte und 3 MHz weisen eigentlich auf ein 8048-Derivat hin,>z.B. 8035. Allerdings hat ein solcher nur 2 I/O-Ports, ein 8051>hat vier.
Ooch, das macht gar nichts. Da fehlt noch vieles mehr, außer Timer hat
das Ding keine integrierte Peripherie, keinen UART, fast wie der 8085.
Aber es kann rechnen. Hab mit den Teilen schon Erfahrung. 8048 (der
erste 8-bit 1-Chip-µC, ca. 1977) sind in neuesten PC-Tastaturen drin,
auch in Waschmaschinen, und für vieles noch oversized, wie ich schon
schrieb. Außerdem hab ich Spaß an Retro-Technik.
Danke mal an alle!!!
@R. Freitag:
>Es ist ein 8051 Derivat und ich habe das Datenblatt hier.>Solll ich es anhängern, oder per pm?
Einfach anhängen, wäre ganz nett. Vielen Dank!
@R. Freitag:
>hier, bitte.
Aaaach, fast, fast!!! Knapp vorbei, dein Datenblatt ist für 80C32X2, das
ist was viel moderneres. Schon alleine das Datum und die
Clockfrequenzen!
Trotzdem vielen Dank!
OK, ihr Steine, dann ab mit euch in den Halbleiterhimmel! Oder war das
unten die Hölle? Egal.
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Wilhelm Ferkes schrieb:> OK, ihr Steine, dann ab mit euch in den Halbleiterhimmel!
Nee, hab ich natürlich nicht gemacht.
Nachdem ein anderer User mir in einem anderen Thread vergangenes Jahr
beiläufig den richtigen Link zum Datenblatt nannte, und ich jetzt
endlich mal ein Steckbrett besitze, konnte es los gehen. Ich nutzte ja
auch die Gelegenheit, das damals immer noch unbekannte Ding bei
passender Gelegenheit immer wieder mal zu erwähnen, und das war gut so.
Also, der SAB80C382 ist tatsächlich ein Controller für
Telefonanwendungen, hat sowas wie integrierte Tastaturcontroller mit
Wake-Up und Sleep-Funktionen. Es ist ein von Siemens etwas veränderter
8048, deshalb steht auch kein Intel-Vermerk mehr auf dem Chip drauf.
Der Chip ist ungefähr von 1980, CMOS, im Gegensatz zum originalen 8048
voll statisches Design, sogar noch großzügiger Betriebsspannungsbereich
zwischen ca. 3 und 6V. Architektur Rechen- und Steuerwerk wie beim 8048,
es fehlen einige Befehle im Befehlssatz, dafür sind neue hinzu gekommen.
Core und Timer haben weniger Zyklen als der 8048, sind deshalb
schneller.
Der Quellcode wird mit dem 8048-Assembler assembliert, für den ich ein
neues Tabellen-File für den Befehlssatz machen mußte. Ich verwende einen
TASM von 1993, der mal auf einer Buchdiskette war. Der ist total
flexibel, so daß man selbst den Befehlssatz ändern kann. Auch spielt er
jetzt problemlos unter Vista.
Siemens nannte ihn wohl Telephone-Controller, weil es ihr eigenes Stück
war, und Siemens viel mit professionellen Telefonanlagen zu tun hatte,
wofür sie ihn höchst wahrscheinlich designten. Sie haben an dem Baustein
so einiges verändert, wahrscheinlich auch, um die Lizenzgebühren an
Intel zu umschiffen.
Ich selbst finde ihn universell und vielseitig, nicht unbedingt für
Telefonanwendungen. Die ersten Tests auf dem Steckbrett sind auch
erfolgreich. Das Steckbrett macht auch keine Probleme, selbst mit den
langen Drähten und dem gemultiplexten externen Speicherbus, alles ist
bewußt sehr niedrig unter 1MHz getaktet.
Die Stärken des Bausteins sind für seine Zeit (um 1980) völlig unüblich:
CMOS und voll statisch, großer Betriebsspannungsbereich, Low Power,
Wake-Up- und Sleep-Modes. Mit MIPS bzw. Speed kann er nicht prahlen, das
ist aber auch nicht alles, was man immer braucht.
Irgendwie hat er im Leistungsumfang Parallelen zum PIC12F675, den ich
hier auch habe. Aber viele I/O, und er hat einen meiner Meinung nach
einfach zu begreifenden Befehlssatz, der dem neueren 8051 sehr ähnlich
ist. Deshalb kann ich wohl auch Assemblerfunktionen, z.B. Arithmetik,
vom 8051 direkt auf ein älteres System übernehmen. Rolle rückwärts.
Mal sehen, ich will das jetzt auf kleine Spielereien erweitern.
Gemultiplextes Siebensegment bzw. LEDs und ein paar Tasten an den Ports.
Dafür sollte so ein Stein immer noch bestens geeignet sein. Es wird sich
in Grenzen halten, denn es gibt nur maximal 4k externes ROM, und intern
hat er 64 Byte RAM, inclusive Stack und Registerbänken.