Warum 4 Mikrofone am Rednerpult?

Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #4257325
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Won K. schrieb:
> Weil Redner die dumme Angewohnheit haben sich zu bewegen. Man will kein
> Stereo, man will eine gleichmäßige Lautstärke, egal in welche Richtung
> grad gesprochen wird und das geht mit vier Mikrofonen besser als mit
> zwei.
Da ist die dort gewählte Anordnung aber extrem ungünstig.
Oder andersrum: es hätten die beiden äusseren Mikros gereicht.

Es könnte auch schlichte Protzerei auf unterstem Niveau sein: "Schau 
mal, wir können da vier anbauen, obwohl eins schon reichen würde!"
(wirklich cool wäre allerdings, wenn da kein Mikrofon zu sehen wäre 
und man die Rede trotzdem verstehen könnte).

Einen guten und erfahrenen Redner erkennt man daran, dass er sein 
"Instrument", das Mikrofon, kennt und weiß, dass er seinen Kopf so 
bewegen und drehen muss, dass er immer in Richtung des Mikrofons 
spricht.
Gast #4257351
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Lothar M. schrieb:
> Da ist die dort gewählte Anordnung aber extrem ungünstig.
> Oder andersrum: es hätten die beiden äusseren Mikros gereicht.

Das kommt auf die Beschallungsanlage im Raum an. Wählt man nur 2 Mikros 
mit breiter Charakteristik, könnte es zu Rückkopplungen kommen. Also 
besser mehr Mikros mit enger Charakteristik. Teils werden auch 6 oder 8 
verwendet, wovon 4 auf der Bühne symetrisch verteilt werden. Somit kann 
man die Signalstärke besser auspegeln, Rückkopplungen vermeiden und hat 
trotzdem noch die Chance den Redner zu verstehen.

Lothar M. schrieb:
> Einen guten und erfahrenen Redner erkennt man daran, dass er sein
> "Instrument", das Mikrofon, kennt und weiß, dass er seinen Kopf so
> bewegen und drehen muss, dass er immer in Richtung des Mikrofons
> spricht.

Ein guter Redner spricht an vielen Orten und muss nicht die örtlichen 
PA-Verhältnisse kennen. Das ist Aufgabe eines Tontechnikers.
Moderator (Firma: Titel) Persönliche Seite #4257396
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lächler schrieb:
> Das kommt auf die Beschallungsanlage im Raum an.
Raum?
Was da in dem Link dargestellt ist, ist ein Autodach mit 4 Mikrofonen 
in jeweils ca. 15cm Entfernung.

> Ein guter Redner spricht an vielen Orten und muss nicht die örtlichen
> PA-Verhältnisse kennen. Das ist Aufgabe eines Tontechnikers.
Ein guter Gitarrist kann seine Gitarre auch mal selber stimmen und muss 
dafür nicht seinen Roadie herbestellen. Sprich: er kennt wenigstens die 
Grundlagen seines Instruments.
Um den Saitenwechsel und die Halskrümmung muss er sich dann nicht mehr 
kümmern...
#4257419
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Mit 4 Mikros sollte man doch eine recht sehr gute Richtwirkung erzielen 
können, um Störungen und Signale - auch Rückkopplungen - aus anderen 
Richtungen auszufiltern?

Und sicher, etwas Protzerei ist auch dabei. Die Bilder, dass richtig 
wichtigen Leuten zwei dutzend Mikros entgegengesteckt werden, sind 
mindestens Unterbewusst in unseren Köpfen.
Gast #4257529
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Hi, trx,

eine nützliche Anwendung wäre ein Phased Array, das sich auf die Lippen 
des Redners fokussiert.

Das dürfte die Schallaussteuerung vereinfachen und verkürzen, durch 
größere Unempfindlichkeit gegenüber reflektiertem Schall.

Wenn es das nicht schon gibt, wohl beginnend in Film- und 
Fernsehstudios, dann ist es in Kürze zu erwarten.


Ciao
Wolfgang Horn
Gast #4257586
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Diese (festinstallierten) Mikrofon-Batterien an Rednerpulten lassen
sich auch unschwer als phallisches Imponiergehabe interpretieren.
Besonders Politiker aus demokratiefernen Staaten schätzen solche
imposanten Anordnungen bei ihren Auftritten.

Moderne Beschallungstechnik sieht anders aus. Ein schönes Beispiel
für ein leistungsfähiges fortschrittliches Mikrofonsystem bietet das
Rednerpult im Plenarsaal des Deutschen Bundestags:

http://www.bing.com/images/search?q=sch%C3%A4uble+rednerpult&view=detailv2&&id=AEDDF0EF66070B2041509A8A92E8408B9A895A3F&selectedIndex=20&ccid=Ye%2bHzm6q&simid=608008095243635163&thid=OIP.M61ef87ce6eaabe87ce3790e1ebecbdf4o0&ajaxhist=0

Noi, es esch koin Schwab, es esch oin Badenser!  :-)

https://www.irt.de/de/produkte/akustik/kardioid-ebenen-mikrofon-kem.html
http://www.microtechgefell.de/index.php/de/mikrofone/livesound-a-installation/tisch-a-deckenmikrofone/439-kem970
Gast #4257647
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J. A. schrieb:

> Heute hat doch jeder
> Abgeordnete sein Smartphone dabei - mit der entsprechenden App könnten
> die Leute auch direkt ins Spaßschachterl quatschen.

