Hi, der Thaleskreis sagt aus, dass ein Dreieck im Kreis, wo eine Linie
im Kreis zwischen dem Kreismittelpunkt geht und man zwei weitere Linien
in einem Punkt vereint, immer einen 90°-Winkel bilden. T. von Mileth
soll das postuliert haben. Aber wie haben die Griechen das
herausgefunden? Und wie haben die konstruiert und gezeichnet? Hatten die
schon Papier oder wurde alles im Sand am Meer entwickelt?
kein Mathegenie schrieb:> wie haben die konstruiert und gezeichnet?
Lineal und Zirkel sind jetzt nicht so wahnsinnig High-Tech.
Damals hat man sehr viel über geometrische Konstruktion erreicht. Das
kennt/kann heute wahrscheinlich niemand mehr so richtig nachvollziehen,
weil wir inzwischen ganz andere Methoden haben.
Außerdem gab es damals wahrscheinlich längst nicht so eine schlimme
Leistungsgesellschaft wie heute. Als Mathematiker konntest du dich dann
vermutlich auch mal 1-2 Jahre hinsetzen und so eine Theorie ausarbeiten,
ohne vom BWLer rausgeekelt zu werden.
Archimedes hat mal gesagt: noli tangere meos circulos. Was soviel
heisst: Berühre meine Kreise nicht. Er hat seine Überlegungen sicher im
Sand gezeichnet.
aber dennoch ziemlich spannend, was die damals alles hinbekommen haben.
Cheesus schrieb:> Archimedes hat mal gesagt: noli tangere meos circulos.
War Archiemedes Römer?
kein Mathegenie schrieb:> Hatten die> schon Papier oder wurde alles im Sand am Meer entwickelt?
Mann sollte aufhören seine vorfahren als primitive Affen zu sehen. Die
Griechen hatten schon allerlei (feinmechanische) Konstruktionen und mit
Sicherheit konten die auch technisch zeichnen.
kein Mathegenie schrieb:> aber dennoch ziemlich spannend, was die damals alles hinbekommen> haben.> Cheesus schrieb:>> Archimedes hat mal gesagt: noli tangere meos circulos.>> War Archiemedes Römer?
Nein, aber nach der Überlieferung, war dieser Ausspruch das letzte was
er gesagt hat…
Eigentlich ist der "Beweis" nicht so schwer:
* Um jedes Rechteck ABCD lässt sich ein Kreis mit dem Radius r
umschreiben, nämlich dadurch, dass man die Diagonalen AC und BD im
Rechteck bestimmt.
* Die Diagonalen schneiden sich im Punkt M.
* Für den Radius des Kreises gilt: R = MA = MB = MC = MD
* Die Diagonale AC teilt das Rechteck in zwei rechtwinklige Dreiecke ABC
und CDA deren Hypothenuse sie darstellt
* Die Punkte B und D liegen auf dem Kreisbogen
kein Mathegenie schrieb:> Aber wie haben die Griechen das herausgefunden?
Die Mathematik war (nach Religion=beobachten und postulieren und
Philosophie=nachdenken) die erste Wissenschaft. Und bis heute die einzig
exakte.
Ob Thales den Satz gefunden hat oder er schon 1000 Jahre bekannt war,
spielt keine Rolle.
Du kannst jedoch davon ausgehen, dass ein gebildeter Grieche der Zeit
alles zu Brüchen und irrationalen Zahlen wusste, was Du je lernen wirst.
Die rechnerei ging über die Geometrie damals. Und ein Lineal (aus Zirkel
und Lineal) ist ein einfacher Stab, ohne cm oder andere Markierungen.
kein Mathegenie schrieb:> Karl schrieb:>> Die>> Griechen hatten schon allerlei (feinmechanische) Konstruktionen>> Ob die auch schon eine Art Drehbank hatten :-) ?
Wenn die Frage ernst gemeint ist : Ja. Selbst die Ägypter 1300 v.Chr.
sollen schon welche benutzt haben.
Zitat:
"Die Drehbank ist ein uraltes Werkzeug. Der früheste Nachweis einer
Drehbank stammt aus dem alten Ägypten um 1300 v. Es gibt auch schwache
Beweise für seine Existenz an einer mykenischen griechischen Stätte, die
bis in das 13. oder 14. Jahrhundert v. Chr. zurückreicht.
Das erste bekannte Gemälde, das eine Drehbank zeigt, stammt aus dem 3.
Jahrhundert v. Chr. im alten Ägypten .
Drehmaschine - https://de.abcdef.wiki/wiki/Lathe
Medusa schrieb:> Eigentlich ist der "Beweis" nicht so schwer:>> * Um jedes Rechteck ABCD lässt sich ein Kreis mit dem Radius r> umschreiben, nämlich dadurch, dass man die Diagonalen AC und BD im> Rechteck bestimmt.> * Die Diagonalen schneiden sich im Punkt M.> * Für den Radius des Kreises gilt: R = MA = MB = MC = MD> * Die Diagonale AC teilt das Rechteck in zwei rechtwinklige Dreiecke ABC> und CDA deren Hypothenuse sie darstellt> * Die Punkte B und D liegen auf dem Kreisbogen
Das zeigt: Zu jedem rechtwinkligen Dreieck gibt es einen Thaleskreis.
Die Umkehrung, jedes Dreieck im Thaleskreis ist rechtwinklig,
wäre noch zu zeigen.
hex-fan schrieb:> Die Umkehrung, jedes Dreieck im Thaleskreis ist rechtwinklig,> wäre noch zu zeigen.
Das ergibt sich schon aus der Symmetrie bzgl. der Hypotenuse.
herausfinden könnte man das ja allein schon durchs zeichnen. Viel
interessanter ist wie die das mathematisch bewiesen haben.
Oder war der mathematische Beweis vor der Zeichnung da?
Das wäre ja nochmal beeindruckender.
ansonsten gibt YouTube unzählbar viele Videos zu altertümlichen
Konstruktionen her bei denen man erstaunlich stark ins Grübeln kommt.
irgendwo hatte ich auch mal was interessantes gesehen. man hat im
Steinbruch der Pyramiden Bohrlöcher in Granitgestein gefunden die man so
wie sie sind auch heute nicht bohren könnte :)
oder diese altertümlichen Batterien. Quasi ein Tontopf mit Säure, die
tatsächlich auch Strom erzeugen können. Fragt sich nur, und das wäre
unfassbar, ob die Erbauer dieser Batterie das wussten und beabsichtigt
haben
(ob das alles so stimmt ist natürlich nochmal was anderes)
Bester Gast schrieb:>> Archimedes hat mal gesagt: noli tangere meos circulos.
damit das nicht so falsch stehen bleibt, richtig wäre:
noli turbare circulos meos
noli me tangere ist u.a. die Bezeichnung einer Pflanze > Springkraut
Der Thalskreis mit den 90 Grad ist in sofern einfach wie die
Hypothenuse, als Kreisdurchmesser =1 ist, sich die An- und Gegenkathete
als a^2+b^2 wie sin^2 + cos^2 verhalten.