Grundig ST6000 Tuner

Gast #2488795
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Vor ein paar Tagen ist der Tuner meines Vaters ausgefallen. Lief seit 
schätzungsweise 1982 einwandfrei ;-)

Mal aufgeschraubt, um mögliche Defekte zu finden. Gleich hinterm Trafo 
ist ein großer roter AEG (Selen?)Gleichrichter kaputt, Hülle 
durchgeschmolzen und das Innenleben bröselt heraus. Bekommt man da noch 
Ersatz? Kennt sich jemand mit dem Gerät aus?
Gast #2488806
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st schrieb:

> Mal aufgeschraubt, um mögliche Defekte zu finden. Gleich hinterm Trafo
> ist ein großer roter AEG (Selen?)Gleichrichter kaputt, Hülle
> durchgeschmolzen und das Innenleben bröselt heraus. Bekommt man da noch
> Ersatz?

Vermutlich tun es 4 1N4001 oder der hier:
http://www.reichelt.de/Gleichrichter/B80C1500RUND/index.html?;ACTION=3;LA=2;ARTICLE=4667;GROUPID=2998;artnr=B80C1500RUND;SID=27-QOFM6wQARsAADzylHE47e39ceb3e31f84ca5d8570b791efd0d
genauso gut.
mfG ingo
Gast #2489177
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st schrieb:
> Mal aufgeschraubt, um mögliche Defekte zu finden. Gleich hinterm Trafo
> ist ein großer roter AEG (Selen?)Gleichrichter kaputt, Hülle
> durchgeschmolzen und das Innenleben bröselt heraus. Bekommt man da noch
> Ersatz? Kennt sich jemand mit dem Gerät aus?

Du kannst eine Si-Brücker einbauen, solltest aber über jede Diode einen 
10nF Keramikkondensator löten. Zusätzlicher Serienwiderstand ist ehr 
nicht nötig, aber konrolliere auf jeden Fall die Siebelekos.
Gast #2489290
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hinz schrieb:
> Michael_ schrieb:
>> Also, 1980 gab es keine Selengleichrichter mehr in solchen Geräten!
>> Schon 10 Jahre vorher nicht mehr.
>
> Auch du liegst falsch.

Ich wette um einen Hektar Pflaumenkuchen, dass GRUNDIG in der 1980er 
Jahren keinen einzigen Selengleichrichter in 
Unterhaltungselektronikgeräten mehr verbaut hat.
Die angehängte Teileliste des ST600 enthält 3 SILIZIUMGLEICHRICHTER!

Ich bitte um eine Teileliste eines beliebigen GRUNDIG-Gerätes, welches 
Selengleichrichter enthält oder um Zusendung meines Wettgewinnes.
Angehängte Dateien:
Gast #2489363
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RF-Guru schrieb:
> Ich wette um einen Hektar Pflaumenkuchen, dass GRUNDIG in der 1980er
> Jahren keinen einzigen Selengleichrichter in
> Unterhaltungselektronikgeräten mehr verbaut hat.

Den Pflaumenkuchen soll jemand anderes essen.


> Die angehängte Teileliste des ST600 enthält 3 SILIZIUMGLEICHRICHTER!

Nö, das sind Selengleichrichter.
Gast #2489393
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Langsam müssen die Alten hier eine Elektronikchronik schreiben.
Es ist schlimm, was schon in Vergessenheit geraten ist.
Am Ende der Röhrenzeit wurden schon Si-Gleichrichter eingesetzt.
Mit den Transistorgeräten war Selen in der Rundfunktechnik gestorben.
Nur einige kleine Selenstabilisatoren haben in Kofferradios noch eine 
Weile überlebt.
Gast #2489562
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Ok, ich gebe mich geschlagen.
Das hätte ich niemals gedacht.
Welche Gründe gab es in den 1980er Jahren noch Selengleichrichter 
einzusetzen und diese erst später durch Siliziumgleichrichter zu 
ersetzen???

Bitte stelle bei dir die erforderliche Lagerkapazität Gabelstapler, 
Kühlmöglichkeiten und Lageristen für meine Lieferung von 1 Hektar 
Pflaumenkuchen bereit. Es sind 200 Tonnen bei lockerem Teig.
Gast #2489575
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RF-Guru schrieb:
> Welche Gründe gab es in den 1980er Jahren noch Selengleichrichter
> einzusetzen und diese erst später durch Siliziumgleichrichter zu
> ersetzen???

Welche Gründe gibts heutzutage für Audio-Röhrenverstärker und 
Schallplatten?


> Bitte stelle bei dir die erforderliche Lagerkapazität Gabelstapler,
> Kühlmöglichkeiten und Lageristen für meine Lieferung von 1 Hektar
> Pflaumenkuchen bereit. Es sind 200 Tonnen bei lockerem Teig.

