Zum Stand 2019:
Die Telekom möchte zwingend den PPA haben. Mitarbeiter und externe sind
angehalten, bei jeder Gelegenheit eine Dose mit PPA zu setzen.
Und ja, bei der Leitungsmessung werden auch weiterhin Gleichspannungen
auf die Leitung geschaltet. Knapp 50V aus dem System und etwas mehr als
100V bei Messgeräten des Technikers.
Beim DSL Sync ist normalerweise kein Unterschied zwischen PPA und nicht
PPA feststellbar. Wenn aber mal eine Überspannung auf der Leitung war,
leidet die Kombination mit PPA eher mehr, das kann auch schleichend
sein, bewegt sich aber im Bereich in dem auch die Endgeräte stark
gefährdet sind.
Vom Messprinzip unterscheiden sich PPA und Signaturkabel, ersterer
ergibt einen Widerstand, letzteres verschiedene Kapazitäten.
Das hat natürlich Gründe. Bei einem Problem wird wahrscheinlich erstmal
eine kombinierte Messung gemacht, Leitung und DSL Status:
Leitung:
- Widerstände A-B, A-Erde, B-Erde, B-A (alle sollen größer 10 MegaOhm
sein, B-A möglichst 470kOhm, wenn PPA Verbaut)
- Kapazitäten der Adern gegen Erde sollten ungefähr gleich sein und der
theoretischen Leitungslänge entsprechen (Anhaltspunkt 60nF/km)
- Fremdspannungen sollten deutlich unter 1V sein
xDSL:
- ist der Port synchron
- wenn ja, die Geschwindigkeit und Störabstände (SNR etc.)
wird jetzt ein PPA und ein Signaturkabel gemessen, folgt wahrscheinlich
die Aufforderung das Kabel zu ziehen (an der TAE Dose!). Wird nun
daraufhin weiter ein Signaturkabel gemessen deutet das auf eine
Verschaltung hin.
Umgekehrt weiß man, dass man auf dem richtigen Anschluss ist, die Kabel
richtig gesteckt waren (DSL Kabel im Ethernetport schaut wie ein
Kurzschluss A-B aus). Das beeinflusst natürlich die Entscheidung, ob man
erstmal einen Austauschrouter schickt oder ein Technikereinsatz
notwendig ist.
Klar, bei manchen Fehlern ist der PPA überflüssig, insgesamt aber für
die Eingrenzung trotz Signaturkabel sehr hilfreich. Zumindest besser als
überall offene Leitungsenden zu messen, ohne Möglichkeit das irgendwie
eingrenzen zu können.
Exkurs Endleitung: ein Quell täglichen Horrors.
Dauernd wird über den Zustand der Infrastruktur in Deutschland
gejammert, egal ob Telekommunikation, Strassen usw. An welchen Leitungen
(S)(V)DSL noch funktionieren soll spottet oft jeder Beschreibung. Die
Anspruchshaltung ist generell hoch, die Kooperation (besonders im
Vermieteten Bereich) recht gering. Gerne wird Ping-Pong bei den
Zuständigkeiten gespielt und der Techniker der kommt hat meist am
wenigsten Zeit eine komplizierte Endleitung zu erneuern.
-> oft liegt es nicht an den TAE Dosen (sind aber schnell getauscht und
wenn die Messung danach halbwegs passt...), eher an Jahrzehnte alten
Kabeln, vielen Klemmstellen usw.
zurück zur TAE, die Versionen mit PPA sind auf dem freien Markt
anscheinend nicht vorhanden, wenn dann oft eher graue Quellen. Meiner
Meinung sollten diese zumindest im Fachbedarf zu einem konkurrenzfähigen
Preis angeboten werden. Jetzt werden ganze Wohnbunker von den
Elektrikern mit TAE Dosen ausgestattet, die der erste Telekom Techniker
wieder austauscht.