Studium und Rente

Gast #2997333
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Inwiefern werden eigentlich Studienzeiten für die Rentenversicherung 
angerechnet?

Ich war vor dem Studium beim Bund und habe dadurch erst mit 26 
abgeschlossen. Hab aber danach eine Promotion im Ausland gemacht und 
arbeite jetzt seit 3 Monaten in einer deutschen Firma, wo ich aber erst 
mit 29 eingestiegen bin.

Hab ich überhaupt ne Chance auf Rente?
Gast #2997461
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Ich habe auch an der Uni gearbeitet. Da gibt es kaum Rentenpunkte, weil 
die Bezahlung sehr niedrig war. Und niedrig war sie deshalb, weil die 
Studenten damals nicht wussten, dass die Ausbildungszeiten nicht mehr 
anerkannt werden würden, wovon man damals noch ausging.

Also haben alle für lau gearbeitet!
Gast #2997470
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ING schrieb:
> Ich habe auch an der Uni gearbeitet. Da gibt es kaum Rentenpunkte, weil
> die Bezahlung sehr niedrig war. Und niedrig war sie deshalb, weil die
> Studenten damals nicht wussten, dass die Ausbildungszeiten nicht mehr
> anerkannt werden würden, wovon man damals noch ausging.
>
> Also haben alle für lau gearbeitet!

Dito. Unistudium heißt eh viel für lau arbeiten. Praktikum war in der 
Industrie, aber die Diplomarbeit mußte dann wieder am Lehrstuhl 
erfolgen, weil die genug eigene Projekte haben und man deshalb ein 
externes Projekt kaum betreut bekommt - folglich auch für lau.
Gast #2997711
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Norbert schrieb:
> Habe das Gefühl, daß Harzis cleverer sind/ sein müssen, als manche
>
> Studis um zu überleben, wenn ich das hier so lese.....
Hast schon Recht, und ich würde es auch so machen,

Ich habe aber zuviel Potenzial, um nur vom H zu leben. Ich will auch im 
Alter noch flexibel sein.
Gast #2998055
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Norbert schrieb:
> Habe das Gefühl, daß Harzis cleverer sind/ sein müssen, als manche
> Studis um zu überleben, wenn ich das hier so lese.....

ein Langzeitharzie hat eben gelernt sich im System zurecht zu finden. 
Ein Promovierender hat ein großteil seines Lebens an der Uni und mit 
Forschung verbracht und kennt sich ggf. mit solchen Dingen halt nicht 
aus.

Jedenfalls mit 29 noch mit einer hohen staatlichen Rente zu rechnen, 
kann man vergessen. Auf das was es in knapp 40 Jahren an Rente mal gibt, 
haben die paar Jahre Studium kaum einen Einfluss. Man sollte, nach dem 
man im Beruf etabliert ist und nötige Anschaffungen getätigt hat, selber 
privat vorsorgen, wenn man nicht gerade ein gutes Erbe zu erwarten hat. 
Oder ggf. auch über den Arbeitgeber. Ich selbst verdiene gut, rechne 
dennoch nicht mit der Zahl die auf meinem jährlichen Rentenbescheid 
steht. Sondern ich kalkuliere die staatliche Rente vorsichtig mit der 
Höhe wie das heutige Hartz4 ( kaufkraftbereinigt natürlich ) als 
Baustein meiner Altersvorsorge ein.
#2998062
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Simpson schrieb:
> Sondern ich kalkuliere die staatliche Rente vorsichtig mit der
> Höhe wie das heutige Hartz4 ( kaufkraftbereinigt natürlich ) als
> Baustein meiner Altersvorsorge ein.

Genau so wird ein Schuh draus. Ich muss soviel private Vorsorge haben, 
daß ich ohne staatliche Rente mindestens (Über)leben kann. Was dann noch 
von der staatlichen kommt ist halt ein Zusatz.
Gast #2998084
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Udo Schmitt schrieb:
> daß ich ohne staatliche Rente mindestens (Über)leben kann.

Ja die Idee ist gut, nur ob Du in 20 Jahren die die Erfolge Deiner 
Sparsamkeit ernten kannst bin ich mir noch nicht so sicher. Die Zeiten 
wo "sichere Staatsanleihen" 9% gebracht haben, sind leider vorbei und 
Lebensversicherungen nagen auch am Hungertuch. Ob Aktien im Keller sind 
oder Gold wie in Amerika in der 40er Jahren verboten wird, weiß heute 
auch noch keiner so genau...

Wahrscheinlich hilft uns nur eine bunte Mischung einiger hoffnungsvoller 
Anlageformen, die ich aber schon Jahre vergebens suche.
Gast #2998103
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Rudi Radlos schrieb:
> Wahrscheinlich hilft uns nur eine bunte Mischung einiger hoffnungsvoller
> Anlageformen, die ich aber schon Jahre vergebens suche.

ich sag mal wie das bei mir ist :

- Altersvorsorge vom Arbeitgeber ( darf ich sogar mitnehmen beim 
Wechsel, da ich dort schon länger als 5 Jahre arbeite )
- Eigenheim, was bald abbezahlt ist
- solide Aktien mit guter Dividende und Marktwert unter Buchwert ( 
Energie, Chemie, etwas Automobil )
+ ein sehr geringer Anteil an spekulativen Dingen
- habe mal ein Erbe, in Form eines Teiles einer Immobilie zu erwarten, 
heutiger Wert ca. 100 k
- etwas Investment in Edelmetal

dazu noch vllt. staatliche Rente. Laut Rentenbescheid könnte ich alleine 
davon gut leben, aber daran glaube ich nicht. Was da noch kommt, wird 
sicher nur noch auf Hartz4 Niveau sein.

Schaut euch mal den Film "2030, Aufstand der Alten" an, eine ARD 
Produktion. Er ist fiktiv und spielt im Jahre 2030, aber vieles was dort 
gesagt wird, könnte durchaus leider wahr werden. U.a. wurde dort die 
Grundrente eingeführt, für alle, egal wer viel eingezahlt hat.
Waren im Film ca. 500 - 600 Euro pro Monat. Ich halte das nicht mehr für 
so abwegig. Zinslast des Staates steigt wenn die Staatsverschuldung 
steigt, Renten und vor allem Pensionsansprüche steigen immer mehr. 
Irgendwann kommt dann vllt. der Rentenschnitt. Ähnlich war es auch in 
Griechenland.

Der Kabarettist Volker P. sagte ja schon längst, Griechenland ist nur 
das Testgelände für unsere Zukunft
Gast #2998117
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genervt schrieb:
> Rudi Radlos schrieb:
>> Rente erarbeiten hoffentlich unsere Kinder.
>> http://www.deutsche-rentenversicherung.de
>
> Du bist sowas von blauäugig.
>
> Zeig uns doch mal, wie du das Milchmädchen vögelst!

Das war mein voller ernst!

Rechne doch mal vor, wie du mit 1,4 Kindern pro Paar zu einer 
nenenswerten Rente kommen willst!

Die derzeitige Maximalrente für "Normalsterbliche" liegt bei ca. 2200€. 
Das langfristige "Rentenziel" liegt bei 50% (tendenz fallend).

Ab 2040 ist die Rente zu 100% zu versteuern.

Viel spass beim abschätzen!
#2998131
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Simpson schrieb:
> wurde dort die
> Grundrente eingeführt, für alle, egal wer viel eingezahlt hat.
> Waren im Film ca. 500 - 600 Euro pro Monat. Ich halte das nicht mehr für
> so abwegig.

