Hallo,
ich möchte gerne herausfinden wann bei mir zuhause jemand an der Tür
klingelt. Da ich aber nicht die ganzen Wände aufreisen will und das
ganze sehr einfach halten will, habe ich keine direkten Zugang zum
Klingelschalter.
Anbei meine "Klingelanlage"
Ich habe nur zugriff zu den Gelb Markierten bereich.
Wenn das ganze eine Gleichsspannung wäre, dann würde ich einfach an den
AD Eingang eines Atmegas die Kabel hängen und sobald ich ein Stromfluss
messen kann ist der Klingelstromkreis gerade geschlossen.
Nur weiss ich nicht wie ich das ganze hier umsetzen könnte, da es ja
Wechselstrom ist.
Habt ihr eine Idee? vielleicht sogar eine ohne Analogen teil? so das ich
das ganze direkt an ein Digitalport abfragen kann, weil mich
interessiert ja nicht wieviel Strom fließt sondern wirklich nur KLingelt
jemand gerade oder nicht.
Funk-Gongs (z.B. von der Firma Grothe) haben einen Sender, welcher
parallel zur bestehenden Klingel angeklemmt wird.
Der zugehörige Empfänger klingelt (und blinkt) dann "parallel" zum
herkömmlichen Gong.
Ich erinnere mich nicht dran, ob der Empfänger auch noch zusätzlich
einen Schalt-Ausgang hat. Der grundsätzliche Ansatz
(Funk-Sender/Empfänger) scheint mir jedenfalls alle deine Anforderung
zur erfüllen:
"möchte heraus finden ... wann bei mir zuhause jemand an der Tür
klingelt"
"Da ich aber nicht die ganzen Wände aufreisen will"
"und das ganze sehr einfach halten will"
Wenn geklingelt wird, fließt Strom durch die drei Dioden. An ihnen
fallen ca 2,5 Volt ab. Über einen Vorwiderstand zur Strombegrenzung wird
damit die LED des Optopkopplers angesteuert. Der Ausgangs-Transistor des
Optkopplers schaltet ein.
Eine vierte Diode leitet die negative Halbwelle durch. Der Optokoppler
reagiert nicht auf die negatve Halbwelle.
Wenn jemand klingelt, shcaltet der Optokoppler also puslieren mit 50Hz
an und aus. Dieses Signal kannst du weiter auswerten. Ich würde hier
noch eine Entstörung hinzufügen, damit die Schaltung nicht
irrtümlicherweise auf elektromagnetische Störungen reagiert. Das kannst
du wahlweise mit Hardware oder Software machen.
Kannst du mit diesem Ansatz etwas anfangen?
Danke für euere Antworten, hätte nicht gedacht das so schnell jemand
Antwortet :)
Der Ansatz mit den Funk Geber kommt bei mir nicht in frage, da meine
Klingel im E.G ist, der Trafo aber im Keller und ich möchte das Signal
im Keller auswerten da auch dort mein RaspberryPI hängt der auch die
Restliche Haussteuerung übernimmt.
Die Idee von Stefanus finde ich sehr Interessant, ich glaube das werde
ich mal versuchen nach zu bauen.
Solltet ihr noch andere Ideen haben bin ich aber gerne dafür offen,
werde für das Basteln erst am Wochenende zeit finden, werde dann
berichten wie es geklappt hat.
Stefan schrieb:> Ich habe nur zugriff zu den Gelb Markierten bereich.
Da liegt immer Spannung an, du musst also den Strom erkennen. Eine
richtige Klingel zieht locker 1A, bei einer elektronischen
batteriebetriebenen die nur getriggert wird ist der Strom minimal.
Es gibt also keine Lösung unabhängig von der Klingel.
Ein Stromsensor wie ACS712-05 liefert über 0.1V wenn eine konventionelle
Klingel klingelt, das sollte ein uC mit Komparator erkennen können.
> Es gibt also keine Lösung unabhängig von der Klingel.
Mein Schaltungsvorschlag funktioniert auch mit geringen Strömen. Sogar
mit DC, wenn man sie richtig herum polt.
