Vor ein paar Tagen ist der Tuner meines Vaters ausgefallen. Lief seit
schätzungsweise 1982 einwandfrei ;-)
Mal aufgeschraubt, um mögliche Defekte zu finden. Gleich hinterm Trafo
ist ein großer roter AEG (Selen?)Gleichrichter kaputt, Hülle
durchgeschmolzen und das Innenleben bröselt heraus. Bekommt man da noch
Ersatz? Kennt sich jemand mit dem Gerät aus?
RF-Guru schrieb:> st schrieb:>> Gleich hinterm Trafo>> ist ein großer roter AEG (Selen?)Gleichrichter>> Das ist garantiert kein Selen-Gleichrichter!
Deine Garantie versagt! Der ST6000 hat ganz sicher Selengleichrichter
drin, so überraschend das für Bj.80-82 auch ist.
g457 schrieb:> Sind das> B20C875> B30C300> B60C80> ? Datenplattsuche spuckt dazu allerdings bisher nur ganz normale(tm)> Brückengleichrichter aus.
Sind in der Kiste aber Selenoiden.
st schrieb:> Mal aufgeschraubt, um mögliche Defekte zu finden. Gleich hinterm Trafo> ist ein großer roter AEG (Selen?)Gleichrichter kaputt, Hülle> durchgeschmolzen und das Innenleben bröselt heraus. Bekommt man da noch> Ersatz? Kennt sich jemand mit dem Gerät aus?
Du kannst eine Si-Brücker einbauen, solltest aber über jede Diode einen
10nF Keramikkondensator löten. Zusätzlicher Serienwiderstand ist ehr
nicht nötig, aber konrolliere auf jeden Fall die Siebelekos.
Vorsicht, beim Netzteil könnte der höhere
Innenwiderstand/Spannungsabfall der Selengleichrichter relevant sein.
"B60C80"
Wann hast du das letztemal eine Siliziumdiode gesehen die nicht entweder
mindestens 100mA kann oder eine speziell gezüchtete Signaldiode ist?
hinz schrieb:> Michael_ schrieb:>> Also, 1980 gab es keine Selengleichrichter mehr in solchen Geräten!>> Schon 10 Jahre vorher nicht mehr.>> Auch du liegst falsch.
Ich wette um einen Hektar Pflaumenkuchen, dass GRUNDIG in der 1980er
Jahren keinen einzigen Selengleichrichter in
Unterhaltungselektronikgeräten mehr verbaut hat.
Die angehängte Teileliste des ST600 enthält 3 SILIZIUMGLEICHRICHTER!
Ich bitte um eine Teileliste eines beliebigen GRUNDIG-Gerätes, welches
Selengleichrichter enthält oder um Zusendung meines Wettgewinnes.
P.S.
Ich meinete natürlich Teilelisten von Geräten, die 1980 oder später
produziert wurden.
Aus den 1950er-Jahren (und früher) gibt es sicher GRUNDIG-Geräte mit
Selengleichrichtern.
RF-Guru schrieb:> Ich wette um einen Hektar Pflaumenkuchen, dass GRUNDIG in der 1980er> Jahren keinen einzigen Selengleichrichter in> Unterhaltungselektronikgeräten mehr verbaut hat.
Den Pflaumenkuchen soll jemand anderes essen.
> Die angehängte Teileliste des ST600 enthält 3 SILIZIUMGLEICHRICHTER!
Nö, das sind Selengleichrichter.
Langsam müssen die Alten hier eine Elektronikchronik schreiben.
Es ist schlimm, was schon in Vergessenheit geraten ist.
Am Ende der Röhrenzeit wurden schon Si-Gleichrichter eingesetzt.
Mit den Transistorgeräten war Selen in der Rundfunktechnik gestorben.
Nur einige kleine Selenstabilisatoren haben in Kofferradios noch eine
Weile überlebt.
Der alte Grundig soll ja recht rückwärtsgerichtet gewesen sein, z.B. hat
er in Fernsehern noch länger Hin- und Rücklaufthyristoren eingesetzt
während andere schon den Transistor verwendeten.
Michael_ schrieb:> Es ist schlimm, was schon in Vergessenheit geraten ist.
z.B. dass der ST6000 Selengleichrichter enthielt, und das obwohl er von
1980-1982 produziert wurde.
Ok, ich gebe mich geschlagen.
Das hätte ich niemals gedacht.
Welche Gründe gab es in den 1980er Jahren noch Selengleichrichter
einzusetzen und diese erst später durch Siliziumgleichrichter zu
ersetzen???
Bitte stelle bei dir die erforderliche Lagerkapazität Gabelstapler,
Kühlmöglichkeiten und Lageristen für meine Lieferung von 1 Hektar
Pflaumenkuchen bereit. Es sind 200 Tonnen bei lockerem Teig.
RF-Guru schrieb:> Welche Gründe gab es in den 1980er Jahren noch Selengleichrichter> einzusetzen und diese erst später durch Siliziumgleichrichter zu> ersetzen???
Welche Gründe gibts heutzutage für Audio-Röhrenverstärker und
Schallplatten?
> Bitte stelle bei dir die erforderliche Lagerkapazität Gabelstapler,> Kühlmöglichkeiten und Lageristen für meine Lieferung von 1 Hektar> Pflaumenkuchen bereit. Es sind 200 Tonnen bei lockerem Teig.
Darfst du an die zahlreichen Tafelläden verteilen.
Also, ich hab mal diese Seite gesucht. Die hilft dir sicher weiter.
http://grundig.pytalhost.com/T3000s/
Da ist links unten die NT-Baugroppe mit Gl 1 und Gl 2. Dazu noch die
Leiterplattendraufsicht.
