Habe hier einen Bekannten.
Der war seit ca. 5 Jahren (mit angeblich >10 Verlängerungen) als Lehrer
(Quereinsteiger) mit Zeitverträgen an einer staatl. Schule eingestellt.
Das Fach tut hier nix zur Sache (analog zu Mathelehrer an Realschule als
Dipl.-Ing.). Es hat ihm aber viel Spass gemacht.
Nun hat die Schule das Beschäftigungsverhältnis beendet (ggf.
fadenscheiniger Grund evtl. fachlich/ nicht näher bekannt).
Der Kollege hat aber offenbar noch Chancen auf Beschäftigung an anderen
Schulen im Bundesland.
Jetzt kommts:
Der Kollege will die alte Schule nun verklagen, weil die so oft den
Vertrag weiterverlängert haben ohne eine Festanstellung anzubieten.
Der Sinn erschließt sich mir gar nicht. Ich bin selbst nun so
vorsichtig, dass ich noch nicht mal ne Leihbude arbeitsrechtlich
verklagen würde, wenn ich noch neue Stellen brauche. Was geht in dem
Kollegen nun vor?
Danilo schrieb:> Der Sinn erschließt sich mir gar nicht. Ich bin selbst nun so> vorsichtig, dass ich noch nicht mal ne Leihbude arbeitsrechtlich> verklagen würde, wenn ich noch neue Stellen brauche. Was geht in dem> Kollegen nun vor?
Es geht nicht immer wirklich um den Job, teils soll einfach nur eine
ordentlich hohe Abfindung oder vergleichbares dabei herausspringen. Das
Verhältnis zum Arbeitgeber wird durch die Klage nicht besser, auch schon
zuvor war es VERMUTLICH gestört, sonst hätte er keine Kündigung
kassiert. Also ist es durchaus möglich, dass mit einer solchen Klage
seine Situation nicht wirklich schlechter wird.
Rechtlich sollte sich das mal sein Anwalt ansehen. Solche mehrfachen
Befristungen über mehr als 5 Jahre hinweg sind gar nicht mal so selten,
im wissenschaftlichen Bereich wie an Unis ist das sogar recht üblich,
dass Leute teils nur Verträge mit wenigen Monaten bekommen, die dann
Jahre lang immer wieder verlängert werden.
Dennis schrieb im Beitrag #5616611:
> Soll sich was anständiges suchen. ÖD ist tot da werden nur noch> Professoren und Hausmeister fest eingestellt.
Er sucht ja selbst schon was.
Ne Festanstellung als Lehrer ist halt auch da die Möhre die einem da
vorgehalten wird. Immerhin kann er aber Zeitverträge kriegen. Das ist
zumind. mal besser als die Klage zu gewinnen und dann nicht mehr gewollt
zu werden. Es werden ja zigtausend Berufsschullehrer in den nächsten 10
Jahren gesucht.
Ne Abfindung hilft ja höchstens mal über paar Monate hinweg.
Also meine Leihbude würde mich evtl. dann wieder fest einstellen aber
höchstens für ein Minigehalt an die Ostseeküste verleihen und dann
rausekeln.
Der Staats"betrieb" ÖD treibt es schon ganz schön dolle, wenn ich da
lesen muß, dass eine Befristung auf 5 Jahre laufen kann. Sowas in einem
TV.
Im normalen Berufsleben in der freien Wirtschafft hätte der Typ schon
nach 2 Jahren einen Festvertrag.
Jeder macht sich seine Gesetze so wie er´s braucht, u.v.a. der Staat
selber!
Dennis schrieb im Beitrag #5616611:
> Soll sich was anständiges suchen. ÖD ist tot da werden nur noch> Professoren und Hausmeister fest eingestellt.
Und wovon träumst du des Nachts? Es soll auch BL geben da ist der ÖD der
lukrativste AG weit und breit.
Danilo schrieb:> Nun hat die Schule das Beschäftigungsverhältnis beendet (ggf.> fadenscheiniger Grund evtl. fachlich/ nicht näher bekannt).
ein Zeitvertrag beendet sich leider von selber
Danilo schrieb:> Der war seit ca. 5 Jahren (mit angeblich >10 Verlängerungen) als Lehrer> (Quereinsteiger) mit Zeitverträgen an einer staatl. Schule eingestellt.meckerziege schrieb:> Das> Verhältnis zum Arbeitgeber wird durch die Klage nicht besser, auch schon> zuvor war es VERMUTLICH gestört, sonst hätte er keine Kündigung> kassiert.
Du solltest Webseiten lesen, die zuvor schon verlinkt wurden.
Die Schule muss Leute vor Ablauf der 5 Jahre kündigen, damit sie kein
Anrecht auf eine Festeinstellung haben.
Stand auf der Webseite!
Wieso befasst sich überhaupt die Schule selbst mit dem Vorgang? So etwas
ist im Normalfall Angelegenheit des Trägers.
Falls es sich hierbei um das Land handelt, richtet sich sein Verlangen
evtl auf Weiterbeschäftigung an einer anderen Schule des Landes.