Stefan schrieb:> Der Ansatz mit den Funk Geber kommt bei mir nicht in frage, da meine> Klingel im E.G ist, der Trafo aber im Keller und ich möchte das Signal> im Keller auswerten
Naja, ich traue den Funkwellen auch zu, den Weg bis in den Keller selbst
zu finden ;-)
Aber Stefans Ansatz ist wesentlich weniger aufwändig, den würde ich wohl
auch erst mal angehen.
Stefan U. schrieb:> Mein Schaltungsvorschlag funktioniert auch mit geringen Strömen. Sogar> mit DC, wenn man sie richtig herum polt.
Ja natürlich, aber über 2V Spannungsabfall bei 8V Versorgung ist schon
eine Menge.
Falls keine galvanische Trennung notwendig ist: eine Diode, durch die 1A
fließt, liefert genügend Dropspannung (~0.7 .. 0.8V), um einen
Transistor mit 10k Last durchzuschalten. Das sollte auch gehen.
Ein Reedkontakt mit ein paar Windungen drauf sollte auch gehen.
Oder gleich so ein Relais aus einem alten Modem für die Stromschleife.
Ich habe da 10Ohm gemessen.
Ich würde auch probieren, den Spannungsabfall zu vermeiden.
Man kann ja auch mit einem empfindlichen Hallgeber experimentieren.
Einen der Drähte 10mal um einen kleinen Eisenkern und den Hallgeber
direkt da dran. Die Impulse sollte ein µC messen können.
Oder einen induktiven Strommesswandler nehmen, 10 Windungen primär und
100-200 sekundär, da müßte man auch messbare Resultate ohne großen
Spannungsverlust bekommen.
michael_ schrieb:> Ein Reedkontakt mit ein paar Windungen drauf sollte auch gehen.
Das könnte durchaus mit 100Hz flackern
HildeK schrieb:> Falls keine galvanische Trennung notwendig ist:
Wäre ich persönlich vorsichtig. Rutscht irgendein Heini mal bei Arbeiten
an Klingel/Türöffner etc. ab und macht einen Schluss gegen Erde ist die
Elektronik des TOs am A... und keiner weiss warum.
HildeK schrieb:> Ja natürlich, aber über 2V Spannungsabfall bei 8V Versorgung ist schon> eine Menge.
2V auf der einen Halbwelle 0,7V auf der anderen.
Da die Klingeltrafos oft eh etwas mehr Spannung liefern um auch an
langen dünne Leitungen zu funktionieren könnte es durchaus gehen.
Der TO muss aber schauen, daß nicht zufällig dann auch der Strom für den
Türöffner durch die Schaltung fliesst.
HildeK schrieb:> michael_ schrieb:>> Ich habe da 10Ohm gemessen.>> Wenn die Klingel 1A braucht, wie oben mal genannt, dann gehen 10Ω nicht
Darauf habe ich gewartet!
Der Parallelwiderstand wurde schon erfunden.
Der Andere schrieb:> michael_ schrieb:>> Ein Reedkontakt mit ein paar Windungen drauf sollte auch gehen.>> Das könnte durchaus mit 100Hz flackern
Na und?
Das Entprellen eines Schalters wurde schon erfunden.
michael_ schrieb:> Darauf habe ich gewartet!> Der Parallelwiderstand wurde schon erfunden.
Klar, aber ohne Daten zu deinem alten Modemrelais hilft der u.U. auch
nicht.
Miss die Spannung am klingeltrafo. Wenn geklingelt wird, dann sinkt sie.
Ob ac oder DC ist egal, das kannst du in software lösen. Ob es
grundsätzlich geht kannst du schnell per Multimeter herausfinden.
michael_ schrieb:> Die Klingel sagen wir mal 600mA.
Warum denn hier nutzlose Vermutungen anstellen? Der TO soll doch einfach
mal in seinem "gelben Bereich" messen und die Ergebnisse posten.
- Klemmenspannung des Trafos im Leerlauf / unter Last?
- Strom bei aktivierter Klingel?
Klingeltrafos besitzen ja meist eine "weiche" Ausgangsspannung, die
bei Last massiv einbricht. Dieses Verhalten könnte man in Verbindung
mit einem geeigneten Relais (geringer Stromaufnahme) nutzen, das bei
Unterspannung abfällt und so das Klingeln auswertet.