Bistabiles Relais an 230V einsetzbar?

Gast #4950999
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Hallo,

ich möchte gerne eine 230 VAC Steuerspannung für ein Heizventil mit 
einem batteriegespeistem Gerät (AVR Controller) steuern. Normalerweise 
würde ich ein SSR nehmen, aber da das Gerät mit Batterien betrieben 
wird, muss es ein bistabiles Relais sein.

Ich habe mir folgendes rausgesucht:

http://www.mouser.ch/search/ProductDetail.aspx?R=0virtualkey0virtualkeyEA2-5SNJ

Mein Plan ist, einfach direkt die Spule mit einem tiny anzusteuern. Der 
Spulenwiderstand von 250 Ohm lässt das zu.

Schema:

230 V
Steuer  -------- Relais ----- AVR ---------------- Temperatursensor
leitung

Die Frage ist eher nach der Sicherheit. Da ich nur Bastler bin, möchte 
ich ungern einen Erdschluss mit meinem Körper herstellen. Wie sicher 
sind solche Relais?

Der GAU wäre, wenn 230V am Temperatursensor anliegen, da die ganze 
Schaltung an der gleichen Masse hängt.
#4951017
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Timmy schrieb:
> Wie sicher sind solche Relais?

Nicht besonders, sie dienen nicht der SELV Isolationstrennung, dafür ist 
schon der Pinabstand zu gering.

In Deutschland muss ein fest eingebautes Relais (UP-Dose, 
Sicherungskasten) 4000V Isolationsspannung haben, eines in einer 
Schaltung angesteckt mit Netzkabel in Steckdose 2500V, und deines hat 
bloss 1000V, das dient bloss als Funktionsisolierung, d.h. taugt nur 
wenn die ansteuernde Seite ebenfalls auf 230V Potential liegt und 
berührgeschützt ist.
Gast #4951368
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Dann gibts sowas nicht. Ich habe mir jetzt 20 bistabile Relais um die 5 
Euro angeschaut, aber überall steht nur was von resistiver Last, wenn 
auch gerne meistens mit 2 kW.

Warum soll so ein Heizungsventil auch eine induktive Last sein?

Keine Ahnung wie es intern aufgebaut ist, aber wenn man 230 V drauf 
gibt, geht es langsam auf und wenn man die Spannung wegnimmt, geht es 
wieder langsam zu. Sind die Teile genormt?
Persönliche Seite #4951394
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Leider sind die Spulen alle nur in eine Richtung gewickelt, dadurch 
gibts heftige Induktionsspitzen. Ich kenne kein Relais, wo die Spule in 
zwei gegenläufige Wicklungssinne aufgeteilt wäre. Marktlücke??

Zwei antiserielle PowerMOSFETs wären als AC-Schalter möglich. Die Gates 
würden fast leistungslos ihren Zustand halten. Ist aber nicht isoliert.
#4951547
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Hi

Timmy schrieb:
> Warum soll so ein Heizungsventil auch eine induktive Last sein?
>
> Keine Ahnung wie es intern aufgebaut ist, aber wenn man 230 V drauf
> gibt, geht es langsam auf und wenn man die Spannung wegnimmt, geht es
> wieder langsam zu. Sind die Teile genormt?

Die Dinger sind thermische Stellantriebe, darin ist nur eine 2W 
(teilweise 3W) Heizung, Die ein Bi-Metall erwärmt.
Denke nicht, daß da großartige Phasenverschiebungen zusammen kommen :)
(ungemessen !!)

MfG
Gast #4952491
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Abdul K. schrieb:
> wendelsberg schrieb:
>> Abdul K. schrieb:
>>> Es gäbe keine Spannungsspitze mehr. Naja, fast keine mehr.
>>
>> Richtig. Aber eben auch keine magnetische Kraft mehr und damit keine
>> Relaisfunktion.
>>
>> wendelsberg
>
> Wenn man den Kern passend macht, nicht.

Na dann erklaer mal.
Nach meinen Ueberlegungen ist der Sinn eines Relais die Bewegung eines 
beweglichen Teils mit Magnetkraft. Wenn Du jetzt die (angenommen 2 
gleichen) Spulen so verschaltest, dass sich deren Spannungsspitzen 
aufheben, dann heben sich auch deren Magnetfelder auf.

wendelsberg
Gast #4952510
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Patrick J. schrieb:
> Die Dinger sind thermische Stellantriebe, darin ist nur eine 2W
> (teilweise 3W) Heizung, Die ein Bi-Metall erwärmt.
> Denke nicht, daß da großartige Phasenverschiebungen zusammen kommen :)
> (ungemessen !!)

Ist eine rein ohmsche Last.
Ist auch kein Bi-Metall, sondern ein Wachs, welches sich ausdehnt.
Persönliche Seite #4952573
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Verstehe ich nicht. Angenommen man nimmt zwei Kerne und stellt die 
senkrecht auf den Tisch nebeneinander. Den linken bewickelt man 
linkssinnig, dann rechten rechtssinnig. Beide entstehenden Spulen 
schalte ich nun hintereinander, dann wäre die Induktionsspannung ergo 
Null. So, unter die beiden Kerne kommt ein Streifen Weicheisen. Und oben 
das gleiche als Anker nochmal. Dann würden sich die meisten Feldlinien 
nicht bis zum anderen Kern bemühen, sondern schon vorher die Abkürzung 
quer durch die Luft zum jeweiligen gegenseitigen Ursprungskernende 
nehmen. Ein lokaler Anziehungsbereich bleibt und würde den Anker 
bewegen. Was ist falsch dran?

Ein Relais mit einem Motor betreiben oder einem Hilfsmagneten, ist 
vermutlich eleganter. Bin aber kein Magnetismusexperte.
Gast #4952611
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Abdul K. schrieb:
> Beide entstehenden Spulen
> schalte ich nun hintereinander, dann wäre die Induktionsspannung ergo
> Null.

Wenn du zwei unabhängige Spulen hintereinander schaltest, kompensiert 
sich die Induktionsspannung nicht sondern verdoppelt sich. Du kannst du 
Induktionsspannung nur auf Null bekommen, wenn sich die Felder 
gegenseitig kompensieren - und dann hast du kein Feld mehr, mit dem du 
den Kontakt schalten könntest.

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