Genau weiß das aber nur der Betreffende selbst und hoffentlich sein RA.
Percy N. schrieb:> Wieso befasst sich überhaupt die Schule selbst mit dem Vorgang? So etwas> ist im Normalfall Angelegenheit des Trägers.> Falls es sich hierbei um das Land handelt, richtet sich sein Verlangen> evtl auf Weiterbeschäftigung an einer anderen Schule des Landes.> Genau weiß das aber nur der Betreffende selbst und hoffentlich sein RA.
Na ja der Vorgang ist für einen aus dem nicht-öff. Dienst auch schwer zu
durchschauen.
Er hat nun aber bereits (aufgrund des Rats der Gewerkschaft)"geklagt"
(ob gegen die Schule oder das Landesschulamt weiss ich nicht).
Ich habe dem gesagt, dass die Gewerkschaft nicht immer das für den
Einzelnen Beste empfiehlt (meine Meinung). Ggf. hat deren RA eigene
Vorteile hinsichtlich seiner Karriere eher im Fokus.
Nun hat er seine Festanstellung und der Schulleiter ist nicht gut auf
Ihn zu sprechen. Letztlich besucht der ihn fast wöchentlich im
Unterricht zur "internen Qualitätskontrolle".
Dass der Bekannte nun Weiterbildungen (am WE u. in der Freizeit) machen
muss (die er vorher wohl nicht machen durfte) ist wohl eher normal.
Zusätzlich hat der Kollege noch Nebentätigkeiten (sagen wir im sozialen
Bereich) die er zwar zurückführt aber immer noch ausführt. Ich habe dem
dringend angeraten, die auszusetzen um nicht noch eine weitere
Angriffsfläche anzubieten.
Kurzum, das Kind ist ein Stück weit in den Brunnen gefallen. Ich finde
er kann im Moment nicht mehr viel an der Situation ändern.
Danilo schrieb:> Nun hat er seine Festanstellung und der Schulleiter ist nicht gut auf> Ihn zu sprechen. Letztlich besucht der ihn fast wöchentlich im> Unterricht zur "internen Qualitätskontrolle".
Niemand der klagt will wirklich wieder eingestellt werden. Was los mit
ihm?
Danilo schrieb:> Autor:> Danilo (Gast)> Datum: 09.11.2018 22:05
Der Danilo weiß hoffentlich inzwischen
Danilo schrieb:> Was geht in dem Kollegen nun vor?
Danilo schrieb:> Kurzum, das Kind ist ein Stück weit in den Brunnen gefallen. Ich finde> er kann im Moment nicht mehr viel an der Situation ändern.
Doch, weil Kündigen geht immer.
Gaaast12234 schrieb:> Danilo schrieb:>> Nun hat er seine Festanstellung und der Schulleiter ist nicht gut auf>> Ihn zu sprechen. Letztlich besucht der ihn fast wöchentlich im>> Unterricht zur "internen Qualitätskontrolle".>> Niemand der klagt will wirklich wieder eingestellt werden. Was los mit> ihm?
Doch eben genau das wollte der Bekannte erreichen (eine Festanstellung
auf 100 %-Basis)!
Die hat er sonst nämlich nicht mehr bekommen (ich übrigens auch bisher
nicht).
Er ist ja auch fast 60 Jahre alt. Das muss man dazu sagen.
Ich befürchte ja dass der Schulleiter sich das nicht gefallen lässt und
sich längst hat beraten lassen, wie er ihn am klügsten rausekelt.
Die Geschichte ist für den Schuldirektor ja auch für die Karriere nicht
förderlich.
Danilo schrieb:> Habe hier einen Bekannten.> Jetzt kommts:> Der Kollege will die alte Schule nun verklagen, weil die so oft den> Vertrag weiterverlängert haben ohne eine Festanstellung anzubieten.>> Der Sinn erschließt sich mir gar nicht. Ich bin selbst nun so
Normale Vorgehensweise, um sich nach endlosen Verlängerungen des
befristeten Jobs sich auf Festanstellung einzuklagen.
Funktioniert durchaus. Die Kehrseite der Medaille ist, dass man nach
einer bestimmten Zeit in befristeten Jobs im öffentlichen Dienst keinen
weiteren Arbeitsvertrag mehr bekommt - jedenfalls wenn der Arbeitgeber
aufpasst.
Tut er das nicht, ist es allein sein Fehler. Ist er dann auch noch
sauer, ist er blöd, weil er grundlegende Zusammenhänge nicht
durchschaut.
btw: Geklagt wird natürlich gegen das Land, nicht gegen die Schule und
schon gleich gar nicht gegen den Schulleiter (das sollte eigentlich klar
sein, aber ich schreibs extra, weil es hier im Freitags-Thread wiedermal
von Unbedarften nur so wimmelt).
Wie gesagt: normale Vorgehensweise, kenn ich von Hochschulen - und böse
ist da keiner der für den Arbeitnehmer maßgeblichen Personen - höchstens
paar Kollegen, die es entweder nicht geschnallt haben oder "sowas" nie
tun würden (Prädikat: "schön blöd").
