durchsichtiges Material mit hoher Leitfähigkeit

Gast #2180918
Lesenswert?

Hi,
ich suche ein Material mit vergleichbaren Eigenschaften wie Aluminium 
oder Kupfer, allerdings durchsichtig. Gibt es so etwas?
Hier mal die wichtigsten Eigenschaften:
-durchsichtig
-hohe Leitfähigkeit-
- relative Permeabilität um 1 herum
-(leicht, billig, etc.)
und (nicht so wichtig) niedrige Permittivität

Mfg Petro
Gast #2180928
Lesenswert?

Nein, natürlich nicht, die Physik sagt ganz klar;
Was elektrischen Strom leitet, reflektiert auch,
schliesslich sind beides Effekte der Elektronenschale
der Atomkerne und damit untrennbar miteinander
verbunden. Wärmeleitung und Stromleitung hängen
übrigens auch zusammen, aber nicht ganz so streng.

Also: Hättest du im Physikunterricht aufgepasst...
(meist kommt so nützliches Grundlagenwissen ja nicht
dran).
Gast #2180938
Lesenswert?

MaWin schrieb:
> Also: Hättest du im Physikunterricht aufgepasst...
> (meist kommt so nützliches Grundlagenwissen ja nicht
> dran).
Hättest du in Physik aufgepasst, wüsstest du, dass Licht einen 
Spektralbereich umfasst. Unrecht hast du ja durchaus nicht, aber Recht 
hast du auch nicht (siehe ITO), weshalb überheblicher Ton im Gegenzug 
durchaus angebracht erscheint.
#2180976
Lesenswert?

Hmmm, dem TO ging es um sehr gut leitendes Material und das trifft auf 
Halbleiter (wie der Name ja schon nahelegt) nur halb zu ;-))

Ob ITO auch in anderer Form außer als dünne Schicht herstellbar ist und 
wie es sich dann mit der Transparenz verhält ist wieder eine andere 
Baustelle.
Gast #2180983
Lesenswert?

ITO ist keinesfalls durchsichtig, es ist nur dünn.
Kaum wäre es dick genug, um brauchbare Ströme leiten
zu können, könnte man schon nicht mehr durchgucken,
denn es sind dann weissgelbe Brocken.

Natürlich geht auch eine andere Variante:

Ein Metallnetz/gitter mit ausreichend grossen
Zwischenabständen so daß Licht durchkommt,
aber engmaschig genug damit überall wo man
will auch Strom fliesst.


Nur ist das dann kein "Material" mehr,
sondern eine Konstruktionsweise, so wie Lochblech.
#2180986
Lesenswert?

Dieter Werner schrieb:
> Hmmm, dem TO ging es um sehr gut leitendes Material und das trifft auf
> Halbleiter (wie der Name ja schon nahelegt) nur halb zu ;-))
Richtig, es ist nur ein Halbleiter. Von elektrischen Eigenschaften wie 
Vollmetalle kann keineswegs die Rede sein.

MaWin hat völlig Recht mit dem physikalischen Hintergrund.

> Ob ITO auch in anderer Form außer als dünne Schicht herstellbar ist und
Ja, durchaus. Man kann es auch als Batzen kaufen =)
> wie es sich dann mit der Transparenz verhält ist wieder eine andere
> Baustelle.
Metallisch/weiß glänzend, keineswegs durchsichtig.
Gast #2181005
Lesenswert?

> MaWin und sein Halbwissen ...

Na ja, Jan42, die Hälfte weiss ich halt,
und zu diese Hälfte sage ich auch was,
und zu den Dingen über die ich nichts weiss
schrieb ich nichts.

Du hingegen bist nur strohdoof,
wie du hier eindrucksvoll bewiesen hast,
und fühlst dich offenbar minderwertig,
was auch zutreffend ist.
Gast #2181007
Lesenswert?

MaWin schrieb:
> Ein Metallnetz/gitter mit ausreichend grossen
> Zwischenabständen so daß Licht durchkommt,
> aber engmaschig genug damit überall wo man
> will auch Strom fliesst.
>
>
> Nur ist das dann kein "Material" mehr,
> sondern eine Konstruktionsweise, so wie Lochblech.

Bei allem Gemaule über MaWins soziale Fähigkeiten hat er auf jeden Fall 
die bisher beste Lösung angeboten!
Sowas gibt es durchaus als so gut wi transparent, z.B. bei den 
beheizbaren Frontscheiben, wie zum Beispiel Ford sie eingebaut hat oder 
noch einbaut. Die Drähte sind fast nicht zu sehen, nur bei schlechten 
Lichtverhältnissen können sie sich störend bemerkbar machen.
Persönliche Seite #2181113
Lesenswert?

Zonk-8000 schrieb:
>> Eigenschaften wie Aluminium oder Kupfer, allerdings durchsichtig.
>
>
> http://de.memory-alpha.org/wiki/Transparentes_Aluminium

LOL, mal gelesen, was da steht?

