Thaleskreis, wie hat er es entdeckt?

Gast #7291209
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Hi, der Thaleskreis sagt aus, dass ein Dreieck im Kreis, wo eine Linie 
im Kreis zwischen dem Kreismittelpunkt geht und man zwei weitere Linien 
in einem Punkt vereint, immer einen 90°-Winkel bilden.  T. von Mileth 
soll das postuliert haben. Aber wie haben die Griechen das 
herausgefunden? Und wie haben die konstruiert und gezeichnet? Hatten die 
schon Papier oder wurde alles im Sand am Meer entwickelt?
Gast #7291226
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kein Mathegenie schrieb:
> wie haben die konstruiert und gezeichnet?

Lineal und Zirkel sind jetzt nicht so wahnsinnig High-Tech.
Damals hat man sehr viel über geometrische Konstruktion erreicht. Das 
kennt/kann heute wahrscheinlich niemand mehr so richtig nachvollziehen, 
weil wir inzwischen ganz andere Methoden haben.
Außerdem gab es damals wahrscheinlich längst nicht so eine schlimme 
Leistungsgesellschaft wie heute. Als Mathematiker konntest du dich dann 
vermutlich auch mal 1-2 Jahre hinsetzen und so eine Theorie ausarbeiten, 
ohne vom BWLer rausgeekelt zu werden.
Gast #7291277
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Eigentlich ist der "Beweis" nicht so schwer:

* Um jedes Rechteck ABCD lässt sich ein Kreis mit dem Radius r 
umschreiben, nämlich dadurch, dass man die Diagonalen AC und BD im 
Rechteck bestimmt.
* Die Diagonalen schneiden sich im Punkt M.
* Für den Radius des Kreises gilt: R = MA = MB = MC = MD
* Die Diagonale AC teilt das Rechteck in zwei rechtwinklige Dreiecke ABC 
und CDA deren Hypothenuse sie darstellt
* Die Punkte B und D liegen auf dem Kreisbogen
Gast #7291323
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kein Mathegenie schrieb:
> Aber wie haben die Griechen das herausgefunden?

Die Mathematik war (nach Religion=beobachten und postulieren und 
Philosophie=nachdenken) die erste Wissenschaft. Und bis heute die einzig 
exakte.

Ob Thales den Satz gefunden hat oder er schon 1000 Jahre bekannt war, 
spielt keine Rolle.

Du kannst jedoch davon ausgehen, dass ein gebildeter Grieche der Zeit 
alles zu Brüchen und irrationalen Zahlen wusste, was Du je lernen wirst.

Die rechnerei ging über die Geometrie damals. Und ein Lineal (aus Zirkel 
und Lineal) ist ein einfacher Stab, ohne cm oder andere Markierungen.
Gast #7291327
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kein Mathegenie schrieb:
> Karl schrieb:
>> Die
>> Griechen hatten schon allerlei (feinmechanische) Konstruktionen
>
> Ob die auch schon eine Art Drehbank hatten :-) ?

Wenn die Frage ernst gemeint ist : Ja. Selbst die Ägypter 1300 v.Chr. 
sollen schon welche benutzt haben.
Zitat:
"Die Drehbank ist ein uraltes Werkzeug. Der früheste Nachweis einer 
Drehbank stammt aus dem alten Ägypten um 1300 v. Es gibt auch schwache 
Beweise für seine Existenz an einer mykenischen griechischen Stätte, die 
bis in das 13. oder 14. Jahrhundert v. Chr. zurückreicht.
Das erste bekannte Gemälde, das eine Drehbank zeigt, stammt aus dem 3. 
Jahrhundert v. Chr. im alten Ägypten .

 Drehmaschine - https://de.abcdef.wiki/wiki/Lathe
Gast #7291357
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Medusa schrieb:
> Eigentlich ist der "Beweis" nicht so schwer:
>
> * Um jedes Rechteck ABCD lässt sich ein Kreis mit dem Radius r
> umschreiben, nämlich dadurch, dass man die Diagonalen AC und BD im
> Rechteck bestimmt.
> * Die Diagonalen schneiden sich im Punkt M.
> * Für den Radius des Kreises gilt: R = MA = MB = MC = MD
> * Die Diagonale AC teilt das Rechteck in zwei rechtwinklige Dreiecke ABC
> und CDA deren Hypothenuse sie darstellt
> * Die Punkte B und D liegen auf dem Kreisbogen

Das zeigt: Zu jedem rechtwinkligen Dreieck gibt es einen Thaleskreis.
Die Umkehrung, jedes Dreieck im Thaleskreis ist rechtwinklig,
wäre noch zu zeigen.
#7291418
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herausfinden könnte man das ja allein schon durchs zeichnen. Viel 
interessanter ist wie die das mathematisch bewiesen haben.
Oder war der mathematische Beweis vor der Zeichnung da?
Das wäre ja nochmal beeindruckender.

ansonsten gibt YouTube unzählbar viele Videos zu altertümlichen 
Konstruktionen her bei denen man erstaunlich stark ins Grübeln kommt.

irgendwo hatte ich auch mal was interessantes gesehen. man hat im 
Steinbruch der Pyramiden Bohrlöcher in Granitgestein gefunden die man so 
wie sie sind auch heute nicht bohren könnte :)

oder diese altertümlichen Batterien. Quasi ein Tontopf mit Säure, die 
tatsächlich auch Strom erzeugen können. Fragt sich nur, und das wäre 
unfassbar, ob die Erbauer dieser Batterie das wussten und beabsichtigt 
haben

(ob das alles so stimmt ist natürlich nochmal was anderes)
#7291520
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A. S. schrieb:
> Die Mathematik war (nach Religion=beobachten und postulieren und
> Philosophie=nachdenken) die erste Wissenschaft. Und bis heute die einzig
> exakte.

ist auch ein Glaube

https://www.spektrum.de/video/unendlich-minus-unendlich-pi/1542013
https://www.youtube.com/watch?v=C8pCekidqcQ
https://www.youtube.com/watch?v=CdSjy7PFnB0
https://www.youtube.com/watch?v=XTsaZRKx9UI

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