Mit Handy-Sprach-Qualität ... der Resonanzraum des mikes dieser 
Handy-flunder macht aus jeder ausgefeilten Sprachrhetorik nach 
altersschwäche klingendes Gekrächz.

Gruß
Gast #4257735
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Das ist das Analogon zu einer Anordnung von Lautsprecher in einer Linie, 
der Linienschallquelle. Bei einer punktförmigen Schallquelle nimmt die 
Lautstärke mit 1/r² ab, bei einer Linienschallquelle mit 1/r (r ist der 
Abstand orthogonal zur Linie.

Damit kann der Redner etwas mehr herumhampeln...
Gast #4257850
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Hi, "Ich",

> Mikrofonarrays gibt es auch schon:
> http://www.thomann.de/de/beyerdynamic_mpr_210.htm
> http://www.beyerdynamic.de/shop/ct/conference-tech...

Js, "Array". Ein Mikrofonsystem von 30 cm Breite mag eine 
Linearanordnung von mehreren Einzelmikrofongen enthalten, die parallel 
geschaltet sind.
Das wirkt dann ähnlich wie ein Schalltrichter, der keine quadratische 
Öffenung hat, sondern eine mit geringer Höhe, aber großer Breite.

Ich erwarte dagegen ein Mikrofonsystem, das die Signale der 
Einzelmikrofone individuell verzögert, damit die Laufzeit von den Lippen 
zum Summenpunkt für alle Mikrofone gleich ist.
Dazu muss es einen Algorithmus geben, der diese Laufzeiten an den Ort 
des Sprechers anpasst - ihm dann auch folgen kann.

Hätten das die erwähnten Mikrofone, hätte das eine Schlagzeile 
angekündigt.


Ciao
Wolfgang Horn
#4257983
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Werktätiger schrieb:
> J. A. schrieb:
>
>> Heute hat doch jeder
>> Abgeordnete sein Smartphone dabei - mit der entsprechenden App könnten
>> die Leute auch direkt ins Spaßschachterl quatschen.
>
> Mit Handy-Sprach-Qualität ... der Resonanzraum des mikes dieser
> Handy-flunder macht aus jeder ausgefeilten Sprachrhetorik nach
> altersschwäche klingendes Gekrächz.
>
> Gruß

es sollte ja eigentlich auch der INHALT zählen und nicht der Worte 
Wohlklang....
Gast #4258079
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Zu erwähnen ist bei dieser Aufstellung die ungünstige Auslöschung, 
handelt es sich nicht um eine Stereo Wiedergabe. Die Mono Summierung 
mehrerer nicht kohärenter Mikrofone führt natürlich zu 
Kammfiltereffekten. Hört man immer wieder sehr schön (Kirchentag usw.) 
Ein Mikrofon wäre ausreichend. Die bei Beschallungen üblichen 
"Schwanenhälse", haben in der regel eine sehr enge Richtcharakteristik
#4258499
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Matthias L. schrieb im Beitrag #4258080:

>> Der hat ja einen ganzen Strauß Mikrofone vor sich. Das muß ein
>> (ge)wichtiges Kerlchen gewesen sein.
>
> Offenbar, wenn die Bayern gleich einen Flughafen nach ihm benennen...

Das ist aber nur ein Flughafen mitten in der bayrischen Provinz
bei einem kleinen Dorf namens Attaching. :-)
#4259305
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Matthias L. schrieb im Beitrag #4258080:
> Paul B. schrieb im Beitrag #4258064:
>> Der hat ja einen ganzen Strauß Mikrofone vor sich. Das muß ein
>> (ge)wichtiges Kerlchen gewesen sein.
>
> Offenbar, wenn die Bayern gleich einen Flughafen nach ihm benennen...

Nach ihm sind Flughäfen, Komponisten und Vögel benannt.

Grüße
Richard
#4259431
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Matthias L. schrieb:
>>Nach ihm sind Flughäfen, Komponisten und Vögel benannt.
>
> Bist du sicher, daß du die Reihenfolge nicht verwechselst?

Gut, dann erklär ich es Dir eben.
Der Satz stammt vom bayerischen Kabarettisten Helmut Schleich, der in 
seiner Paraderolle FJS Jahrzehnte nach seinem Tod wieder auftreten und 
ihn diesen Satz in Ich-Form aussprechen läßt.

Auf Youtube sollte dieser Auftritt zu finden sein.

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