"Memory Alpha, das Star Trek Wiki"

---
Die Formel für transparentes Aluminium übergibt Scotty 1986 an den 
Plexiglashersteller Dr. Nichols von Plexicorp in San Francisco, damit 
dieser eine Wand für den Waltank im gekaperten klingonischen 
Bird-of-Prey HMS Bounty herstellt.
---
#2181295
Lesenswert?

Massives Material welches durchsichtig ist gibt es nicht.

Aber "durchsichtig" ist ein Begriff, der auch ein wenig von der Dicke 
abhängt.

ITO ist dünn und daher durchsichtig. Durch die Aluschicht einer CD kann 
man auch "durchschauen".

Man wird also ne Metallschicht dünn, superdünn aufdampfen müssen um 
etwas "leitfähiges durchsichtiges" zu bekommen.
Gast #2181336
Lesenswert?

Ionisierte Gase sind durchsichtig und leiten sehrwohl den Strom, sonst 
würden Leuchtstofflampen nicht funktionieren. Ist aber wohl schwierig, 
das Gas im Zaum zu halten. Vielleicht in (Plexi-)Glas?
Gast #2181422
Lesenswert?

BlueScreen schrieb:
> Ionisierte Gase sind durchsichtig und leiten sehrwohl den Strom, sonst
> würden Leuchtstofflampen nicht funktionieren. Ist aber wohl schwierig,
> das Gas im Zaum zu halten. Vielleicht in (Plexi-)Glas?

Ionisierte Gase emittieren Licht auf spezifischen Spektrallinien, Hg 
z.B. vorrangig im UV. Und auf diesen Spektrallinien sind sie 
undurchsichtig, da: Wo Emissionslinie, auch Absorptionslinie.

Sichtbar und breitbandig wird das Spektrum erst durch den Leuchtstoff 
auf der Wandung der Leuchtstofflampe.
#2181497
Lesenswert?

>Nein, natürlich nicht, die Physik sagt ganz klar; Was elektrischen Strom leitet, 
reflektiert auch,

Stimmt leider nicht. In mehrfacher Hinsicht. Zum Einen kann ich einen 
Film aufdampfen, der duenner wie die Wellenlaenge ist. Der ist dann 
immer noch transparent, leitet aber. Dann Zweitens kann man eine Lage 
oder Struktur aus Titandioxid einbacken. Dadurch wird das Glas leitend, 
und ist immer noch durchsichtig.
Drittens gibt es durchsichtige Metallfilme, die auf Exzitonen beruhen. 
zB Natrium im UV.
#2181502
Lesenswert?

Hex Oschi schrieb:
>>Nein, natürlich nicht, die Physik sagt ganz klar; Was elektrischen Strom leitet,
> reflektiert auch,
>
> Stimmt leider nicht. In mehrfacher Hinsicht. Zum Einen kann ich einen
> Film aufdampfen, der duenner wie die Wellenlaenge ist. Der ist dann
> immer noch transparent, leitet aber. Dann Zweitens kann man eine Lage
> oder Struktur aus Titandioxid einbacken. Dadurch wird das Glas leitend,
> und ist immer noch durchsichtig.
> Drittens gibt es durchsichtige Metallfilme, die auf Exzitonen beruhen.
> zB Natrium im UV.

Ja, halt die ganze Dünnschicht-Geschichte. Dennoch: der 
Leitungsquerschnitt ist bei einer 500nm dicken Schicht natürlich auch 
nicht so riesig, so dass das ganze sicherlich einen Kompromiss 
darstellt.
Gast #2181762
Lesenswert?

>ich suche ein Material mit vergleichbaren Eigenschaften wie Aluminium
>oder Kupfer, allerdings durchsichtig. Gibt es so etwas?
Frei nach dem Sender Jerewan, im Prinzip ja, aber....
Wenn ein Bastler nach so etwas fragt, weiß er doch, das es so etwas für 
ihn nicht gibt. So dämlich kann doch ein ein Mensch mit abgeschlossener 
Schulbildung nicht sein.
Oder ist das Niveau heutzutage so sehr gesunken?
Gast #2181775
Lesenswert?

>ich suche ein Material mit vergleichbaren Eigenschaften wie Aluminium
>oder Kupfer, allerdings durchsichtig. Gibt es so etwas?

Sicher gibt es sowas; ein Diamant hat eine 5-6mal bessere
Wärmeleitfähigkeit als Kupfer und ist durchsichtig.
Von elektrischer Leitfähigkeit war ja nicht die Rede.

Kann man sich prima Hochleistungskühlkörper von machen.

(schnell duck und wech)
Gast #2181875
Lesenswert?

> Auch das ITO hilft nicht, da es um eine Hohlkugel für Wirbelstromversuche
> geht die dabei auch noch durchsichtig ist ;)

Man könnt ja eine Kugel aus Glas/Plexiglas mit einem durchsichtigen 
Elektrolyt (Salzwasser, Batteriesäure, ...) füllen. Damit müsste man die 
Versuche doch machen können?
Gast #2182086
Lesenswert?

