Atomunfall in Spanien von 66 und die Folgen

Persönliche Seite #4316098
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Matthias S. schrieb:
> Eine 'Übung zur Luftbetankung' mit scharfen Wasserstoffbomben....
> Die müssen doch ein Rad abgehabt haben :-(

Die "Übung" wird sich auf den reinen Flug bezogen haben,
und bei einer Atlantiküberquerung braucht so ein Bomber gerne mal einen 
Schluck extra, also war eine betankung sowieso fällig und damit Teil der 
Übung.
Warum ich allerdings zu Übungszwecken da 4 zündfähige H2-Kracher 
ranhänge und nicht 4 Betonattrappen mit gleichartiger Elektronik zur 
Simulation,
DAS erschliesst sich dem minderinformierten Leser nicht.
#4316196
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Mike B. schrieb:
> Warum ich allerdings zu Übungszwecken da 4 zündfähige H2-Kracher
> ranhänge und nicht 4 Betonattrappen mit gleichartiger Elektronik zur
> Simulation,
> DAS erschliesst sich dem minderinformierten Leser nicht.

Wenn man da rumflog, wo man eigentlich nichts zu suchen hatte, nannte 
man das eine Übung. Eine Luftbetankungsübung musste man nicht über 
Spanien, das damals nicht einmal in der Nato war, abhalten. Das hätten 
sie unter gleichen Bedingungen auch zuhause durchführen können. Und 
natürlich waren die Flugzeuge nicht mit Attrappen bestückt, sondern voll 
bewaffnet. Was hätten denn die Russen davon halten sollen? Das maximale 
Drohpotential musste ständig auf beiden Seiten aufrecht erhalten 
bleiben.

Das nannte man Kalter Krieg.

mfg.
Gast #4316214
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Wow sogar die TS berichtet davon:
http://www.tagesschau.de/ausland/usa-spanien-bomber-101.html

Kommentarfunktion natürlich deaktiviert.

Streit beigelegt, Land wurde enteignet, Bevölkerung wird
ständig auf Strahlung untersucht, Weitere Gegend noch 
Plutonium-verseucht...
Ich kann es nicht glauben. Das ist völlig an mir vorbei gegangen.
In Spanien nicht Japan! Doch eine Ente?

LG
OXI
Gast #4316236
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OXI T. schrieb:

> Ich kann es nicht glauben. Das ist völlig an mir vorbei gegangen.

ja naja… weil die ganzen sachen eben nicht präsent im gedächtnis 
bleiben.

ich "glaube" ich habe von der plutoniumverseuchung in spanien schon mal 
was gehört, aber wissen wann/wo ich das aufgenommen habe is nich.

wenn man sichs genau überlegt sind wir eigentlich bereits von 
"atomunfällen" umzingelt. chernobyl, sellarfield, la hague ist 
eigentlich ein dauernder unfall - fehlt nur noch das in italien oder der 
schweiz ein reaktor platzt, dann sind wir rundum verunfallt.
> 
http://www.blick.ch/news/schweiz/1000-loecher-im-reaktor-geht-beznau-1-nie-mehr-ans-netz-id4240363.html


oh, edit. (siehste, kein präsenzwissen)
auf unseren äckern landen jährlich 600t uran aus mineralischem 
phosphatdünger.

zweiter edit: die asse hab ich vergessen. die sifft ja auch und gibt 
isotope/strahlung ab.
#4316315
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Matthias S. schrieb:
> Eine 'Übung zur Luftbetankung' mit scharfen Wasserstoffbomben....
> Die müssen doch ein Rad abgehabt haben :-(

Militärdoktrin war damals die Sowjetunion permanent mit scharfen Bomben 
zu umfliegen, hauptsächlich verantwortlich für diese Doktrin war Curtis 
E. LeMay, das ist der Typ der den Angriff auf Tokio verantwortet beim 
dem 100.000 Menschen in einer Nacht umgekommen sind.

https://de.wikipedia.org/wiki/Curtis_E._LeMay
https://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriffe_auf_Tokio

Hier auch noch was zum gruseln:

https://de.wikipedia.org/wiki/Pluto_%28Marschflugk%C3%B6rper%29
https://de.wikipedia.org/wiki/Hanford_Site
https://de.wikipedia.org/wiki/Kerntechnische_Anlage_Majak
#4316349
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G. H. schrieb:
> ja, da gibt es noch mehr:
>
> Die Schweiz hatte nicht nur den ersten Atomreaktor Europas, nein auch
> gleich den ersten GAU: https://de.wikipedia.org/wiki/Reaktor_Lucens
>
> auch das ist vielen Jungspunden (nicht mal in Helvetien) präsent.

