Hallo allerseits!!
Heute habe ich mir eine Oszilloskop gekauft.
Das Hameg hm 203-7 :)
Leider liegt dem kein Zubehör bei.
Neben einem Kaltgerätestecker ( ich brauche doch ein Kaltgerätestecker
IEC-60320 C19 / C20 - z.b. von einem PC Netzteil, oder? ) benötige ich
noch 2 Tastköpfe. Da dies mein erstes Oszi ist, würde ich mich sehr über
ein Tipp freuen, welches es denn am besten sein soll :)
(Ohne jetzt welche zu nennen, die 15Euro das Stück kosten - oder habe
ich da gerade ein falsches Preisniveau vor Augen?).
Wäre supernett von euch!
Liebe Grüße, Kasto.
Das kommt ganz darauf an. Wenn dieses dein einziges Scope bleibt, dann
solltest du Tastköpfe nehmen, die MINDESTENS die Bandbreite des Hamegs
haben.
Ich bin wahrscheinlich etwas älter als du und habe mir ein HMO3524
gegönnt. Das Gerät hat eine nominale Bandbreite von 350 MHz, jedoch habe
ich die mitgelieferten Tastköpfe (weil Chinadinger) im Kaerton gelassen
und günstig 4 LeCroy 10:1 mit 500MHz BW ergattert. Es ist ein gewaltiger
Unterschied. Es ist schwierig, darauf ein passende Antwort zu geben,
zumal Tastköpfe eigentlich Verschleissartikel sind und es auch davon
abhängt, an was du mit denen messen möchtest. Wenn du z.B. Anstiegs-
bzw- Abfallzeiten von Flanken messen willst, sind Köpfe mit höherer
Bandbreite zu bevorzugen. Es ist also ein Kompromiss zwischen Preis und
Verfälschung der Signale zu finden. Da dein 203-7 mit 20 MHz angegeben
ist würde ich mindestens welche mit 50 MHz oder mehr Bandbreite suchen.
> Ebay-Artikel Nr. 270840576634> denn eine Anstiegszeit von 17,5ns für einen angeblichen 100MHz Tastkopf> ist ein schlechter Witz.
Upps .. *dunk&renn*
Ich weiß zwar nicht warum, aber wenn du es sagst, wird es wohl schon
stimmen.
Alternativen? Ich tappe hier eh nur blind rum. Und auf Ratespielchen
will ich mich nicht verlassen.
Kasto schrieb:> die vorgeschlagenen Tastköpfe haben eine Bandbreite von 15 und 150Mhz.> Die 15mhz bringen mir dann ja aber garnichts.
15MHz bei 1:1, 150MHz bei 10:1.
Das ist normal. In der 1:1 Einstellung ist die Bandbreite immer
erheblich reduziert. Die kapazitive Last ist in dieser Einstellung
relativ hoch, dass du in diesem Modus sowieso keine Hochfrequenz-Messung
machen solltest. Standardeinstellung für MHz aufwärts ist 10:1.
Ich verwende diesen Typ bei einem 100MHz Scope und der macht sich auch
da ganz gut.
rudi schrieb:> ok. Warum das so ist, solltest du mal nachlesen. Dann weisst du schon> mehr als A. K. (prx)
Hättest du mir einen Tipp worauf du damit rauswillst?
Selbst bei einem 100MHz Scope fällt es mir schwer, zwischen dem LF312
und dem HF212 10:1 einen wirklich deutlichen Unterschied festzustellen.
Bei einem 20MHz Gerät halte ich alles jenseits der LF Klasse für
überflüssig.
Kasto schrieb:> Kann da wer mal kurz drüber gucken? :)
Ich habe neben den Testecs LF312 und HF212 auch ein Doppelpack
ebay-Billigdinger rumliegen. Der Unterschied ist gewaltig. Ob das bei
einem 20MHz Scope auch derart auffallen würde weiss ich allerdings
nicht.
Eine Empfehlung werde ich folglich für diese ebay-Ware nicht
aussprechen, auch wenn darunter vielleicht welche sein könnten, die mit
deinem Scope brauchbar wären.