Danilo schrieb:> Ich befürchte ja dass der Schulleiter sich das nicht gefallen lässt und> sich längst hat beraten lassen, wie er ihn am klügsten rausekelt.
Dann will er unbedingt noch eine wegen Mobbing drübergebraten bekommen.
Nur zu. Der Schulleiter ist nämlich auch nur Angestellter.
Das ist doch die Standardvorgehensweise im Bereich Schule, wenn der
Schulleiter seinen Willen nicht bekommt. Dann wird der Kollege halt
gemobbt.
Da gibt es aber auch eine Standardreaktion, ständiges Mobbing schlägt
auf die Psyche und macht krank. Also ab zum Arzt.
Hohe Fehlzeiten und Unterrichtsausfälle muss der Schulleiter
verantworten. Ersatz für kranke Kollegen bekommt er nicht, also muss der
Unterricht vertreten werden. Nimmt das überhand, kippt die Stimmung an
der Schule und der Krankenstand steigt. Goto ...
Problem: Er ist angestellt, bei zu vielen Krankheitstagen im Jahr kann
ihm auch im ÖD gekündigt werden, schon selbst erlebt, allerdings nur als
Zuschauer. Also muss man das Ganze gut planen, nicht gleich übertreiben.
Im Übrigen kann der Gute in 2 Jahren kündigen oder noch besser sich
aufgrund hohen Krankenstandes kündigen lassen, er bekommt dann 2 Jahre
Arbeitslosengeld und wird mit 64 mit ca. 8% Abschlag verrentet.
Wo war genau das Problem?
Ex-Ing schrieb:> Im Übrigen kann der Gute in 2 Jahren kündigen oder noch besser sich> aufgrund hohen Krankenstandes kündigen lassen, er bekommt dann 2 Jahre> Arbeitslosengeld und wird mit 64 mit ca. 8% Abschlag verrentet.>> Wo war genau das Problem?
Das ist ein weiteres Thema, dass der Kollege immer auf 180 % fahren muss
um sich gut zu fühlen. Wenn der mal Rentner wird arbeitet der sowieso in
ähnlichem Umfang weiter (kommt wohl daher, weil er in der Kindheit nur
wahrgenommen wurde, wenn über das Eigentliche hinaus gerödelt hat).
Wie ich aber jetzt summa summarum hier lese, war die Klage gegen die
staatl. Organisation ein normaler Fall, der keine negativen Konsequenzen
für Ihn haben wird (fällt mir sehr schwer zu glauben).
Danke nochmal für Eure Meinungen.
Dennis B. schrieb im Beitrag #5915196:
> Keulenschwinger schrieb:>> Was ist ein Thread noch wert, wenn sog. Moderatoren Amok laufen>> und ihn bis zur Zusammenhanglosigkeit mit der Löschkeule verstümmeln?>> Das hier ist ja auch das reinste drecksforum.
Nein, ist es nicht, auch wenn Leute wie du es permanent mit unnötigen
Kommentaren zumüllen.
MeierKurt schrieb:> Dann will er unbedingt noch eine wegen Mobbing drübergebraten bekommen.
Ich empfehle dem Bekannten eine umgehende Konsultation des Drachenlord;
der Mann ist ausgewiesener Experte in Sachen Mobbing, Hass und Hate und
bekämpft seit Jahren aktiv Hate und Mobbing im Netz.
Er erteilt dem Bekannten sicherlich gerne eine rechtsverbindliche
Beratung ob der rechtlichen Möglichkeiten und vertritt den Bekannten
sicher gerne juristisch (entsprechende langjährige Erfahrung vorhanden;
man könnte sagen, er bewegt sich extrem sicher auf dem Gerichtsparkett).
Toni Tester schrieb:> Ich empfehle dem Bekannten eine umgehende Konsultation des Drachenlord;> der Mann ist ausgewiesener Experte in Sachen Mobbing, Hass und Hate und> bekämpft seit Jahren aktiv Hate und Mobbing im Netz.
Auf jeden Fall. Und nach dem sich bei ihm vor dem Haus sogar regelmäßig
ein wütender Mob mit Fackeln und Mistgabeln einfindet muss man sagen,
der Mann macht irgendwas richtig.
MeierKurt schrieb:> Dann will er unbedingt noch eine wegen Mobbing drübergebraten bekommen.> Nur zu. Der Schulleiter ist nämlich auch nur Angestellter.
Die Sache ist weiter voran gegangen. Der Schulleiter hat dem Betroffenen
2 Weiterbildungen aufgedrückt (musste aber sowieso wg.
Qualitätssicherung so sein).
Nach der Weiterbildung hat er ihm ein Gutachten (Bewertung) geschrieben
und wohl an die Bezirksregierung geschickt (ohne ihm den Inhalt zur
Kenntnis zu bringen).
Halte ich für angreifbar dieses Vorgehen (ich denke, dass das Gutachten
nicht so sehr positiv ausgefallen ist).
Jetzt kommt wohl daraufhin eine letzte "Qualitätsprüfung" mit jemandem
aus der Bezirksregierung.