Darfst du an die zahlreichen Tafelläden verteilen.
Gast #2489761
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Also, ich hab mal diese Seite gesucht. Die hilft dir sicher weiter.
http://grundig.pytalhost.com/T3000s/
Da ist links unten die NT-Baugroppe mit Gl 1 und Gl 2. Dazu noch die 
Leiterplattendraufsicht.
Das sind eindeutig SI-Brücken. Klammergleichrichter hätte man 
entsprechend gezeichnet.
Und die hatten auch kein Gehäuse.
Bei 1A müßten die ja auch riesengroße Platten haben.
#2490090
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Diese roten kleinen rechteckigen Blöcke damals waren definitiv 
Selengleichrichter.

Intakte Diodenstrecken konnte man auf Spannungsabfall durchmessen. Es 
waren so 0,25V gewesen.

Bei einer Reparatur des Gerätes wurden diese Gleichrichter in der Regel 
einfach mit ersetzt, da sie unzuverlässig waren. Sie wurden durch die 
B80C1500 Gleichrichter ersetzt.

Ralph Berres
Gast #2490152
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Sorry, hatte keine Zeit zu antworten. Mein Vater hat das Gerät leider 
gestern zu nem Elektroniker gebracht, kann also grad kein Foto machen 
und den Plan hat er wohl mitgegeben. Naja mal sehen, was der da noch 
findet.
Aber nette Diskussion ;-) Ich melde mich sonst noch mal, wenn das Gerät 
wieder da ist.
Gast #2490706
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Schon mal bedacht, daß es auch Selengleichrichter ohne "Platte" gab. 
1982 wird kein Plattengleichrichter mehr verbaut worden sein. 
Selengleichrichter waren zu diesem Zeitpunkt in Kunststoff vergossen und 
durchaus noch üblich.
Gast #2493829
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Du hast ja keine Ahnung von der Größe der Selengleichrichter.
Zu dem Zeitpunkt war GRUNDIG einer der Marktführer und hat sich nicht 
mehr mit antiquierter Technik abgegeben.
Die kleineren waren von diesem ähnlichen Typ:
http://www.reichelt.de/Gleichrichter/B40C800DIP/index.html?;ACTION=3;LA=2;ARTICLE=4639;GROUPID=2998;artnr=B40C800DIP;SID=11TiLNtn8AAAIAAC25JCUd0dd0bc9949cb24ab858c63c4a1aac46
Gast #2504267
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So das Gerät ist wieder da. Es wurde festgestellt, dass der 
Gleichrichter defekt ist sowie ein anderes Teil im Netzteil. Jetzt hat 
mein Vater nur nicht gefragt, welches...

Habe mal ein paar Bilder gemacht. Wo wäre es denn sinnvoll, etwas zu 
messen?
Angehängte Dateien:
Gast #2504711
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> ein großer roter AEG (Selen?)Gleichrichter

Hahaha, jetzt steht fest, daß er klein ist.

 > Es wurde festgestellt, dass der Gleichrichter defekt ist sowie...
Und nu? wurde er auch ersetzt?
Kaputt sieht er auf dem Foto nicht aus wie anfangs beschrieben.
Gast #2504891
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Im Gegensatz zu den anderen ist er schon etwas groß, die anderen sind ja 
nur ein viertel. Die Plastikummantelung ist aufgeplatzt und teils 
angeschmolzen, das Innenleben bröselt einem entgegen ;-)  Nein 
ausgetauscht wurde noch nichts.
Gast #2505035
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> Du hast ja keine Ahnung von der Größe der Selengleichrichter.
> Zu dem Zeitpunkt war GRUNDIG einer der Marktführer und hat sich nicht
> mehr mit antiquierter Technik abgegeben.

Eben doch ..

http://www.hifi-forum.de/viewthread-185-1903.html

Es gab sogar in dem T 7500 -er einen Selengleichrichter , den man 
übrigens falls es noch nicht soweit ist tunlichst austauschen sollte !!
Gast #2505090
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Ist ja gut!
Nicht mal in der DDR wurde in solchen Geräten zu dieser Zeit noch Selen 
eingesetzt.
Vielleicht war das schon der Anfang vom Ende dieser Firma.
Und mit Recht sind die Gleichrichter defekt. Durch den hohen 
Innenwiderstand entsteht viel Wärme. Selen braucht Luft zwischen den 
Platten und nicht noch ein Gehäuse drumrum.
Steht eigentlich auf dem Gerät ein Herstellerland drauf?
Ich glaube, GRUNDIG hatte da Werke in Spanien, Algerien und Polen.
#4445638
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Grundig hatte damals grosse Mengen antiker Bauteile auf Lager.
In den 70ern ist zu viel eingekauft worden.
Diese Teile mussten zuerst weg, da achtete der alte Grundig drauf.

Spätere Versionen der Geräte können durchaus anders bestückt sein.

Ich denke da nur an die VCR Recorder, alles mit Modulen realisiert
und doch nicht 1:1 kompatibel.

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