A. K. schrieb:> Hättest du mir einen Tipp worauf du damit rauswillst?
Ja. Ich hatte ja geschrieben, dass wenn der TE dieses Scope nicht mehr
"updaten" will, dann reichen die empfohlenen 50/150MHz Köpfe von
Reichelt. Wenn er aber feststellt, dass ein DigiScope doch seine Vorzüge
hat und dieses aus o.a. Gründen auch gebraucht kauft, dann muss er nicht
noch einmal in bessere Tastköpfe investieren. (Die meisten gebrauchten
Scopes werden kurioserweise fast immer ohne Tastköpfe verkauft - warum
wohl?) Ich selbst horte immer noch den alten von meinem Hameg 512,
15MHz, welches ich mir damals in der Lehre gekauft habe :-).
Kasto schrieb:> Najut. Reichelt 50Euro und gut is.
Wieso 50€? Die LF312 kosten im Doppelpack 34€. Die MF312 ergeben nur
Sinn, wenn du in absehbarer Zeit vorhast, das Scope durch ein Teil
jenseits 100MHz zu ersetzen. Wahrscheinlicher ist im
Mikrocontroller-Umfeld jedoch der Upgrade auf ein DSO der 50-100MHz
Klasse.
> Brauche ich sonst noch was für die ersten Meter?
Nö. Wobei ich ein bisschen erstaunt bin, dass bei euch weit und breit
nirgends ein überschüssiges Kaltgerätekabel in irgendeiner Ecke
verstaubt.
rudi schrieb:> Wenn er aber feststellt, dass ein DigiScope doch seine Vorzüge> hat und dieses aus o.a. Gründen auch gebraucht kauft, dann muss er nicht> noch einmal in bessere Tastköpfe investieren.
Yup. Aber wem 20€ Preisdifferenz für Tastköpfe dieser Klasse auf den
Magen schlagen, weil Schüler/Azubi/Student, dem fällt selten ein DSO mit
mehr als 100MHz Bandbreite zufällig vor die Füsse. Und bis dahin tun es
die LFs auch.
Aber klar, schaden tun die teureren Typen auch nicht.
> (Die meisten gebrauchten> Scopes werden kurioserweise fast immer ohne Tastköpfe verkauft
Dass Scopes oft ohne Tastköpfe bei ebay&Co landen liegt auch daran, dass
sie schneller kaputt gehen als die Scopes und man gern welche in Reserve
vorhält. Und vielleicht auch daran, dass man bei ebay oft mehr
rauskriegt, wenn man Geräte und Zubehör separat verkauft, als wenn man
das im Paket macht.
@Kasto
Ich würde dir für ein Hameg 20 MHz Oszilloskop ohne zu zögern einen
preiswerten Tastkopf von Testec empfehlen. Wie auf dem Bild zu sehen
gibt es eine frappierende Ähnlichkeit zwischen Hameg ( grau ) und Testec
Tastköpfen. Liegt wohl daran, das Hameg umgelabelte Testec bei den
Oszilloskopen beilegt... Allerdings haben die anderen Vorredner
natürlich recht das es einen Unterschied macht was man messen will und
welcher Tastkopf dann der richtige ist.
An meinem 400 MHz Scope kann ich an der Verzerrung des Kurvenverlaufs
genau feststellen, ob ich den guten 500 MHz Testec Tastkopf oder den
einfachen 150 MHz Testec oder den 35 MHz Hameg benutze. Mit der
allgemeinen Verarbeitungsqualität der Testecs bin ich zufrieden. Ebenso
mit der Verfügbarkeit in diversen Shops und dem entsprechenden Zubehör.
Du hast allerdings ein 20 MHz Hameg, das für den Einstieg eine gute Wahl
ist, aber ein zu teurer Testkopf ist daran aber überdimensioniert. Halte
aber im Auge, das beim Umstieg auf ein anderes Oszilloskop mit höherer
Bandbreite neue Tastköpfe fällig sind, da sonst das bessere Skope nicht
besser misst als das alte. Wenn du Preise vergleichst, vergleiche auch
dabei immer die Eingangskapazität der Tastköpfe im entsprechenden
Messbereich. Dann kann man schnell feststellen, das es keine
Preisunterschiede gibt sondern nur Qualitätsunterschiede.
Gruß,
dasrotemopped