Das sind eindeutig SI-Brücken. Klammergleichrichter hätte man
entsprechend gezeichnet.
Und die hatten auch kein Gehäuse.
Bei 1A müßten die ja auch riesengroße Platten haben.
Diese roten kleinen rechteckigen Blöcke damals waren definitiv
Selengleichrichter.
Intakte Diodenstrecken konnte man auf Spannungsabfall durchmessen. Es
waren so 0,25V gewesen.
Bei einer Reparatur des Gerätes wurden diese Gleichrichter in der Regel
einfach mit ersetzt, da sie unzuverlässig waren. Sie wurden durch die
B80C1500 Gleichrichter ersetzt.
Ralph Berres
Sorry, hatte keine Zeit zu antworten. Mein Vater hat das Gerät leider
gestern zu nem Elektroniker gebracht, kann also grad kein Foto machen
und den Plan hat er wohl mitgegeben. Naja mal sehen, was der da noch
findet.
Aber nette Diskussion ;-) Ich melde mich sonst noch mal, wenn das Gerät
wieder da ist.
Bin in die falsch Spalte gerutscht.
Hier das richtige:
http://grundig.pytalhost.com/ST6000s/
Der große ist trotzdem eine normale Si-Brücke.
Wie groß sollte denn die Platte bei Selen denn sein?
Bei 300 mA habe ich hier eine Plattengröße von schon 4X5 cm!
Schon mal bedacht, daß es auch Selengleichrichter ohne "Platte" gab.
1982 wird kein Plattengleichrichter mehr verbaut worden sein.
Selengleichrichter waren zu diesem Zeitpunkt in Kunststoff vergossen und
durchaus noch üblich.
Michael_ schrieb:> Du hast ja keine Ahnung von der Größe der Selengleichrichter.> Zu dem Zeitpunkt war GRUNDIG einer der Marktführer und hat sich nicht> mehr mit antiquierter Technik abgegeben.
Du hast überhaupt nichts verstanden.
Michael_ schrieb:> Ja doch!> Hast ja Recht.> Manche Leute sterben lieber dumm. Aber die Physik läßt sich nicht> austricksen!
Du bist ziemlich verwirrt.
So das Gerät ist wieder da. Es wurde festgestellt, dass der
Gleichrichter defekt ist sowie ein anderes Teil im Netzteil. Jetzt hat
mein Vater nur nicht gefragt, welches...
Habe mal ein paar Bilder gemacht. Wo wäre es denn sinnvoll, etwas zu
messen?
> ein großer roter AEG (Selen?)Gleichrichter
Hahaha, jetzt steht fest, daß er klein ist.
> Es wurde festgestellt, dass der Gleichrichter defekt ist sowie...
Und nu? wurde er auch ersetzt?
Kaputt sieht er auf dem Foto nicht aus wie anfangs beschrieben.
Wolf schrieb:> Kaputt sieht er auf dem Foto nicht aus wie anfangs beschrieben.
Doch, der sieht deutlich kaputt aus. Einfach mal das Bild ganz groß
machen.
Im Gegensatz zu den anderen ist er schon etwas groß, die anderen sind ja
nur ein viertel. Die Plastikummantelung ist aufgeplatzt und teils
angeschmolzen, das Innenleben bröselt einem entgegen ;-) Nein
ausgetauscht wurde noch nichts.
Der Gleichrichter ist defekt und es ist ein selen-Gleichrichter. warum
wird hier darüber eigentlich so gestritten wo es doch ziemlich
offensichtlich ist?
> Du hast ja keine Ahnung von der Größe der Selengleichrichter.> Zu dem Zeitpunkt war GRUNDIG einer der Marktführer und hat sich nicht> mehr mit antiquierter Technik abgegeben.
Eben doch ..
http://www.hifi-forum.de/viewthread-185-1903.html
Es gab sogar in dem T 7500 -er einen Selengleichrichter , den man
übrigens falls es noch nicht soweit ist tunlichst austauschen sollte !!
Ist ja gut!
Nicht mal in der DDR wurde in solchen Geräten zu dieser Zeit noch Selen
eingesetzt.
Vielleicht war das schon der Anfang vom Ende dieser Firma.
Und mit Recht sind die Gleichrichter defekt. Durch den hohen
Innenwiderstand entsteht viel Wärme. Selen braucht Luft zwischen den
Platten und nicht noch ein Gehäuse drumrum.
Steht eigentlich auf dem Gerät ein Herstellerland drauf?
Ich glaube, GRUNDIG hatte da Werke in Spanien, Algerien und Polen.
> Steht eigentlich auf dem Gerät ein Herstellerland drauf?> Ich glaube, GRUNDIG hatte da Werke in Spanien, Algerien und Polen.
Angeblich soll es made in Portugal sein ..
http://stephan.win31.de/tuner.htm#t7000
Dipl Ing ( FH ) der echte
Hallo
Vor paar Tagen hab ich ein Grundig ST6000 geschenkt bekommen, leider ist
er defekt. Er geht einfach nach paar Minuten aus. Wer weis was es sein
könnte?
Danke.
Sergej H. schrieb:> Wer weis was es sein> könnte?
Dann schau dir doch mal den hier so oft erwähnten Selengleichrichter
erstmal an. Es ist bekannt, das die Dinger grosser Mist waren.
Grundig hatte damals grosse Mengen antiker Bauteile auf Lager.
In den 70ern ist zu viel eingekauft worden.
Diese Teile mussten zuerst weg, da achtete der alte Grundig drauf.
Spätere Versionen der Geräte können durchaus anders bestückt sein.
Ich denke da nur an die VCR Recorder, alles mit Modulen realisiert
und doch nicht 1:1 kompatibel.