Ich dachte Sellafield war ein paar Jährchen eher, oder gehören die 
Inseln jenseits des Kanals nicht mer zu Europa. Der erste russische 
Unfall war noch davor, lag knapp jenseits des Urals, also nicht in 
Europa.

Hier die ganze Liste:

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Unf%C3%A4llen_in_kerntechnischen_Anlagen
(Firma: FULL PALATINSK) Persönliche Seite #4316537
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da soll es ja auch mal bei Grönland Atombombe*n* zerlegt haben.
Mal eben gegrasht upps

https://de.wikipedia.org/wiki/Absturz_einer_B-52_nahe_der_Thule_Air_Base_1968

In Zeiten, wo noch kein Hobbybastler selbst Geigerzähler hatte,
liess sich sowas ja lange genug vertuschen.
Und man kann wohl davon ausgehen, dass es noch etliche Vorfälle mehr 
gibt,
die nur noch nicht bekannt sind.
#4316603
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▶ J-A von der H. schrieb:
> All die anderen fraglichen Ereignisse, z.B. im AKW Krümmel bei Hamburg?
> weshalb es evtl deswegen vermehrte Leukämiefälle in der Elbmarsch gab?
> Damit meine ich nicht den Trafo-Brand von 2007.

Peanuts gegenüber einem der grössten Unfälle mit kerntechnischen 
Anlagen, Grössenordnung Tschernobyl. Und der wurde wirklich derart 
effektiv vertuscht, dass man erst Jahrzehnte später davon erfuhr. Die 
Windrichtung war anders, so dass der Dreck im Lande blieb: 
https://de.wikipedia.org/wiki/Kyschtym-Unfall

Die haben da auch einen netten Badesee, vor dem aber wohl auch unser 
Foren-Iwan Abstand halten würde: 
https://de.wikipedia.org/wiki/Karatschai-See
#4317547
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G. H. schrieb:
> ja, da gibt es noch mehr:
>
> Die Schweiz hatte nicht nur den ersten Atomreaktor Europas, nein auch
> gleich den ersten GAU: https://de.wikipedia.org/wiki/Reaktor_Lucens
>
> auch das ist vielen Jungspunden (nicht mal in Helvetien) präsent.

Ich kenne einen Schweizer der Atomkraft für total sicher hält. :-)

Frank O. schrieb:
> Matthias S. schrieb:
>> Eine 'Übung zur Luftbetankung' mit scharfen Wasserstoffbomben....
>> Die müssen doch ein Rad abgehabt haben :-(
>
> Wer Atombomben baut hat meiner Meinung nach prinzipiell ein gewaltiges
> Rad ab, von einem Dachschaden gar nicht zu sprechen....

Das haben sogar die Ferengie so gesehen. ;-) (DS9 - Folgentitel gerade 
nicht im Kopf)
#4317676
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Komisch, daß noch gar keiner mitbekommen hat, daß es auch in Deutschland 
schon einen Unfall gab, der mit dem Totalschaden eines Reaktors 
endete...

Gundremmingen-A war das erste kommerziell genutzte Atomkraftwerk der BRD 
und hatte 237 MW elektrisch. Am 13. Januar 1977 ging ein Lastabwurf auf 
Eigenbedarf wegen Kurzschlüssen in den stromabführenden Leitungen schief 
und nach ein paar Minuten stand radioaktiv belastetes Wasser mehrere 
Meter hoch im Reaktorgebäude.

Außerdem geht man hier in Deutschland auch sehr gewinnorientiert mit 
Meldungen um. Eine "spontane Dichtungsleckage" erwies sich 2001 in 
Krümmel als Wasserstoffexplosion, wobei ein Rohr der 
Reaktordeckel-Notkühlung auf 2-3 Metern Länge zerrissen wurde.
#4317799
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magic s. schrieb:
> Komisch, daß noch gar keiner mitbekommen hat, daß es auch in Deutschland
> schon einen Unfall gab, der mit dem Totalschaden eines Reaktors
> endete...

Möglicher Totalschaden innerhalb der Anlage, ohne massive Auswirkung 
auf die Umgebung, war und ist Teil der Auslegung eines KKW. Der Schaden 
blieb innerhalb dieses Szenarios, könnte daher die Leute im Glauben an 
die Beherrschbarkeit dieser Technik eher bestärkt haben.

Es hätte anders ausgehen können. Aber weil es nicht dazu kam taugt es 
nicht zum Vergleich mit den vorher angeführten Fällen.
(Firma: irgendeine) #4317963
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Frank O. schrieb:
> Matthias S. schrieb:
>> Eine 'Übung zur Luftbetankung' mit scharfen Wasserstoffbomben....
>> Die müssen doch ein Rad abgehabt haben :-(
>
> Wer Atombomben baut hat meiner Meinung nach prinzipiell ein gewaltiges
> Rad ab, von einem Dachschaden gar nicht zu sprechen....

Naja, als Abschreckung sind sie schon zu gebrauchen, und werden meist 
auch so eingesetzt. Nachdem Deutschland Frankreich zweimal überrannt 
hat, haben die Franzosen genug davon, und beim nächsten mal wenn sie 
überrannt werden, wird der Angreifer einfach mit den A-Bomben 
niedergemacht. Und mit den "schönen" U-Booten geht das auch noch, 
nachdem Frankreich selbst schon nicht mehr existieren würde. Und wenn 
das der Angreiffer weiß, wird er, wenn er nicht Wahnsinnig ist, auch 
nicht mehr Angreiffen. Das ist Heutzutage der Hauptgrund für diese 
Waffen, einfach nur Abschreckung. Das selbe gibt es auch im Tier- und 
Pflanzenreich (Gift, etc.), wenn du mich frisst, hast du ein Problem.
Das ändert aber leider nichts am Problem, wenn ein Wahnsinniger die 
Dinger hätte.
Und wenn sich jemand anstatt Kernwaffen, ein Konventionelles super 
Abwehrsystem zulegt, gibt es auch wieder Ärger, weil dann die Anderen 
Angst davor bekämmen, dass der gut geschützt zum Aggressor werden kann.
Und wenn man selbst keine Abschreckung oder Verteidigung hat, wird man 
irgendwann zum Ziel.
Egal was man macht, es ist verkehrt ;)
#4318201
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Nordkorea leidet eher daran, daß jeder weiß, daß es seine Atomwaffen 
nicht sinnvoll einsetzen kann, weil es danach kein Nordkorea mehr gäbe. 
Ich wüßte aktuell auch nicht, weswegen man Nordkorea überhaupt angreifen 
sollte. Was will man mit dem Splitterstaat, was gibt es da weswegen sich 
das lohnen sollte?

Der IS ist weit gefährlicher und kann weltweit Probleme bereiten. 
Nordkorea macht das nicht, das hat aufgrund der Isolation genug eigene 
Probleme und ist schon mit seinem Haupt-Feindbild Südkorea überfordert.

Das Problem bei Kernwaffen ist heute nur, an genug waffenfähiges 
Spaltmaterial heranzukommen. Damit baut fast jeder Physikstudent eine 
funktionsfähige Bombe. Die erreicht vielleicht nicht ganz die 
Sprengkraft einer staatlich gebauten, aber das ist bei Kernwaffen eher 
nebensächlich. Ansonsten ist das Zündprinzip erstaunlich einfach. Das 
Risiko, daß die Bombe nicht losgeht wenn sie soll wäre weit geringer als 
jenes, daß sie losgeht wenn sie es NICHT soll...

BTW.: Schöne Grüße nach Fort Meade...
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #4318217
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Michael M. schrieb:
> Und wenn das der Angreiffer weiß, wird er, wenn er nicht Wahnsinnig ist,
> auch nicht mehr Angreiffen.
Zur Erinnerung: der letzte Deutsche, der einen Überfall auf Frankreich 
angezettelt hat, war wahnsinnig...


Aber ich denke auch, dass unsere Politiker, die die Elektromobilität so 
antreiben, nicht an den dadurch entstehenden zusätzlichen Strombedarf 
denken. Und diesen Strom bekommen Wir aus AKWs. Die sind zwar geächtet 
und stehen nicht in D, dafür aber gleich hinter der Grenze.
Gast #4318227
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Lothar M. schrieb:

> Zur Erinnerung: der letzte Deutsche, der einen Überfall auf Frankreich
> angezettelt hat, war wahnsinnig...

Nein, Österreicher.


Das Problem bei IS und Konsorten ist, dass es denen nichts ausmacht, 
selber dabei draufzugehen. Die klassische Abschreckung wie im Kalten 
Krieg funktioniert da nicht. Wenn die Atombomben zünden kommen alle ins 
Paradies, aber die "Ungläubigen" sind weg. Ziel erreicht.

Da braucht man neue Strategien.

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