Hallo,
Ich bin jetzt seit einigen Jahren als Entwicklungsingenieur in der
Automatisierungtechnik tätig. Schwerpunktmäßig in der
Softwareentwicklung auf SPS Basis (IEC 61131). Langsam verliert die
Tätigkeit aber ihren Reiz und ich bin jetzt am überlegen was der nächste
Schritt sein könnte oder zumindest welche Tätigkeiten mir sonst noch
Spass machen könnten.
Ganz weg vom Entwickeln will ich eigentlich nicht. Vertrieb kann ich mir
einfach nicht vorstellen. Produktmanager interpretiert jede Firma ja
auch anders aber mit Fokus auf "Richtung lenken" und weniger auf
Marketing ist sicher nicht uninteressant. Projektleiter wäre sicherlich
das nächstliegendste, jedoch sind das, meiner Erfahrung nach, immer
recht undankbare Jobs, weil man oft als Buffer zwischen Oben und unten
ist dient. Fallen euch vielleicht noch (sinnvolle) Alternativen ein und
was haltet ihr von meiner bisherigen Einschätzung?
Grüsse,
Jochen
J.Becker schrieb:> Fallen euch vielleicht noch (sinnvolle) Alternativen ein
Ich empfehle weiter wurschteln wie bisher und dann Übergang in eine
Frühverrentung.
User XY schrieb im Beitrag #4114094:
> Richtig, wer bis mitte 40 nicht im höheren Bereich sitzt hat kein> Hirn...
Schwachsinn. Nicht jeder will und nicht jeder kann Führungskraft werden.
Mark Brandis schrieb:> User XY schrieb:>> Richtig, wer bis mitte 40 nicht im höheren Bereich sitzt hat kein>> Hirn...>> Schwachsinn. Nicht jeder will und nicht jeder kann Führungskraft werden.
Ja, aber wer ned mit 40 Teamleiter ist, wird entsorgt!
gibt ja genügend Nachwuchs!
Marx W. schrieb:> Ja, aber wer ned mit 40 Teamleiter ist, wird entsorgt!> gibt ja genügend Nachwuchs!
Naja, es gibt Firmen in denen das so ist. Das sind dann die Firmen in
denen fachliche Qualifikation egal ist und man die dadurch entstehenden
Probleme durch Qualitätssicherung sowie strenge Prozesse auszugleichen
versucht.
Im Fahrzeugtechnik- oder Automatisierungsbereich braucht man halt keine
Leute mit 10 Jahren Facherfahrung ohne Tunnelblick, weil die fachlich
überqualifiziert für die Probleme wären. Da nimmt man lieber doofe
Leute, weil dadurch selbst trivialste Probleme aufwändig erscheinen was
die Existenz einer Entwicklungsabteilung legitimiert.
Manche Leute haben eben mit 40 zwar Jahre lang vor sich hin entwickelt,
aber vergessen sich selbst zu entwickeln. Relevante Erfahrung haben sie
dann kaum, müssen sich also mit einem Jungingenieur mit vielleicht 2-3
Jahre Berufserfahrung messen und sind dafür einfach zu teuer. Und mit 40
ist man geistig auch meist nicht mehr so flexibel.
Andere bleiben ständig am Ball und sind auch bis zum Rentenalter als
Entwickler gefragt.
Wer das nicht kann oder will, verlässt früher oder später die
Entwicklung. Man muss ja nicht gleich Projektleiter oder gar
Führungskraft werden. Leute mit Erfahrung in Entwicklung werden in
vielen Bereichen gesucht, zum Beispiel als Applikationsingenieure (je
nach Firmenphilophie kann das sogar quasi ein Entwicklerjob sein, nur
mit mehr Kundenkontakt) oder im Vertrieb.
User XY schrieb im Beitrag #4114218:
> So ein Schwachsinn ist das gar nicht, sondern Standard bei vielen> Unternehmen.
Nur weil etwas in vielen Unternehmen Standard ist, bedeutet das nicht,
dass es nicht Schwachsinnig ist.
So was führt halt dazu, dass Du keine Fachleute kriegst, denn die Leute
die technisch etwas erreichen wollen stellen fest, dass sie in ihrem
Entwicklerposten nur unsinnige Spezifikationen verwirklichen dürfen, und
selbst als Teamleiter oder gar Abteilungsleiter nichts erreichen können,
weil sie unsinnige Vorgaben haben. Die Leute, die technisch was drauf
haben gehen dann halt, der Rest bleibt zurück.
Das ist auch für diese Unternehmen gar nicht so schlimm, da die sowieso
nur triviale Probleme lösen. Klar kostet das eine Menge Geld, aber die
Entwicklungsabteilung ist in vielen Firmen kostenmäßig dermaßen
irrelevant, dass das egal ist.
Christian Berger schrieb:> Das ist auch für diese Unternehmen gar nicht so schlimm, da die sowieso> nur triviale Probleme lösen.
Das kann ich im Prinzip bestätigen. Die Firmen spezialisieren sich
darauf, relativ einfache Produkte in riesigen Stückzahlen zu
produzieren. Das heißt man braucht nur ganz wenige technisch fähige
Entwickler, weil man ja Produkte baut, die ein 50-Mann-Unternehmen auch
bauen kann. Der Rest sind nur Sachbearbeiter, die nichts anderes machen
als optimieren. Das ist im Vergleich zu richtiger Forschung und
Entwicklung aber eher trivial.
Antimedial schrieb:> Manche Leute haben eben mit 40 zwar Jahre lang vor sich hin entwickelt,> aber vergessen sich selbst zu entwickeln.
So jemandem bin ich im Studium begegnet. Wir hatten ein Praktikum und
der hat halt einfach den "Projektleiter" gemacht und hatte somit auch
die ganzen Unterlagen. Der hat dann auch probiert irgendwelche
Methodiken durch zu ziehen die völlig überzogen für das relativ einfache
Projekt waren. Naja, nach dem sich bei dem Projekt erste Züge einer
Lösung abzeichneten ist der abgetaucht. Einfach so. Der kam auch nicht
mehr zu den vereinbarten Treffen, bis er dann kurz vor dem
Präsentationstermin um Aufschub bat.
Ich war damals zu kollegial um das dem Professor mitzuteilen, inzwischen
würde ich anders handeln, da ich inzwischen denke, dass man solche Leute
im Studium aus sieben müsste.
Christian Berger schrieb:> dass man solche Leute> im Studium aus sieben müsste.
Dann pass mal auf, dass dich keiner aussiebt.
Mit Siebmuster wirkst du nur noch halb so attraktiv.
Man das ganze nämlich auch anders sehen, nämlich das man
von der Administration das Projekt hat schleifen lassen
und dem Entwickler keiner helfen wollte, was in dem Bereich
gar nicht so selten ist. Wer hier von Teamwork redet, macht
sich nämlich nur was vor. Im Endeffekt nichts anderes als
eine "Friss Vogel, oder stirb"-Mentalität.
User XY schrieb im Beitrag #4114218:
> Mark Brandis schrieb:>> User XY schrieb im Beitrag #4114094:>> Richtig, wer bis mitte 40 nicht im höheren Bereich sitzt hat kein>> Hirn...>>>> Schwachsinn. Nicht jeder will und nicht jeder kann Führungskraft werden.>> So ein Schwachsinn ist das gar nicht, sondern Standard bei vielen> Unternehmen.
Vorallem hält das die alten Säcke auf Trab!