Weil es das schon gibt. Nennt sich Grundsicherung für Alte.
Heute soll ein Rentner auf ca. 700 Euro aufstocken können.
Wer mehr Rente bekommt als die Grundsicherung, geht leer aus.
Dürfte 2030 geschätzt wohl so bei 850 Euro liegen.
Gast #2998212
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Simpson schrieb:
> Man sollte, nach dem
> man im Beruf etabliert ist und nötige Anschaffungen getätigt hat, selber
> privat vorsorgen, wenn man nicht gerade ein gutes Erbe zu erwarten hat.
> Oder ggf. auch über den Arbeitgeber. Ich selbst verdiene gut, rechne
> dennoch nicht mit der Zahl die auf meinem jährlichen Rentenbescheid
> steht.

Mein AG zahlt auch in eine private Rente ein, und da es ein IGM-Betrieb 
mit guten Bedingungen ist, zähle ich wohl insgesamt noch zu den 
Privilegierten.

Nur ich frage mich, was selbst eine privat angesparte Rente wert ist, 
wenn zukünfige Generationen zu schwach sind, eine dahinter stehende 
Wirtschaftsleistung zu erbringen - und on das, was wir das ansparen 
nicht potentiell eine wertlose digitale Zahl in einem Computer ist, mehr 
nicht.
#2998213
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genervt schrieb:
> Rechne doch mal vor, wie du mit 1,4 Kindern pro Paar zu einer
>
> nenenswerten Rente kommen willst!

Über die sowieso notwendige Steigerung der Produktivität, ohne die die 
Wirtschft auch den Bach runter gehen wird. Es ist völlig egal wie viele 
Menschen arbeiten, solange die Konzerne (Rekord)Gewinne machen könnte 
man auch die Rente problemlos in einer brauchbaren Höhe bezahlen.
Gast #2998320
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Claus M. schrieb:
> Über die sowieso notwendige Steigerung der Produktivität, ohne die die
> Wirtschft auch den Bach runter gehen wird. Es ist völlig egal wie viele
> Menschen arbeiten, solange die Konzerne (Rekord)Gewinne machen könnte
> man auch die Rente problemlos in einer brauchbaren Höhe bezahlen.

Naja, Konsumgüter werden sicher auch in Zukunft genug produziert. 
Eigentlich ist es ja heute schon genug von dem Plunder.

Es gibt aber genug, wo halt reine Arbeitsleistung gefordert ist, z.B. im 
Handwerk, oder in der Betreuung und Pflege. Das sind auch Tätiglkeiten, 
die man nicht endlos effektivieren kann. Ich kann mir vorstellen, daß es 
in Zukunft schwieriger wird, sich solche Dienstleistungen zu leisten - 
unabhängig von der Geldmenge. Denn Geldmenge und Realwirtschaft sind ja 
verschiedene Sachen. Die einzige Alternative ist tatsächlich, daß in 
Zukunft Roboter iel mehr machen - in Japan macht man ja da schon 
Fortschritte, weil man das gleiche Problem hat.
Gast #2998438
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Norbert schrieb:
> Habe das Gefühl, daß Harzis cleverer sind/ sein müssen, als manche
> Studis um zu überleben, wenn ich das hier so lese.....

Das liegt nur daran, dass die mit ganz anderen Problemen umgehen...

Letztens zwei Punks in der Straßenbahn:
"Hey, wo kommst du denn her?"
"Na vom Arbeitsamt! Was has du da in der Tüte?" (Mediamarkt-Tüte)
"Nen xyz!" (hab ich leider nicht verstanden)
"Man, du musst Kohle haben!"
"Na, jetzt nicht mehr."

Die nächsten 10 Minuten ging es dann um diverse Kontainer und was darin 
alles zu finden ist und wer sich noch alles erdreistet darin zu 
wühlen....


Naja, so hat jeder seine Probleme...

Aber vielleicht solltest du das "Problem" auch etwas punkiger sehen:
Es ist eh zu spät. Also einfach auf den nächsten Rentenbescheid 
warten... ;)

Grüße

Basti

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