Hex Oschi schrieb:
> Film aufdampfen, der duenner wie die Wellenlaenge ist. Der ist dann
> immer noch transparent, leitet aber.

Weisst Du das, oder glaubst Du das?

Dünne Schichten verhalten sich mitunter ganz anders, als wir das gewohnt 
sind.

Man kann auch Gold zu einer extrem dünnen Schicht auswalzen, durch die 
man durchsehen kann. In Reflexion ist das Licht dann goldfarben, im 
Durchlicht blau.

Für die og Wirbelstromversuche könnte man vielleicht eine Alu-Hohlkugel 
mit ein paar Löchern nehmen. Aber warum muss man in die Kugel reinsehen 
können?
Gast #2747551
Lesenswert?

Sven schrieb:
> Hex Oschi schrieb:
>> Film aufdampfen, der duenner wie die Wellenlaenge ist. Der ist dann
>> immer noch transparent, leitet aber.
>
> Weisst Du das, oder glaubst Du das?

Das stimmt nicht. Hab gestern noch 80 nm Chrom aufgesputtert. Da kann 
man nicht durchschauen. Bei 10 nm hast du ca. 50 % Transmission.
ITO wird auch zum Heizen von Probem im Mikroskop verwendet, verträgt 
also durchaus etwas Strom bei "transparenten" Schichtdicken. Aber es ist 
natürlich ein Kompromiss zwischen Schichtdicke und Leitfähigkeit. 
Außerdem kann man's eh nicht im Baumarkt oder bei Conrad kaufen.
Titandioxid ist schön transparent mit hohem Brechungsindex, leitet aber 
deutlich schlechter als ITO.
#2748179
Lesenswert?

Michael K-punkt schrieb:
> Oder andersherum: leitet Kochsalz im festen Zustand?

Ich weiß worauf du hinaus willst. Ich werde es trotzdem mal 
ausprobieren, vielleicht mit KCl, da ist der Schmelzpunkt nicht im 
Rotglut-Bereich. Ich werde mir noch mal durchlesen, warum Batteriesäure 
durchsichtig ist, so schlecht leitend ist sie ja auch nicht. Auch werde 
ich mal die Skintiefe berechnen.
Beitrag #4951969 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #4951972 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #4952014 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #5593935
Lesenswert?

Ihr alle kennt die schoenen glitzernden bunten Kunststoff 
Einpackpackpapiere für Süßigkeiten. Kunststofffolie mit aufgedampften 
Al. Durch die kann man durchschauen. Und leiten tun die auf der 
Bedampfungsseite auch. Kann man schön zum Experimentieren benutzen.
Gast #5593940
Lesenswert?

Werner W. schrieb:
> WOW.
> 6 (sechs) Jahre später...

Dafür gibts ja den Fortschritt:
https://de.wikipedia.org/wiki/Graphen
Ist durchsichtig und leitet besser als Metalle.
Nur wird es noch etwas dauern, bis es als Meterware im Baumarkt zu haben 
ist.



Silvio K. schrieb:
> Ist eigentlich eine Salzschmelze durchsichtig?

Ja, wenn die Ionen des Salzes nicht selbst schon eine starke 
Eigenfärbung haben. Es gibt eine ganze Anzahl von hydratisierten Salzen, 
z.B. Natriumthiosulfat oder Natriumacetat, die unter 100°C schmelzen 
(und wieder erstarren), an denen man das leicht und gefahrlos zeigen 
kann.
Gast #5593959
Lesenswert?

Naja eine gute alte Vakuumröhre ist durchsichtig und leitet den Strom:
https://youtu.be/j1-6NEvIYxs?t=232

Funkenstrecke erfüllt genauso die Bedingungen:
https://youtu.be/uICunLEW1R4?t=136

Transparentes Aluminium gibt es ja schon so lange wie den Apple 
Macintosh:
https://youtu.be/xaVgRj2e5_s?t=218

TCF steckt dagegen noch in den Kinderschuhen:
https://en.wikipedia.org/wiki/Transparent_conducting_film
Beitrag #5990992 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5991067 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5991093 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5991094 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5991105 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5991205 wurde von einem Moderator gelöscht.
Beitrag #5991243 wurde von einem Moderator gelöscht.
Gast #5991293
Lesenswert?

...also bei Star Trek wurde wohl in der Übersetzung Aluminium mit 
Alumina verwechselt. Das ist Aluminiumoxid und das gibts auch in 
Durchsichtig. Und zwar als einmal als Saphir und dann noch als 
besonderes Glas. Das wird z.B. als schussichere Sehschlitze bei Panzern 
benutzt....
Gast #5991297
Lesenswert?

??? schrieb:
> ...also bei Star Trek wurde wohl in der Übersetzung Aluminium mit
> Alumina verwechselt. Das ist Aluminiumoxid und das gibts auch in
> Durchsichtig. Und zwar als einmal als Saphir und dann noch als
> besonderes Glas. Das wird z.B. als schussichere Sehschlitze bei Panzern
> benutzt....

Leitfähig ist es aber nicht.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren